Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • Ich gucke mal was von deinen Ideen uns weiterhelfen kann:

    mehr Rotation bei Ausflügen; Klassenfahrten; => Machen wir durchaus, bringt aber eigentlich nur eine Umverteilung der Aufgaben und keine Entlastung.

    Schulfesten - oder deutliches Einschränken des Angebots: Ich hatte bereits geschrieben, dass wir nur sehr wenig machen. Wir könnten noch das eine Schulfest eine zwei Jahre streichen aber das Kollegium findet, dass das für die Atmosphäre an der Schule wichtig auch mal so etwas zu machen. Wenn wir das streichen, hätten wir natürlich eine kleine Entlastung alle zwei Jahre ...

    Klare Einschränkung der Anwesenheit bei Elternsprechtagen und/oder Elternabende: Da wird es jetzt kompliziert. Wir haben Lehrkräfte, die kaum nachgefragt sind. Aber von 14 Lehrkräften haben 9 eine Klassenleitung an der Grundschule und dann wollen halt auch alle Eltern mit dir sprechen. Dazu hast du in der Grundschule auch durchaus mal kompliziertere Situationen und längere Gespräche. Ich kann natürlich hart sein und sagen wir sprechen nur 10 min und dann ist Schluss. Aber menschlich will das auch keiner. Das ist in der Sek 1 sicherlich anders. Aber wenn ich Eltern erklären muss, dass es mit ihrem Liebling in der Schule nicht läuft und es die Klasse wiederholen muss oder überprüft wird, dauert das echt lange. Dazu kommen die klassischen "Mein Kind wurde von Kind XY gehauen, beleidigt, was auch immer anrufe". Dann noch Kinder, die eine Schulbegleitung brauchen etc.. Da wird kaum eine Lehrkraft sagen, sorry es gibt nur 10 min. Der Dienstherr hat nicht mehr vorgesehen.

    Rotation bei Klassenleitungen: 14 Lehrkräfte, davon 2 in der SL. 1 Lehrkraft für die Inklusion. Bleiben zur Zeit 11 Lehrkräfte für 9 Klassen. Wir haben momentan eine Lehrkraft in einer Wiedereingliederung, die nur begrenzt belastbar ist und auch nur 10 Stunden gibt. Diese hat keine Klasse. Dann habe ich noch eine Lehrkraft mit 8 h, die eigentlich schon pensioniert ist aber noch etwas dazu verdient. Daneben habe ich noch 3 Abordnungen, die mit 8-12 h bei uns abgeordnet sind, aber mit den restlichen Stunden an ihren Stammschulen sind. Und natürlich noch 1-2 Anwärter. Wie stellst Du dir eine Rotation vor? Die einzigen Personen, die noch eine Klasse übernehmen können, ist die Schulleitung.

    Tandemmodelle zur Konferenzteilnahme; Haben wir versucht, wurde abgelehnt, hatte ich schon erklärt.

    Berücksichtigung der Korrekturbelastung bei der Unterrichtsverteilung in Hinblick auf Fächer Ist glaube ich kein Grundschulthema. In der Regel unterrichten sowieso alle in ihren eigenen Klassen zwei Hauptfächer.

    Lerngruppengrößen: Können wir nicht beeinfluss. Aber die Klassenzusammensetzung ist in Sachen Arbeitsbelastung ein großes Problem. Wir bekommen jedes Jahr mehr Kinder mit Förderbedarfen. Da noch nichts vorliegt, fangen wir bei 0 an. Kind kennen lernen, Diagnostik, Förderung planen und durchführen, Elterngespräche, Förderschullehrkraft + Profis hinzuholen, Gutachten schreiben, zwischendurch immer wieder Förderpläne evaluieren und neue schreiben, Förderkommission, Zwischendurch Hilfen anfordern und nicht bekommen etc.. Wir haben inzwischen in (fast) jeder Klasse 2-3 solcher Schüler. Die Arbeitsbelastung ist immens. Aber was sollen wir machen? Und dann bekommen wir jedes Jahr 2-3 DaZ-Schüler. Dann steht der Chef da und hat kein Kind, das kein Wort deutsch spricht, kein Material hat und ab sofort in der Schule ist. Das sind alles Zeitfresser. Nur was sollen wir machen? Die Kinder ablehnen? Ein Förderverfahren kostet mich deutlich mehr Arbeitszeit als alle anderen Tätigkeiten an der Schule.

    Anzahl und Format der zu schreibenden Arbeiten: ergeben sich bei uns aus den Erlassen und bisher kam noch niemand auf die Idee, mehr als das Minimum zu machen.

    Berücksichtigung bei Förderunterricht (oder eben gerade nicht); Haben wir keine Stunden für. Sind auch in Niedersachsen nur noch für DaZ und Sportförder vorgesehen (plus Sonderpädagogische Grundversorgung)

    reduzierte (bis hin zu gar nicht erwartete) Mitarbeit in Arbeits- und Konzeptgruppen; Berücksichtigung bei der Verteilung von Extraaufgaben - insbesondere das Streichen von Zusatzaufgaben, die nicht systemisch relevant sind.

    Habe ich auch schon was zu geschrieben. Wir machen möglichst wenig und die Mitarbeit ist fast immer freiwillig. An manchen Sachen kommen wir halt nicht vorbei, weil wir sie für unseren Alltag brauchen.

    Ich sehe tatsächlich nichts in deiner Aufstellung, was mir als Schule eine signifikante Entlastung bringen würde. Letztlich hängt viel davon ab, was für eine Klasse du erwischt und wie die Eltern und Schüler sind. Wir versuchen das fair zu verteilen ist aber auch Glücksache. Der eine Jahrgang ist vielleicht ganz gut. Im anderen hast du von nur Fälle, die viel Zeit kosten. Aber auch da kannst Du es nur begrenzt ausgleichen.

    Aus meiner Sicht ist die Arbeitsbelastung in der Schule die letzten Jahre massiv gestiegen. Du bist alleine mit Unterricht schon ausgelastet. Das mag an weiterführenden Schulen anders sein aber wir haben kaum große Sparpotentiale. Alles was man spart, macht einen auch wieder unglücklich, weil man den Job so nicht machen will. Also arbeitet man am Ende doch mehr als man muss. Wir als Schule akzeptieren das, weil wir dafür eine tolle Schule und ein gutes Arbeitsklima haben. Aber es natürlich nicht fair. (Fast) Alle arbeiten mehr als sie müssen.

    Und dann bin wieder da, dass ich dir sage, dass das Problem nur eine Ebene höher gelöst werden kann. Ich glaube auch nicht, dass wir eine Ausnahme sind. Auch der Frosch oder andere Grundschulleute werden keine großen Möglichkeiten haben, Entlastungen anzubieten. Man versucht, was möglich ist und unterstützt Lehrkräfte, die Grenzen ziehen. Aber am Ende, wenn Frau A ein Elterngespräch will weil ihre Tochter irgendwelche Probleme hat, komme ich da auch nicht rum. Egal, ob ich meine Stunden voll habe oder nicht. Und wenn meine Klasse nicht läuft, weil ich 3 Förderkinder drin habe, dann werde ich mich auch um sie kümmern müssen und hinter eine Schulbegleitung hinterherrennen. Auch wenn es nicht meine Aufgabe ist und ich schon genug Stunden arbeite.

  • Und dann bin wieder da, dass ich dir sage, dass das Problem nur eine Ebene höher gelöst werden kann. Ich glaube auch nicht, dass wir eine Ausnahme sind.

    Richtig. Diese Ebene verweigert sich aber einer Lösung, indem recht pauschal der niedrigeren Ebene (Schule) die Verantwortung zugeschoben wird, bei nicht teilbaren Aufgaben zu entlasten. Was dann in der Realität nichts stattfindet (stattfinden kann?).

    Auch der Frosch oder andere Grundschulleute werden keine großen Möglichkeiten haben, Entlastungen anzubieten. Man versucht, was möglich ist und unterstützt Lehrkräfte, die Grenzen ziehen. Aber am Ende, wenn Frau A ein Elterngespräch will weil ihre Tochter irgendwelche Probleme hat, komme ich da auch nicht rum. Egal, ob ich meine Stunden voll habe oder nicht. Und wenn meine Klasse nicht läuft, weil ich 3 Förderkinder drin habe, dann werde ich mich auch um sie kümmern müssen und hinter eine Schulbegleitung hinterherrennen. Auch wenn es nicht meine Aufgabe ist und ich schon genug Stunden arbeite.

    Und diese Aufgaben, die bei der VZ-Kraft ja schon das Maß der Arbeit überschreiten lassen, machen die Überschreitung bei der TZ-Kraft noch größer. Und nein, auch wenn mir das mehrfach in den Mund gelegt wurde: Ich fordere keine Mehrbelastung der VZ-Kräfte. Ich sehe als einzige Möglichkeit (ceterum censeo), dass eine AZ-Erfassung eingeführt wird. Das System schert sich nämlich nicht um diese Problematik.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Ich kann mich nicht zu den konkreten Umständen an einer Schule bzw Schulart äußern, die ich nicht kenne.

    Ich kann aber aus PR Sicht sagen, dass man manchmal Kollegien vor sich selbst schützen muss (bspw. wenn viele sich über Arbeitsbelastung oder Mehrarbeit beklagen, aber dies oder das trotzdem "gewünscht wird" - will das wirklich die Mehrheit? Traut sich eine Minderheit vielleicht nicht, hier deutlich ihre Bedenken zu artikulieren?). Auch das gehört zur Fürsorgepflicht einer Schulleitung.

    Oft schafft auch das Angebot die Nachfrage, so dass man hier evtl Stellschrauben hat; und warum nicht wirklich die Gesprächsdauer bei Elternsprechtagen deutlich begrenzen? Keine Ahnung, vielleicht geht es da nicht aber an anderer Stelle. Kollegen, die Aufgaben in Schulleitung, Verwaltung und Personalvertretung bekleiden, sehen oft Probleme, die "nornale" Lehrkräfte nicht sehen, weil sie mit systemischem Blick das große Ganze sehen. Das ist okay, das ist ihr Job. Meine anekdotische Erfahrung ist aber, dass der gleiche systemische Blick nicht immer konsequent angewendet wird, um an anderen Stellen Entlastungen zu schaffen. "Das war schon immer so" ist hierbei eine mächtige Attitüde, die wir alle nur schwer ablegen können.

    Unsere SL, die wirklich gut ist und mit begonnenem Blick versucht, Entlastungen zu schaffen, hat sich vehement dagegen gesperrt, den Tag der offenen Tür auch nur anzudiskutieren, da er für unsere Schülerakquise so wichtig ist. Erst als wir ein komplettes Konzept ausgearbeitet und vorgelegt haben, das das Angebot sogar besser macht und gleichzeitig TZ Kräfte entlastet, war er bereit darüber zu reden. Diese Form von Betriebsblindheit ist ja kein charakterliches Veragen, sondern kommt davon, dass SLen auf 1000 Hochzeiten tanzen müssen. Aber die reflexartige Antwort "Mehrarbeit gehört halt dazu, ist doof, ist aber so, die Erlasse sagen das halt so. Müsste sich der Dienstherr drum kümmern." ist halt auch keine konstruktive Vorgehensweise. Und ich behaupte, dass jedes System, jedes (!), auch unseres, eures, das vom Frosch, das von Sissymaus, das von s3g4, Bolzbold, Quittengelee und allen anderen hier im Thread noch Potential bietet, um TZ Kollegen zu entlasten.

  • Unsere SL, die wirklich gut ist und mit begonnenem Blick versucht, Entlastungen zu schaffen, hat sich vehement dagegen gesperrt, den Tag der offenen Tür auch nur anzudiskutieren, da er für unsere Schülerakquise so wichtig ist. Erst als wir ein komplettes Konzept ausgearbeitet und vorgelegt haben, das das Angebot sogar besser macht und gleichzeitig TZ Kräfte entlastet, war er bereit darüber zu reden. Diese Form von Betriebsblindheit ist ja kein charakterliches Veragen, sondern kommt davon, dass SLen auf 1000 Hochzeiten tanzen müssen. Aber die reflexartige Antwort "Mehrarbeit gehört halt dazu, ist doof, ist aber so, die Erlasse sagen das halt so. Müsste sich der Dienstherr drum kümmern." ist halt auch keine konstruktive Vorgehensweise. Und ich behaupte, dass jedes System, jedes (!), auch unseres, eures, das vom Frosch, das von Sissymaus, das von s3g4, Bolzbold, Quittengelee und allen anderen hier im Thread noch Potential bietet, um TZ Kollegen zu entlasten.

    Das mag sein. Und ich denke, dass die Möglichkeiten an größeren Schulen auch deutlich größer sind. Wir versuchen auch durchaus. Allerdings würden jedem, der überlegt Teilzeit zu machen, sagen, dass es nicht aufgehen wird. Ich würde auch jedem, der VZ arbeitet sagen, dass er mit einer 40 Stunden Woche nicht hinkommt. Ich meine, dass wir mit Ferien eingerechnet 43 h pro Woche arbeiten sollen. Aber auch damit kommen viele nicht (mehr) aus. Und das liegt nicht an den Lehrkräften. Und wenn ich im Schnitt sowieso schon drüber bin, kann ich auch wenig umverteilen.

    Ich bin allerdings auch überzeugt, dass wir nicht so viel Potential haben, um eine angemessene Entlastung hinzubekommen. Vielleicht findet man irgendwo noch eine Stunde für jeden, die wir aktuell übersehen. Aber wirklich signifikante Lösungen sehe ich nicht. Im Gegenteil. Momentan brauchen wir durch eine veränderte Schülerschaft mehr als Zeit als früher.

  • Richtig. Diese Ebene verweigert sich aber einer Lösung, indem recht pauschal der niedrigeren Ebene (Schule) die Verantwortung zugeschoben wird, bei nicht teilbaren Aufgaben zu entlasten. Was dann in der Realität nichts stattfindet (stattfinden kann?).

    Und diese Aufgaben, die bei der VZ-Kraft ja schon das Maß der Arbeit überschreiten lassen, machen die Überschreitung bei der TZ-Kraft noch größer. Und nein, auch wenn mir das mehrfach in den Mund gelegt wurde: Ich fordere keine Mehrbelastung der VZ-Kräfte. Ich sehe als einzige Möglichkeit (ceterum censeo), dass eine AZ-Erfassung eingeführt wird. Das System schert sich nämlich nicht um diese Problematik.

    Genau das ist Ding. Eine Arbeitszeiterfassung mag das Problem verbessern. Ich bin mir da aber noch nicht sicher. Bis da alle Regelungen durchgeklagt sind, werden 20 Jahre vergehen.
    Aus meiner persönlichen Sicht ist das Hauptproblem, dass sich die Lehrkräfte in Summe zu wenig wehren. Alle schimpfen über die Belastung, aber niemand stellt eine Überlastungsanzeige. Warum nicht einfach mal mit Unterstützung der Gewerkschaften klagen? Wobei ich auch in vielen Bereichen mit dem Einsatz der Gewerkschaften nicht zufrieden bin. Ich würde mir durchaus etwas höhere Gehaltssteigerungen wünschen. Aber den meisten reicht es im Lehrerzimmer zu meckern statt ihre Rechte wirklich durchzusetzen.
    Das gilt übrigens auch für die Arbeitszeiterfassung. Wenn man die haben will, muss man klagen. Oder man schreibt seine Arbeitszeiten auf und gibt das dann weiter.

  • Vielleicht ist der Fehler, die Flinte ins Korn zu werfen, weil man die große, umfassende Lösung nicht sieht

    Aber eine Stunde weniger bei der einen Veranstaltung, dort mal ein Fest weniger, hier mal eine Arbeitsgruppe eingespart, eine Dienstversammiung, die mab TZ Kräften erspart etc addiert sich ja auch.

    Und, auch das wird oft übersehen, es hat eine wichtige Signalwirkung für die Betroffenen.

    Übrigens sind wir für eine weiterführende Schule sehr klein, abwe zugegebenermaßen natürlich größer als die durchschnittliche Grundschule.

  • Überlastungsanzeigen werden tatsächlich als Mittel des Arbeitskampfes überschätzt. Denn eine generelle "Anzeige" von Arbeitsbedingungen, die sich eben aus Erlassen und Verordnungen ergeben, ist formal gesehen keine Überlastungsanzeige und wird deswegen vom Dienstherr wie eine Beschwerdemail behandelt.

    Eine "echte" Überlastungsanzeige geht stets von der konkreten, akuten (nicht grundsätzlich systemischen) Situation aus und zeigt auf, dass für konkrete Konsequenzen keine Verantwortung übernommen werden kann.

    Wenn ich also eine Überlastungsanzeige schreibe, dass ich mit meine Fächern Deutsch und Englisch bei einem vollen Stundendeputat und Klassengrößen innerhalb des Teilers überlastet bin, wird der Dienstherr mit den Schultern zucken und auf die Verordnungen verweisen.

    Wenn ich aber im konkreten Schuljahr X anzeige, dass der Korrekturzeitraum für die schriftlichen Abiturprüfungen im Fach Deutsch deutlich unter den üblichen Vorgaben liegt und ich deshalb in diesem Jahr keine Verantwortung für eine valide Korrektur übernehmen kann, weil ich rechnerisch sonst über die Höchstarbeitszeit komme und deshalb Entlastung brauche, dann muss der Dienstherr das zumindest prüfen.

  • Aber eine Stunde weniger bei der einen Veranstaltung, dort mal ein Fest weniger, hier mal eine Arbeitsgruppe eingespart, eine Dienstversammiung, die mab TZ Kräften erspart etc addiert sich ja auch.

    Bis auf wenige DVs haben wir das alles nicht. Wir sind auch glücklich. Aber uns ist auch klar, dass es halt einen richtigen Ausgleich nicht gibt. Wir haben inklusive SL 2-3 VZ-Kräfte. Es betrifft also fast alle. Das ist auch an Grundschule nicht ungewöhnlich.

    Wir werfen auch nicht die Flinte ins Korn. Wir arbeiten als Team in der Summe gut zusammen und überlegen uns letztlich bei jeder Veranstaltung gemeinsam, ob es die Mehrarbeit wert ist. Das führt auch dazu, dass vielleicht ein Jahrgang mal nicht auf Klassenfahrt fährt. Oder nur 1-2 Nächte.

  • Aber eine Stunde weniger bei der einen Veranstaltung, dort mal ein Fest weniger, hier mal eine Arbeitsgruppe eingespart, eine Dienstversammiung, die mab TZ Kräften erspart etc addiert sich ja auch.

    Volle Zustimmung. Alleine die offen ausgesprochene Bemühung einer Führungskraft (z.B. Schulleitung) "Wir WOLLEN Arbeitsinhalte so gestalten, dass Arbeitszeiten eingehalten werden können." hat eine gewisse Strahlkraft - vor allem im Vergleich zu einem Schulterzucken gepaart mit "Ist halt so.". Es ist klar, dass, je höher in der Hierarchie, desto größer die Einflussmöglichkeiten, aber es ist nicht so als ob alles bereits in Stein gemeißelt wäre "da Dienstherr" und die Schulleitung gar keine Möglichkeit hätte, in der praktischen Umsetzung der Vorgaben Akzente zu setzen. Das können am Ende sogar wir noch einmal 1-2 Stufen drunter.

    Wenn eine Konferenz statt einer Stunde Regeldauer nur eine halbe Stunde dauern würde, wäre schon einmal eine halbe Stunde gewonnen. Es summiert sich. Es gilt "effizient" zu arbeiten - auch im öffentlichen Dienst. Wir kennen die Geschichte der Lehrkraft, die sich mit einer Tasse Tee mehrere Stunden an eine Klausur setzt und bei der Korrektur noch Herzchen als i-Punkte malt. Man kann aber auch pragmatisch rangehen und sagen "Die Klausur muss in 10 Minuten korrigiert sein." - und dann schafft man das auch. Es ist einerseits Lebenszeit und andererseits muss man auch sagen, dass das Arbeitsergebnis ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch minimal besser wird und damit die Arbeit zunehmend ineffizienter - Stichwort "Pareto-Prinzip".

  • ... Wenn Du sachlich etwas beitragen möchtest, dann tue es doch. Dann schreibe konkret, das oder das kann man so oder so besser machen...


    Gerne doch. Setzt euch zusammen und überlegt gemeinsam, welche Aufgaben wirklich unteilbar sind, welche nicht und welche der unteilbaren und der teilbaren durch Weglassen oder Verteilen teilbarer Aufgaben ausgeglichen werden können.

    Beispiele:

    - Die Klassenlehrkraft mit 50% soll möglichst eine stellv. Klassenleitung an die Seite bekommen, die möglichst auch einige Stunden in der Kasse hat und die Hälfte (oder entsprechend) der Elternarbeit übernimmt. Und zwar offiziell, also nicht, wenn sie extra darum gebeten wird und Lust hat.

    - die Lehekraft mit 75 % könnte nur 3 von 4 Ganztagesausflügen organisieren, oder wenn sie mit ihrer Klasse 4 Ausflüge macht, dafür einen ausgewählten Unterrichtstag frei bekommen.

    - die Kollegin, die 80% bezahlt wird, soll auch nur 80% arbeiten. Also wenn jeden Monat ein Arbeitsgruppentreffen stattfindet, darf sie sich ganz offiziell bei 2 von 10 Treffen abmelden. Ohne schlechtes Gewissen und ohne extra Fragen zu müssen, lediglich rechtzeitig ankündigen.

    - der Kollege, der nur 25% bezahlt wird, soll auch nur 25% arbeiten. Wenn er also auf eine Klassenfahrt mitfährt, bekommt er (als Beamter) keinerlei Finanzausgleich. Er könnte dafür pro Tag der Fahrt nach der Klassenfahrt entsprechende Tage offiziell frei bekommen.

    - Da der 25%-Kollege natürlich auch bei Ausflügen und Sommerfesten und Klassenleitungsaufgaben entlastet werden muss, müssen für ihn alle Aufgaben entsprechend abgemindert werden. Möglichst einmal grundsätzlich in einem Konzept festlegen, dann kann man sich allzu viele Überlegungen jedes Jahr sparen. Die Feuerwehr wird jedes Jahr von allen 3. Klassen besucht und das Sportfest findet jeden Mai statt.

    Das bedarf der Planung, das bedarf aber vor allem erst mal des Bewusstseins, dass sowohl der 25%-Typ als auch die 80%-Kollegin seit Jahren lediglich weniger unterrichtet haben und sonst bei allem 100% verfügbar waren.

    Dies sind Beispiele, du musst also nicht aufzählen, warum das alles an deiner Schule nicht geht.

  • Wir kennen die Geschichte der Lehrkraft, die sich mit einer Tasse Tee mehrere Stunden an eine Klausur setzt und bei der Korrektur noch Herzchen als i-Punkte setzt. Man kann aber auch pragmatisch rangehen und sagen "Die Klausur muss in 10 Minuten korrigiert sein." - und dann schafft man das auch. Es ist einerseits Lebenszeit und andererseits muss man auch sagen, dass das Arbeitsergebnis ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch minimal besser wird und damit die Arbeit zunehmend ineffizienter - Stichwort "Pareto-Prinzip".

    Ja, das angebliche Märchen der so korrekturfreudigen Lehrkraft, dass sie überall Herzchen malt. Ernsthaft?

    Du unterrichtest Französisch, auch wohl in der Oberstufe, aber wenn du dir sagst "10 Minuten", dann klappt es auch?
    Keine Textanalyse / Keine Textproduktion mit vielen Fehlern? Keine Verbesserungen? Keine Kommentare? Nur Lückentexte?

  • Französisch unterrichte ich derzeit nicht in der Oberstufe, kam aber in der Vergangenheit auch schon vor. Grundsätzlich ist Sek I schneller kontrolliert als Sek II, sowas wie Mathematik schneller als Französisch, daher sind die 10 Minuten nicht als fachübergreifende, allgemeingültige Vorgabe zu verstehen, sondern Beispiel für ein grundlegendes Konzept, sich selbst ein durchaus ambitioniertes Ziel zu setzen, um in erster Linie effizient zu arbeiten. In Mathematik sind die 10 Minuten bei mir durchaus drin, in Französisch (Sek I) können es auch mal 15 Minuten sein. Ich habe glaube ich an anderer Stelle im Forum schon einmal grob erklärt, wie ich korrigiere, würde an dieser Stelle hier den Rahmen sprengen.

  • Ja, das angebliche Märchen der so korrekturfreudigen Lehrkraft, dass sie überall Herzchen malt. Ernsthaft?

    Du unterrichtest Französisch, auch wohl in der Oberstufe, aber wenn du dir sagst "10 Minuten", dann klappt es auch?
    Keine Textanalyse / Keine Textproduktion mit vielen Fehlern? Keine Verbesserungen? Keine Kommentare? Nur Lückentexte?

    Tâches à choix multiples? Deswegen kommt der Kollege auch nicht in Versuchung, Herzchen zu malen.

  • Ich finde es selbst für die Sek1 fahrlässig, in einer Fremdsprache von 10-15 Minuten auszugehen. Mag im Schnitt bei einer richtigen Gaußverteilung um die "3" passen, aber eine ernst gemeinte Korrektur (zu der ich laut Dienstordnung verpflichtet bin, ich schreibe nicht aus Spass alles richtig hin, dauert eher länger.
    Aber ja, effizienter ist es natürlich.
    Kann erklären, warum man in einigen Betrieben und Ämtern nur die Hälfte der Antworten auf Mails bekommt. Sie schreiben nur 5 Minuten. Der Rest nur auf Nachfrage.
    (Ich habe mich just heute Morgen aufgeregt.)

  • Naja, aber manche Beiträge sind nun einmal einfach verwirrend.

    manche kommentare findet man einfach doof. verwirrt bin ich da selten, eher verärgert. man könnte einen zitronen-button oder so einführen. oder ne gurke oder etwas anderes lustiges, damit es nicht zu fies wird.

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