Denselben Satz könnte ich jetzt wiederholen.
Tja, so ist das. Wir sind beide Zugezogene, von noch früher (vor dem Studium) gab es niemanden mehr. Im Studium kannte man zig Leute, mit Studienende sind viele mit dem ersten Job weggezogen. Wobei die anderen auch irgendwie alle zugezogen waren. An unserer Provinzuni habe ich während der gesamten Studienzeit genau eine Person kennengelernt, die gebürtig aus eben dieser Universitätsstadt kam. Und außerhalb der Uni kannte man absolut niemanden, man hat sich jahrelang immer ausschließlich im Uni-Kosmos bewegt. Wir selbst hatten dann Kinder (mein Mann hat sogar noch studiert), und es hat sich gezeigt, dass damit der Graben noch breiter wurde zu den ehemaligen Kommilitonen: Wir waren vollauf mit zwei kleinen Kindern beschäftigt, und die anderen eben so gar nicht (...) Die allermeisten insbesondere von meinen ehemaligen Studienfreunden sind bis heute kinderlos, so weit ich das noch mitbekommen habe. Mein Mann hatte im Studium zwei sehr enge Freunde. Nach dem Studium haben die sich durchschnittlich anfangs noch dreimal im Jahr, später zweimal pro Jahr getroffen, inzwischen gibt es schon seit Jahren nur noch Kontakt zu einem von ihnen, und man trifft sich mit viel Glück noch einmal in zwei Jahren.
Mit den Kindern waren wir irgendwie viele Jahre mit uns selbst beschäftigt. Nun sind die Kinder fast groß, die Uni über 15 Jahre her, aber man lernt halt niemanden mehr kennen bzw. gibt es in unserem Alter eigentlich generell kaum noch Interesse, neue Freundschaften zu bilden. Ich habe schon mehrfach den Satz "Ich hab meine (wenigen) Freunde, ich brauche keine neuen." gehört.