Aus welchen Gründen erscheint dir die Katholische Kirche unmoralisch?
Man könnte die Frage auch andersherum stellen, welche Eigenschaft denn die katholische Kirche dazu befähigt, sich zu moralischen – oder gar ethischen – Fragen zu äußern.
Die katholische Kirche ist zunächst mal die Fortsetzung einer Machtstruktur, die älter ist als das Christentum. Sie erhält sich eben durch Anwendung von Macht und durch Adaption. Wo da die Moral herkommen soll, ist mir schleierhaft.
Das Christentum, dass diese Organosation adaptiert hat, taugt wenig als Grundlage für ethisches Handeln. Man darf gerne mal in das dicke Buch schauen. Zunächst wurden Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben, weil sie vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen haben. Ihnen wurde also das Recht auf ein ethisches Urteilsvermögen abgesprochen, dafür wurden sie bestraft.
Diese Erzählung ist kulturhistorisch aufschlussreich, wie auch die weiteren. Wenn man aber die Handlungsweisen der hier als Gottheit dargestellten, fiktiven Person, als Grundlage für moralisches Handeln darstellen möchte, macht man sich mit einem Arschloch gemein.
Weitere Beispiele. Aus Unzufriedenheit mit seiner Schöpfung, ersäuft jener Gott die gnaze Bande Menschheit und beauftragt Noah und seine Familie mit inzestiöser Neubesiedelng des Planeten. Gegen welche Regeln die mit dem Tode Bestraften verstoßen haben sollee, ist diesmal aber unklar, seine Gebote erlässt der Gott erst nach einer Stippvisite in Ägypten.
Och, das ist alles altes Testament? Naja, im neuen geht's nicht besser weiter. Angefangen mit der Vergewaltigung Mariens und fortgesetzt mit der absurden Idee, dass Verzeihen ein Blutopfer erfordere. Da muss jemand zu Tode oder zumindest ins Koma gefoltert werden. Brutal und öffentlich. Im Übrigen nicht für die eigenen Vergehen, sondern für die Sünden anderer. Jenen nimmt man somit die Chnace auf ethisches Handeln, da sie die Folgen ihrer Taten nicht reflektieren müssen. Ein anderer hat die Sühne übernommen.
Wie gesagt. Kulturhistorisch aufschlussreich. Aber solche Ideen mache ich doch nicht zur Grundlage meines Handelns.