Beiträge von Tom123

    What? Du hast gesagt, ich solle konkrete Ideen vorschlagen. Das habe ich gemacht.

    Der Rest ist wieder alles "da kann man leider nichts machen".

    Naja, ich habe dir unsere Situation geschildert und gefragt, was wir besser machen können. Und du schreibst Dinge, die überhaupt nicht passen. Natürlich wäre es alles kein Problem, wenn wir mehr Lehrkräfte und mehr Stunden haben. Ich kann einfach jeder Lehrkraft von ihrem Deputat zwei Stunden für solche Aufgaben abziehen und alle sind glücklich. Nur dass leider nicht geht. Was hilft es mir, wenn Du Aufgabe auf nicht vorhandene Lehrkräfte verteilst?

    Wenn ich die Ferien mitrechne, muss ich irgendwie rund 43 h pro Woche arbeiten. Da sind dann die Tage, die ich in den Ferien arbeite oder in der Schule bin eingerechnet. Wenn ich aber im Schnitt 45 h arbeite, mache ich zwei Stunden unbezahlte Mehrarbeit.
    Entweder muss ich also Sachen liegen lassen oder Aufgaben so erfüllen, dass ich auf die 43 h komme. Ich lasse Ausflüge, mache die Unterrichtsvorbereitung weniger intensiv. Kürze Gespräche. Was auch immer. Dann macht mir persönlich meine Arbeit aber insgesamt nicht mehr so viel Spaß.

    Also lebe ich persönlich damit, dass ich auch mal mehr mache. Ist nicht gut und ich bin sofort für eine Reduzierung des Stundendeputat, um das Problem zu lösen. Aber letztlich lebe ich damit.

    Bitte tu dir keine Zwang an! Der Sinn von Foren ist die Diskussion!

    Ich bin gern bereit Dinge zu korrigieren, wenn ich falsch liege.

    Meiner Meinung nach hast du nicht mal verstanden was Kindergeld ist und wieso es nicht als sozialer Ausgleich funktionieren wird, obwohl es eine soziale Komponente hat.

    Der Austausch funktioniert aber nur mit einem vernünftigen Miteinander. Und da habe ich leider das Gefühl, dass es bei dir nicht wirklich vorhanden ist. Da wären die Grundvoraussetzungen, dass Du dich thematisch auch mit den Gegenargumenten auseinandersetzt.

    Zum Kindergeld: Natürlich ist es formal erstmal eine steuerliche Leistung. Aber in der Praxis wird es natürlich durch die Günstigerprüfung auch eine Art Transferleistung. Ob man nun das ganze am Kindergeld oder Kindergrundsicherung oder Raketenzahlung nennt, ist eigentlich auch vollkommen egal. Es geht darum, ob es nicht angemessener wäre Eltern generell finanziell besser zu unterstützen als nur die Beamten in den Blick zu nehmen.
    Inhaltlich wird das Kindergeld übrigens auch jetzt schon bei der amtsangemessenen Alimentation berücksichtigt. Ergo kann eine Erhöhung des Kindergeldes durchaus auch jetzt schon sinkenden Kinderzuschlägen führen.

    Wir hatten diese Diskussion schon mal. Im Grundsatz die Alimentation nicht starr festgeschrieben. Was eine angemessene Alimentation ist und wie diese gestaltet werden soll, steht in Grundzügen fest. Durch den gesellschaftlichen Wandel und andere Formen des Zusammenlebens, müssen wir sie aber immer wieder anpassen. Wir haben heute ein Familienbild, dass nicht mehr mit dem Familienbild der 50er-Jahre zusammenpasst. Der Familienvater, der die Familie ernährt während die Mutter zuhause sich um Haushalt und Kinder kümmert, ist heute nicht mehr das gängige Familienbild. Wie man das bei der Alimentation berücksichtigt, ist eine spannende Frage. Dazu kommen natürlich auch ganz viele weitere Aspekte. Was muss bei der Alimentation berücksichtigt werden und was nicht? Hat der Beamte in der Stadt den Anspruch auf eine genauso große Wohnung, wie der Beamte auf dem Dorf? Ist es noch zeitgemäß zwischen einer Ehe und einem Zusammenleben ohne Trauschein zu unterscheiden?

    Ich habe nicht behauptet, dass die Besoldung von Kinderlosen steigt. Warum sollte sie das?
    Ich habe ursprünglich geschrieben, dass ich befürchte, dass eine regionale Komponente in die Besoldung aufgenommen werden könnte, die ich aber nicht für sinnvoll halte. Das hat nichts mit Kindern zu tun.

    Ich sehe es aber auch grundsätzlich so, dass die aktuellen Entwicklungen teilweise zu Ergebnissen führen, die nur schwierig nachvollziehbar sind. Wenn ich das Beispiel mit dem Anwärter lese, verstehe ich die Aufregung. Ich habe auch keine gute Lösung. Aber es sind Dinge, über die man sich Gedanken machen sollte.

    100 Stunden findet du okay?! Wäre das das Ergebnis meiner Arbeitszeiterfassung, würde ich eine Überlastungsanzeige stellen und darin darauf hinweisen, dass angesichts der ausgeschöpften Arbeitszeit leider keinerlei individuelle Förderung und Differenzierung mehr stattfinden kann. Planungstreffen am Nachmittag und Material erstellen fielen als erstes raus.

    Naja, 2 h pro Schulwoche. Das sind dann rund 25 min pro Tag. Dafür kann ich oft von Zuhause arbeiten und spare mir die Fahrten, die sonst keine Arbeitszeit wären. In den Ferien habe ich kaum Fahrtzeiten. Da bin ich also schon bei +/- 0. Ich bin flexibel in der Zeiteinteilung. Das ist ein Pluspunkt. Und ich weiß auch, dass ich viele Dinge mache, die ich weglassen könnte aber nicht möchte. Ich fahre auf Klassenfahrten und Ausflüge. Besuche Fortbildungen, weil sie mich interessieren. Mache Dinge für die Schule, die ich nicht machen müsste. Wenn ich wollte, käme ich auch auf +/- 0. Aber dann würde mir die Arbeit nicht so viel Spaß machen. Also ist es für mich ok. Aber das ist meine persönliche Sicht der Dinge. An einer anderen Schule, mit einer anderen SL würde es vielleicht anders aussehen.

    Ich habe früher in der freien Wirtschaft gearbeitet. Da macht man auch unbezahlte Überstunden. Ich bin morgens zur Arbeit, abends zurück. Ich musste mich an die Arbeitszeiten halten. Ich hatte exakt 1h Mittagspause. Ich musste von der Arbeitsstätte los, um irgendwas zu essen, dann wieder zurück. Oder halt im ungemütlichen Pausenraum etwas Mitgebrachtes verzehren. Das kostete auch alles irgendwie Zeit. Dann war natürlich ich nicht pünktlich zum Arbeitsbeginn wieder aus der Mittagspause da, sondern meist 5 min vorher. Abends kam man auch nicht unbedingt pünktlich raus.
    Wenn ich es vergleiche ist es für mich persönlich ok. Und Disclaimer: Deswegen muss es nicht für andere ok sein. Und deswegen ist es auch nicht ok, dass unbezahlte Mehrarbeit anfällt.

    Berlin z.B. zahlt Teilzeitkräfte während einer Klassenfahrt dann auch voll, das macht Sinn und ist auch nur gerecht, denn eine wirkliche Entlastung dafür kann es einfach nicht geben, wenn ich also genauso belastet bin wie der Vollzeitkollege, möchte ich auch das Geld haben, was er hat ;)

    Gibt es in Niedersachsen auch aber nur für angestellte Lehrkräfte. Bei Beamten zählt es zu den Dienstpflichten und soll ausgeglichen werden. Auch so ein Schwachsinn wo jemand mal gegen klagen sollte...

    Wenn Du das so machen willst, muß aber auch der Dienst- und nicht der Wohnort maßgeblich sein. Sonst suche ich mir eine schöne Schule auf dem Land mit üblicherweise einfacherer Schülerklientel und ziehe in die teuerste Stadt, die ich im Umkreis finden kann, um die entsprechenden Zuschüsse abgreifen zu können. :pirat:

    Ich will das nicht machen. Ich finde das absolut schwachsinnig. Aber ich sehe die Gefahr, dass so was kommt. Und natürlich würde ich da auch ernsthaft darüber nachdenken in die Großstadt zu ziehen und zu pendeln. Besserer Wohnort und als Ausgleich noch mehr Geld. Wenn ich es richtig verstehe, ist es in NRW doch bereits so.

    Wechsel zum Nächsten, der es nicht verstehen will.

    Ich gratuliere dir zu deinem Selbstbewusst sein. Inhaltlich ist da so viel falsches drin, dass es mir zu viel wird dir alles zu erklären. Allerdings ein kleiner Hinweis: Die Diskussion, dass bei Ehepartnern das Einkommen angerechnet wird und dann Leistungen wegfallen ist gerade aktuell. Auch die Alimentation unterliegt gesellschaftlichen Veränderungen.

    Außerdem verursachen 3 Kinder auch deutlich mehr Kosten als 0 Kinder. Da sind locker 1500 - 2000 € (das ist aber auch unteres Ende) im Monat für die Kinder weg. Ziehen wir 777 € Kindergeld ab bleiben 700 - 1300 € übrig. In der Stadt wird es alleine durch die höheren Mieten noch mehr sein.

    Bei diesen Alimentierungsbestandteilen geht es nicht um Leistung. Das ist fürs Grundgehalt und andere pensionswirksame Bestandteile.

    Das tun die Kinder aber auch bei Menschen, die keine Beamte sind. Dann müssten man doch eher das Kindergeld für alle erhöhen?
    Und heutzutage arbeiten doch die meisten Ehepartner. Warum müssen wir sie noch alimentieren? Und bei den Kindern muss dann nicht auch das Einkommen des Partners berücksichtigt werden?

    Erstens nein, man spart sich in der Stadt nicht zwingend das Auto. Zweitens, vergleiche mal Münchner Mieten oder Immobilienpreise mit denen von irgendwo am Land. Dann mach weiter und vergleiche die Preise in Cafés, Kinos, Restaurants etc. Selbst wenn man in der Stadt aufs Auto verzichtet (ÖPNV ist übrigens auch nicht kostenlos!) hat man Mehrkosten.

    Die große Mehrheit möchte aber trotzdem in die Städte. Warum wohl. Wird es dann auch ausgeglichen, dass ich auf dem Land erstmal kilometerweit fahren muss, um eine nette Kneipe, ein gutes Restaurant etc. zu finden. Gleiches gilt für Theater, Kino, etc..

    Normalerweise müsste man es andersrum machen. Da wo keiner hin will, erhöht man durch mehr Geld die Attraktivität. Da wo alle hinwollen zahlt man weniger. Wenn jetzt auch noch das Gehalt in den Städten höher wäre, gibt es ja noch mehr Gründe, um in Richtung Stadt zu ziehen.

    Tom123

    Bei dem, was du schilderst, kann die Konsequenz ja nur sein, die Unterrichtsplanung auf 0 runterzufahren. Sprich, 100% Einsatz fertigen Verlagsmaterials, keine Anpassungen und Individualisierungen, keine Differenzierung. Damit wiederum müsste sich dann allerdings ja durchaus gut Arbeitszeit einsparen lassen.

    Jaein. Ich denke schon, dass bei der Mehrheit der Lehrkräfte die Unterrichtsvorbereitung auf schnell und effektiv ausgelegt ist. Es gibt sicherlich Wochen, wo ich 2 Tage Elternsprechtag habe und am nächsten Tage die nächste Seite im Buch machen. Es gibt aber auch Wochen, wo wir uns nachmittags treffen und gemeinsam ausführlich die nächste Sachunterrichtseinheit planen, Aufgaben verteilen und Material erstellen. Natürlich setzen wir auch viel fertiges Material ein. Es gibt inzwischen ein so breites Angebot von hochwertigem Material, dass ich auch noch selbst anpassen kann. Warum sollte ich das nicht nutzen? Individualisierung und Differenzierung kommt hinzu. Mit ein paar Jahren im Dienst, geht es das recht zügig. Aber tatsächlich fallen gerade unsere Förderschulkinder oft durchs Raster. Die machen dann die nächste Seite, weil man weder in der Vorbereitung noch im Unterricht selbst die Zeit hat, sich wirklich mit Ihnen auseinanderzusetzen.

    Mann muss ja auch mal überlegen, über was wir reden. Die Arbeitszeitstudie kam bei uns auf rund 2 h zu viel pro Woche. Dann haben wir 100 Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Jahr. Das ist nicht schön, bringt mich jetzt aber auch nicht um.

    Das ist einfach nicht richtig. Unbezahlte Mehrarbeit ist nicht Teil unseres Jobs. Egal wie viele Kollegen ihrem Dienstherrn Teile ihre Freizeit schenken. Mein Dienst beinhaltet in Vollzeit 41 Arbeitsstunden pro Arbeitswoche bzw 46 Arbeitsstunden pro Schulwoche, wenn ich mir alle Ferien arbeitsfrei halten möchte. Ähnlich ist es in allen Bundesländern.

    Und wenn bei Teilzeitkräften die durch unteilbare Dienstpflichten anteilig größere Belastung nicht ausgeglichener werden kann, weil auch die Vollzeitkräfte keine Arbeitsstunden mehr übrig haben, dann müssen so viele nicht verpflichtende Aufgaben gestrichen werden bis es wieder in der Verfügbaren Gesamtarbeitskraft aller Kollegen leistbar ist.

    Da sollte kein Lehrer sagen oder schreiben, dass Mehrarbeit regelmäßig dazu gehört!

    ...

    Mit zu vielen Teilzeitkräften sind daher einfach nicht so viele Fahrten möglich.

    Grundsätzlich sind deine Aussagen vollkommen legitim. Trotzdem gehört unbezahlte Mehrarbeit für die meisten Lehrkräfte zu mindestens an den Grundschulen dazu. Und ich habe schon x-Mal gesagt, dass ich jede Lehrkraft unterstütze, die sagt, dass sie etwas nicht macht, weil sie dann über ihre Stunden kommt. Das ist aber nun mal nicht die Realität. Und dann muss jede Lehrkraft selbst entscheiden, wo sie ihre Grenze setzt.

    Extraaufgaben, die wir streichen könnten, haben wir eigentlich nicht. Es gibt nur wenige. Und das was wir machen wollen wir entweder oder wir brauchen es.

    Klassenfahrten sind in Nds. sowieso freiwillig. Jeder kann ohne Nennung von Gründen einfach zuhause bleiben. Aber auch da ist es so, dass die Leute in der Regel fahren wollen. Ich persönlich weiß auch, dass unsere Klassenfahrt in der vierten unbezahlte Mehrarbeit für mich bedeutet. Aber ich freue mich auch, mit der Klasse, die ich vier Jahre hatte, nun gemeinsam einen tollen Abschluss zu gestalten. Meine persönliche Entscheidung.

    Dies sind Beispiele, du musst also nicht aufzählen, warum das alles an deiner Schule nicht geht.

    Doch das mache ich gerne. Wenn ich nicht mehr Lehrkräfte habe, können sich auch nicht 2 Lehrkräfte eine Klasse teilen. Klar arbeiten wir auch als Team. Aber wenn fast jede Lehrkraft eine Klasse hat, hilft die Hälfte deiner Vorschläge nichts.

    Ich habe dir ganz konkret unsere Situation geschildert. Es ist ziemlich arrogant, wenn Du es entweder nicht mal gelesen hast oder es ignoriert. Natürlich gibt es ganz viele wundervolle Ideen, die in einer Fantasiewelt funktionieren. Aber wir brauchen Ideen, die in echten Schulen funktionieren.

    Auch das mit Klassenfahrt hilft doch kaum etwas. Erstmal gibt es eine offizielle Regelung, die ich schlecht ignorieren kann und außerdem fährt man maximal alle 4 Jahre einmal auf Klassenfahrt. Das bringt mir doch keine grundsätzliche Ermäßigung.

    P.S. In Nds bekommst Du bei Klassenfahrten eine Entlastung von ungefähr der Mehrarbeit. Aber eine weiterführende Entlastung ist nicht vorgesehen. Momentan gibt es eine ganze Stunde pro Tag angerechnet.

    Aber eine Stunde weniger bei der einen Veranstaltung, dort mal ein Fest weniger, hier mal eine Arbeitsgruppe eingespart, eine Dienstversammiung, die mab TZ Kräften erspart etc addiert sich ja auch.

    Bis auf wenige DVs haben wir das alles nicht. Wir sind auch glücklich. Aber uns ist auch klar, dass es halt einen richtigen Ausgleich nicht gibt. Wir haben inklusive SL 2-3 VZ-Kräfte. Es betrifft also fast alle. Das ist auch an Grundschule nicht ungewöhnlich.

    Wir werfen auch nicht die Flinte ins Korn. Wir arbeiten als Team in der Summe gut zusammen und überlegen uns letztlich bei jeder Veranstaltung gemeinsam, ob es die Mehrarbeit wert ist. Das führt auch dazu, dass vielleicht ein Jahrgang mal nicht auf Klassenfahrt fährt. Oder nur 1-2 Nächte.

    Richtig. Diese Ebene verweigert sich aber einer Lösung, indem recht pauschal der niedrigeren Ebene (Schule) die Verantwortung zugeschoben wird, bei nicht teilbaren Aufgaben zu entlasten. Was dann in der Realität nichts stattfindet (stattfinden kann?).

    Und diese Aufgaben, die bei der VZ-Kraft ja schon das Maß der Arbeit überschreiten lassen, machen die Überschreitung bei der TZ-Kraft noch größer. Und nein, auch wenn mir das mehrfach in den Mund gelegt wurde: Ich fordere keine Mehrbelastung der VZ-Kräfte. Ich sehe als einzige Möglichkeit (ceterum censeo), dass eine AZ-Erfassung eingeführt wird. Das System schert sich nämlich nicht um diese Problematik.

    Genau das ist Ding. Eine Arbeitszeiterfassung mag das Problem verbessern. Ich bin mir da aber noch nicht sicher. Bis da alle Regelungen durchgeklagt sind, werden 20 Jahre vergehen.
    Aus meiner persönlichen Sicht ist das Hauptproblem, dass sich die Lehrkräfte in Summe zu wenig wehren. Alle schimpfen über die Belastung, aber niemand stellt eine Überlastungsanzeige. Warum nicht einfach mal mit Unterstützung der Gewerkschaften klagen? Wobei ich auch in vielen Bereichen mit dem Einsatz der Gewerkschaften nicht zufrieden bin. Ich würde mir durchaus etwas höhere Gehaltssteigerungen wünschen. Aber den meisten reicht es im Lehrerzimmer zu meckern statt ihre Rechte wirklich durchzusetzen.
    Das gilt übrigens auch für die Arbeitszeiterfassung. Wenn man die haben will, muss man klagen. Oder man schreibt seine Arbeitszeiten auf und gibt das dann weiter.

    Unsere SL, die wirklich gut ist und mit begonnenem Blick versucht, Entlastungen zu schaffen, hat sich vehement dagegen gesperrt, den Tag der offenen Tür auch nur anzudiskutieren, da er für unsere Schülerakquise so wichtig ist. Erst als wir ein komplettes Konzept ausgearbeitet und vorgelegt haben, das das Angebot sogar besser macht und gleichzeitig TZ Kräfte entlastet, war er bereit darüber zu reden. Diese Form von Betriebsblindheit ist ja kein charakterliches Veragen, sondern kommt davon, dass SLen auf 1000 Hochzeiten tanzen müssen. Aber die reflexartige Antwort "Mehrarbeit gehört halt dazu, ist doof, ist aber so, die Erlasse sagen das halt so. Müsste sich der Dienstherr drum kümmern." ist halt auch keine konstruktive Vorgehensweise. Und ich behaupte, dass jedes System, jedes (!), auch unseres, eures, das vom Frosch, das von Sissymaus, das von s3g4, Bolzbold, Quittengelee und allen anderen hier im Thread noch Potential bietet, um TZ Kollegen zu entlasten.

    Das mag sein. Und ich denke, dass die Möglichkeiten an größeren Schulen auch deutlich größer sind. Wir versuchen auch durchaus. Allerdings würden jedem, der überlegt Teilzeit zu machen, sagen, dass es nicht aufgehen wird. Ich würde auch jedem, der VZ arbeitet sagen, dass er mit einer 40 Stunden Woche nicht hinkommt. Ich meine, dass wir mit Ferien eingerechnet 43 h pro Woche arbeiten sollen. Aber auch damit kommen viele nicht (mehr) aus. Und das liegt nicht an den Lehrkräften. Und wenn ich im Schnitt sowieso schon drüber bin, kann ich auch wenig umverteilen.

    Ich bin allerdings auch überzeugt, dass wir nicht so viel Potential haben, um eine angemessene Entlastung hinzubekommen. Vielleicht findet man irgendwo noch eine Stunde für jeden, die wir aktuell übersehen. Aber wirklich signifikante Lösungen sehe ich nicht. Im Gegenteil. Momentan brauchen wir durch eine veränderte Schülerschaft mehr als Zeit als früher.

    Ich gucke mal was von deinen Ideen uns weiterhelfen kann:

    mehr Rotation bei Ausflügen; Klassenfahrten; => Machen wir durchaus, bringt aber eigentlich nur eine Umverteilung der Aufgaben und keine Entlastung.

    Schulfesten - oder deutliches Einschränken des Angebots: Ich hatte bereits geschrieben, dass wir nur sehr wenig machen. Wir könnten noch das eine Schulfest eine zwei Jahre streichen aber das Kollegium findet, dass das für die Atmosphäre an der Schule wichtig auch mal so etwas zu machen. Wenn wir das streichen, hätten wir natürlich eine kleine Entlastung alle zwei Jahre ...

    Klare Einschränkung der Anwesenheit bei Elternsprechtagen und/oder Elternabende: Da wird es jetzt kompliziert. Wir haben Lehrkräfte, die kaum nachgefragt sind. Aber von 14 Lehrkräften haben 9 eine Klassenleitung an der Grundschule und dann wollen halt auch alle Eltern mit dir sprechen. Dazu hast du in der Grundschule auch durchaus mal kompliziertere Situationen und längere Gespräche. Ich kann natürlich hart sein und sagen wir sprechen nur 10 min und dann ist Schluss. Aber menschlich will das auch keiner. Das ist in der Sek 1 sicherlich anders. Aber wenn ich Eltern erklären muss, dass es mit ihrem Liebling in der Schule nicht läuft und es die Klasse wiederholen muss oder überprüft wird, dauert das echt lange. Dazu kommen die klassischen "Mein Kind wurde von Kind XY gehauen, beleidigt, was auch immer anrufe". Dann noch Kinder, die eine Schulbegleitung brauchen etc.. Da wird kaum eine Lehrkraft sagen, sorry es gibt nur 10 min. Der Dienstherr hat nicht mehr vorgesehen.

    Rotation bei Klassenleitungen: 14 Lehrkräfte, davon 2 in der SL. 1 Lehrkraft für die Inklusion. Bleiben zur Zeit 11 Lehrkräfte für 9 Klassen. Wir haben momentan eine Lehrkraft in einer Wiedereingliederung, die nur begrenzt belastbar ist und auch nur 10 Stunden gibt. Diese hat keine Klasse. Dann habe ich noch eine Lehrkraft mit 8 h, die eigentlich schon pensioniert ist aber noch etwas dazu verdient. Daneben habe ich noch 3 Abordnungen, die mit 8-12 h bei uns abgeordnet sind, aber mit den restlichen Stunden an ihren Stammschulen sind. Und natürlich noch 1-2 Anwärter. Wie stellst Du dir eine Rotation vor? Die einzigen Personen, die noch eine Klasse übernehmen können, ist die Schulleitung.

    Tandemmodelle zur Konferenzteilnahme; Haben wir versucht, wurde abgelehnt, hatte ich schon erklärt.

    Berücksichtigung der Korrekturbelastung bei der Unterrichtsverteilung in Hinblick auf Fächer Ist glaube ich kein Grundschulthema. In der Regel unterrichten sowieso alle in ihren eigenen Klassen zwei Hauptfächer.

    Lerngruppengrößen: Können wir nicht beeinfluss. Aber die Klassenzusammensetzung ist in Sachen Arbeitsbelastung ein großes Problem. Wir bekommen jedes Jahr mehr Kinder mit Förderbedarfen. Da noch nichts vorliegt, fangen wir bei 0 an. Kind kennen lernen, Diagnostik, Förderung planen und durchführen, Elterngespräche, Förderschullehrkraft + Profis hinzuholen, Gutachten schreiben, zwischendurch immer wieder Förderpläne evaluieren und neue schreiben, Förderkommission, Zwischendurch Hilfen anfordern und nicht bekommen etc.. Wir haben inzwischen in (fast) jeder Klasse 2-3 solcher Schüler. Die Arbeitsbelastung ist immens. Aber was sollen wir machen? Und dann bekommen wir jedes Jahr 2-3 DaZ-Schüler. Dann steht der Chef da und hat kein Kind, das kein Wort deutsch spricht, kein Material hat und ab sofort in der Schule ist. Das sind alles Zeitfresser. Nur was sollen wir machen? Die Kinder ablehnen? Ein Förderverfahren kostet mich deutlich mehr Arbeitszeit als alle anderen Tätigkeiten an der Schule.

    Anzahl und Format der zu schreibenden Arbeiten: ergeben sich bei uns aus den Erlassen und bisher kam noch niemand auf die Idee, mehr als das Minimum zu machen.

    Berücksichtigung bei Förderunterricht (oder eben gerade nicht); Haben wir keine Stunden für. Sind auch in Niedersachsen nur noch für DaZ und Sportförder vorgesehen (plus Sonderpädagogische Grundversorgung)

    reduzierte (bis hin zu gar nicht erwartete) Mitarbeit in Arbeits- und Konzeptgruppen; Berücksichtigung bei der Verteilung von Extraaufgaben - insbesondere das Streichen von Zusatzaufgaben, die nicht systemisch relevant sind.

    Habe ich auch schon was zu geschrieben. Wir machen möglichst wenig und die Mitarbeit ist fast immer freiwillig. An manchen Sachen kommen wir halt nicht vorbei, weil wir sie für unseren Alltag brauchen.

    Ich sehe tatsächlich nichts in deiner Aufstellung, was mir als Schule eine signifikante Entlastung bringen würde. Letztlich hängt viel davon ab, was für eine Klasse du erwischt und wie die Eltern und Schüler sind. Wir versuchen das fair zu verteilen ist aber auch Glücksache. Der eine Jahrgang ist vielleicht ganz gut. Im anderen hast du von nur Fälle, die viel Zeit kosten. Aber auch da kannst Du es nur begrenzt ausgleichen.

    Aus meiner Sicht ist die Arbeitsbelastung in der Schule die letzten Jahre massiv gestiegen. Du bist alleine mit Unterricht schon ausgelastet. Das mag an weiterführenden Schulen anders sein aber wir haben kaum große Sparpotentiale. Alles was man spart, macht einen auch wieder unglücklich, weil man den Job so nicht machen will. Also arbeitet man am Ende doch mehr als man muss. Wir als Schule akzeptieren das, weil wir dafür eine tolle Schule und ein gutes Arbeitsklima haben. Aber es natürlich nicht fair. (Fast) Alle arbeiten mehr als sie müssen.

    Und dann bin wieder da, dass ich dir sage, dass das Problem nur eine Ebene höher gelöst werden kann. Ich glaube auch nicht, dass wir eine Ausnahme sind. Auch der Frosch oder andere Grundschulleute werden keine großen Möglichkeiten haben, Entlastungen anzubieten. Man versucht, was möglich ist und unterstützt Lehrkräfte, die Grenzen ziehen. Aber am Ende, wenn Frau A ein Elterngespräch will weil ihre Tochter irgendwelche Probleme hat, komme ich da auch nicht rum. Egal, ob ich meine Stunden voll habe oder nicht. Und wenn meine Klasse nicht läuft, weil ich 3 Förderkinder drin habe, dann werde ich mich auch um sie kümmern müssen und hinter eine Schulbegleitung hinterherrennen. Auch wenn es nicht meine Aufgabe ist und ich schon genug Stunden arbeite.

    Und ja, ich sehe da die Schulleitung in der Verantwortung. Den Dienstherrn auch, aber der reicht das nach unten zur Schulleitung durch. Ist das fair? Nein. Aber so ist es. Also muss die Schulleitung Möglichkeiten zur Entlastung schaffen, und zwar (zum 100. Mal) gerade dann, wenn es aufgrund von Sachzwängen nicht über den Stundenplan geht.

    Super, dann sind wir uns zum Teil schon einig. Dann bleibt nur die Frage, wie es die Schulleitung hinbekommt. Ich bin da der Meinung, dass es am Ende von oben andere Voraussetzungen geben muss. Aber vielleicht bin ich da betriebsblind und es gibt Möglichkeiten, wie die Schulleitung es auch untern den aktuellen Möglichkeiten hinbekommt.

    Ich hab das Zitat mal für dich repariert. Wenn du pauschal nur "Erlasse und Vorgaben" benennst, ignorierst du, dass sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Artikel 6 des Grundgesetzes ergibt und u.a. auch in §8 des SGB III festgeschrieben ist. Daraus ergibt sich eben genau, dass es nicht nur eine "Reduzierung der Arbeitszeit irgendwie um ein paar Prozent" geht, sondern dass die verbleibende Arbeitszeit eben so gestaltet sein muss, dass sie sich mit der Familienplanung verträgt. Dass "Erlasse und Vorgaben" irgendwelcher Dienstherrn geltendes Bundesrecht und europäisches Recht gerne mal "vergessen", tut hier der Sache keinen Abbruch.

    Das war dein Ursprungsbeitrag. Hier schreibst Du von der Gestaltung der Arbeitszeit. Und nicht vom Gesamtpaket. Außerdem schreibst Du, dass es so sein muss. Ich habe dir jetzt x-mal geschrieben, dass ein muss weder rechtlich haltbar ist, noch in der Praxis umsetzbar ist. Das ist ein "soll".
    Deine Aussage, dass Erlasse und Vorgaben geltendes Bundes- und Europarecht "vergessen", ist falsch. Dieses ominöse Bundesrecht und europäisches Recht gibt es nicht. Auch das GG fordert zwar den Schutz der Familie, macht aber keine Aussagen zur konkreten Umsetzung. Im Gegenteil musst du als Beamter davon ausgehen, dass Erlasse+... und die aktuelle Rechtslage wiedergeben und dich daran halten. Es kann doch nicht sein, dass Du deine eigene Interpretation der Gesetzeslage machst und die Vorgaben ignorierst.

    Wenn Du vom Gesamtpaket schreibst, liegt das an verschiedenen Dingen:

    Der Stundenplaner, der dir vielleicht einen blöden Stundenplan gibt und damit deine Fahrtzeiten erhöht.
    Die Schulleitung, die dir vielleicht viele extra Aufgaben gibt, die du in deiner Arbeitszeit nicht erledigen kannst.
    Der Dienstherrr, der Rahmenbedingungen schafft, die nicht geeignet sind deine Arbeit in derArbeitszeit zu erledigen.

    Aus meiner Sicht liegen die Probleme, die du nennst vor allem bei der dritten Person. Und deswegen schrieb ich, dass Du dich an die höhere Ebene wenden musst.
    Ich glaube nicht, dass man die Mehrbelastung im Lehrerberuf durch einen tollen Stundenplan oder eine tolle Schulleitung lösen kann. Du schreibst wörtlich, dass die Gestaltung der Arbeitszeit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten muss. Und ich sage dir ganz klar, dass das unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht zu 100% möglich ist. Das liegt nicht an Stundenplanung, das liegt nicht an Schulleitung, sondern an den Rahmenbedingungen. Und daher musst Du dich an die höhere Ebene wenden, wenn Du da ein "muss" siehst.

    WillG wird sich nun wohl nicht mehr melden, daher antworte ich dir darauf: es ist peinlich, wie du versuchst, persönlich zu werden. Du machst dich selbst lächerlich. Je mehr du schreibst, desto mehr diskreditierst du dich selbst.

    Gucke mal, das würde ich über dich sagen. Und nun?

    Etwas nicht zu verstehen ist okay, jeder hat andere Stärken. Diejenigen zu beleidigen versuchen, die die Geduld aufbringen, es einem wiederholt zu erklären, ist leider nur hohl.

    Ich habe es dir auch mehrfach erklärt. Aber Du ignorierst es. Ich habe dir vorgeschlagen, konkret zu schreiben was wir anders machen sollen. Du ignorierst es. Ich habe dich gebeten dich rauszuhalten, deine Probleme nicht auf mich zu übertragen sondern an deiner Schule zu klären. Trotzdem wirst Du nur beleidigend.
    Du schreibst selbst, dass es hohl ist. Aber warum machst Du es denn immer wieder? Wenn Du sachlich etwas beitragen möchtest, dann tue es doch. Dann schreibe konkret, das oder das kann man so oder so besser machen. Und ansonsten ignorieren meine Beiträge einfach. Höre auf mir etwas zu unterstellen.

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