Beiträge von Schmidt

    Jetzt fahre ich zum Arzt für einen PCR, damit ich dann hoffentlich was nachweisen kann.

    Achte drauf, dass der Arzt das richtig macht. Bei einem Freund war nach mehreren positiven Schnelltests der PCR beim Arzt negativ, weil der es nicht geschaft hat, den Stab richtig in die Nase zu stecken. Ein zweiter PCR Test beim ASB war dann, nach richtiger Durchführung, positiv.

    Richtig, der SCHULE! Das bedeutet aber doch nicht, dass jeder L seine Schüler selber beaufsichtigen muss!

    Aufsicht auf dem Hof von 1-2 Lehrkräften, zack, Aufsichtspflicht abgedeckt. Da müssen aber doch nicht 8-16 Lehrkräfte Aufsicht schieben.

    M.E. ist das eine unzulässige Anweisung die ich a) schriftlich einfordern würde und b) von meiner Gewerkschaft in Bezug auf meine Dienstordnung auf Rechtmäßigkeit überprüfen lassen würde.

    In Hessen ist diese Form der Aufsichtspflicht grundsätzlich zulässig. Die Gesamtkonferenz beschließt die Grundsätze für die Aufsichtspläne. Ob die Anweisung unzulässig ist, hinge in Hessen davon ab, was die Gesamtkonferenz beschlossen hat. Wenn in der Gesamtkonferenz bspw. beschlossen wurde, dass Lehrer in ihren eigenen Klassen Aufsicht machen oder, dass die Schulleitung die Einteilung nach eigenem Ermessen vornimmt, dann ist dagegen nichts einzuwenden.

    Wie kommst du denn darauf, dass sich Menschen „fast schon berufsmäßig ausgeschlossen fühlen“?

    Meiner Ansicht nach ist das eine völlig unangemessene Bewertung und nach meiner Erfahrung auch nicht zutreffend.

    Zumindest bei mir trifft das nicht zu, ich habe mich schon lange vor irgendwelchen Genderdiskussionen in vielen Situationen nicht angesprochen gefühlt und daher selbst bevorzugt die weibliche und männliche Form oder auch nur die weibliche zu verwenden.

    Genau, du fühlst dich nicht angesprochen. Das hat aber mit der Realität nichts zu tun. Natürlich bist du in der Regel, mit den wenigen Ausnahmen, in denen es wirklich nur um Männer geht, genauso angesprochen, wie Männer, Non-Binäre, Intersexuelle und alle anderen.

    Im Gegensatz zum generischen Maskulinum, spricht die weibliche Form übrigens wirklich nur Frauen an.

    Zitat von MarieJ

    Und die „sich ausgeschlossen Fühlenden“ gehen auch nicht davon aus, dass ein Gendersternchen sie komplett integrieren kann, sondern dass dies ein Anfang ist. So Bewusstseinsveränderung und so …

    Wer kommt heute ernsthaft noch auf die Idee, dass Frauen qua Geschlecht von irgendetwas ausgeschlossen sind? Ganz ehrlich, wer noch nicht mitbekommen hat, dass Frauen tun und lassen können, was sie wollen, jedenfalls im selben Rahmen, wie Männer und alle anderen, hat eine merkwürdig verzerrte Wahrnehmung. Übrigens: Gleichberechtigung heißt nicht, dass in allen Bereichen des Lebens 50/50 Frauen und Männer zu finden sein müssen. Gleichberechtigung heißt nur, dass niemand aufgrund des Geschlechts in relevanten Feldern ausgeschlossen wird. Dieser Zustand ist schon längst erreicht. Ganz ohne Gendersternchen.

    Es ging aber eigentlich darum, dass eine Gesellschaft nicht bereit sei, für Minderheiten größere Anstrengungen auf sich zu nehmen.

    Scheint eben einen Minenfeld zu sein. Sobald das Ganze für, sagen wir mal Rollifahrerinnen diskutiert würde, sähe es vermutlich anders aus.

    Man stelle sich vor: „diese ganzen teuren Absenkungen für die paar Gehbehinderten …“

    Dafür ist das Gendersternchen dann aber ein ganz, ganz schlechtes Beispiel. Eine reale Erleichterung für Menschen, die in der Realität, erfahrbare und echte Probleme haben ist offensichtlich eine ganz andere Kategorie, als Menschen, die sich fast schon berufsmäßig ausgeschlossen fühlen durch gekünstelte Sprachkonstruktionen zu "integrieren".

    Die selbstverständlichkeit, mit der einem Transmädchen der Zutritt zur Mädchenumkleide verwehrt wird, zeigt dass sie eben gesellschaftlich nicht als Mädchen wahrgenommen wird, obwohl sie sich selbst so sieht. Hier gehen zwei Wahrnehmungen auseinander, dazu müssten wir uns etwas einfallen lassen.

    Natürlich wird sie gesellschaftlich nicht (sofort) als Mädchen wahrgenommen. Warum sollte sie? Ich werde von der Gesellschaft auch nicht als zwei Meter großer Asiate wahrgenommen, unabhängig davon, wie ich mich fühle oder selbst sehe. Man definiert nicht selbst, wie man von anderen wahrgenommen wird. Man kann sich selbst soweit wie möglich anpassen, um so wahrgenommen zu werden, wie man das gerne hätte. Man kann aber nicht andere Menschen zu einer bestimmten Wahrnehmung zwingen. Was genau sollen wir uns dazu einfallen lassen?

    Von einer gesellschaftlichen Mehrheit, die aber schon am Gendersternchen scheitert, erwarte ich allerdings nicht viel.

    "Am Gendersternchen scheitern" impliziert, dass die Verwendung des Gendersternchens irgendeinen Mehrwert hätte. Den hat er nicht.

    Schmidt : Ich suche eigentlich nur eine Lösung, die sich für alle Beteiligten richtig anfühlt.

    Deine harten Worten irritieren mich.

    Das sind nicht meine Worte. Das sind die Worte des örtlichen Transvereins, einer Gruppe linksextremer Schüler und (weniger hart, aber im Prinzip ähnlich) des Gleichstellungsbüros der Gemeinde. Und der Eltern der Schülerin, die ein paar Wochen zuvor noch ein Junge war und genau solche Angebote, wie du sie beschreibst, bekommen hat, weil sie eben nicht in die Mädchenumkleide und die Mädchentoiletten sollte.

    SchmidtGenauso, wie eine zwei Meter große, 30-jährige Person, mit männlichen Geschlechtsteilen die Damenumkleide und Damenduschen im Fitnesstudio benutzen dürfen muss und auch beim Frauensport mitmachen dürfen muss, wenn sie sich als Frau fühlt. Dass die anderen Beteiligten damit vielleicht ein Problem haben, ist irrelevant.

    Hast du mal eine Quelle dafür, dass entsprechende Interessengruppen das fordern?

    Unzählige. Mein bester Freund ist ein Transmann und ich hatte die letzten Jahre genug mit allen möglichen Interessengruppen zu tun.

    Lies dich im Internet ein und sprich vielleicht vor Ort bei dir mit Transgruppen.

    Hinzu kommt: das fordern sogar die Grünen. Denn wenn die Eintragung des Geschlechts nur noch reine Formsache ist, dann MUSS jeder, der den Geschlechtseintrag "weiblich" hat, bei Frauensportgruppen mitmachen dürfen und in jede Frauenumkleide und -dusche gelassen werden. Das vorgeschlagene Selbstbestimmungsgesetz wird aller Wahrscheinlichkeit nach kommen.

    Versteh mich nicht falsch: ich habe Grün gewählt, bin da Mitglied und engagiere mich (nicht sehr ausgiebig) in verschiedenen Arbeitsgruppen. Das ist kein Grünen Bashing. Ich habe auch vollstes Verständnis für die Interessen von Tansmenschen. Die Diskussion ist mir nur an vielen Stellen deutlich zu einseitig und zu extremistisch.

    Genau so haben wir es vor einigen Jahren gehandhabt, als eine Schülerin auf dem Weg zur Geschlechtsumwandlung war (zum Ende des Schuljahres war sie dann auch offiziell ein "er").

    Geschlechtsangleichung, nicht Geschlechtsumwandlung. Es wird nichts umgewandelt, sondern das nach außen sichbare Geschlecht so weit wie möglich und gewünscht an das "gefühlte" Geschlecht angeglichen.

    Die ist aber (in Deutschland mittlerweile) unabhängig vom Personenstand. Das ist die "offizielle" Änderung des Geschlechtseintrags inklusive neuem, andersgeschlechtlichen Vornamen.

    Es gibt auch Transsexuelle, die sich die Personenstandsänderung nicht leisten können (die muss über das Amtsgericht mit psychologischen Gutachten erfolgen und kostet > 1000 Euro) und diese deshalb lange nicht machen lassen. Gelegentlich reicht für den ein oder anderen auch, gegengeschlechtliche Hormone zu nehmen und optisch (angezogen) als gegengeschlechtlich wahrgenommen zu werden. Es gibt auch Transsexuelle, die den Personenstand ändern lassen, aber keinerlei Operationen vornehmen lassen und das auch nicht wollen.

    Ah, ein Remake des „Wer seinen Geschlechtseintrag im Ausweis ändern lässt, möchte auf Toiletten vergewaltigen.“-Beispiels.

    Nein, eine vernünftige Frage. Warum wiegt das Interesse einer Transfrau die aussieht wie ein Mann in einer konkreten Situation mehr, als die Interessen von als solchen geborenen Frauen? Woher weißt du, dass nicht eine der Frauen Erfahrung mit sexueller Gewalt hatte und Frauenräume als Schutzräume versteht? Warum wird so einer Frau im Zweifelsfall effektiv (von jemandem, der aussieht wie ein Mann und auch so sozialisiert wurde) gesagt, sie solle sich nicht so anstellen und könne ja gehen, wenn sie eine diskriminierende TERF sei, während eine Transfrau? Das ist doch absurd.

    Wenn ersteres, dann

    Ein Kind mit Jungssozialisation und äußeren Jungsgeschlechtsteilen darf nicht in die Mädchenumkleide, sollte er sich bei den Jungs auch falsch fühlen, suchen wir eine Lösung.

    Ich weiß nicht, was an den zwei von dir geschilderten Fällen der Unterschied für die Situation vor Ort sein soll.

    Das ist sexistisch, diskriminierend und psychologische Folter. Wenn ein Kind mit Jungensozialisation und äußeren Jungengeschlechtsteilen als Mädchen fühlt, dann musst du sie in die Mädchenumkleide lassen. Genauso, wie eine zwei Meter große, 30-jährige Person, mit männlichen Geschlechtsteilen die Damenumkleide und Damenduschen im Fitnesstudio benutzen dürfen muss und auch beim Frauensport mitmachen dürfen muss, wenn sie sich als Frau fühlt. Dass die anderen Beteiligten damit vielleicht ein Problem haben, ist irrelevant.

    Es ist eigentlich auch egal, als was er sich fühlt, als Alien oder Außenseiter, als Mädchen oder Hochbegabter, entscheidend für mich als Lehrkraft ist doch, er fühlt sich bei den Jungs nicht wohl. Wo könnte dann sein Platz sein, mit dem alle leben können.

    Das reicht nicht. Du darfst Menschen nicht aufgrund ihrer körperlichen Eigenschaften und ihrer Sozialisierung einteilen. Schon, dass du den Schüler weiterhin als "er" bezeichnest, ist hochgradig diskriminierend.

    Nicht meine Ansicht, aber genau das ist die Konsequenz daraus, wenn man alle Befindlichkeiten von Minderheiten vollumfänglich berücksichtigen muss. Und das ist genau das, was entsprechende Interessengruppen kritisieren bzw. fordern.

    Ein so vernünftiger Umgang mit der Thematik wäre sinnvoll.

    Du hast geschrieben, dass Post-Covid sicherlich kein gesellschaftliches Problem ist. Ich habe dir geantwortet, dass es eine Reihe von Experten gibt, die genau davor warnen.

    Du solltest auch die Begründungen bzw. deren Fehlen wahrnehmen und darüber nachdenken. Nicht einfach alles nachplappern. ;)

    Wenn dich jemand "warnt" und diese Warnung nicht begründet, ist sie wenig wert.

    Es ging hier nur um einen Aspekt und zeitlich nur um das erste Coronajahr. Die tatsächlichen Kosten sind um ein vielfaches höher. Alleine die Neuverschuldung sind rund 500 Milliarden plus Zinsen. Der Werschöpfungsschaden der deutschen Wirtschaft wurde Anfang des Jahres auf rund 350 Milliarden geschätzt. Wenn man alles zusammenzählt ist man am Ende im Bereich von Billionen (1 Billion sind 1000 Milliarden). Manche Zahlen sind doch ganz schön groß, oder?

    Du wirfst da einiges durcheinander.

    Es geht um den wirtschaftlichen Schaden durch Long Covid. Entgegen deiner Annahme ist der nach aktuellen Kalkulationen nicht besonders hoch. Lies nochmal den von mir zitierten Beitrag.

    Die anderen Zahlen, die du in den Raum wirfst, haben nichts mit Long Covid zu tun, sind also ein anderes Thema.

    Insgesamt wird die Pandemie teuer, das stimmt. Ein erheblicher Teil davon, ist aber durch überzogene Maßnahmen, sinnlos rausgeschmissenes Geld, sinnfreier "Unternehmensrettungen" usw. selbst verschuldet. Wie das am Ende aussieht, wird sich zeigen.

    Du solltest lernen, Informationen auch auf- und anzunehmen. Wenn etwas nicht zu deinem Argument passt, wird einfach das nächste Thema aufgemacht, statt am eigentlichen Thema zu bleiben. Vielleicht bleibt bei dir ja wenigstens hängen, dass Adipositas ein erhebliches und wachsendes gesellschaftliches Problem ist.

    Naja, Herr Lauterbach ist immer studierter Mediziner. Drosten etc. haben sich ähnlich geäußert. Welche Qualifikation bringst Du mit?

    Herr Lauterbach hat vor > 30 Jahren ein Medizinstudium abgeschlossen, aber nie als Arzt gearbeitet und in den letzten 30 Jahren nicht medizinisch geforscht. Nicht mal seine Zeit als AIP wollte er ableisten. Dass er heute seine Approbation hat, liegt einzig daran, dass AIP irgendwann abgeschafft wurde.

    Das war aber gar nicht meine Frage. Ich habe dich gefragt, auf welche Fragestellung du die besondere Befähigung von Herrn Lauterbach genau beziehst.

    Herr Drosten ist hinsichtlich jeder Fragestellung, die sich konkret auf epidemiologische Fragen bezieht, deutlich besser qualifiziert. Was nicht schwierig ist, da Herr Lauterbach effektiv keine Qualifikation hat, um sich dazu fachkundig zu äußern. Bei deiner Aussage ging es aber weder um Herrn Drosten noch um mich. Aber netter Versuch.

    Zu den Auswirkungen können wir einfach mal rechnen. Die TKK rechnet mit 1,3 Mio Fehltagen. Wenn die wirtschaftliche Schaden bei 100 € liegt, wären das schon alleine 130 Mio €. Dazu kommen noch Behandlungskosten etc. Und das alles nur für das erste Pandemiejahr. Mit niedrigen Zahlen und ohne Varianten.

    130.000.000 (130 Millionen) Euro? :D 100 Euro sind für den (theoretischen, nicht praktischen!) wirtschaftlichen Schaden wegen Fehltagen zu niedrig. Man rechnet eher mit ca. 400 Euro pro Tag. Das wären dann immerhin ca. 520.000.000 (520 Millionen) Euro.

    Um dein Verhältnis von Geld auf Staats- und Wirtschaftsebene zurechtzurücken:

    - Das neue Bundeskanzleramt hat 600.000.000 (600 Millionen) Euro gekostet.

    - Deutschland hat ein BIP von über 3.000.000.000.000 (3 Billionen = 3 Millionen Millionen) Euro.

    - Die Kosten für Adipositas beliefen sich 2015 auf ca. 63.000.000.000 (63 Milliarden = 63.000 Millionen) Euro. Die darin enthaltenen indirekten Kosten (Arbeits- bzw. Produktivitätsausfälle, Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit sowie vorzeitiges Versterben, also im Wesentlichen der wirtschaftliche Schaden) betragen 33.000.000.000 (33 Milliarden = 33.000 Millionen) Euro. (https://de.statista.com/statistik/date…in-deutschland/)
    Dieses Problem wird eher größer als kleiner.

    - Lego (ich weiß, kein deutsches Unternehmen, hilft aber beim Erlangen einer realistischen Perspektive) hat 2021 einen Gewinn (!) von 1.800.000.000 (1,8 Milliarden = 1800 Millionen) Euro ausgewiesen. Nicht Umsatz. Gewinn.

    - Depressionen verursachen einen wirtschaftlichen Schaden von > 10.000.000.000 (10 Milliarden = 10.000 Millionen) Euro.

    - 520.000.000 (520 Millionen) Euro entsprechen bei 4.000.000 (4 Millionen) Hartz IV Empfängern, die wir durchschnittlich jedes Jahr haben, 130 Euro pro Person (10,83 Euro pro Monat)

    Nicht alle Zahlen, die groß aussehen, sind es objektiv auch.

    ===

    tl;dr Variante

    Wirtschaftlicher Schaden Corona => Ca. 520 Millionen Euro

    Neues Bundeskanzleramt => 600 Millionen Euro

    BIP Deutschland => 3 Billionen Euro (3 Millionen Millionen)

    Wirtschaftlicher Schaden Adipositas pro Jahr => Ca. 33 Milliarden Euro (33.000 Millionen)

    Direkte Kosten Adipositas pro Jahr => Ca. 30 Milliarden Euro (30.000 Millionen)

    Gewinn Lego 2021 => 1,8 Milliarden Euro (1800 Millionen)

    Wirtschaftlicher Schaden Depressionen pro Jahr => mindestens 10 Milliarden Euro (10.000 Millionen)

    520 Millionen Euro auf 4 Millionen Hartz IV Empfänger umgelegt => 130 Euro pro Person im Jahr / 10,83 Euro pro Person pro Monat

    Da gibt es Menschen, die deutlich mehr Ahnung haben als wir, die das anders sehen. Zum Beispiel Herr Lauterbach:

    Von was genau meinst du, hat Herr Lauterbach mehr Ahnung?

    Inwiefern ist ca. 1% Arbeitskraftausfall wegen "Long Covid" ein Problem? Das wären in unserem Kollegium ca. zwei Kollegen, wenn sich alle infizieren würden, die, zeitlich versetzt, über drei bis vier Monate ausfallen. Da gehen mehr Kollegen in Mutterschutz, Elternzeit oder fallen wegen irgendetwas anderem länger aus. Wo ist das gesellschaftliche Problem?

    Long COVID bedeutet nicht nur zwei Monate Schlappheit und gelegentlich Kopfschmerzen. Vielleicht erst einmal informieren, bevor solche verharmlosenden Aussagen hingeworfen werden. Hier z.B. https://www.tagesschau.de/inland/faq-longcovid-101.html

    Hast du die von dir verlinkte Zusammenstellung gelesen? Long Covid bedeutet, nach vier Wochen noch/wieder irgendwelche Symptome oder Nachwirkungen zu haben. Da sind selbstverständlich Menschen dabei, die zwei oder drei Monate brauchen, um sich von der Virusinfektion wieder zu erholen. Und auch diejenigen, die zwei Monate lang etwas schlapper als gewöhnlich sind und gelegentlich Kopfweh haben. Vgl. auch diverse Long Covid Studien, die frei verfügbar sind. Das ist kein gesellschaftliches Problem. CFS kann ein gesellschaftliches Problem werden, danach sieht es zur Zeit aber nicht aus.

    Die Frage ist, ob man das Risiko eingehen kann/möchte ...

    Wer ist "man"? Das hat von den hier Schreibenden keiner zu entscheiden und darauf auch keinen Einfluss. Diejenigen, die auf den generellen Umgang mit Corona einen Einfluss haben, haben im Wesentlichen entschieden, dass Corona vorbei ist. Wie sich das im Herbst entwickelt, wird sich zeigen. Die geplanten Maßnahmen sehen aber bisher eher harmlos aus. Damit solltest du dich abfinden. Vielleicht kommt noch mal eine super infektiöse "Killer-Variante", dann bekommst du vielleicht auch den Lockdown, den du dir so sehr wünscht. Who knows?

    Aber nur damit ich deine Argumentation richtig verstehe: Weil es ganz viele Probleme gibt, ignorieren wir die Risiken aus Corona einfach?

    Wer ist "wir"? Nochmal: du hast gar keinen Einfluss darauf, wer sich wo und wie mit Corona infiziert. Klar kann man "aufpassen", es wird sich aber im Endeffekt nicht verhindern lassen, dass sich Menschen weiterhin fleißig anstecken. In der Hinsicht ist Corona so ähnlich wie Krebs (wenn auch insgesamt harmloser): natürlich will niemand Corona/Krebs bekommen, bis zu einem gewissen Grad versucht man in seinem Leben Risikofaktoren zu minimieren, aber trotzdem erkranken und sterben Menschen an Corona/Krebs oder werden manchmal durch die Krankheit dauerhaft geschädigt. Ja, das ist kacke, es lässt sich aber effektiv nicht ändern.

    Die Lösung wäre also sich einfach nur um das schlimmste Problem zu kümmern?

    Wen genau meinst du? Und was soll die Unterstellung? Ja, es gibt wichtigere und größere Probleme. Nein, das heißt nicht, dass sich die medizinische Forschung nicht um Corona kümmern sollte. Wie kommst du darauf, dass ich das irgendwo geschrieben habe?

    Du bist dir wirklich sicher, dass Übergewicht ein größeres gesellschaftliches Problem ist als Corona?

    Übergewicht oder genauer Adipositas ist auf jeden Fall ein größeres gesellschaftliches Problem, als mögliche Folgeerkrankungen von Corona. Jedenfalls nach aktuellem Stand. Und nein, "Long-Covid" das sich durch zwei Monate Schlappheit und gelegentliche Kopfschmerzen äußert, ist kein gesellschaftliches Problem. Wie viele ernste Long-Covid Fälle und wie viele/welche durch Covid ausgelöste Spätfolgen es gibt, wird sich zeigen.

    Du hat insgesamt irgendwie eine merkwürdige, selbstüberhöhende Einstellung dazu, wie relevant deine Ansichten in der Welt sind. "Wir" machen im Bezug auf Long-Covid oder die gesundheitliche Zukunft der Menschen im Allgemeinen nur sehr wenig.

    Beim letzteren gebe ich dir vollkommen Recht. Aber sie machen ja gerade einen Produktionsausfall. Wenn Omikron so durchlaufen würde, müsste man nicht ganze Städte in den Lockdown schicken. Ich denke, dass China sich der LongCovid-Problematik deutlich bewusster ist. Wenn wir Pech haben, züchten wir uns gerade ein Problem für die nächsten Jahrzehnte...

    Die Probleme der nächsten Jahrzehnte sind, dass niemand mehr eine Ausbildung machen will bzw. immer weniger Schüler dazu überhaupt in der Lage wären, Inflation, Kriege, Klima, Überalterung der Gesellschaft, die Wachsende Schere zwischen arm und reich, Übergewicht, etc. Nicht zwingend in dieser Reihenfolge. Ob Corona Nachwirkungen da überhaupt in den Top-10 unserer Probleme auftauchen werden wird sich zeigen. Ich bezweifle es.

    Das mit den Lockern ist so nicht richtig. Gucken wir z.B. nach China. Da fragt man sich, warum fahren die so eine extreme Null-Covid-Strategie, wenn ihr Volk doch eigentlich recht jung ist und Corona nur eine Grippe.

    Weil China keinen Produktionsausfall will und es dort keinen wirksamen Impfstoff gibt. Das Volk, im Sinne von Menschen als solche, ist der politischen Führung vollkommen egal.

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