Abgesehen von der Wortwahl ist das aber nun mal Realität. Jede Lehrkraft in meinem Umfeld versucht ihre Kinder wenn irgendwie möglich auf das Gymnasium zu kriegen. Wenn das nicht geht, versucht man Notlösungen, wie die verbliebene Realschule in kirchlicher Trägerschaft oder bei etwas älteren Schülern das Privatinternat im angrenzenden NRW.
Und selbst in NRW haben die Gesamtschulen einen schweren Stand.
Bei uns präsentierten sich alle SEK. 1 Schulen zusammen in der Stadthalle. Dabei erwähnte der Schulleiter einer der beiden Realschulen, dass sie in den letzten Jahren überlaufen waren, weil niemand sein Kind zur Gesamtschule schicken will, die Stadtverwaltung aber die Realschulen zweizügig gedeckelt hat, um sie Schüler auf die politisch gewollte Gesamtschule zu bekommen.
Aus dem Publikum kam dann gleich die Frage: „Wenn ich jetzt mein Kind an ihrer Realschule anmelde und es nicht genommen wird, habe ich dann noch die Alternative die andere Realschule zu wählen, oder kann diese dann ebenfalls mein Kind wegen bereits voller Klassen ablehnen? Hat meine Zweitwahl Priorität vor der Erstwahl anderer Eltern? Muß ich dann als letzte verbliebene Alternative die Gesamtschule akzeptieren?“
Der Schulleiter verwies nur noch darauf, dass es in einem solchen Fall die Eltern eines vorherigen Jahrgangs gelungen ist das Kind gegen den Willen der Stadtverwaltung in die Realschule hineinzuklagen, so dass sie in dem Jahrgang eine zusätzliche Parallelklasse haben eröffnen und auch komplett füllen können.