Die Ausbildung zur Erzieherin ist lang und und die Arbeit schlecht bezahlt. In meinem Verwandtenkreis waren zwei Erzieherinnen mit Abitur, beide haben dann nochmals studiert, u.a. weil sie die Bezahlung bescheiden fanden. Eine wurde Lehrerin, die andere ist nun Ingenieurin.
Ich finde die Schweizer Lösung wirklich gut. Zumindest der Erzieherberuf gehört akademisiert. Bei uns arbeiten in den Gruppen auch noch Kinderpflegerinnen, die haben nicht so viele Verantwortungsbereiche und sind noch geringer bezahlt.
Erzieherinnen leisten eine sehr wertvolle Arbeit! Es ist eine wertvolle Grundlagenarbeit. Außerdem sind die erzieherischen Herausforderungen enorm! Unserer Schule ist ein Kindergarten angegliedert, da kann ich das öfter beobachten.
Das merkt man, wenn Kinder eingeschult werden, die noch nie einen Kindergarten von innen gesehen haben oder dort nur ein Jahr waren.
Allerdings war es schon immer so: Es gibt Unterschiede zwischen den Kindergärten in Bezug auf den Schwerpunkt, den sie hauptsächlich verfolgen. Mit diesen Schwerpunkten oder nicht gemachten Schwerpunkten kommen die Kinder dann in die Schule. Wir haben fünf Kindergärten im Einzugsgebiet, bestimmte Schwierigkeiten kann man mehrheitlich bestimmten Kindergärten zuordnen. Man sollte eigentlich meinen, dass durch die Kooperationsteams Kindergarten- Schule die Unterschiede nivelliert werden, scheint aber nicht ganz so.
Zur Lehrerin: Sie ist erst neu in dem Beruf. Ich denke, dass man im Studium ein nicht ganz authentisches Bild von den Grundschülern bekommt. Wir hatten eine Referendarin, die aufgegeben hat, weil bis nach dem Studium das Bild der leicht handelbaren Kleinen vorhanden war. Das ist eben nicht so.
Allgemein sinkt bei einer zunehmenden Anzahl der Schulanfänger so oder so das Niveau, mit dem sie einsteigen. Es fehlen immer mehr basale Fähigkeiten. Das sind meistens Kinder, die nicht genügend Anregungen bekommen, die für eine frühe (auch mal unbewusste) Förderung sinnvoll wären.