Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • Wenn ich die Ferien mitrechne, muss ich irgendwie rund 43 h pro Woche arbeiten. Da sind dann die Tage, die ich in den Ferien arbeite oder in der Schule bin eingerechnet. Wenn ich aber im Schnitt 45 h arbeite, mache ich zwei Stunden unbezahlte Mehrarbeit.
    Entweder muss ich also Sachen liegen lassen oder Aufgaben so erfüllen, dass ich auf die 43 h komme. Ich lasse Ausflüge, mache die Unterrichtsvorbereitung weniger intensiv. Kürze Gespräche. Was auch immer. Dann macht mir persönlich meine Arbeit aber insgesamt nicht mehr so viel Spaß.

    Also lebe ich persönlich damit, dass ich auch mal mehr mache. Ist nicht gut und ich bin sofort für eine Reduzierung des Stundendeputat, um das Problem zu lösen. Aber letztlich lebe ich damit.

  • What? Du hast gesagt, ich solle konkrete Ideen vorschlagen. Das habe ich gemacht.

    Der Rest ist wieder alles "da kann man leider nichts machen".

    Naja, ich habe dir unsere Situation geschildert und gefragt, was wir besser machen können. Und du schreibst Dinge, die überhaupt nicht passen. Natürlich wäre es alles kein Problem, wenn wir mehr Lehrkräfte und mehr Stunden haben. Ich kann einfach jeder Lehrkraft von ihrem Deputat zwei Stunden für solche Aufgaben abziehen und alle sind glücklich. Nur dass leider nicht geht. Was hilft es mir, wenn Du Aufgabe auf nicht vorhandene Lehrkräfte verteilst?

  • Ich habe früher in der freien Wirtschaft gearbeitet. Da macht man auch unbezahlte Überstunden. Ich bin morgens zur Arbeit, abends zurück. Ich musste mich an die Arbeitszeiten halten. Ich hatte exakt 1h Mittagspause. Ich musste von der Arbeitsstätte los, um irgendwas zu essen, dann wieder zurück. Oder halt im ungemütlichen Pausenraum etwas Mitgebrachtes verzehren. Das kostete auch alles irgendwie Zeit. Dann war natürlich ich nicht pünktlich zum Arbeitsbeginn wieder aus der Mittagspause da, sondern meist 5 min vorher. Abends kam man auch nicht unbedingt pünktlich raus.

    Also alles wie bei mir als Lehrkraft mit 2 Unterschieden:

    1. Ich bin nicht fertig mit der Arbeit, wenn ich heimkomme. Da ich nach so langen Tagen meist nicht mehr in der Lage bin, noch was zu tun, bleibt Vieles liegen, das ich dann am Wochenende oder in den Ferien erledigen muss.

    2. Mein Arbeitszeit an der Schule wird immer wieder unterbrochen durch zeitlich nicht erfasste Phasen, die ich dank fehlenden eigenen Arbeitsplatzes nicht so effektiv nutzen kann, wie erforderlich wäre.

  • Also alles wie bei mir als Lehrkraft mit 2 Unterschieden:

    1. Ich bin nicht fertig mit der Arbeit, wenn ich heimkomme. Da ich nach so langen Tagen meist nicht mehr in der Lage bin, noch was zu tun, bleibt Vieles liegen, das ich dann am Wochenende oder in den Ferien erledigen muss.

    2. Mein Arbeitszeit an der Schule wird immer wieder unterbrochen durch zeitlich nicht erfasste Phasen, die ich dank fehlenden eigenen Arbeitsplatzes nicht so effektiv nutzen kann, wie erforderlich wäre.

    Du bist jeden Tag durchgehend an der Schule? Das ist bei uns natürlich nicht der Fall. Ich bin höchstens 1-2 mal in der Woche über Mittag in der Schule.
    Den Arbeitsplatz sehe ich auch als großen Nachteil. Dazu kommt noch, dass man sich Arbeitsmittel viel zu oft selbst kaufen muss, wenn man etwas vernünftiges haben will.
    Wir haben das Glück, dass wir so gut wie keine Freistunden haben. Die Zeiten, die ich an der Schule bin und kein Unterricht habe, kann ich daher immer relativ gut nutzen. Ich bleibe sogar eher länger, um noch eben zu kopieren etc..

  • Tom, du schreibst immer 43 Wochenstunden. Bei uns sind es 46,x Wochenstunden (bei 41 Stunden), wenn die Ferien komplett frei bleiben sollen.

    (Hamburg rechnet sogar nur mit 38 Schulwochen, Baden-Württemberg hat sicher nicht weniger Feiertage etc., dann wären es sogar 47,5 Stunden pro volle Schulwoche.)

    (Wir rechnen daher mit der Jahresarbeitszeit von 1804 Stunden.)

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ich glaube, dass die 43 aus der Arbeitszeitstudie in Niedersachsen kommen. Die Ferien komplett frei, passt ja auch nicht. Wir haben die letzte Woche der Sommerferien in der Regel 2-3 Tage in der Schule. Meistens ist man auch am Ferienbeginn noch ein Tag in der Schule, um Restarbeiten zu erledigen. Dazu natürlich noch die normalen Aufgaben in den Ferien. Unterrichtsplanung, Korrekturen, Berichte/Zeugnisse etc. schreiben. Am Ende müsste man es mal genau zählen. Dazu fehlt mir aber die Lust.

  • Du bist jeden Tag durchgehend an der Schule? Das ist bei uns natürlich nicht der Fall. Ich bin höchstens 1-2 mal in der Woche über Mittag in der Schule.

    Dieses Schuljahr 3x, ich habe aber auch Kollegen, die 4 so lange Tage haben.

  • Ich glaube, dass die 43 aus der Arbeitszeitstudie in Niedersachsen kommen. Die Ferien komplett frei, passt ja auch nicht. Wir haben die letzte Woche der Sommerferien in der Regel 2-3 Tage in der Schule. Meistens ist man auch am Ferienbeginn noch ein Tag in der Schule, um Restarbeiten zu erledigen. Dazu natürlich noch die normalen Aufgaben in den Ferien. Unterrichtsplanung, Korrekturen, Berichte/Zeugnisse etc. schreiben. Am Ende müsste man es mal genau zählen. Dazu fehlt mir aber die Lust.

    Das ist eigentlich vergleichsweise einfach. Ein Vollzeitarbeitnehmer hat abzgl. seines Urlaubs von knapp 30 Tagen und Feiertagen etwa 220 Arbeitstage im Jahr (das Finanzamt akzeptiert bei 5-Tage -Wochen bis zu 230 Tage). Das Schuljahr selbst umfasst aber nur etwa 190 Schultage. Wenn man demnach wirklich konsequent in der unterrichtsfreien Zeit gar nicht arbeiten würde, müsste man dann in der Schulzeit bei einer nominell 40h-Woche knapp 46h/Woche arbeiten.


    Nun ist es natürlich so, dass man zumindest die 2-3 Vorbereitungstage vor Schuljahresstart hat und evtl. auch in der unterrichtsfreien Zeit korrigiert o.ä. Wenn das insgesamt 10 Tage im Jahr ausmacht, kommt man eher in den Bereich 44h/Woche...aber auch nur, wenn an den besagten 10 Tagen ebenfalls jeweils 8h/d gearbeitet wird, sonst ist man schnell eher bei 45h/Woche im Mittel.


    In der Praxis schwankt die wöchentliche Arbeitszeit aber ohnehin so stark von Woche zu Woche, dass nur eine persönliche Arbeitszeiterfassung detaillierte Auskunft über die Verteilung geben kann. Die angesprochenen Wochenstundenzahlen sind insofern nur ein langfristiger Mittelwert zur Orientierung.

  • Im Schnitt in 41 Wochenstunden.

    Die Ferien sollte man hier nicht vergessen, die ja deutlich mehr als der reguläre Urlaubsanspruch sind. Übrigens: Die haben Teilzeitkräfte auch voll, Teilzeitbeschäftigte in anderen Jobs haben (je nachdem wie die Arbeitszeit reduziert wurde, ob kürzer oder weniger Tage) auch weniger Urlaubsanspruch, nämlich nur anteilig.

    Das stimmt allerdings.

  • Es wären 46:38 Stunden bei einer angenommenen 40h-Woche, die Verwaltungsbeamte haben.

    https://www.gew.de/aktuelles/deta…er-hochbelastet

    Danke Palim, aber gab es nicht später auch noch eine zweite kleinere? Ich meine mich da dunkel erinnern zu können.

    Wenn man in die Studie steht da übrigens, dass man die Defizite bei Teilzeitkräften nur lösen kann, indem man die Stundenzahl verringert. Wenn sich die einzelnen Aspekte der Arbeitszeit ansieht, sieht man auch, dass es ansonsten sehr wenig Bereiche gibt, wo man außerhalb von Unterricht, Vorbereitung, Nachbereitung etc. Zeit sparen kann. Letztlich geht zu viel Zeit für den Unterricht und das viele, was dazu gehört, drauf. Die anderen Aufgaben und Ausflüge etc. machen am Ende wenig aus.

  • Nein, es gab keine weitere, es gab eine Vorstudie vorab und dann die große ganzjährige Studie, dann gab es mehrere Ergebnisrunden, da zunächst die Arbeitszeit, dann die Belastungsstudie ausgewertet wurde.

    Außerdem gab es eine andere Studie des Landes, in der die Arbeitszeit gar nicht erhoben wurde, und später noch die Kommission, die beide Studien noch mal ausgewertet und Vorschläge zur Entlastung unterbreitet hat. Zudem, und das ist wichtig, hat sie die Studie der Uni Göttingen anerkannt und als gerichtsfest gewertet.
    Dann gab es den 18-Punkte-Plan der Landesregierung, der ein Plan war, etliches wurde nie umgesetzt oder wieder aufgehoben.
    10 Jahre später hat sich erschreckend wenig für die Entlastung getan. Die Sprachförderung hat seitdem ganz andere Ansprüche, die Inklusion ist in NDS sehr viel weiter umgesetzt, unsere RZI-Leitung überschlägt sich mit Vorgaben und jede Neubesetzung macht es schlimmer, …

    Für andere Bundesländer wurden ebenfalls Arbeitszeitstudien durchgeführt.

    Der EuGH hat die Verbindlichkeit der Arbeitszeiterfassung 2019 festgestellt, das Bundesarbeitsgericht im September 2022,

    eine Gesetzesänderung gibt es ggf. in diesem Jahr, die Umsetzung für die Schulen lässt auf sich warten.

  • Also warten bis jemand mal wieder klagt. Immerhin gab es ja diese Urteil mit dem Schulleiter, das auch sehr eindeutig war, dass das Land Mehrarbeit bezahlen muss.

    https://www.ndr.de/nachrichten/ni…lleiter238.html

    Andererseits denke ich tatsächlich, dass die Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften eine schwieriges Thema ist. Da gebe ich dem Land schon Recht.

  • Übrigens: Die haben Teilzeitkräfte auch voll, Teilzeitbeschäftigte in anderen Jobs haben (je nachdem wie die Arbeitszeit reduziert wurde, ob kürzer oder weniger Tage) auch weniger Urlaubsanspruch, nämlich nur anteilig.

    Das stimmt so einfach nicht, wir rechnen ja mit 6 Wochen Urlaub, da ist dann egal, wieviele Tage du in der Woche in der Schule bist und dann passt das auch.

    Auch in der normalen Arbeitswelt darf der Urlaub nur reduziert werden, wenn man weniger Arbeitstage die Woche hat, die Anzahl der Wochen bleibt überall gleich, in Stunden dürfen Urlaubstage in Deutschland nie umgerechnet werden!

  • Was ist daran schwierig?

    Das fängt damit an, dass es sehr individuell ist. Eine Kollegin verliert sich regelmäßig darin, irgendwelche Sachen für die Unterricht zu basteln, Materialien vorzubereiten etc.. Das ist nett und schön, aber muss nicht sein.
    Ich arbeite digital. Kollegen, die analog arbeiten sind tendenziell langsamer.
    Kollege A benötigt für die gleiche Klausur 50% mehr Zeit als Kollege B.
    Lehrkraft C schreibt immer sehr schöne Zeugnisbemerkungen. Das kostet aber auch Zeit.
    Lehrkraft D besucht gerne Fortbildungen. Lehrkraft nur das nötigste.
    Solange wir als Lehrkräfte unsere Arbeit relativ frei einteilen können - was toll ist - ist auch mit der Arbeitszeiterfassung schwierig. Ich kann eine Stunde in Sachunterricht innerhalb von 15 min vorbereiten oder eine Feuerwerk machen und auf die Vorbereitung 2h verwenden. Eine nette Kollegin von mir führt immer lange Elterngespräche. Wenn ich dabei bin, empfinde ich es als tierisch anstrengend. Ich mache die Gespräche eher kurz und knackig. Aber soll man ihr nun sagen, dass sie schneller sein soll? Bekommt sie es angerechnet, wenn sie zwischendurch noch etwas Smalltalk macht?

    Und wenn ich auf dem Sofa sitze und Fußball sehe und nebenbei die Arbeiten korrigieren. Arbeitszeit zu 100%?

  • Das stimmt so einfach nicht, wir rechnen ja mit 6 Wochen Urlaub, da ist dann egal, wieviele Tage du in der Woche in der Schule bist und dann passt das auch.

    Auch in der normalen Arbeitswelt darf der Urlaub nur reduziert werden, wenn man weniger Arbeitstage die Woche hat, die Anzahl der Wochen bleibt überall gleich, in Stunden dürfen Urlaubstage in Deutschland nie umgerechnet werden!

    Wir rechnen in Nds. nicht mit 5 Tagen, da du Anspruch auf mind. einen freien Tag hast. Daher passt das Argument schon, sofern die TZ-Kraft nicht 5 Tage arbeitet.

  • Was ist daran schwierig?

    Der Nachweis und die Anerkennung der Mehrarbeit. Die einfache Tatsachenbehauptung, man habe x Stunden mehr gearbeitet, reicht dafür regelmäßig nicht aus, wie übrigens selbst bei dem von Tom123 angesprochenen Fall deutlich wurde. Selbst vom OVG wurde nur ein Teil der geltend gemachten Überstunden anerkannt. Das betraf die nachgewiesene, strukturell bedingte Mehrarbeit und war überhaupt nur möglich, weil der betreffende SL sehr präzise Mehrbelastung und deren Ursache aufzeichnete. In einem anderen Fall wurde die Mehrarbeit gar nicht anerkannt, weil diese individuelle und präzise Aufzeichnung fehlte.


    Daher: Arbeitszeiten für sich möglichst detailliert erfassen...und zwar nicht nur die reine Zeit, sondern idealerweise auch die jeweilige Verwendung. Ich persönlich orientiere mich dabei an der Aufschlüsselung der Arbeitszeit auf Aufgabenbereiche in der damaligen Arbeitszeitstudie (also Unterricht, unterrichtsnahe Tätigkeiten (Korrekturen, Vorbereitungszeit....), Kommunikation (DB, päd. Gespräche....), Schulentwicklungstätigkeiten usw.

  • 100 Stunden findet du okay?! Wäre das das Ergebnis meiner Arbeitszeiterfassung, würde ich eine Überlastungsanzeige stellen und darin darauf hinweisen, dass angesichts der ausgeschöpften Arbeitszeit leider keinerlei individuelle Förderung und Differenzierung mehr stattfinden kann. Planungstreffen am Nachmittag und Material erstellen fielen als erstes raus.

    100 Stunden bedeutet 2,5 Wochen Urlaub, die quasi gestrichen werden.

  • Das fängt damit an, dass es sehr individuell ist. Eine Kollegin verliert sich regelmäßig darin, irgendwelche Sachen für die Unterricht zu basteln, Materialien vorzubereiten etc.. Das ist nett und schön, aber muss nicht sein.
    Ich arbeite digital. Kollegen, die analog arbeiten sind tendenziell langsamer.
    Kollege A benötigt für die gleiche Klausur 50% mehr Zeit als Kollege B.
    Lehrkraft C schreibt immer sehr schöne Zeugnisbemerkungen. Das kostet aber auch Zeit.
    Lehrkraft D besucht gerne Fortbildungen. Lehrkraft nur das nötigste.
    Solange wir als Lehrkräfte unsere Arbeit relativ frei einteilen können - was toll ist - ist auch mit der Arbeitszeiterfassung schwierig. Ich kann eine Stunde in Sachunterricht innerhalb von 15 min vorbereiten oder eine Feuerwerk machen und auf die Vorbereitung 2h verwenden. Eine nette Kollegin von mir führt immer lange Elterngespräche. Wenn ich dabei bin, empfinde ich es als tierisch anstrengend. Ich mache die Gespräche eher kurz und knackig. Aber soll man ihr nun sagen, dass sie schneller sein soll? Bekommt sie es angerechnet, wenn sie zwischendurch noch etwas Smalltalk macht?

    Und wenn ich auf dem Sofa sitze und Fußball sehe und nebenbei die Arbeiten korrigieren. Arbeitszeit zu 100%?

    Das Argument kommt ja immer wieder aber ich sehe den Unterschied zu anderen Jobs mit genauer Zeiterfassung nicht so, vor allem Jobs im Öffentlichen Dienst. Als ich vor Jahren in die Behörde abgeordnet war, habe ich alle diese Fälle analog beobachten können. Der eine bastelt sich schnell für eine Abrechnung eine Exceltabelle, der andere staubt erstmal den Taschenrechner ab. Der eine führt lange Telefonate mit Smalltalk, der andere ist kurz angebunden. Sachbearbeiter kommen wegen einer Bagatelle ins Büro und gehen manchmal (ohne Übertreibung) über eine halbe Stunde nicht mehr, weil sie Smalltalk machen. Als Lehrer, der es gewohnt ist, schnell zu arbeiten, weil er dann schneller Feierabend haben kann, hat mich das regelrecht gestresst.
    Ich will damit sagen: Ja, solche Unterschiede gibt es, aber eben nicht nur im Lehrerberuf, sondern eben auch in Berufen mit genauer Zeiterfassung. Ich weiß nicht, warum das bei uns dann nicht gehen soll.

    Das mit dem Korrigieren beim Fernsehen kann ich persönlich nicht, da könnte ich nicht ordentlich korrigieren, aber ich weiß dass Sachbearbeiter auch gern mal Radio gehört haben beim Arbeiten oder Live Streams auf dem Rechner laufen hatten.


    Es gibt andere Beispiele, wo die Trennung schwerer, aber doch möglich ist. Wenn ich als Deutschlehrer ein Buch lese, ist das dann Arbeitszeit oder Privatvergnügen. Mein Verständnis wäre, dass es solange Privatvergügen ist, bis ich entscheide, dass ich das Buch doch in der 10. Klasse als Lektüre lesen könnte und dann immer auch den Unterricht beim Lesen mitdenken. Wenn ich ein Buch explizit lese, um es als mögliche Lektüre zu prüfen, ist das natürlich Arbeitszeit. Sagt ja keiner, dass Arbeit nicht auch Spaß machen kann und wenn ich das Buch ohne diese dienstliche Zielsetzung nicht in die Hand genommen hätte, ist es natürlich Arbeitszeit. Gleichzeitig gilt, dass es ab dem Moment keine Arbeitszeit mehr ist, in dem ich entscheide, dass es als Lektüre ungeeignet ist und ich es nur zum Spaß weiterlese.
    So ähnlich ist es ja auch, wenn ich Werbungskosten korrket (!) steuerlich geltend mache. Da sind meines Wissens auch für mich als Deutschlehrer Bücher nur dann absetzungsfähig, wenn ich sie konkret für den Unterricht brauche oder sie klar zur konkreten (!) Fortbildung dienen. Ein einfaches "Alle reden über Leif Randt, den sollte ich als Germanist mal gelesen haben" dürfte da nicht funktionieren - auch wenn das so genau selten jemand trennt (oder nachprüft).

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