Beiträge von Tom123

    Ich denke nicht, dass der Durchschnitt 30-jähriger Wetterdaten eine Krise kriegen kann.

    Da beschreibst Du schon das Problem. Die meisten verstehen nicht den Unterschied zwischen Wetter und Klima. Die Unwetter, Hochwasser, Starkregenereignisse, Dürren, etc. sind (wahrscheinlich) alles Folgen der globalen Erwärmung. Trotzdem können wir dadurch auch harte Winter bekommen. Wir bekommen halt mehr Extremwetterlagen. Das hat Einfluss auf viele Bereiche unseres Lebens. Aber man merkt es nur indirekt. Das führt übrigens auch zu höheren Lebensmittelpreisen etc..

    100 Euro vom Bund? Wir als Schule erhalten schon 200 Euro pro Schüler vom Schulträger und der, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, über 500 Euro pro Schüler vom Land (und das reicht nicht). 100 Euro gleicht nichts aus oder meinst du pro Monat?

    Die Höhe ist relativ egal. Man müsste dann halt gucken, was die Gemeinde trägt und was der Bund. Die Problematik mit den unterschiedlichen finanziellen Mitteln der Gemeinde ist auch heute schon aktuell. Man könnte sie aber durch solche Zuschüsse zu mindestens entschärfen. Wir haben rund 200 € pro Schüler. Da ist natürlich Bau, Unterhaltung, Nebenkosten, Personalkosten etc. nicht drin. Nur reiner Schuletat. Dazu noch ein Bonus, den die Ganztagsschulen bei uns bekommen. 100 € vom Bund, 100 € von der Kommune und noch 100 € vom Land fänd ich gut. Losgelöst davon ist natürlich der Bau und die Unterhaltung der Gebäude, Sekretärinnen usw..

    Genau das ist ziemlicher Blödsinn, impliziert das doch, das Schulen in finanziell schlecht gestellten Kommunen eine schlechtere Ausstattung brauchen, als Schulen in finanziell besser gestellten Kommunen bzw. das für Schüler und Lehrer bei ersteren die schlechtere Ausstattung reicht.

    Das Problem sehe ich auch. Das ließe sich aber auch durch feste Zuschüsse regeln. Beispielsweise 100 € pro Schüler durch den Bund.

    Aber stelle dir mal in Berlin ist eine Behörde, die zentral alle Schulgebäude verwaltet. Ich finde es jetzt durchaus schwierig, dass die Schulbehörde viel zu schwerfällig reagiert. Vieles wird gemauschelt, da die Richtlinien sich teilweise widersprechen.

    Bisher konnte ich keine Vorteile des Föderalismus erkennen. Er kostet viel Geld und ist ineffizient.

    Der Förderalismus ist (auch) eine Folge des dritten Reiches. Dadurch soll eine starke Zentralregierung verhindert werden.

    Aber auch Zentralismus hat seine Nachteile. Man muss nur nach Frankreich gucken und daran, was die EU alles an Blödsinn anstellt.

    Grundsätzlich ist es durchaus sinnvoll, Entscheidungen an die Gremien vor Ort zu verlagern. Ich halte es für absolut sinnvoll, dass die Kommunen die Schulträger sind.

    Allerdings wäre auch für ein zentrales Bildungsministerium mit einheitlichen Schulplänen und Strukturen.

    "außer höheren Preisen" ... naja, das reicht ja fast schon. Nur ... Energie? Klar, äußert sich auch in höheren Preisen aber eben nicht nur. China und Digitalisierung sind noch gar nicht für den Großteil sooo bemerkbar, das kommt noch.

    Dass viele Probleme hausgemacht sind, Zustimmung. Nur merken tun wir es halt jetzt erst so richtig.

    Greifbar ist China und Digitalisierung in der Regel nur indirekt, wenn Preise steigen, die Wirtschaft bergab geht oder Lieferketten nicht passen. Ich sage mal fehlende Medikamente. Oder bei E-Autos. Die Leute schimpfen darüber, dass die Regierung E-Autos fördert. Aber das große Problem ist doch, dass China uns in Sachen E-Autos inzwischen fast überlegen ist. Früher haben sie schlechte Autos zu guten Preisen gebaut. Heute bauen sie bessere Autos zu billigeren Preisen.

    Aber um beim Thema zu bleiben: Das sind alles langfristig oder mittelfristige Dinge. Das sind keine Krisen, durch die man nun die Schuldenbremse schnell lösen. Da muss man auch langfristige Lösungen suchen.

    Klima mag nicht neu sein, aber die Heftigkeit und die damit verbundene Dringlichkeit schon. Mir ist durchaus einleuchtend, dass da jetzt auch Geld investiert werden muss ... mehr als früher.

    Von daher sehe ich im Moment schon eine deutlichere Zeit von Krisen als in den Jahren vor 2020. Oder ... die Krisen wirken sich jetzt stärker auf uns aus.

    Die Klimakrise gibt es schon. Die eigentliche Klimakrise steht uns erst in den 2030er bevor, wenn sich das Klima wirklich entscheidend ändern. Mommentan sind das nur kleine Katastrophen.

    Die Finanzkrise und die Flüchtlingskrise haben sich ziemlich auf uns ausgewirkt. Letztlich hat auch der Ukrainekrieg außer höheren Preisen wenig Einfluss auf uns. Die wirtschaftliche Lage Chinas und die in Deutschland verpasste Digitalisierung haben einen viel größeren Einfluss. Dazu die Problematik mit den Bürgergeldempfängern. Unsere heutigen Probleme liegen nicht primär an der Ukraine oder an Corona. Die sind seid vielen Jahren hausgemacht.

    Fängt damit an, dass wir zwar viele Flüchtlinge aufnehmen aber an der Integration scheitern. Weniger Flüchtlinge als in anderen Ländern arbeiten. Kinder mit Migrationshintergrund sind in der Schule schlechter usw..

    Ist das ernsthaft der Fall bei euch? Glückwunsch!

    Also bei uns wird Arbeit mit Kindern immer Stunden mit den Stunden abgerechnet. Ausnahme sind Klassenfahrten, da gibt es "nur" eine Stunde pro Tag gemäß Erlass. Allerdings sollte auch an anderen Schulen übermäßige Überstunden durch Begleitung fremder Klassen rechtlich nicht in Ordnung sein. Man geht da regelmäßig von den üblichen Dienstgeschäften einer Lehrkraft aus.

    Wie kann man dagegen vorgehen?

    Naja, er darf dich nicht einseitig benachteiligen. Ich würde beim ersten Mal nur darauf hinweisen. Beim zweiten Mal kannst Du dich an den Personalrat oder direkt an den Dezernenten wenden. Weiterhin muss natürlich auch wieder die Gesamtarbeitszeit beachtet werden. Am Ende sind wir wieder am Punkt Interessenausgleich. Wenn die SL es schulisch gut begründen kann, hast Du schlechte Karten. Wenn nicht, hat sie schlechte Karten.

    Generell ist es aber sowieso schwierig einen Kollegen beim Stundenplan absichtlich zu benachteiligen. Es gibt so viele Punkte zu beachten. Dazu machen es die meisten größeren Schulen sowieso mit einem Programm. Da gibt es dann nicht den Programmpunkt "Kollege A benachteiligen".

    Gleiches gilt auch mit unliebsamen Klassen. Es ist wahrscheinlich kein Problem, dir eine zu geben. Aber mehrere? Das muss auch stundenplanmäßig alles passen.

    Wie kann man gegen Hohlstunden vorgehen oder gegen Prüfungsaufsichten?

    (Prüfungsaufsichten sind in Hessen keine Mehrarbeit)

    Und bei Exkursionen: Man hätte an dem Tag z.B. nur wenig Unterricht, soll einen Kurs aber von 7.30 bis Nachmittags zu einer Messe begleiten etc

    Auch bei Prüfungsaufsichten muss er es "fair" verteilen oder zu mindestens gut begründen können. Dienstaufsichtsberschwere, Personalrat, Mobbing, macht zu mindestens erstmal viel Arbeit für die SL. Und auch wenn es bei euch keine Mehrarbeit ist, muss deine Gesamtarbeitszeit passen. Du darfst also am Ende nicht mehr arbeiten als vorgesehen. Entsprechend einfache Anfrage, wo man kürzen kann. Überlastungsanzeige stellen.

    Exkursionen: dito. Auch hier ist zu klären, was ihr für Beschlüsse dort aus der Gesamtkonferenz habt. Ich weiß auch nicht, wie die rechtliche Situation bei euch ist. Bei uns sind das Überstunden.

    Oh, da gibt es so einige Sachen, die richtig nervig werden könnten und die Lust am Job deutlich verringern können. Neben dem vermehrten Einsatz in unliebsamen Klassen, was hier ja schon genannt wurde, z.B. ein echt mieser Stundenplan voller Hohlstunden. Oder extrem viele Prüfungsaufsichten, die ja auch nicht als Mehrarbeit vergütet werden. Nichtgenehmigung von Klassenausflügen oder das genaue Gegenteil, also ständig zur Begleitung bei Exkursionen heranziehen etc.

    Unliebsame Klassen? Muss man mit leben.

    Viele Hohlstunden => kann man gegen vorgehen

    Viele Prüfungsaufsichten => kann man gegen vorgehen. Ggf. auch nicht rechtens, wenn eine Überschreitung der Arbeitszeit erfolgt.

    Klassenausflüge: super, bleibe ich zu Hause.

    Begleitung zur Exkursion:

    1. Liebe SL, ich möchte darauf hinweisen, dass mir die Kinder unbekannt sind. Daher kann ich meine Aufsichtspflicht dort nicht adäquat ausführen. Ich bitte daher eine geeignetere Person zu finden.

    2. Ist doch super. Nichts zu tun und dort nur mitgehen und dafür mit A12 oder A13 vergütet werden. Die SL wird mich kaum anweisen einen Ausflug zu organisieren.

    3. Wenn es mich nervt, gegen vorgehen.

    Jedes Mal, wenn ich das Gefühl habe benachteiligt zu werden => Aufschreiben. Wenn es genug ist: Personalrat, Dienstaufsichtsbeschwerde, ggf. Strafanzeige bei Beleidigungen etc. Was meinst Du wie schnell Du weg bist.

    Weil Corona, Ukraine, Klimakrise wohl nicht zu den "Hausaufgaben" des Staates gehören (bzw. der Staat irgendwo schon wir alle sind)? Weil "angemessener Rahmen" nicht gleich "12% Inflation also 12 % mehr" sein muss? Ich fürchte, ich verwirre Dich wieder, also her mit dem Smiley.

    Warum? Deine Argumentation ist grundsätzlich nachvollziehbar. Allerdings würde das auch bedeuten, dass wir in guten Zeiten verhältnismäßig mehr Geld bekommen. Das ist leider auch nicht der Fall oder ich habe sie noch nicht erlebt.

    Dazu ist es auch keineswegs so, dass der Staat kein Geld hat. Der Staat ist vielen Bereichen sehr großzügig. Die Erhöhung des Bürgergeldes bei gleichzeitigem Abbau von Hürden. Weniger Druck einen Job anzunehmen. Die ganzen Geschenke mit extra Kindergeldern etc. während der Coronapandemie. Die Ortszuschläge in NRW. Diverse Sonderprogramme, um politische Wünsche umzusetzen. Förderung XY und ZY ...

    Am Ende ist es ganz einfach. Der Staat ist wie viele andere Arbeitgeber. Die Lohnkosten möchte er gering halten. Es kann mir auch keiner sagen, dass die Bundesländer blindlings in den Lehrermangel gestolpert sind. Nein, es war nur politisch nicht wichtig genug. Statt das Bürgergeld zu erhöhen, sollte man das Geld nehmen, um zielgerichtet Kinder aus sozial schwachen Familien zu fördern. Dass wir dort ein Problem haben, zeigt uns nämlich Pisa.

    Am Ende möchte ich auch nur mit anderen Arbeitsnehmern verglichen werden. Als erste wäre da die allgemeine Entwicklung der Tarifabschlüsse. Wenn wir im Schnitt so viel mehr bekommen wie Mehrheit vergleichbarer Arbeitnehmer, wäre das schon ganz gut. Grundsätzlich würde ich auch erwarten, dass das Abstandsgebot eingehalten wird. Ich möchte das mein Aufwand mit Studium und Referendariat auch vergütet wird. Aber vor allem verstehe ich es nicht, warum ein Lehrer in Bayern bei gleicher Qualifikation und gleichen Umständen deutlich mehr bekommt. Und warum ist A12 beim Bund mehr als beim Land? Das wäre der erste Punkt an dem ich ansetzen würde. Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit.

    Und natürlich erwarte ich von meinem Dienstherrn, dass er auch unsere Besoldung anpasst. schließlich ist das der Deal. Arbeitskraft für "angemessene" Alimentation.

    Genau das ist doch das Ding. Wenn ich als Lehrkraft anfange, kann+ ich damit rechnen, dass meine Versorgung sich angemessen Rahmen weiter entwickelt. Und wenn ich versorgt und nicht bezahlt werde und die Inflation 12% ist, dann erwarte ich auch 12%. Warum soll ich im Verhältnis weniger bekommen, nur weil der Staat seine Hausaufgaben nicht gemacht hat?

    Was heißt eigentlich "Gefährdet unsere Demokratie"? Könntest du das mal erläutern bitte?

    Wenn Du den Thread einmal liest, findest Du doch etliche Aspekte. Aber ich fange mal an...

    ... die AfD* behauptet, dass Wahlen in Deutschland gefälscht bzw. manipuliert werden / wurden.

    ... die AfD möchte den öffentlichen Rundfunk abschaffen, da er negativ über sie berichtet.

    ... die AfD droht Medien, die negativ über sie berichten, offen Konsequenzen an, wenn sie erstmal an der Macht sind.

    ... die AfD bedroht öffentlich Politiker und Funktionäre.

    ... die AfD stellt Forderungen auf, die dem Grundgesetz und den Grundrechten widersprechen.

    ... Teile der AfD sind offen rechtsextrem

    ... Landesverbände der AfD sind gesichert rechtsextrem.

    ... die AfD bedient sich populistischen Forderungen und stellt Thesen auf, die im Widerspruch zur Realität sind.

    ... die AfD hetzt gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen.

    ... die AfD nutzt eine Rhetorik und eine Sprache mit deutlichen parallel zum dritten Reich.

    ... die AfD möchte in der Bildung die Möglichkeit streichen neutral über Parteien zu sprechen.

    ...


    *genau genommen Mitglieder, Politiker, Funktionäre oder auch Sympathisanten der AfD

    Ich finde es persönlich erschreckend, wie viele Parallelen es zum Dritten Reich gibt.

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