Ich frage mal andersrum: Was machst Du, wenn jetzt ab morgen Deutschlandweit nur die 100 Mitarbeiter streiken, die beispielsweise für die Rechenzentrum der Banken notwendig sind. Forderung 10fachen Lohn. Solange kein Zahlungsverkehr mehr. Oder Fluglotsen, Hafenlotsen, Brückenwärter, ...
Es gab mal Zeiten, da zählte die Eisenbahn, die Post (inkl. Telefon) und die Flugsicherung zur Daseinsfürsorge. Damals waren die Mitarbeiter an den entsprechenden Stellen verbeamtet. Heute ist die Eisenbahn privatisiert, die Post-Zustelldienste picken sich die Rosinen raus (Versandkosten gelten nicht für den Versand auf die deutschen Nordseeinseln etc. ...) und die Flugsicherung übernimmt die Deutsche Flugsicherung GmbH.
Der Staat hat also entschieden, daß diese Aufgaben nicht mehr für die allgemeine Daseinsfürsorge notwendig sind. Da darf er sich dann aber auch nicht beschweren, wenn nach der Privatisierung gestreikt wird. Da sogar das Bundesverfassungsgericht bestätigt, daß ein Streik wehtun muß, um überhaupt sinnvoll zu sein, erübrigt sich die Frage, ob es angemessen ist die Kunden in Probleme zu stürzen.
Da braucht jetzt niemand zu jammern, wenn die Bahn nicht fährt und z.B. die Klassenfahrt in der nächsten Woche in den Sternen steht, weil niemand weiß, ob man am Freitag mit der Bahn auch wieder nach Hause kommt.
Letztlich schadet auch jeder Streiktag dem Arbeitgeber. Es gibt sicherlich verschiedene Ideen, wie man das Umsetzen könnte. Das einfachste wäre eine Ankündigungsfrist. Streiks müssen 7 Tage vorher angekündigt werden und der nächste Streik kann erst angekündigt werden, wenn der erste beendet ist. Das würde vielen Pendlern und vor allem der Wirtschaft massiv helfen.
Damit würdest Du das Streikrecht massiv untergraben, denn gerade die fehlende Vorankündigung ist es doch, die Streiks erst so richtig schmerzhaft für den Arbeitgeber machen, eben weil keine Notfallfahrpläne mehr erstellt werden können. Nein, gewiß muß ein Streik bei der Bahn angekündigt werden, aber ich würde die Frist hierfür eher bei 1 Minute denn bei 7 Tagen sehen, gepaart mit der gesetzlichen Regelung, dass im Personenverkehr die Züge nur an Bahnhöfen und nicht auf freier Strecke stehenbleiben dürfen, damit die Passagiere den Zug verlassen können und es so nicht zu Freiheitsberaubungen kommt.
Die Gewerkschaft denkt an seine Mitglieder und der Arbeitgeber an sich.
Was wir bei Corona ja gesehen haben. Die Managerder großen Konzerne haben Staatshilfen beantragt und sich gleichzeitig Boni ausgezahlt, während für die kleinen Angestellten auf dem Balkon geklatscht wurde.
Nicht Weselsky ist das Problem sondern der Bahnvorstand!
--> https://www.fr.de/meinung/tarifk…e-92870420.html