Beiträge von O. Meier

    halte ich den Zeitpunkt nicht für gegeben, das jetzt einzustellen.

    Sehe ich auch so. Es ist aber auch nicht der Zeitpunkt für den Dienstherren, irgendwelche Forderungen zu stellen und etwas zu erwarten. Oder die Erreichbarkeit zu fordern, zu der er nichts beiträgt. Lieb sein, still halten, hoffen, dass die Lehrer auch lieb sind. Und nach der Krise mal das hier veröffentlichen:

    "Liebe Lehrerinnen und Lehrer,

    wir haben uns nie dafür bedankt, dass ihr aus privaten Mitteln und mit privatem Engagement die IT-Infrastruktur im nordrhei-westfälischen Bildungssystem stellt. In der Kriese wäre es ohne private Geräte und ohne privates Know-How nicht gegangen. Dafür ein herzlicher Dank.

    Und wir werden uns bessern. Das Land hat nunmehr beschlossen, die Schul-IT selbst zu betreiben. Die Gelder sind im Haushalt eingestellt. Für Geräte, Software, Personal und Fortbildung.

    Tim Cook, wenn Sie hier mitlesen, wir bräuchten da mal ein Angebot um alle Schüler und Lehrer des Landes mit iPads auszustatten. Mit Zubehör. Erste Sofortmaßnahme."

    Ich finde, dass man von einem Lehrer durchaus erwarten kann, einen Telefon-/Internetanschluss und einen PC zu haben, mit guten Programmen usw.

    Erwarten kann man viel, man kriegt's nur nicht.

    Irgendwann ist auch mal Schluss. Wir sind Beamte, bekommen eine super Versorgung und einen ordentlichen Lohn.

    Und diejenigen, die ihre IT-Ausstattung nicht selbst kaufen, bekommen etwas weniger, weil die Anschaffung der Geräte in den Sold eingerechnet ist? Nein. Wir bekommen eine amtsangemessene Vergütung. Hinterher zu sagen, dass sei aber nicht alles für uns, sondern der Dienstherr möchte davon noch einen Teil für sich, ist weder fair noch gibt's dafür eine Rechtsgrundlage.

    Ich denke - aber das ist polemisch - dass diejenigen, die beim Arbeitsmaterial geizen, nicht diejenigen sind, die dann bei ihren Reisen geizen.

    Und? Wo soll jetzt da der Nexus sein? Willst du mir irgendwelche Vorschrfiten machen, wie ich mein Geld auszugeben habe?

    Ja, das Land sollte seinen Arbeitnehmern die technische Ausrüstung stellen, das tun sie bis dato nicht.

    Eben. I rest my case.

    Die Gebäude sind ja nicht geschlossen und es besteht in NRW grundsätzlich zumindest anteilig Präsenzpflicht.

    Nicht ganz:

    Das Land hat sich noch nie darum gekümmert, ob wir die nötigen Arbeitsmittel haben, egal, ob wir zu Hause oder in der Schule arbeiten. Insbesondere um digitale Arbeitsmittel hat es sich nicht gekümmert. Jetzt sind wir in einer Situation, in der wir so etwas brauchen können. Aber wir haben nichts.

    Daraus vermag ich die Logik, dass man sich eines erhöhten Infektionsrisikos durch Aufsuchen der Schule sollte, weil man nicht unebegrenzt die Versäumnisse des Dienstherren mit privaten Mitteln auszugleichen, nicht abzuleiten.

    Aber ist ja schön, wenn man aus der Aufsichtsposition dem Bodenpersonal mal erklären hat, wie es sich verarschen lassen soll.

    Die Nutzung privater IT zu dienstlichen Zwecken ist auch in Zeiten der Krise ein Zugeständnis meinerseits. Vorgesetzte, die daraus Ansprüche ableiten möchten, können mir mal an die Füße fassen.

    Ich finde nicht, dass das der Moment ist um Schulträger und Dienstherr ans Bein zu pinkeln wegen mangelhafter technischer Ausstattung.

    Ach, doch, finde ich schon. Wenn der Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes sich im Fernsehen auf dem Fenster lehnt, wie weit man doch digital sei, dann ist das doch eine gute Gelegenheit dem mal zu widersprechen. Politisch und seitens der oberen Ebene der Exikutive hat man sich nie auch nur einen Furz gekümmert. Die Schulen dürfen Geld aus dem Digitalpakt beantragen. Und damit sie etwas bekommen, müssen sie "Konzepte" vorlegen (also irgendeinen Mist zusammenschreiben). Wenn da wirklich mal ein Theman im Land gewesen wäre, müsste das ja anders aussehen. Dann hätte man uns neben den Geräten und der Software auch die Techniker für die Wartung, die Fortbildung und die Konzepte, was wir mit dem Kram machen sollen, schikcen müssen.

    Jetzt haben wir gerade mal nix. Das wird jetzt einfach mal deutlich und dann kann amn das auch mal benennen.

    Ich nutze auch meine privaten Internetzugang zum Abrufen der Dienst-Mails, das ist soweit OK. Aber es soll keiner auf die Idee kommen, mich dazu verpflichten zu wollen, mir z.B. Vorschriften zu machen, ich müsste die Mails zu bestimmten Zeiten oder in einer bestimmten Frequenz abrufen. Dann ist der Stecker schneller gezogen, als Laschets Armin "Digitalisierung" sagen kann.

    Ja, es ist eien besondere Sitaution, in der man besonnen agieren muss. Dann darf ich eben auch erwarten, dass mir kein Wichtigtuer von Vorgesetzem mit "du musst" um die Ecke kommt.

    Ich verstehe, dass du am BK andere Ansprüche an die Mathematik stellst, als wir in den Niederungen des "grundständigen" Bildungssystems.

    Nein, darum geht's nicht. In diesem Thread ginges um einen Mathematik-Tag, der von einigen Kollegen mit Oberflächlichkeiten und flachen Witzen begangen wird. Ich glaube nicht, dass man der Darstellung der Mathematik in der Öffentlichkeit damit einen Gefallen tut. Ich sehe nach wie vor nicht, dass man mit Kuchenbacken und Pizza-Eselsbrücken viel zum Verständnis der Mathematik beiträgt.

    Und was die Ansprüche anbetrifft, so bin ich doch sehr bescheiden geworden. Ich möchte das nicht las Vorwurf verstanden wissen, wenn ich bemerke, dass etwas schief zu gehen scheint. Bei uns laufen junge Menschen auf, die die Grundrechenarten nicht beherrschen, sich aber für die allgemeine Hochschulreife bewerben.

    Und vielleicht ist denen mit einem Stück Kuchen wirklich geholfen, dann stimmt wenigstens der Blutzuckerspiegel.

    also: Offizielle Ansagen hier oder her...

    Ja, is klar. Jeder macht, was er will. Was intersessieren mich Vorgaben und Vorschriften. Leute, geht's noch?

    Und am Ende helfen nur noch Drohungen:

    Dann kann er zuschauen, wie sein Abitur nächstes Jahr freiwillig ist.

    sollte tunlichst darauf verzichten, das Fach mit ins Abi zu nehmen. Ich hoffe, dass ich das auch entsprechend deutlich kommuniziert habe^^

    Ja, deutlich genug. Den Arschloch-Modus kann ich auch, aber ich begrenze ihn auf Stellen, an denen er passt.

    Die Aussage von Frau Ministerin wird sogar noch etwas deutlicher, als die Mail:

    Diese Aufgaben seien aber freiwillig und nicht prüfungsrelevant, betonte die Schulministerin.

    So hätte man das auch in die Schulmail schreiben können. Das hätte uns vielleicht die Interpretation übereifriger Kollegen erspart, die gestern abend eine Mail an Schüler verschickt haben, mit der die Schüler zum "tägliche[n] !!!![sic]" Abfragen der Online-Lernplattform verpflichten wollen und mit ungenügenden Leistungen drohen, sollten die Schüler die Abgabtermine für die Aufgaben nicht einhalten.

    Wie kann man nur so einen Stress machen, anstatt die Zeit sinnvoll zu nutzen. Geben wir doch unseren Abiturienten (und anderen Prüflingen) Übungsmaterial und stehen ihnen als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung. Von mir aus auch der Online-Chat. Mail finde ich aber praktischer und vor allen Dingen unaufwändiger. Lasst uns die Netze nicht mit unnötigen Daten überschwemmen.

    Und nochmal: nachdem der Ministerpräsident in einer mehr als landesweit ausgestrahlten Erklärung, in der er erst die Bürger bezüglich ihrer als Geselligkeit euphemisierten Saufkultur den Bauch gepinselt hat, von vorgezogenen Ferien sprach, können wir die Schüler auf gerade gar nichts mehr verpflichten. Der Kater ist gekämmt. Vielleicht sollte der Mann sich doch mal angewöhnen, nachzudenken, bevor er spricht.

    [p-q-Formel-Song]

    Ich hoffe, ihr zeigt so etwas nicht euren Schülern. Bei der "Herleitung" wird doch tatsächlich 'ne Wurzel gezogen als sei's 'ne Äquivalenzumformung. Aber weil das doch nicht so ganz stimmt, wird dann irgendwie ein Zeichen "plusminus" ergänzt. Das soll wohl irgendetwas mit der Anzahl der Lösungen zu tun haben, die hier nicht so ganz klar wird.

    An der Stelle wäre es wohl fast besser, die Formel unbegründet verwenden zu lassen. Hauptsache sie rechnen richtig.

    Über den Tag kannast du gerne lamentieren.

    Ja, danke für die Auseinandersetzung mit meinen Argumenten.

    Der ist jedoch schon seit vielen Jahren fixiert.

    Na, dann.

    Meine Schüler haben sich die Formel für das Zylindervolumen
    V=Pi*z*z*a
    ins Hirn gemeiselt, weil es witzig und eingängig ist.

    Was auch immer daran witzig sein soll. Mir ist's zu platt für Humor.

    Mit der Formel kann man nur dann etwas anfangen, wenn man sich auch die etwas untypischen Bezeichner a für die Höhe und z für den Radius merkt. Nunja. Ich halte es für sinnvoller, dass man versteht, dass ein Prismenvolumen (und in diesem Sinne ist auch ein Zylinder ein Kreisprisma) sich aus Grundfläche mal Höhe ergibt.

    Mir erzählen immer wieder Schüler, die Fläche eines Rechtsecks sei "a mal b", ohne mir dabei sagen zu können, was denn a und b sein sollen.

    Hauptsache, sie rechnen richtig

    Das ist die Hauptsache in der Mathematik? Dann habe ich diese wohl jahrzehntelang falsch betrieben. Mir ging es imer darum Zusammenhänge zu verstehen.

    In der Email steht nichts von "Vorgezogene Ferien".

    In wichtigen Dingen immer den Chef fragen. Deshalb berief ich mich auf den Herrn Ministerpräsidenten, nicht auf eine keramisch versandte Mitteilung. Ok, Spaß bei Seite:

    Da steht nur "der Schulbetrieb ruht"

    Soll er ruhen, in Frieden. Damit kriege ich auch keine Aufgaben für zu Hause zusammen.

    Wie schon an anderer Stelle erwähnt habe ich im Prinzip kein Problem damit, den Schülern Aufgaben online zu stellen. Aber dann hätte die Landesregierung das auch so ankündigen sollen. Statt dessen erzählt sie einen von Ferien und ruhendem Schulbetrieb und erwartet danach, dass wir die Schüler dazu bringen zu Hause zu lernen. Wie denn? Telepathisch?

    Typisch unklares NRW-Gewäsch statt klarer Anweisungen. Warum sagt man uns nicht, wir sollen mal unseren Schreibtisch aufräumen, uns in die Sonne setzen und, wenn dann noch Zeit ist, den Unterricht für danach vorbereiten, damit man den Ausfall möglichst gut aufholen kann.

    Nee, statt dessen werden wir aufgefordert, Material zu erstellen, mit dem sich die Schüler bestenfalls den Hintern abwischen. Es geht nämlich nicht darum, die entstehende Zeit sinnvoll zu nutzen, sie muss nur irgendwie gefüllt, verplempert und verschwendet werden. Wie im schulischen NRW-Alltag auch.

    Also, wenn ich den Herrn Ministerpräsidenten auf der Pressekonferenz gestern richtig verstanden habe, so hat er erklärt, dass die Frühjahrsferien vorgezogen würden. Also, ab Montag sind in NRW Ferien, da kann man ja schlecht hinterher noch mit Homeschooling um die Ecke kommen.

    Beitrag #11.

    Ah, zu den Oberflächlichkeiten kommt also noch Klamauk. Ja, um Mathematik so darzustellen, bedarf es dringend eines besonderen Tages. So lange man sich an den übrigen 364 Tagen des Jahres vernünftig mit Mathematik auseinandersetzt, kann man sich an dem einen gerne lächerlich machen.

    Wenn es einen Pi-Tag geben soll, wäre das vielleicht eher der 22 Juli. $\frac{22}{7}$ ist eine viel elegantere Näherung als willkürlich Ziffern der Dezimalabstellung abzuschneiden. Nach dieser haben übrigens schon antike Wagenbauer den Umfang von Rädern ermittelt. Darüber könnte man mal ins Gespräch kommen, wenn man über Mathematik sprechen möchte.

    Aber backt ihr mal Kuchen.

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