Beiträge von BlackandGold

    Ich hatte im Referendariat einen Kollegen, der an seiner alten Schule war. Der hat den Rollenwechsel nie so richtig hinbekommen und war dort wohl mehr aus Angst vor neuen Dingen. Ob sein nicht erlangtes 2. Staatsexamen damit zusammen hängt, ist mir jedoch unbekannt, es lässt mich nur vorsichtig an die Sache herangehen.

    Grundsätzlich ist der Rollenwechsel sowieso nicht ganz einfach, daher sei vorsichtig.

    Auf der anderen Seite würde ich mich freuen, wenn der Abiturient, den ich jetzt entlasse, tatsächlich erfolgreich mein Fach studiert und in ein paar Jahren als potentieller Kollege da stände. Das habe ich ihm auch gesagt. Aber es ist halt was Anderes, denn ich habe ihn erst mit 18/19 zu Beginn des Berufsgymnasiums bei uns kennengelernt.

    Ob ich bei einem Kollegen wissen möchte, welche Kapriolen der in der 8. Klasse gemacht hat? Eher nein.

    Ich fühle mich seit mehren Monaten schikaniert, ausgegrenzt, zeitlich massiv eingeschränkt.

    Ich bin es leid mich den Vorschriften weiter beugen zu müssen.

    Bin ich die Einzige, die so denkt?

    Das Merkmal einer freien Gesellschaft ist nicht, dass jede Entscheidung abgefedert wird, sondern dass du trotz deiner Haltung weiter deinen Beruf ausüben kannst, nur halt mit kleineren Einschränkungen.

    Wenn dich das schon so stört, dass dich die Vorschriften so sehr einschränken, dann denke mal darüber nach, wie sehr du durch dein bloßes unterrichtliches Handeln deine dir anvertrauten Schüler:innen einschränkst.

    Dasselbe gilt für Einkäufe und Quarantäne. Viele Bekannte sind trotz Corona zum Supermarkt gefahren, einige haben sich sogar noch nicht einmal nach einem positiven Selbsttest öffentlich testen lassen. Nur, um nicht in Quarantäne zu gelangen.

    Für die allermeisten Bekannten war das ein leichter Schnupfen, nur wenige haben mit Fieber 2 Tage im Bett gelegen.

    Deine Bekannten gehören bestraft.

    Der Krieg Russlands ist ein Krieg gegen die westlichen Werte. Dafür muss man keine ausführlichen Kommentare in deutschen Tageszeitungen lesen, sondern man kann einfach mal zuhören, wenn Putin redet.

    Oder, wenn man es ungefilterter und direkter haben will, schaut man sich an, was der oberste Kirchenmann in Moskau verkündet. Habe gerade die Primärquelle nicht in übersetzter Version gefunden, aber hier eine (seriöse) Sekundärquelle dazu: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2…ne-politik.html

    In meinen religiösen Netzwerken ist selbst bei den sonst so Konservativen das Entsetzen groß. Bis auf einen kleinen Teil von Menschen, die Gleichberechtigung u.ä. eh ablehnen, die feiern die Russen aber eh.

    Das sehe ich genauso Moebius !

    Ich drücke mich mal freundlich aus, was ich beim Lesen der Texte gedacht habe:

    • Der Kluge gibt so lange nach, bis er selber der Dumme ist.
    • Befolgt man die Lebensweisheiten der Autoren, wird die Welt von den größten Narzissten geführt. Scheiße schwimmt immer oben!

    Da bin ich doch ganz klar Verfechter der Linie von Helmut Schmidt: „Mit Terroristen wird nicht verhandelt.“ Er hatte im Deutschen Herbst im Jahr 1977 ja sogar mit seiner Frau ausgemacht, daß diese Linie auch gilt, sollte er selber von der RAF als Geisel genommen werden.

    In der aktuellen Situation sollten wir als Deutsche unsere Durchhaltefähigkeit untersuchen, also wie viele Jahre wir welche Sanktionen durchhalten können, und dann entschieden handeln. So könnte z.B. die EU sämtliche russischen Staatsbürger zu unerwünschten Personen erklären, ihnen Visaverlängerungen verweigern und sie so zur Ausreise nach Russland zwingen. Mal gucken was innenpolitisch in Russland passiert, wenn die auf einmal alle heimkehren müssen und daheim Stimmung machen.

    Naja, man darf durchaus zu Recht fragen, welche Werte wieviele Leben wert sind. Ich habe diese Frage für mich bisher nicht beantwortet. Aber daher bin auch ein Freund von "Speak softly and carry a big stick", denn die Länder mit großem Stock werden selten angegriffen.

    Reine Neugier als Teil-Maulwurf: Was haben Augen-OPs mit der Steuererklärung zu tun?

    Die Kosten für eine Laser-OP (oder wie bei mir, einer ICL-OP, weil Laser nicht ausreichte) kann man als außergewöhnliche Belastung angeben. Bei mir wären es gut 1500€, die vertretbar sind, die darüber hinausgehenden Kosten sind "außergewöhnlich" und reduzieren das Einkommen. Eine ICL-OP wie bei mir kostet knapp 6000€, das lohnt sich also.

    Siehe auch hier: https://www.augen-lasern-vergleich.de/ratgeber/koste…teuer-absetzen/

    Auch die Kritik des Schülers, dass wir eine Doppelmoral hätten bezüglich Flüchtlinge aus dem Mittelmeer und der Ukraine, ist nicht differenziert. Bei der Ukraine handelt es sich um echte Kriegsflüchtlinge aus Europa

    Wir vielleicht nicht, andere schon. Es sei denn man nimmt an, dass ein Bürgerkrieg in Syrien weniger schlimm ist als ein Invasionskrieg in der Ukraine. Dann kann man natürlich in "echte" und "unechte" Kriegsflüchtlinge unterscheiden. Das verachte ich allerdings zutiefst.

    Das mag für Thüringen mit seinen vergleichsweise kleinen Gymnasien gelten. In einem typischen Gymnasium in NDS sprechend wir eher von um die 2 LKs und 4-6 GKs pro Jahrgang in Mathe und noch einmal 1-2 LKs und 2-3 GKs in Physik. Dazu kommen je nach Zügigkeit noch einmal 4-6 Klassen der E-Phase hinzu. Wie das im angefragten Bundesland NRW aussieht, weiß ich leider nicht genau.

    Aber es stimmt schon: Auch wenn die Schule auf Einsatzwünsche eingeht, ist ein reiner Sek II- Einsatz eher nicht zu erwarten. Typisch sind eher Quoten um 1/3 der Deputatsstunden in der Sek II - auf Wunsch teils auch mehr.

    Krass. Hier sinds eher maximal ein LK und 1-2 GKs. Außer an richtig, richtig großen Gymnasien vielleicht.

    Dem zweiten Absatz ist absolut zuzustimmen. Ein reiner Sek2-Einsatz ist am Gymnasium fast unmöglich. Dafür muss man schon an ein Berufskolleg (da kann mit Mathe zwar auch in der Grundbildung landen, aber die sind eher so 15-18) oder an ein Weiterbildungskolleg (extrem knappe Stellen).

    Es ist realitätsfern, zu glauben, dass das vorher irgendwie anders war. Wenn der russische Patriarch jetzt Predigten gegen die "Schwulenparaden" hält, die "der Westen" verlangt, damit man die "Welt des Konsums" erlangt, dann ist das nicht erst mit Beginn des Kriegs ein Problem.

    Ich bin bereit zuzugestehen, dass ich durch die kirchliche Brille (als mediterran orthodoxer Christ) Russland nicht in seiner Gänze betrachte, aber die russische Kirche ist nicht ganz unrelevant dort. Und was da erzählt wird, ist seit über einem Jahrzehnt ein stetes Dauerfeuer gegen die Werte unseres Landes bzw. unseres Grundgesetzes, welches sich die ultrakonservativen Katholiken hier erträumen würden.

    Das wird jetzt vielleicht schlimmer, aber das war schon vorher da. Muss man vermutlich hinnehmen.

    (1) Ist mein Wunsch realistisch? Habe ich zurzeit in klassischen Schulfächern überhaupt eine Chance auf einen Seiteneinstieg?

    Das Stellenangebot in LEO bzw. LOIS hat meinem anfänglichen Enthusiasmus einen erheblichen Dämpfer versetzt. Stellenangebote an Gymnasien, die auch für Seiteneinsteiger geöffnet sind, habe ich kaum gefunden. Ersatzschulen, darunter Berufskollege und Waldorfschulen, bieten manche Stellen in Mathematik und Physik an.

    (2) Macht es einen Unterschied an einer Ersatzschule einzusteigen? Gibt es da Nachteile?

    (3) Legt man sich bereits zu Beginn auf eine Schulform fest? Angenommen ich würde an einem Berufskolleg (Ersatzschule) eine Stelle finden und dort gemäß OBAS für die Sekundarstufe II ausgebildet. Könnte ich dann später an ein Gymnasium wechseln und verbeamtet werden?

    (4) Ich bin derzeit etwas ratlos. Soll ich den Tipp aus dem Thread von Karman befolgen und Schulen anschreiben? Oder hat das im Falle von Gymnasien keinen Sinn?

    Zu 1: Ja! Meine Mit-Referendare sind z.T. direkt an der Schule behalten worden, ich persönlich hätte eine noch größere Auswahl gehabt, wenn ich Mathe statt Physik gehabt hätte. Meine Fachkollegen sind beide Mathematiker. Ich persönlich war der einzige Regelbewerber auf meine jetzige Stelle. Tatsächlich aber findest du im Moment weniger Stellen, die meisten Stellen werden zum 1.2. oder 1.8. ausgeschrieben, zu den Halbjahreswechseln.

    Zu 2: Wenn sie die Verbeamtung anbieten, sehe ich da keinen Unterschied. Wichtig: Ein Berufskolleg ist KEINE Ersatzschule, sondern eine Regelschule! Mit deinen Fächern wirst du in allen Bereichen eingesetzt werden, mit Ausnahme ganz spezieller Techniker-Ausbildungen oder Berufsschul-Ausbildungen.

    Zu 3: Als OBAS bist du in jedem Fall 5 Jahre an die Schule gebunden. Ansonsten sind Schulformwechsel immer schwierig, wenn nicht formal, dann zumindestens inhaltlich.

    Zu 4: Auch an Gymnasien kann das Sinn machen. Physik und Mathe ist eine durchaus gefragte Option.

    Berufsschule ist da aber zugegebenermaßen ein spezieller Fall, da man dort ja durchaus je nach Bildungsgang auch mal gerne Personen sitzen hat, die älter sind als man selbst. Ich hatte aber auch schon Seminarleitungen an der Uni, die kaum älter waren als ich, und wäre nie auf die Idee gekommen, diese zu duzen, außer es wurde ausdrücklich angeboten.

    Oh, da hatte ich tatsächlich ein unangenehmes Erlebnis an der Uni, was mir gerade einfällt.

    Ich habe als PostDoc an meiner neuen Uni prinzipiell jeden Studenten gesiezt. Ein Student lief da rum, der grundsätzlich alle Menschen duzte, bis auf die drei Professor:innen. Ich fand das etwas merkwürdig, da ich aber der einzige PostDoc war (der Rest Doktorand:innen, die oft auch selber noch die Studenten duzten) habe ich mich mal entschieden, zu hoffen, dass es ihm selber auffällt, dass ich ihn konsequent sieze.

    Dann kam es dazu, dass er von mir eine Befreiung für einen Versuch wollte, die Begründung war formal unzureichend. Er war sehr insistierend und nutzte genau die Vertrautheit des "Du" genau dafür aus. Irgendwann wurde es mir zu blöd und ich wies ihn (höflich, nicht freundlich) daraufhin, dass ich ihn konsequent sieze und ob er da vielleicht was gemerkt hätte. Antwort "Na klar, aber ich bin ja der Ältere, daher biete ich dir das an."

    Ich habe ihn dann hochkant aus meinem Büro geschmissen und ihn angewiesen, zum Versuch zu erscheinen. Zwei Stunden später hat er mich gesiezt. Warum? Nicht, weil ihm auffiel, dass es vielleicht unangemessen war, einfach weiterhin zu siezen, sondern weil er meinen Titel am Namensschild gesehen hatte. Gna.

    Spannend finde ich übrigens die Tochter meines Pfarrers bzw. der Patentante meiner Tochter. Familiäres Umfeld und so, sie hat mich geduzt. Jetzt ist sie seit einem halben Jahr in der 5. Klasse und es passiert ihr immer wieder, dass sie bei bestimmten Fragen mich siezt. Und zwar immer dann, wenn sie mich zu einer Sache anspricht, die nichts mit Familie zu tun hat, sondern mit Schule oder eine Wissensfrage ist.

    Sie findet das total peinlich, ich dagegen psychologisch völlig normal. Sie spricht mich dann halt nicht mehr in der Rolle als Familienmitglied sondern in der Rolle als Lehrer an.

    Und vor den SuS, die du (hoppla) duzt, also alle zwischen Klasse 5 und 10, hast du (oh) keinen Respekt?

    Da ist es Ausdruck eines Hierarchiegefälles zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen.

    Und das ist jetzt tatsächlich nur eine Feststellung, ich bin mir selber nicht sicher, ob ich das gut finde oder nicht. Denn im Erwachsenenalter möchte ich schon noch unterscheiden zwischen Nah und Fern und das geht durch das Sie ganz gut. Im angelsächsischen Raum wird dann halt "Sir" oder "Titel" benutzt, hier mehr das "Sie".

    Am Weiterbildungskolleg habe ich "sie" + Vornamen gewählt, am Berufskolleg habe ich eher jüngere Schüler und wähle das Du. Bis auf die Techniker im Abendunterricht, das war wieder Sie.

    Ich persönlich lasse mich nicht duzen. Eine Regel, die ich von meinem Doktorvater übernommen habe: Man duzt sich erst, wenn man nicht mehr in Prüfungssituationen aufeinandertrifft. (Sagte er direkt nach meiner letzten Examensprüfung)

    Nun ja, ganz so ist es zumindest bei mir nicht. Ich initiiere keine derartige Diskussion, da ich nun einmal Mathematiklehrer bin und es mein Job ist, meinen Schülerinnen und Schülern Mathematik beizubringen. Falls Lernende aber diskutieren möchten, gehe ich schon darauf ein - dann aber als gleichberechtigter Diskussionspartner, der seine Meinung äussert und nicht als Experte, denn ein solcher bin ich in diesem Zusammenhang nicht. Das mache ich auch unmissverständlich klar. Allerdings achte ich auch darauf, dass die Diskussion in einem vertretbaren zeitlichen Rahmen bleibt, denn, wie schon erwähnt, mein Job ist …

    Naja, verglichen mit meinen Schülern, die ihre Informationen aus TikTok beziehen und noch nichtmal wissen wieviele Länder zwischen Ukraine und Deutschland liegen, gibt es sehr wohl ein Wissensgefälle. Und ich finde es wichtig, das wiederum auszugleichen.

    Das mit der Macht ist so eine Sache. Die Klasse meines Sohnes war in der 5. schlecht in Mathe. Also war die junge Mathelehrerin Schuld. Die Eltern verbündeten sich, man sollte irgendwas unterschreiben und die Elternvertreter gingen damit zum Rektor. Bei sowas habe ich nie mitgemacht, weil man das doch nicht beurteilen kann. Ich wusste es gar nicht mehr, mein Sohn hat es erst neulich nochmals erzählt, obwohl es schon 10 Jahre her ist. In so einem Fall würde ich doch erst einmal zu einem Gespräch, wenn möglich mit allen Eltern und der Lehrerin tendieren, bevor ich irgendwelche Unterschriften sammle. Es war der erste Jahrgang ohne verbindliche GS-Empfehlung in BaWü.

    Meine Mutter hat in der Grundschule als Elternvertreterin ein solches Ansinnen angetragen bekommen. Sie hat sich dessen schlicht verweigert und die Schulleitung vorgewarnt. Resultat: Sie und ihre Kinder waren hochgeschätzt bei den Lehrern. Dann wurde dann sehr großzügig über meine Eskapaden hinweg geguckt.

    Ich hoffe, dass jetzt nicht russischsprachige Menschen angefeindet werden und das dieser Konflikt nicht in die Schulen und unsere Gesellschaft getragen wird.

    Wir haben eine russischstämmige Schülerin, die hat sich richtiggehend geschämt. Die anderen Schüler haben ihr nichts vorgeworfen.

Werbung