Bittet doch eure Schulleitung mal euch ein Halbjahr fast nur Oberstufe unterrichten zu lassen und berichtet davon, wie easy Oberstufenunterricht ist, da man ja fachlich alles überblickt. Dann wirst du feststellen, dass es bei der Anstrengung gar nicht darum geht, dass man das fachlich nicht überblickt.
Ich finde Oberstufenunterricht um ehrlich zu sein entspannter als die Mittelstufe.
In Englisch kann man mit denen tatsächlich inhaltlich arbeiten und die sind immer selbstständiger/man kann immer mehr Selbstständigkeit einfordern. Klausuren bewerten dauert länger, als z.B. in der 5, aber Wortzahlbegrenzungen und Routine wirken Wunder. Das bleibt alles im Rahmen. Ich gebe dir allerdings Recht, dass das Englisch Abi nervig ist. Darauf könnte ich gut verzichten.
Noch entspannter ist Infromatik. An meinem Material ändere ich kaum noch was, die Kurse sind meist klein, die Leute wählen das Fach in der Regel, weil es sie wirklich interessiert und die Klausuren sind schnell bewertet. Wahlpflicht oder Grundbildung in der Mittelstufe ist anstrengender.
Lange Rede kurzer Sinn, ich bin zwar gut ausgelastet, habe aber nicht das Gefühl, mich kaputt zu arbeiten und arbeite in der Summe im Jahr nicht mehr als vertraglich vereinbart ist.
Grundschule stelle ich mir insgesamt anstrengender vor, als Oberstufe. Ich habe natürlich keinen direkten Vergleich, aber 6- bis 10-Jährige brauchen eine andere Aufmerksamkeit, als 16-Jährige, man kann viel kaputt machen, wenn im Anfangsunterricht etwas schiefläuft und die pädagogische Arbeit ist deutlich ausgeprägter, als bei fast Erwachsenen (bei denen Pädagogik natürlich auch noch eine Rolle spielt).
Meinetwegen können alle Lehrer A13 oder A14 bekommen. Hundepfleger auch und Leute bei der Müllabfuhr sowieso. Mir erschließt sich nicht, wie mir ein Schaden entsteht, wenn andere besser verdienen. Mehr geht natürlich immer, aber solange ich das Gefühl habe, angemessen für meine Arbeit entlohnt zu werden, ist es mir relativ egal, ob andere mehr verdienen.