Beiträge von Tom123

    Dass mit dem Unternehmenssitz wusste ich bisher nicht. Wo finde ich das?

    Aber die Sache ist doch dann noch einfacher. Bestelle ich immer irgendwo anders und das Problem ist gelöst. Dann braucht sich keiner beschweren.

    Die Buchhändler merken das, weil sie selber Kinder an den Schulen haben, die dann mit Büchern nach Hause kommen, in denen schon vier Vorleiher stehen und die beschweren sich bei der Behörde.

    Entschuldigung, da ist etwas schief gelaufen. Bitte bringen Sie das Buch mit zur Schule und wir tauschen das gegen ein Buch mit weniger Vorleihern aus.

    Bücher werden direkt beim Verlag bestellt. Problem gelöst.

    In Nds. läuft die Schulbuchausleihe doch über ein separates Konto und wird zu mindestens bei uns separat ausgewiesen. Da kann man kein Gewinn im klassischen Sinn machen. Alles Geld was einnimmt, wird wieder im Bereich Schulbuchausleihe ausgegeben.

    @Quintengelee: Sarkasmus und persönliche Angriffe sind schon etwas anderes. Du unterstellst mir, dass ich mir irgendwelche Vorteilsnahme. Das geht gar nicht.


    Zum Tische schleppen: Bei uns dürfen die Reinigungskräfte nicht auf Leitern klettern, weil es nicht zu ihren Aufgaben und nicht versichert wäre. Ich wüsste gerne einmal, ob Lehrkräfte Seitens des Landes überhaupt für solche Aufgaben eingesetzt werden dürfen. Ich wäre mir da nicht so sicher.

    Letztlich geht es doch darum, dass wir nicht durch unsere private Zeit oder unser privates Geld die Defizite im Schulsystem ausgleichen können/sollen/müssen.

    Und wenn der Haushalt so gestrickt ist, dass man nichts bestellen kann, dann bestellt man halt nichts. Dann findet der Unterricht im Fach XY oder im Thema XY nicht oder nur mit den verfügbaren Mitteln statt. An wie vielen Schulen fällt der Schwimmunterricht aus, weil keine Bäder vorhanden sind. Ist letztlich das gleiche. Und wenn ich in der Turnhalle Gerät XY nicht habe, kommt auch keiner auf die Idee nun selbst einen Barren oder was auch immer zu kaufen. Auch wenn es um andere Summe geht, ist es inhaltlich das gleiche.

    Und dann muss die Schule sich auch überlegen, wie sie mit den Haushalten umgeht. Normalerweise bzw. eigentlich immer verabschieden die Städte einen Haushalt, indem festgelegt ist, wie viel Geld in welchen Bereichen ausgegeben werden kann. Und wenn ich weiß, dass ich 2.000 € für didaktische Mittel zur Verfügung habe, muss ich halt überlegen, was ist uns am wichtigsten. Und wenn dann noch plötzlich eine Klasse hinzu kommt, muss der Schulträger prüfen, wo er weitere Mittel herbekommt. Wenn im Rathaus der Kopierer kaputt geht, werden sie auch einen neuen kaufen.

    Sonst hätte es keine Spülmaschine gegeben und dann hätte ich jede Woche mehrere Stunden Unterrichtsvorbereitung sparen müssen, weil ich Gläser gewaschen hätte. Tische schleppen bedeutet eben bessere Unterrichtsmöglichkeiten, sei es neue Spanischbücher oder eben eine Spülmaschine.

    Tische schleppen bedeutet, dass Du ehrenamtlich Dinge machst, die nicht deine Aufgabe sind.

    Ich habe ein paar Vorschläge:
    Du könntest nach dem Unterricht die Schule putzen. Für das gesparte Geld könnte man dringend benötigte Lehrmittel anschaffen.
    Du könntest die Sekretärin ersetzen.
    Du kannst in den Ferien die Urlaubsvertretung für den Hausmeister geben. Ich meine eigentlich machst Du es sowieso schon.
    Wie sieht es dann handwerklich aus? Klassenräume streichen sollte wohl kein Problem sein. Aber könntest Du auch die Toiletten sanieren?
    Achja, die Schülerbeförderung kosten auch echt viel Geld. Könntest Du vor und nach deinem Unterricht eben ein paar Kinder mit deinem Privatwagen nach Hause bringen bzw. abholen? Das würde echt viel Geld sparen.

    In Nds. zahlt das Land die Lernmittelfreiheit bzw. die Eltern über die Ausleihgebühren. Da ist der Haushalt der Kommune nicht betroffen.

    Aber zu den Beispielen:

    Leider können wir im Fachbereich Chemie bis auf weiteres keine Experimente durchführen, da unsere Spülmaschine haben und wir keine Personalreserven haben. Liebe SL wir sollten selbst spülen? Kein Problem, welche Arbeiten soll ich dafür liegenlassen?

    Der Klassenraum hat unter 15 Grad? Liebe Eltern, leider muss der Unterricht heute ausfallen, da die Temperatur im Gebäude so niedrig ist, dass kein Unterricht möglich ist. Sobald die Temperaturen wieder steigen, findet der Unterricht wieder nach Plan statt.
    Alternative: Liebe Eltern, aufgrund der niedrigen Temperaturen im Gebäude geben Sie ihrem Kind bitte wärmende Kleidung mit. Wir werden versuchen den Unterricht in einer reduzierten Form aufrechtzuerhalten. Uns ist natürlich bewusst, dass die Kinder unter den aktuellen Bedingungen dem Unterricht nur begrenzt folgen können.
    Parallel Beschwerde über den Personalrat und Gewerkschaft, dass am Arbeitsplatz zu niedrige Temperaturen sind. Ggf. Klage mit Unterstützung der Gewerkschaft vor dem zuständigen Verwaltungsgericht.

    Letztlich ist es doch vollkommen klar, dass wir nicht alles bekommen. Ebenso macht natürlich der finanzielle Hintergrund des Schulträgers viel aus. Aber es geht um das Mindset. Solange es zu viele Kollegen gibt, die so was mit sich machen lassen, wird sich nichts ändern. Man muss die Probleme ansprechen und deutlich machen. Nur dadurch kann man was ändern. Es gab Schulen, wo jahrelang Schulbücher nicht bezahlt wurden. Es gab Klassenfahrten, wo Lehrer auf Reisekosten verzichten mussten oder diese nicht übernommen wurden. Das wurde alles auch erst erstritten.

    Dann soll doch mal ein Elternteil klagen, weil das Kind sein Recht auf Bildung verletzt sieht, wenn die Ausstattung der Schule nicht ausreicht. Wir sehen es doch überall. Wenn die Probleme in die Medien kommt, passiert (oft) etwas. Aber wenn wir alles mit uns machen lassen, dann ändert sich nichts.

    Klar, weil du es schon oft so gemacht und daher tolle Erfahrungen gesammelt hast. Nie musstest du irgendwas kaufen, um überhaupt Unterricht machen zu können.

    Ist es möglich, dass du kaum noch unterrichtest und wenn, dir nur ausgesuchte Fächer und Klassenstufen zuschusterst?

    Hat dieser persönliche Angriffe irgendwelche Hintergründe?

    Ich unterrichte fast alles, was es in der Grundschule so gibt. Liegt in der Natur der Sache. Ich kaufe auch heute noch gerne und viel Dinge, die mir persönlich meine Arbeit erleichtern. Wenn ich für 10 € eine Werkstatt bekomme, die mir 3 h Unterrichtsvorbereitung erspart, kaufe ich sie. Ich habe sicherlich auch zu Beginn meines Dienstes Dinge gekauft, die ich heute nicht mehr kaufen würde. Auch wenn ich heute noch einfach aus Lust und Laune manchmal nette Dinge kaufe, die ich eigentlich nicht kaufen müssen. Vielleicht gibt es mal einen Klassentier oder ein Abschiedsgeschenk. Aber ich mache das, weil ich es möchte.

    Mir würde es im Traum nicht einfallen irgendwelche Dinge kaufen zu "müssen", weil der Schulträger oder die Schule es nicht kaufen wollen / können.

    Und ja, ich habe diese Dinge auch schon oft genug selbst durchgespielt und versucht Anschaffungen und Gelder zu besorgen. Von Mitarbeiter des Schulamts über Fachbereichsleiter und Verwaltungschef bis hin zum Schulausschuss. Die meisten Menschen beim Schulträger und bei uns an der Schule sind durchaus der Meinung, dass es nicht die Aufgabe von Lehrkräften ist, etwas anzuschaffen. Man redet miteinander und oft bekommen wir auch nicht, was wir wollen. Aber meistens gibt es am Ende doch eine Lösung. Die Situation, dass wir nicht arbeiten können, weil die Stadt irgendwas verweigert hatten wir noch nie. Letztlich wollen die meisten Mitarbeiter der Stadt uns am Ende unterstützen. Und Notfall gibt es auch noch die Politik. Wir hatten auch schon Elternvertreter, die im Schulausschuss nachgefragt haben. Bei kleineren Anschaffungen hat sich bisher immer eine Lösung gefunden. Da reden wir natürlich nicht von größeren Beträgen sondern mal 10.000 € für X oder Y. Und natürlich auch nicht ständig. Aber diese Arbeit gehört für mich auch zur Aufgabe von Schulleitung.

    Ein marodes Gebäude und Lernmittel sind natürlich nicht wirklich vergleichbar. Selbstverständlich wird es für einen Schulträger schwierig mal eine Million + X für ein neues Gebäude aufzubringen. Aber wir reden hier von Lernmittel. Und vor allem von einem Mindset.

    Kommt ihr auch auf die Idee, dass nun jede Lehrkraft auf 500 € im Monat verzichtet und das Geld angespart wird, damit die Schule / Toilette etc. renoviert werden kann? Wie ist es denn im Rathaus etc.? Kaufen da die Mitarbeiter auch von ihrem eigenen Geld fehlende Ausstattung?

    Letztlich ist es eine Frage der Einstellung. Und wenn es gegen die Wand läuft, wird man sich die Frage stellen müssen, was Bildung unserer Gesellschaft wert ist. Ich glaube durchaus, dass wir da gute Chancen haben.

    Letztlich haben wir das Problem, dass sich zu viele Kollegen/Kolleginnen darauf einlassen, das Material selbst zu kaufen.

    Wenn ich privat entscheide, die vorgefertigte Werkstatt zu kaufen statt sie in meiner Arbeitszeit zu erstellen, ist alles ok.

    Aber wir müssen endlich mal dahin kommen, dass man nichts privat für den Arbeitgeber kauft. Es gibt auch Großraumbüros, wo Angestellter A sich die eigene Kaffeemaschine gekauft und Angestellte B eine Blume hinstellt. Alles ok. Aber es gibt im Schulwesen zu viele Menschen, die das als selbstverständlich ansehen und meine die armen Kindern können ja nichts dafür. Da kann man besser für Brot für die Welt spenden.

    Nur wenn wir konsequent kein Geld ausgeben und stattdessen auf die Missstände aufmerksam machen, wird sich dauerhaft etwas ändern. Dann soll die Elternvertretung zur Schulleitung und zum Schulträger marschieren. Oder zur Presse gehen. Glaube mir. Plötzlich geht es ganz schnell.

    Ich weiß ja nicht wie es bei euch ist. Aber die Software des Landes ist bei uns gruselig. Da bin ich froh über externe Software.

    Das sind aber zwei verschiedene Aspekte. Einmal die Qualität (aktueller) Software und einmal, dass es grundsätzlich die Möglichkeit gebe, eine native Lösung zu entwickeln.
    Ich hatte bereits geschrieben, dass ich durchaus ein Freund der iOS-Lösung bin. Aber grundsätzlich sind auch andere Wege denkbar.

    Unser Schulträger wünscht es genau so.

    Der Zuständige dort prüft dann die App, ob sie dem Datenschutz oder anderen Bestimmungen entspricht und installiert sie auf den Geräten ... oder eben auch nicht.

    Es macht ja auch durchaus Sinn. Alleine weil Apps in Volumenprogrammen gekauft werden oder Fachkonferenzen überlegen, welche Apps in ihrem Fach genutzt werden sollen.

    Kann "man" das? Interessant.

    Ich weiß nicht ganz, was dich daran verwirrt. Aber selbstverständlich kann sowohl der Dienstherr als auch der Schulträger eigene Software entwickelt. Es wird auch in Teilen so gemacht. Ich denke nur an die verschiedenen Bildungsclouds. Warum sollte ein oder mehrere Bundesländer nicht spezifische Apps oder Software entwickeln lassen können? Was verwirrt dich daran? Das machen auch mittelständische Unternehmen. Das wird auch ein Bundesland schaffen.

    Ich verstehe jede Lehrkraft, die unter den gegebenen Umständen keinen Schwimmunterricht geben bzw. nur Schwimmer mitnehmen will. Es ist nicht Aufgabe der Lehrkraft, abstrakt für die Zukunft Leben zu retten, sondern den Kindern das Schwimmen beizubringen und dabei zu vermeiden, dass jemand stirbt.

    Es ist Aufgabe von Schule sich mit der Frage zu beschäftigen, welche Inhalte gelernt werden sollten und wie man dieses dann umsetzen kann. Nichts anderes macht der Dienstherr. Allerdings fällt das nicht vom Himmel oder wird vom Gesetzgeber ins Blaue beschlossen (auch wenn man manchmal den Eindruck hat), sondern wird im Idealfall von uns Lehrkräften erarbeitet. Über Fachkonferenzen und Schulentwicklung, über regionale Fachkonferenzen und Fachberater usw..

    Im konkreten Fall ist es sogar eindeutig, dass der Dienstherr diese Unterricht wünscht. Nun ist es durchaus an uns als Schule zu prüfen, wie diese Inhalte umgesetzt werden können. Einerseits muss man dann an den Schulträger herantreten, welche Rahmenbedingungen man braucht, andererseits muss der Dienstherr sinnvolle Rahmenvorgaben machen und den Lehrkräfte im Rahmen seiner Fürsorgepflicht auch möglichst sinnvolle Vorgaben machen, wie der Unterricht sicher und sinnvoll durchgeführt werden kann.

    Ich mache das bei mir selbst, weil ich keinen anderen haben will, der in "meinen" Geräten rumwurschtelt. Das war aber meine persönliche Entscheidung.

    Letztlich muss es eine Überlegung des Dienstherrn oder Schulträger sein. Man kann ohne Probleme eine eigene Software entwickeln und nutzen. Oder man kauft es fremd ein. Bei Apple hat man ein teures System, dass dafür von jedem "Idioten" bedient werden kann. Dafür ist man an Apple gebunden und hat entsprechende Einschränkungen. Alternativen gebe es durchaus. Ich finde trotzdem die Lösung sinnvoll....

    Der Kern der Debatte ist nicht die Frage nach entschuldigen Umständen sondern nach dem korrekten Handeln der Lehrkräfte.

    Das mag für dich so gelten. Für mich stehen tatsächlich auch die Umstände im Kern der Debatte. Wie bei so vielen Sachen im schulischen Alltag gibt es eine Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis. Beispielsweise beim DaZ-Unterricht haben die Kinder in Nds. einen Anspruch auf XY Förderstunden. In der Praxis gibt es sie aber einfach nicht. Also müssen wir überlegen, wie wir damit umgehen.

    Viele Schulen überdenken offensichtlich ihren Schwimmunterricht. So viel dazu, dass das ein Ausnahmefall gewesen sei, dass Nichtschwimmer*innen mit ins Wasser dürfen.

    https://www.swr.de/swraktuell/bad…lossen-100.html

    Das zeigt sich genau das Problem. 20% der Schulen geben gar keinen Schwimmunterricht. Andere Schulen nehmen nur noch die Schwimmer mit. Ergebnis: Weniger Unfälle im Schwimmunterricht und dafür mehr Nichtschwimmer. Ob das am Ende Leben rettet ...

    Zeugnisse kopieren machen wir auch. Würde das tatsächlich auch eher beim Land als Aufgabe sehen. Auch bestimmte Dinge in der Schülerakte. Da ist es aus meiner Sicht tatsächlich ein 50:50 zwischen Land und Schulträger.

    In Berlin mag das anders sein. Bisher dachte ich immer, dass die Bezirke die Aufgaben unserer Schulträger übernimmt und das Land Berlin die pädagogischen Aufgaben.

    Das halte ich zumindest in Berlin, wo viele Oberschullehrer an Grundschulen geschickt wurden für eine gewagte Aussage, aber du sprachst ja von Schulen, nicht von "Grundschulen".

    Zumal zumindest zu meiner Schulzeit auch Informatikunterricht häufiger als Pädagogikunterricht war, das also zur Grundsbildung gehörte.

    Außerhalb von Berlin sind die meisten allgemeinbildenden Schulen Grundschulen. Und außerhalb von Berlin sind die wenigsten Grundschulen mit Informatiklehrkräften gesegnet. Dazu ist auch nicht jede Informatiklehrkraft gleich als Systemadministrator geeignet. Die haben halt auch "nur" irgendwann mal Informatik studiert. Als Profi muss ich dir ja nicht sagen, dass man als Systemadmin doch noch ein paar weitere Kompetenzen und aktuelle Fortbildungen braucht.

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