Ich habe es ähnlich wie Maylin85 erlebt: Ich bin vom Gymnasium zur Gesamtschule und dann zum BK und mit jedem Wechsel war ich wieder erstaunt, wie sehr man das Niveau noch absenken kann. Und ich staune noch immer. Ich bin seit mittlerweile fünf Jahren am BK und dort sowohl im Fachabi als auch im Abi viel unterwegs und ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: Wir verteilen Noten, die das Bestehen garantieren, geradezu inflationär, nur damit genügend Leute es irgendwie schaffen und die SL ruhig schlafen kann, weil der Bildungsgang gesichert ist.
Ich kann nur sagen, dass an meiner Schule nahezu jeder, der keinen Stress macht, das Fachabitur bekommt. Vollabitur klappt dann in der Regel aber doch nicht mehr, weil der Spielraum zu zaubern geringer ist bei den zentralen Prüfungen.
Ich bin auf einige meiner Kollegen auch äußerst sauer, erlebe aber den selben Effekt wie du Schokozwerg . Ich merke nach Jahre einen Anpassungsprozess und je länger man in einem solchen Niveau unterrichtet, desto mehr verliert man den Bezug dazu, was eigentlich ein "normales Niveau" wäre.
Anekdote dazu: Ich hatte mal einen furchtbar schlechten Grundkurs. Während ich den hatte, musste ich mehrere Klassen in der Abendrealschule (Niveau: Berufsvorbereitung, schwache Gesamtschulklasse) vertreten. Plötzlich fand ich, dass die Schüler dieses Grundkurses doch eigentlich ganz ok wären. Eine Lehrkraft an einem durchschnittlichen Gymnasium wäre spontan ergraut, wenn sie diesen Grundkurs gesehen hätte.