Beiträge von Schmidt

    Genau wie vor gut einem Jahr nur wenige sich vorstellen konnten, dass Russland wirklich in der Ukraine Krieg führt.

    Naja, Krim und Donbass waren ja schon mal Wegweiser. Jetzt ist es eben so, wie es ist. Krieg gibt es überall auf der Welt. Abgesehen davon, dass dieser Krieg vorgeschoben wird, um fleißig Preise zu erhöhen, hat sich für uns dadurch nicht wirklich etwas verändert.

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    Wird schon nicht so schlimm kommen ist eher die Meinung, denke ich, scheißegal nur von wenigen, aber die gibt es auch hier. Ich bin Ü50, mir kann es eigentlich egal sein (ich mag aber meine Neffen und Nichten und denen ist es nicht egal) . 20 Jahre wird es vielleicht noch gut gehen. Aber bisher trafen alle Warnungen früher ein als gedacht.

    Das scheint so eine Art Altersdepression zu sein. Meine Schwiegermutter redet auch schon länger so (die ist allerdings schon 70). Menschen sind anpassungsfähig. Dass sich unser Leben verändern wird und unser Wohlstand so nicht haltbar ist, ist jedenfalls kein Grund fatalistisch zu werden. Meine Generation ist schon nicht mehr annähernd so wohlhabend, wie meine Elterngeneration. Krieg, Mord und Totschlag gibt es auf der ganzen Welt. Dass wir davon bisher weitgehend verschont geblieben sind, ist Luxus, der nicht selbstverständlich ist. Ich finde die Zukunft jedenfalls spannend.

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    Und durch Corona ist mir das klar geworden. Früher hoffte ich noch auf ein umdenken im letzten Moment. Und ein bisschen Radfahren reicht tatsächlich nicht mehr.)

    Was genau?

    Für Grundschullehrer ist es, glaube ich, eine wertvolle Erfahrung, sich mal solche fremden Rechenverfahren anzusehen. Um ein bisschen zu erleben, wie es sich für Kinder anfühlt, denen ein Rechenverfahren zum ersten Mal präsentiert wird.

    Mich verwirrt nicht das Verfahren, sondern die merkwürdige Weise, es aufzuschreiben.

    4 * 26 = 4 * 20 + 4 * 6 = 80 + 24 = 104

    Warum kann das nicht gleich so eingeführt werden? Ich kenne zugegeben nur wenige Grundschulkinder, bei denen ich auch Einblick in die Schulaufgaben habe, aber auch da finde ich es immer wieder verwirrend, wieviel Overhead dabei für Aufgaben generiert wird.

    Was macht eigentlich das Tausenderfeld?

    Ich würde mich dann gerne mit der physikalischen bzw chemischen Plausibilität des Ergebnisses weiter beschäftigen. Erst dann bekommt die Zahl für mich überhaupt eine konkrete Bedeutung.

    Wenn das passiert, dann ist es gut. Das tut es aber häufig nicht. Da wird wild irgendwas gerechnet und sich mit dem offensichtlich falschen Ergebnis zufriedengegeben, weil man ja genau das gemacht hat, was vorgegeben ist und das Ergebnis deshalb richtig sein muss. Lehrer hat keine Zeit, dagegen zu arbeiten. Top. Hauptsache irgendwas auswendig gelernt.

    Aber wenn ganz viel durchgestrichen ist und Buchstaben nur halb geschrieben sind, dazu Tintenkleckse hier und da, kann man es kaum lesen.

    Ja, dann ist es nicht mehr lesbar und erfüllt den Zweck, nämlich Inhalte aus dem Schülerkopf via Papier zum Lehrer zu transportieren nicht mehr.

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    Bei uns gibt es auch im Zeugnis eine Note für Schrift und Gestaltung.

    Und meine Frage dazu lautet: warum tut man Schülern das an? Wieso wird Schönschreiben bewertet? Außer in der Kalligraphie schreibt man doch nicht um des Schreibens Willen, sondern, um seine Gedanken zu kommunizieren. Deutsch ist doch kein Kunstunterricht.

    Ich weiß, dass du selbst das auch nicht ändern kannst, weil das eben so zu bewerten ist. Mir geht es ums Prinzip.

    Vielleicht sollte man ohne technisches Gerät 2895- 1347 rechnen können...

    Kann ich. Ist etwas mühsam und in mehreren Schritten, aber das klappt schon. Das können und konnten ganz viele meiner (ehemaligen) Kommilitonen, Freunde und Familienmitglieder nicht. Das ist vollkommen in Ordnung.

    States Beispiel ist gut. Man sollte verstehen, dass ein Bruttopreis 119% sind und man beim Erlassen der Mehrwertsteuer durch Media Markt, nicht 19% des Bruttopreises abziehen muss, sondern der 100% Preis gesucht ist. Man muss aber nicht im Kopf ausrechnen können, wieviel der Dyson für 478,77 € brutto dann während der Aktion kostet.

    Dass 32 durch 8 teilbar ist, sollten Schüler am Ende der Grundschule automatisiert haben.

    Das haben ganz viele Schüler am Ende der Grundschule nicht automatisiert. Das merkt man im Anfangsunterricht in der fünften Klasse. Wenn sie das mal auswendig konnten, ist es am Anfang der fünften Klasse jedenfalls spürbar häufig weg.

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    Ich finde es schwierig, einen sinnvollen Anschluss im Rahmen des Mathematikunterrichts in der Sek I zu ermöglichen, wenn wir selbst hier an der Stelle keinen Konsens erreichen

    Ich arbeite mit dem, was von der Grundschule kommt. Welchen Konsens wer wo erreicht, ist mir dabei relativ egal. Selbst Vereinbarungen mit den Grundschulen im Umkreis sind nur bedingt nützlich, weil das ja nichts daran ändert, was Kinder tatsächlich können, wenn sie in die fünfte Klasse kommen. Was hier im Forum unter Fremden diskutiert wird, hat darauf überhaupt keinen Einfluss. Insofern erschließt sich mir nicht, was genau eigentlich dein Punkt ist.

    Auf diese Vermutung kommen die Kinder, die 1x1 und 1:1 nicht sicher können, nicht.

    Dann muss das Gefühl für Zahlen gefördert werden, indem mehr probiert, geschätzt und Größen erfahren werden. Vielleicht ist gerade für solche Kinder das stumpfe Auswendiglernen die falsche Herangehensweise?

    Dazu gibt es Studien, wo man Menschen im MRT Aufgaben aus dem Bereich 1+1 und 1x1 hat rechnen lassen. Die zeigen ziemlich eindeutig, dass diese Ergebnisse in der Regel abgerufen und nicht ausgerechnet werden.

    Wenn ich 4, 8, 16, 32 oder 4, 8, 12 denke (ja, ich denke die Wörter), dann ist es eher unwahrscheinlich, dass ich die 32 bzw. die 12 abrufe.

    Manche Werte aus dem 1 x 1 kenn ich auswendig. Zum Beispiel, dass 5 * 8 = 40 (bzw. generell 5 * x, also 5 * 2 = 10, 5 * 3 = 15, 5 * 4 = 20 etc.). Wenn ich 6 * 8 rechnen soll, dann rechne ich 40 + 8. Insofern ist der Unterschied schon sehr deutlich. Abrufen ist eine automatische Assoziation. Beim Rechnen funktioniert das so nicht.

    Die Studien würde ich gerne sehen.

    Bruchrechnung ohne das gezielte Auswendiglernen in der Grundschule wäre ein Desaster.

    Warum wäre das ein Desaster? Man muss nicht wissen, dass 32 durch 8 teilbar ist. Es reicht, ein Gefühl für Zahlen zu haben, zu Vermuten, dass 32 durch 8 teilbar ist, das kurz zu prüfen und dann weiter zu machen. Das schult auch das Kopfrechnen.

    die Aufgabe 3*4

    Wenn ich auf diese Aufgabe schaue, weiß ich auch nicht, dass das 12 ist. Ich rechne jedes Mal 4 + 4 + 4 (4, 8, 12). Das habe ich als Kind schon so gemacht und das hat sich nie geändert.

    Auch Zweier-Potenzen, die man in der Informatik immer wieder benötigt, kann ich nicht auswendig. Für 2^5 weiß ich nicht, dass das 32 ist. Ich weiß, dass 2^2 = 4 ist, 2 * 4 = 8, 2 * 8 = 16 und 2 * 16 = 32, deshalb zähle ich quasi im Kopf ab 4, 8, 16, 32.

    Das menschliche Gehirn ist nicht dafür gemacht, Zahlenreihen zu memorieren und diese stumpf abzurufen. Ganz besonders, wenn das Abrufen nicht im Zusammenhang mit bedeutsamen Situationen erfolgt, sondern nur, um abstrakte Zahlen aufs Papier zu bringen. Das menschliche Gehirn ist dafür gemacht, Verfahren einzuschleifen, die stumpfes Auswendiglernen vermeiden.

    Ich finde es wichtig, von Anfang an darauf Wert zu legen, dass man Dinge lernt, um Probleme zu lösen. Mir ist es um Längen lieber, wenn Schüler im Kopf 3 * 4 ausrechnen können, als stumpf auswendig zu lernen, dass 3 * 4 = 12 ist, ohne zu verstehen, wie die Multiplikation funktioniert und warum 3 * 4 = 12 ist.

    Es ist halt die Frage, was man als Ziel des Mathematikunterrichts definiert: das Herunterrechnen vieler Aufgaben nach einem Schema oder doch eher das mathematische Verständnis, das Begründen und Argumentieren?

    Dass leider viel zu oft Ersteres Ziel des Mathematikunterrichts zu sein scheint, zeigt sich dann darin, dass soviele Schüler bis zum Abitur mit Textaufgaben überfordert sind.

    Für meinen Job würde ich auf keinen Fall eine Fernbeziehung in Kauf nehmen. Unsere Tiere lasse ich auch nicht allein. So ein tolles Angebot kann keine Schule haben, dass ich 800 km weit weg ziehe. Entweder ziehen alle um oder keiner. Das liegt allerdings am Job. Wäre ich/wären wir bspw. Wissenschaftler, dann sähe das anders aus. Auch bei anderen Jobs kann ich mir das grundsätzlich vorstellen, solange das Ziel ist, mittelfristig wieder beieinander zu sein.

    Würde meine Frau in Erwägung ziehen, für einen Job umzuziehen, würde ich da aller Wahrscheinlichkeit nach mitgehen. So sehr hänge ich nicht an meiner Schule.

    Zum Ausgangspost: vielleicht habe ich es überlesen, aber warum hast du dich denn soweit weg beworben? Hätte es nicht auch eine Schule weniger weit weg getan? Tolle Schulen gibt es überall.

    Ich kann verstehen, dass man noch mal was anderes sehen will, insbesondere, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

    Öffentlicher (Nah)-Verkehr ist Deutschland ist, äh, nicht wirklich gut.

    Die Schweiz zeigt, dass es auch anders gehen kann. Das wird aber nicht zur Kenntnis genommen, sondern argumnetiert, man müsse nr genug Zeit verschwenden (also überlange Umsteigezeiten einplanen), damit es trotzdem klappt.

    Hm? Natürlich wird das zur Kenntnis genommen? Wie kommst du darauf, dass dem nicht so sei? Hier gibt es aber nun mal mehrere Perspektiven:

    1. Die Perspektive, in der man eben in der Situation, wie sie jetzt ist, von A nach B kommen muss. Dann ist der Hinweis darauf, dass man Umsteigezeiten einplanen und vielleicht einen Tag vorher fahren kann, vollkommen in Ordnung. Dass das nicht immer geht bleibt savon unberührt.

    2. Die Perspektive, in der man generell über den Schienenverkehr spricht. Um die ging es gerade an der Stelle aber nicht (hier im Thread natürlich schon).

    Meinetwegen kann der Bau neuer Autobahnen und die Subventionierung bereits bestehender Autobahnen sofort eingestellt werden. Die 11 - 13 Cent pro Kilometer zahle ich meinetwegen selbst. Wenn das Geld dann 100% in den Ausbau des ÖPNV / des Schienenverkehrs geht, dort endlich mal reformiert wird und am Ende tatsächlich ein brauchbarer Massenverkehr herauskommt, wäre allen geholfen.

    Mich fragt nur keiner. Ich gehe wählen, bin Parteimitglied und mache kommunal ein bisschen was. Das wars dann aber auch schon.

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    Ich fasse zusammen: es ginge, in Deutschland wurde es verkackt und die Nutzerinnen lassen es mit sich machen.

    Die männlichen Nutzer nehmen das Auto, während die weiblichen Nutzer (= Nutzerinnen) "es mit sich machen lassen"? Das ist schon etwas sexistisch von dir, meinst du nicht?

    So planen, dass man beim Fahren Luft und Zeit hat.

    Ich muss nächstes Wochenende an die Ostsee. Um 13:30 Uhr am Samstag muss ich dort sein. Freitag bereits Losfahren, geht nicht; ich werde auch nicht alleine fahren.

    Option 1: Ich gehe um 4:00 Uhr morgens aus dem Haus, laufe ca. 25 Minuten zum Bahnhof, fahre dann 8,5 Stunden mit 5 mal Umsteigen Zug und hoffe, dass alle Anschlüsse klappen. Auch diejenigen mit 6 Minuten Umsteigezeit. Aus Jahren des Pendelns, zeitweise als Wochenendpendler weiß ich: das ist unrealistisch.

    Option 2: Ich fahre um 6:00 Uhr gemütlich mit dem Auto los und bin 6 Stunden plus Pause später an der Ostsee. Und zwar nicht an irgendeinem Bahnhof, sondern genau da, wo ich hin will.

    Die Wahl fällt wirklich leicht.

    Auch in meinem Studium kam im Hauptstudium (oder sagen wir: in der zweiten Hälfte des Studiums)

    nämlich die gesamten diagnostischen und therapeutischen Inhalte, die wesentlich für meine alltägliche Arbeit sind.

    Es ging hier nicht um das Förderschullehramt, sondern um das Gymnasiallehramt und insbesondere um geisteswissenschaftliche Fächer und Informatik. Vielleicht liest du erstmal, um was es geht, bevor du empört bist.

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    Diese Forderung - bezogen auch auf andere Lehrämter, Länder und Unis als die deinigen - kann ich demnach nur an dich zurückgeben:

    Ich schreibe genau, auf was ich mich beziehe. Insbesondere beziehe ich mich auf das Studium für Lehrämter in Brandenburg (das ist das Bundesland, um das es hier geht), auf Gymnasien und zum Vergkeich noch auf Hessen. Das solltest du eigentlich mitbekommen haben. Und ausreichend ist es für die Diskussion auch. Weniger umfangreich als in Hessen sind die L1/L2/L3 Studiengänge vermutlich in keinem anderen Bundesland.

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    Das ist jetzt etwas offtopic, aber ich erinnere mich noch an die Diskussion, als es 2021 um Frau Baerbock ging, die in Deutschland nur das Vordiplom gemacht hat (und dann einen Master im England). Damals hieß es immer, das Vordiplom sei ja gleichzusetzen mit einem Bachelor. Das Vordiplom aber schloss klassischerweise das Grundstudium ab.

    Das ist doch mal eine belastbare Quelle. Da zeigt sich dein vertieftes, wissenschaftliches Studium.

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    Grundsätzlich denke ich, dass Grundstudium sehr unterschiedlich definiert werden kann, auch je nach Studiengang.

    Das klang gerade noch ganz anders. Aber gut, dass du deine Aussage jetzt relativierst.

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    Bitte? Wie kommst du darauf?

    Das habe ich in meinem Beitrag bereits erklärt. Gerne noch einmal: Wenn jeder x-beliebige Gymnasiallehrer sich nebenbei mal schnell das Wissen und die Fähigkeiten draufschaffen kann, die es bspw. für die Arbeit im Förderschwerpunkt GE braucht (das hast du so im Thread zur Inklusion behauptet), dann ist das Studium offenbar unnötig. Du musst dich schon entscheiden: entweder lernt ein angehender Förderschullehrer im Studium und im Referendariat für den Beruf notwendige Fähigkeiten und Kenntnisse, dann kann nicht jeder x-beliebige Gumnasiallehrer das mal schnell mit ein paar Kursen nebenbei lernen. Oder das nebenbei Lernen ist möglich und machbar. Dann sind aber zumindest der Studienanteil zum Förderschwerpunkt und das Referendariat an einer Förderschule überflüssig.

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