Beiträge von O. Meier

    Also dass in NRW Personen mit Vorerkrankungen beispielsweise Fach- oder Vorbereitungsräume aufräumen / sortieren empfinde ich als durchaus sinnvoll.

    Ja, wenn die Aufräumarbeiten wichtiger sind als andere Tätigkeiten, dann ist das sinnvoll. Wenn sie aber so wichtig sind, warum hat man sie dann nicht schon längst vor der Krise durchgeführt? Nee, das riecht mir alles zu sehr danach, dass man die "faulen Säcke" ans Arbeiten bringen will.

    Die Benotung ist doch völlig wumpe. Es werden eh alle versetzt, können siebentausend Nachprüfungen machen oder werden sonstwie nachträglich durchgewunken. Mir tun echt die Leid, die dieses Jahr für ihren Anschluss gearbeitet haben. Das sit ein Corona-Abschluss, der ist nichts wert.

    Ich habe heute Nachmittag übrigens noch 4 Kurse ab nächster Woche zusätzlich bekommen um KuK zu vertreten, die momentan keinen Präsenzunterricht erteilen. So langsam reicht es...

    Remonstrieren, Überlastungsanzeige, Unterricht so abspecken, dass er mit der regulären Arbeitszeit zu leisten ist. Das sind doch die Klassiker, die diskutieren wir hier nicht erst seit Corona.

    Nur zu den mündlichen Prüfungen sind sie verpflichtet und das ist für die selbst betroffenen Kollegeninnen und Kollegen mit denen ich darüber gesprochen habe auch so gewünscht.

    Nunja, wenn das MInisterium sonst auch immer mächte, was wir uns wünschen, mie, das wär' a G'schicht. Aber in der Corona-Krise gehen ja wünsche ohnenhin vor Vernunft, so what.

    Ich jedenfalls habe mir nicht gewünscht, in Prüfungen eingesetzt zu werden. Ich wünsche mir, gesund zu bleiben und am Leben. Ein etwas ungewöhnlicher Wunsch vielleicht. Aber trotzdem, wo wird dem Rechnung getragen? Wenn ich in der Schule bin, muss ich mich darauf verlassen könne, dass sich alle an die Regeln halten. Wer stellt das sicher?

    Inzwischen bin ich im Co-Workingspace eingemietet. Joa, hat halt was von Büro. Ich gehe hin und gut. Es ist büroruhig, also mal so, mal so, zumindest kräht kein Kind und es hat auch kein Mann nur mal schnell eine Frage.

    Könntest du mal darüber nachdenken, ob du uns sagen möchtest, was das kostet?

    Ja, es gibt unfassbar viele Beschäftigte im pflegerischen bzw. medizinischen Bereich, die völlig unzureichend geschützt arbeiten (müssen). Es ist keine Frage des Wollens der Arbeitnehmer, es wurden einfach eklatante Fehler in der Vergangenheit gemacht. Es gab Pandemiepläne, die aus Kostengründen in Schubladen verschwunden sind (um es mal etwas verkürzt darzustellen).

    Wer vorerkrankte KuK (egal in welchem Bereich) solchen Risiken aussetzt, sollte nicht denken, dass dieses rechtlich in Ordnung geht. Erst recht nicht perspektivisch.

    Man sollte nicht immer die Fehler zum Maßstab machen. Es ist ein Fehler, Pflegepersonal solchen Risiken auszusetzen. Das kann aber nicht der Grund dafür sein, auch Lehrer unnötigen Risiken auszusetzen.

    Ah, und du wirst genötigt, deinen Fernunterricht in der Schule vorzubereiten?

    Unabhängig davon. In der Zeit, in der man Fernunterricht vorbereitet hält man keinen Präsenz-Unterricht, und umgekehrt. Wir haben gerade in einem anderen Thread darüber gesprochen, dass die Lehrer ihre Arbeitszeit eigenverantwortlich verteilen müssen.

    Wenn man hier eine Analogie haben möchte, so heißt das, dass man eben auch weniger Fernunterricht vorbereiten kann, wenn man aufräumt oder seine Zeit gepflegt absitzt. Da hat wohl der Schulleiter gefunden, dass diese Tätigkeiten wichtiger sind als Unetrricht. Kann ich nicht nachvollziehen. Aber vielleicht wollte man nur dem Druck der Stammtische, von wegen fauler vorerkrankter Säcke, nachgeben.

    Nun ja, ich habe leider Kollegen, die einmal ein Arbeitsblatt versendet haben und danach nichts mehr. Das willst Du ja wohl nicht Distanzunterricht nennen?

    Das müsste sich wohl der Schulleiter mal kümmern. Das tun die aber traditionell ungern, sondern pumpen denen, die arbeiten lieber noch das Säckl auf. Das empfinden sie als einfacher. Das ist das Problem. Im übrigen auch zu Friedenszeiten. Das ist aber kein Grund, Risikokandidaten zu gefährden.

    Und diejenigen, denen es eh nur darum geht sich zu drücken, werden auch im Rahmen dieser oder jener Regelung Möglichkeiten finden, das zu tun. Mit oder ohne Corona. Mit engeren Kästchen erwischt man gerne die Falschen.

    Bitte such' dir unbedingt professionelle Hilfe!!! Wir können dir hier m. E. nicht mehr weiterhelfen.

    Das meine ich auch. Ich will hier keine Ferndiagnose wagen, aber der Stil in dem die Betroffene schreibt, klingt für mich nicht gesund. Vieles, was sie schreibt, ist falsch. Anderes sind Probleme, die unser Beruf traditionell mit sich bringt. Die haben andere auch, mache haben Lösunen gefunden, mache nicht. Aber das der überbordende Gebrauch de Begriffe "Richter" und "Kündigung", die in diesem Thread häufiger genannt werden als jemals zuvor im gesamten Forum, ist schon auffällig. Da fält mir dann nichts mehr ein. Der Versuch, die übrigen Diskussionsteilnehmer von etwas überzeugen zu wollen, anstatt die aus Erfahrung stammenden Tipps umzusetzen, rundet das Bild ab. Da steckt jemand gewaltig in einer Sackgasse.

    Ich muss zugeben, ich lese Julias Beiträge mit einer Mischung aus Amüsemeng und Abscheu. So wie beim Horrorfilm, wo man nicht wegkucken kann. Ich hege die Hoffnung, dass wir doch einem Troll aufgesessen sind. Die Idee, dass jemand tatsächlich, das im Kopf mit sich trägt, erschreckt mich dann doch. Das möchte ich nicht beliebig weit an mich 'ranlassen.

    Nun hat mich meine SL auch gefragt, ob ich in geringem Rahmen (zB nur in meine eigene Klasse) zurück kommen würde.

    Meine SL weiß, dass ich schwanger und darüber hinaus Risikogruppe bin.

    Es gibt zwei Möglichkeiten. Der SL hat die Frage als Frage ernst gemeint, d. h. er hat sie ergbenisoffen gestellt. Dann kann er mit einem "nein" gut leben. Oder hat er hat sie dir gestellt, um dir Druck zumachen, dir ein "ja" abzuringen, oder so. Dann muss man die Frage aus Prinzip mit "nein" beantworten. Insofern solltest du dir keinen Stress machen.

    Ich bin gerade echt niedergeschlagen, weil ich mich gerade irgendwo zwischen Verantwortung den Kollegen und den Kindern gegenüber und mir selbst sehe...

    Lass' dir davon keinen Stress machen. Deine Kollegen, deine Schüler, alle überleben ohne dich. Man sollte sich selbst nicht zu wichtig nehmen. In der Schule geht's immer irgendwie weiter, egal wer fehlt.

    Vor 4 Wochen hätte ich wohl fast noch ja gesagt, weil da drum herum noch viel strengere Regeln galten... Aber jetzt :angst:

    Man sollte den richtigen Maßstab wählen. Viele Lockerungen halte ich für nicht angemessen. Da werden Bedürfnisse befriedigt, die man nicht haben muss. Ich haben kein Verständnis für Leute, die ohne Fitness-Studio keinen Sport machen können, ohne Restaurant kein warmes Essen auf den Tisch kriegen oder Fußball kucken wollen. Das sind escht Sachen, die hinten anstehen können. Das sind Ergebnsise politischer Entscheidungen und nicht sachlicher Awägungen. Nee, das sit nicht der richtige Maßstab.

    Und, je lockerer die Lockeriúngen sind, um so höher das Risiko. Umso mehr muss man auf sich aufpassen.

    Ich würde die Kinder so gerne sehen, aber ich kann das Risiko ja selbst ehrlicherweise gar nicht einschätzen.

    Eben. Also kannst du es insbesondere nicht ausschließen. Vorsicht ist der bessere Teil des Mutes.

    Blöde Zwickmühle. Und dann ist da ein kleiner Mensch in meinem Bauch, der auch seine Rechte hat und meine Verantwortung verdient...

    Damit ist's entschieden, oder? Wenn etwas keine Zwickmühle ist, dann das.

    Denkt bitte auch an die KuK, die die zum Teil exorbitanten Ausfälle (In einigen Schulen sind über 50% der Lehrer "vorerkrankt") durch Mehrarbeit ausgleichen müssen.

    Das sind Planungsfehler. Die Schulleitung und die koorsinierenden Lehrkräfte (vulgo: Abteilunsleiter) müssen sehen, welche Ressourcen sie haben (auch personelle). Soviel Unterricht, wie man damit erteilen kann, wird erteilt.

    Sorry, aber genau andersrum wird doch ein Schuh draus: Du meinst also, dass ich die Klappe halten soll, damit Kollege XY auch noch in Monat drei nach Schulschließung weiterhin zuhause Däumchen drehen darf,da es sonst Kollegenbashing ist?

    Wo darf jemand Däumchen drehen? Welchen Erlass habe ich da verpasst. Wenn jemand (Risikogruppe oder nicht) nicht das macht, was er soll, dann ist das in der Tat ein Fehlverhalten. Das hat aber wenig bis nichts damit zu tun, ob er der Risikogruppe angehört.

    Apropos andersherum: Ich gehöre zur Risikogruppe. Der Online-Unterricht geht mir langsam auf den Keks. ich finde ihn anstrengender, als echten Unterricht zu halten. Mecker ich über die faulen Säcke, die einfach in die Schule gehen und den gleichen Quatsch erzählen wie seit 20 Jahren?

    Soweit dass ich in internet gelesen habe, ist die Nachfrage für Maschinenbau in DE. groß, aber laut Anzahl der angebotene Stellen in LEO das stimmt eigentlich nicht oder vllt. nur in NRW ist so.

    Wenn man weiß, dass es eh keine Bewerber gibt, schreibt man so manches gar nicht mehr aus. Mein Tipp wäre daher, mit den Schulen Kontakt aufzunehmen. Dann kann man nicht nur darüber sprechen, ob die dich brauchen, wann womöglich eine Stelle frei wäre, sondern auch, was du da machen würdest. Es ist schön, dass du die vorstellen kannst, junge Menschen mit selbst gebauten Robotern zu begistern. Vielleicht brauche die aber jemanden, der in der Ausbildungsvorbereitung jungen Menschen zeigt, wie man einen Draht verbiegt.

    Was ist wichitger Unterichtsvorbereitung oder Elterngespräche. Was muss ich zuerst erledigen?

    Laut nordrhein-westfälischen Schulgesetz erledigst du deine Dienstpflichten "in eigener Verantwortung". D. h. du musst das entscheiden. Du bist im höheren Dienst, deine Besoldungsgruppe resultiert auch daraus, dass du Verantwortung übernehmen musst.

    Der SL sagt, alle Lehrkräfte müssen bei jeder Konferenz dabei sein.

    Geh' mal davon aus, dass deer SL sich etwas dabei gedacht hat und dass er weiß, dass die Konferenzteilnehmer in der Zeit nichts anderes erledigen.


    Jetzt kommt es zur Anklage von Eltern. Wie entscheidet der Richter?

    Also wenn sich der Richter das nicht vorstellen kann, wird er ja den Eltern recht geben. Dann hätte ich den Krieg verloren.

    Diese Paranoia vor einem Gerichtsverfahren ist schwer auszuhalten. Aber wenn es dir so wichtig ist, dann beschäftige dich ein wenig mit dem Dienstrecht. Eltern können dich nicht anklagen. Deren Rechtsmittel richten sich immer gegen die Behörde, also hier die Schule oder die Schulaufsicht.

    Dein Dienstherr ist in vielen Punkten ein furchtbares Arschloch, aber im Außenverhältnis hält er dir den Rücken frei. Ich entsinne mich an einem Fall, in dem einem Schüler eine Rente zugesprochen wurde, weil der Sportlehrer nicht sachgerecht erste Hilfe geleistet hat. Der Sportlehrer hat falsch gehandelt, die Rente zahlt aber das Land.

    Ich will nicht bestreiten, dass es Konstellationen geben kann, in denen die Eltern zivilrechtliche Ansprüche gegen einen Lehrer geltend machen könne. Solche sind zum Glück selten. Dann übrigens würde man von den Eltern verklagt und nicht angeklagt.

    Du bist sicher, dass du von all dem nie etwas in deiner Ausbildung gelernt hast? Hier wurden schon Zweifel an deinem Lehrerstatus angemeldet. Das kann ich verstehen.

    esetzt gibt indem steht: Bei Vollzeit beträgt die Unterrichtsvorbereitungszeit x Stunden pro Tag, Elternarbeit 1 Stunde, etc. Und dass dann die Zeiten gemixt werden können, wenn woanders gerade weniger zu tun ist.

    Wie gesagt, das Schulgesetz beruft sich auf deine eigene Verantwortung. Eine stundengenaue gesetzliche Vorgabe macht überhaupt keinen Sinn. Dafür ist unser Job zu vielfältig. Da muss man flexibel sein. Deshalb sind wir im höheren Dienst. Sonst wären wir nur Schulsachbearbeiter mit A6.

    Wenn man bei der Polizei A13 kriegt, ist man Polizeirat. Da befehligt man hundert man unter Waffen. Da kannste Entscheidungen fällen. Und kannst den Eltern nicht mitteilen, dass du gerade keine Zeit hast, um dich um das Versenden von Klassenarbeiten zu kümmern?

    Noch ein Beispiel. A13 bei der Marine ist ein Korvettenkap'tän, englisch "Commander". Das ist zufällig auch der Dienstgrad von James Bond. Wie oft hast du mitgekriegt, dass der nicht weiter wusste, weil ihm keiner ein Gesetz zitierte?

    Warum mir das als Lehrerdepp nicht zusteht, erschließt sich mir nicht!

    Es steht dir zu. Warum man es nicht ins Anspruch nimmt, ist, was uns wundern müsste.

    Ich weiß schon, warum bisher nicht erzwungen wurde, dass Lehrer ein Zeitkonto führen: Unsere Berufsgruppe neigt zur Selbstausbeutung und das würde bei vielen Kollegen auffallen.

    You name it. Das funktioniert deshalb so gut, weil Lehrer zum Einen so schlecht informiert sind und zum Anderen so furchtbar wenig auf sich achten.

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