Beiträge von plattyplus

    Bei mir in der Region sind die Gesamtschulen schneller voll als die anderen Schulen (und haben auch mehrheitlich vorgezogene Verfahren), ist es bei euch nicht so? (also haben die "beliebten" Schulen überhaupt noch Plätze?

    Seitdem bei uns am Ort die Hauptschule geschlossen wurde, hat sich der eh schon schlechte Ruf der örtlichen Gesamtschule zum Status „Resterampe“ entwickelt. Konkret ist die in der Ablehnung ausgesprochene Alternative genau die eine Schule, die wir explizit auf gar keinen Fall wollen.

    An dem Abend, als sich alle Schulen in der Stadthalle vorgestellt haben, hatten uns beide Schulleiter der örtlichen Realschulen schon öffentlich empfohlen zu klagen, weil beide Realschulen überlaufen sind und die Lokalpolitiker keinen dritten Zug erlauben, um die Schüler zur örtlichen Gesamtschule zu zwingen.

    Moin,

    bei uns ist heute der Ablehnungsbescheid der örtlichen Realschule eingegangen. Die Anmeldezahlen wären zu hoch, sie dürften nur zwei Klassen aufmachen und das Kriterium „150m Schulweg“ wäre nicht hinreichend.

    Wie jetzt weiter vorgehen?

    • Es gibt noch eine zweite Realschule im Ort (7km entfernt), die allerdings auch überlaufen ist. Könnte man das Kind dort anmelden und hätte dann Vorrecht vor denen, die diese Schule als Erstwahl hatten, weil man bei der eigenen Erstwahl nicht zum Zuge gekommen ist?
    • In dem Schreiben wird empfohlen das Kind in der örtlichen Gesamtschule anzumelden. Allerdings hat diese einen schlechten Ruf (bestätigt durch den Sozialindex) und die Bus-Fahrzeit liegt bei über 45 Minuten inkl. Umsteigen. 👎
    • Die Gesamtschule im Nachbarort wäre von uns aus wesentlich näher dran (wir wohnen halt am Ortsausfahrtsschild) und hat auch einen wesentlich besseren Ruf. Kann man mit dem Ablehnungsschreiben das Kind auch dort unterbringen? Oder kommt dann: „Sie wohnen nicht im Einzugsgebiet. Wir sind voll.“ ?

    Ich wohne direkt zwischen mehreren Grundschulen mit Index 7, 8, 9 (neue Tabelle). Wir wären nicht dahin gezogen, wenn wir Kinder hätten (bekommen sollen). Es ist halt die Ungerechtigkeit, wenn man sich etwas leisten kann, und die Schulen dann ausbluten.

    Ich wohne „aufm platten Land“ und habe eben mal spaßeshalber nach dem Sozialindex der umliegenden Schulen geschaut. Die werden wirklich alle mit 2 oder 3 bewertet, nur die Gesamtschule hat 5, was ich dann schon als schlecht empfinde.

    Die Grundstückspreise im Neubaugebiet liegen hier üblicherweise bei ca. 80€ je Quadratmeter. In Zwangsversteigerungen gehen kleine Einfamilienhäuser auch mal für unter 100.000€ weg. Also mit „sich etwas leisten können“ hat das hier wenig zutun.

    Sozialindex 7, 8 oder 9 hört sich für mich nach Duisburg Marxloh oder Dortmund Nordstadt an.

    Auch an Schulen mit hohem Sozialindex kann die Lehrkraft was von Differenzierung gehört haben.

    Das glaube ich Dir sogar unbesehen. Nur geht in solchen Schulen dermaßen viel Zeit für die Bearbeitung von Unterrichtsstörungen drauf, dass zum Unterrichten kaum Zeit übrig bleibt. Ich merke es bei mir an der Berufsschule ja selber. Habe zwei Parallelklassen, in der einen Klasse guckt der Ausbildungsbetrieb drauf, daß die Leute pünktlich kommen etc. und in der anderen Klasse erzählt der Betrieb bereits zu Beginn der Lehre, dass die Schulnoten eh nicht relevant sind. Im Ergebnis schaffe ich in der einen Klasse den Unterrichtstoff in 30 Minuten, für den ich in der zweiten Klasse 90 Minuten benötige.

    Ich würde Schule 2 nehmen und dafür ebenfalls Himmel und Hölle in Bewegung setzen. Mit Sozialindex 7 fallen die anderen beiden Schulen raus.

    Aber wahrscheinlich wirst Du eh nicht die Wahl haben. Ich kenne es ja selber, daß das Kind als einziges aus dem Kindergarten zur Grundschule in den übernächsten Nachbarort geschickt wird, wo der Rest des Kindergartens im Ort bleiben konnte. Gefragt wurde da nicht, da wurde ausgelost und zugeteilt. Macht dann in Summe täglich zweimal 50 Minuten Busfahrt.

    Der Unterschied zu Herrn Weselsky ist, dass andere Gewerkschaften nicht das Drohpotential haben, das halbe Land lahmzulegen.

    Mein Papa berichtet immer davon, dass zu seiner Studentenzeit die Fachhochschule bestreikt wurde, so dass es in einem Jahrgang keinen Absolventen gab, weil das Semester aufgrund der Ausfallzeiten für ungültig erklärt werden musste.

    Daher auch mein Gedanke gezielt Abschlussprüfungen zu bestreiken. Die Streikmacht ist da schon vorhanden.

    Auf welche BVG-Entscheidung beziehst Du dich?

    Auf eine ganze Reihe Urteilen des BVerfG und BAG, hier mal die Herleitung inkl. der Links zu den Urteilen:

    --> https://verfassungsblog.de/paritaet-und-a…m-arbeitskampf/

    Oder, wie es unser Lehrbuch in der Schule formuliert: "Tarifverhandlungen ohne das Recht zum Streik wären nicht mehr als 'kollektives Betteln'."

    Dies ist ein Zitat aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahre 1980 (Absatz 22, Seite 5).

    --> https://www.dgbrechtsschutz.de/fileadmin/medi…_AZR_168-79.pdf

    Ich frage mal andersrum: Was machst Du, wenn jetzt ab morgen Deutschlandweit nur die 100 Mitarbeiter streiken, die beispielsweise für die Rechenzentrum der Banken notwendig sind. Forderung 10fachen Lohn. Solange kein Zahlungsverkehr mehr. Oder Fluglotsen, Hafenlotsen, Brückenwärter, ...

    Es gab mal Zeiten, da zählte die Eisenbahn, die Post (inkl. Telefon) und die Flugsicherung zur Daseinsfürsorge. Damals waren die Mitarbeiter an den entsprechenden Stellen verbeamtet. Heute ist die Eisenbahn privatisiert, die Post-Zustelldienste picken sich die Rosinen raus (Versandkosten gelten nicht für den Versand auf die deutschen Nordseeinseln etc. ...) und die Flugsicherung übernimmt die Deutsche Flugsicherung GmbH.

    Der Staat hat also entschieden, daß diese Aufgaben nicht mehr für die allgemeine Daseinsfürsorge notwendig sind. Da darf er sich dann aber auch nicht beschweren, wenn nach der Privatisierung gestreikt wird. Da sogar das Bundesverfassungsgericht bestätigt, daß ein Streik wehtun muß, um überhaupt sinnvoll zu sein, erübrigt sich die Frage, ob es angemessen ist die Kunden in Probleme zu stürzen.

    Da braucht jetzt niemand zu jammern, wenn die Bahn nicht fährt und z.B. die Klassenfahrt in der nächsten Woche in den Sternen steht, weil niemand weiß, ob man am Freitag mit der Bahn auch wieder nach Hause kommt.

    Letztlich schadet auch jeder Streiktag dem Arbeitgeber. Es gibt sicherlich verschiedene Ideen, wie man das Umsetzen könnte. Das einfachste wäre eine Ankündigungsfrist. Streiks müssen 7 Tage vorher angekündigt werden und der nächste Streik kann erst angekündigt werden, wenn der erste beendet ist. Das würde vielen Pendlern und vor allem der Wirtschaft massiv helfen.

    Damit würdest Du das Streikrecht massiv untergraben, denn gerade die fehlende Vorankündigung ist es doch, die Streiks erst so richtig schmerzhaft für den Arbeitgeber machen, eben weil keine Notfallfahrpläne mehr erstellt werden können. Nein, gewiß muß ein Streik bei der Bahn angekündigt werden, aber ich würde die Frist hierfür eher bei 1 Minute denn bei 7 Tagen sehen, gepaart mit der gesetzlichen Regelung, dass im Personenverkehr die Züge nur an Bahnhöfen und nicht auf freier Strecke stehenbleiben dürfen, damit die Passagiere den Zug verlassen können und es so nicht zu Freiheitsberaubungen kommt.


    Die Gewerkschaft denkt an seine Mitglieder und der Arbeitgeber an sich.

    Was wir bei Corona ja gesehen haben. Die Managerder großen Konzerne haben Staatshilfen beantragt und sich gleichzeitig Boni ausgezahlt, während für die kleinen Angestellten auf dem Balkon geklatscht wurde.

    Nicht Weselsky ist das Problem sondern der Bahnvorstand!
    --> https://www.fr.de/meinung/tarifk…e-92870420.html

    Erst eintreten dann mitreden

    Ich bin vor Jahren aus dem Verein ausgetreten als ich nach dem Ref nicht übernommen wurde. Wie gesagt sehe ich keinen Sinn darin der GEW beizutreten, weil sie sich nicht einmal für ihre Mitglieder einsetzt sondern stattdessen versucht Weltpolitik zu betreiben.

    Eine erneute GEW-Mitgliedschaft kommt für mich nur infrage, wenn Maike Finnern zurücktritt und Claus Weselsky übernimmt. Der ist wenigstens loyal zu seinen Mitgliedern, auch wenn der Rest der Republik das nicht hören will. Wahlweise könnten wir natürlich auch zu tausenden in die GEW eintreten, wie wir es damals als Studenten mit der FDP gemacht haben. Der Slogan damals: "Klaut dem Westerwelle die Partei!"

    --> https://www.spiegel.de/politik/wir-kl…00-000007809500

    Leider kann ich als Berufsschullehrer nicht der IG Metall beitreten. Der Beitrittsantrag wäre heute Abend noch abgeschickt. Der Mitgliedsbeitrag von 1% lohnt sich wenigstens.

    Ok, Israel hat Atomwaffen, der Iran hat sicherlich Atomwaffen, Nordkorea hat Atomwaffen, China hat Atomwaffen. Warum sind Atomwaffen in der Ukraine ein größeres Problem? Nicht dass ich das gut finden würde. Aber mich würde mal die Argumentation interessieren.

    Ich würde eher sagen: Hätte die Ukraine ihre Atomwaffen nicht abgegeben, hätten wir jetzt keinen Krieg.

    Das denke ich auch. Warum wohl gibt es zwischen Indien und Pakistan nur kleine Schamützel an der Grenze aber keinen Krieg? Weil beide Atommächte sind und beide wissen, daß ein Krieg ihrer beider Untergang wäre.

    Wir sind halt auch nur ein Spiegel des Kollegiums und wenn ich mir mein eigenes Kollegium vorstelle, ob sie eine Resolution mit diesem Inhalt unterschreibt, dann schätze ich 3 dafür, 7 dagegen.

    3 sind dafür und 12 Weitere, die von der GEW als Debattier-Club bisher nichts gehalten haben, würden deswegen in die Gewerkschaft eintreten. Da wären die 7 Gegenstimmen dann in der Minderheit.

    Du warst so gut gestartet um dann als Bettvorleger zu landen.

    Würde sich Maike Finnern einen Zacken aus der Krone brechen, wenn sie in den Medien (möglichst Tagesschau) allen Eltern eröffnet, dass die GEW allen Mitgliedern rät Klassenfahrten aufgrund des Haftungsrisikos und der Arbeitszeiten zu unterlassen?

    Das die GEW kaum Verhandlungsmacht hat, ist mir klar. Aber die Gewerkschaft bezieht ja nicht einmal klar Stellung für ihre Mitglieder. Das ist es, was ich bemängele.

    Um bei der Landung als Bettvorleger zu bleiben: Lieber mit fliegenden Fahnen untergehen als gar nicht erst zu kämpfen!

    Die Tatsache (?) der Anwesenheit eines Ersthelfes ändert genau NICHTS an der Notwendigkeit, ärztliche Hilfe herbeizurufen.

    Und das rechtzeitige Herbeirufen ärztlicher Hilfe ändert genau NICHTS an dem Urteil. Schließlich sind die beiden Kolleginnen dafür verurteilt worden, dass sie die Vorerkrankungen vorher nicht schriftlich abgefragt haben und nicht dafür das zu spät Hilfe gerufen wurde.

    ...und würde dann kurz danach mit der Forderung nach einer 34-Stunden-Woche o.ä. wieder auftauchen.

    Warum darf nur die IG Metall eine 35-Stunden/Woche durchsetzen aber keine andere Gewerkschaft?

    Das die GEW immer noch bei der 40 bzw. 41-Stunden/Woche ist, ist kein Maßstab. Die GEW will Weltpolitik betreiben und vertritt ihre Mitglieder nicht wirklich.

    Würde sie ihre Mitglieder vertreten, würde sie z.B. nach dem Urteil zu der Klassenfahrt ins UK medienwirksam alle Lehrer dazu aufrufen Klassenfahrten in Zukunft aufgrund des unzumutbaren Haftungsrisikos generell zu unterlassen!

    *seufz* Alles lesen. Die Politik hat nichts damit zu tun, dass die Mitarbeiter (wegen der nun fehlenden Beamtung etc.) nun streiken. Die Entscheidung fällen sie selbst. Immer noch.

    Wenn „die Politik“ als Mehrheitsaktionär in einer außerordentlichen Hauptversammlung den Vorstand der DB AG anweisen würde die geforderte 35-Stunden/Woche zu akzeptieren, wäre der Streik sofort vom Tisch.

    Er hat dazu noch mehr gesagt. U.a. dass durch den bestreikten Güterverkehr die Kohlelieferungen an die Kraftwerke nicht erfolgen.

    Alles Folgen, die die GDL scheinbar nicht durchdenkt.

    Alles nur Politikergelaber. Wenn die Versorgung der Kraftwerke etc. wirklich so kritisch wäre, könnte unsere Bundesregierung die Lokführer dienstverpflichten, ebenso wie sie jeden Bürger im Katastrophenfall dienstverpflichten kann. Als wir hier das Weserhochwasser hatten, hat das THW auch den extra angereisten Katastrophen-Touristen … äh -Helfern eine Schaufel in die Hand gedrückt, sie dienstverpflichtet und 6 Stunden Sandsäcke füllen lassen.

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