Beiträge von schaff

    Für den Jobeinstieg mag das ggf. noch eine Rolle spielen, aber spätestens nach 10 Jahren im Beruf sollten andere Faktoren Einfluss auf die Vergütung haben - so auch bei Beamten (m/w/d). Daher sehe ich nicht, warum ein Beamter (m/w/d) unbedingt genauso viel verdienen müsse als jemand mit vergleichbarer Qualifikation. Wir haben ja gerade bei jungen Menschen das Problem, dass sie denken, sie müssen studieren, um später gutes Geld zu verdienen. Anforderungsgrad und gesellschaftliche Relevanz machen sich jedoch nicht alleine an der Qualifikation fest. Von der Leistungsfähigkeit auf Individualebene mal ganz abgesehen. Ein Beamter (m/w/d) kann genauso viel verdienen wie jemand mit vergleichbarer Qualifikation - ich habe jedoch ein Problem damit, hieraus eine Erwartungshaltung abzuleiten.

    Du brauchst aber eine gesellschaftlich anerkannte Vergleichsgruppe/Metrik, damit du vergleichen kannst. Eine allgemein anerkannte ist es über die Ausbildungshöhe/tiefe zu gehen. Ansonsten kannst du dir die ganze Debatte sparen, weil jeder von uns unterschiedlich ist und eine ander Vita hat und am Ende kannst du nur dein eigenes Gehalt mit deinem eigenen Gehalt vergleichen und kommst zum Schluss, dass du Fair bezahlt wirst, weil du genausoviel verdienst wie du.


    Natürlich habe ich eine grundlegende Erwartungshaltung, dass wenn die Ausbildung länger oder schwieriger ist, ich das am Ende entweder durch gesellschaftliche Anerkennung oder auf meinem Bankkonto sehe.

    Natürlich gibt es per se keinen kausalen zusammenhang zwischen Ausbildung und späteren Gehalt.


    Trotzdem entsteht gerade durch so solche Gegenbeispiele die Missgunst gegenüber andere Personen. Für den großteil der Bevölkerung ist es akzeptabel, dass eine Person mehr verdient als eine andere, wenn die Ausbildung "höherwertiger" ist (Oder zumindest in der Gesellschaft "Wichtiger" ist).

    Ein Problem entsteht dann, wenn eben der Influenzer ohne nennenswerte Kenntnisse/Ausbildung mehr verdient als eine Person, die diese eben in Ihrer Vite stehen hat. (Deswegen gibt es ja da berechtigte Debatte um Pflegekräfte, die Trotz hartem Job und Ausbildung wenig verdienen.


    Jetzt wird aber der Median/Durschnitt der Beamtengehälter genommen und verglichen mit dem Median/Durchschnitt aller Berufsgruppen bzw Gehälter in Deutschland. Wobei letztere eben nicht in der Masse studiert haben bzw. ein Studium als Voraussetzung haben. Das Gehalt eines A6-7 Beamten ist zuvergleichen mit dem eines Gesellen. Genauso wie das Gehalt eines A13 Beamten zu vergleichen ist mit den Berufsgruppen die im vergleichbaren höheren Dienst arbeiten (Manager etc)

    Ich habe mit diesen Prüfungen zwar nicht direkt etwas zu tun (unterrichte am BK), aber ich spüre die Auswirkungen von "Im Zweifel für den Schüler". Von den Schülern, die zu uns in die Höhere Handelsschule mit der mittleren Reife kommen, kann kaum noch jemand Prozentrechnung. Statt Grundwert 10 / 100 rechnen die alle nur noch Grundwert * 0,1. Sie beherrschen den üblichen Dreisatz nicht. Vielleicht ein oder zwei Schüler in einer Klasse können noch richtige Prozentrechnung.

    Von da her ist für mich bei der obigen Aufgabenstellung völlig klar, dass B2/C2 falsch ist. Im besten Falle unvollständig. Es sei denn, die Aufgabe sollte mit einer Tabellenkalkulation gelöst werden UND die Zelle C2 ist als Prozent formatiert. Dann wäre B2/C2 absolut korrekt.

    Das ist aber doch genau der Sinn, dass nicht zwingend ein bestimmter Rechenweg gefordert wird bei der Kompetenzorientierung. Und solange der Schüler einen korrekten mathematischen Weg aufzeigt (der nicht zufällig nur bei dieser Aufgabe funktioniert) bin ich damit fein. Und wenn die Aufgabenstellung da nicht genau genug ist, seh ich es nicht ein. Punkte abzuziehen, nur weil der Schüler nicht meinen gedachten Weg genommen hat. Da musste ich mir in selbst gestellten Klausuren auch hin und wieder an die Nase fassen, weil ich nicht aufgepasst habe und beispielsweise nur den Operator "gib an" genutzt habe, obwohl ich einen Rechenweg haben wollte.

    Wie geht das denn, wenn z. B. nach einer Formel gefragt wird? Da gibt’s doch unendlich viele falsche Antworten 😉.

    Habe inzwischen in die MSA prüfung schauen können. Jetzt kann ich auch deine Verwunderung verstehen. Bei der EESA musste man nur enkreuzen, ob eine Formel dafür geeignet ist. Dort wurde keine Freitextantwort gefordert

    Bei den EESA aufgaben ist explizit angegeben, welche Antworten falsch sind und welche richtig. Im zweifel würde ich aber für den Schüler pledieren und G/10 als richtig werten.


    DIe EESA-Aufgaben fand ich im Grundegenommen fair. Ein-zwei Fallstricke aber ansonsten eigentlich ganz dankbar.

    WIr nutzen Anton an unserer Schule (über fast alle Fächer hinweg). Im Grundegenommen eine nette Sache. Manchmal frustierend für die Schüler, wenn eine Aufgabe "richtig" gelöst wurde, aber das Programm sagt, dass sie falsch ist, weil Sytaxfehler gemacht wurden. in den unteren Stufen funktioniert das auch ganz gut bei den oberen Stufen muss man schauen, dass die Schüler auch alles beantworten können (Manchmal setzt das Programm dinge voraus, die man im Unterricht noch nicht zwingend behandelt hat oder hat andere Schreibweisen)

    Ich habe gerade nur die Prüfung für den EESA hier liegen. Und da haben wir andere Aufgaben. Sagt der Erwartungshorizont denn explizit, dass die Antwortmöglichkeit falsch ist? Ich würde Sie pauschal aber als richtig werten (Solange aus der Aufgabenbeschreibung nicht explizit hervorgeht, dass der Prozentsatz variable sein soll.

    Das ganze ist doch Jacke wie Hose. Wenn Beamte in die Rente überfürt werden muss der AG (in dem Fall das Land/der Staat) auch die Arbeitnehmeranteile zahlen und wenn er keine klagenriskieren will muss er auch allen Beamten einen höheren Bruttolohn zahlen, da es sonst einer massiven kürzung des Lohns zur folge hätte.


    Wenn dann am Ende auch noch die Beamten aus diesem Topf ihre Rente/Pension beziehen, dann haben wir das Problem einfach nur x Jahre in die Zukunft verschoben. Das System trägt sich einfach nicht, da ist es egal, ob jetzt schon 30 Millionen einzahlen und mehr am Ende rausgenommen wird oder ob 35 Millionen einzahlen und am Ende mehr rausgenommen wird.


    Unterm Strich führt das ganze nur dazu, dass es mehr Menschen gleich schlecht geht.

    Ich kann zum eigentlichen Thema nichts sagen und wollte eigl nur mitteilen, dass ich zu dumm zum Lesen bin und mich die ganze zeit gewundert hab, was Bayern wieder hat, dass die über "Hymen" reden und gesetze verabschieden wollen. Wird wieder Zeit für Ferien

    Die Verhandlungen dürfen nicht starten, so lange der Tarifvertrag noch gilt. Eher anfangen geht daher nicht.

    Die Verhandlungen dürfen vorher anfangen, nur gestreikt werden darf nicht. (Das ist zumindest die Begründung, warum sie nicht vorher beginnen.)


    Meines Erachtens kann man aber die erste Verhandlung schon vorher starten – und zwar so, dass das Ende des zweiten Verhandlungstermins auf den Tag des Endes des Tarifvertrags fällt.

    Die Tarifverhandlungen laufen doch ohnehin immer gleich ab:

    Der erste Tag endet damit, dass der Arbeitgeber kein Angebot vorlegt, und dann vergeht ein Monat, ohne dass irgendetwas passiert.

    Bei der zweiten Runde gibt es ein Minimalangebot der Arbeitgeber, und es kommt zu zaghaften Streiks.

    Bei der dritten Runde einigt man sich auf irgendetwas dazwischen (leider oft näher am Arbeitgeber-Angebot als an den Arbeitnehmer-Forderungen).

    Ich war selbst Bundesbeamter, bevor ich zum Land wechselte. Zu meiner Entlassung musste ich angeben, ob das ganze natlos geht (ging es nicht) und so wurde meine Dienstzeit in die Rentenkassen überführt. Und ich konnte (innerhalb von 3(?) Jahren) den Prozess rückgängig machen, sodass das Geld meiner vorherigen Dienstzeitaus der Rentenkasse wider entnommen wurde und in meine Pensionskasse eingezahlt wurde. Ich habe also nichts verloren. Das ganze ging aber relativ automatisch, nachdem ich bei der Einstellung gesagt habe, dass ich vorher Bundesbeamter war.

    Die Versetzung funktioniert soweit ich weiß nur, wenn du weiter als 50(?) Km von deiner aktuellen Schule entfernt wohnst. Und dann auch (glaube ich) nur auf Schulen, die unter dieser Grenze sind.

    Eine Kleine Anektdote, wie schüler durchgeschliffen werden. Die beste (leider vom Schüler ernst gemeinte) Frage war: "Wieso bekomme ich eine 6? Ich war doch immer da und hab selten gestört" Seines erachtens nach hätte das eine 4 sein müssen, weil er diese bei den vorherigen Lehrern auch immer deswegen bekommen hat. Er hat aber rein garnichts im Unterricht gemacht, jeder schriftliche Nachweis war auch eine 6.

    Inzwischen bin ich aber auch dazu über gegangen eine 5 zu verteilen, wenn einige wenigstens den Unterricht nicht stören.

    Wir haben ständig Disskusionen, dass wir auch die schwachen Schüler den Abschluss ermöglichen sollen. Begründet wird das damit, dass die ohne Abschluss nicht auf dem Arbeitsmarkt kommen. Also wird man gedränkt doch die 3 oder 4 zu geben. Find ich persönlich Käse, da die zum einen in einen Topf mit denen geworfen werden, die den Abschluss verdient haben und zum anderen die Firmen das auf Kurz oder lang eh mitbekommen und dann nur noch Schüler mit den nächst höheren Abschluss einstellen, weil die wissen, dass ein Schüler mit Hauptschulabschluss (oder EESA, wie er jetzt heißt) und einer 3-4 in Mathe gerade so unfallfrei zwei zweistellige Zahlen addieren kann. Aber auch nur, wenn man ihm genug zeit gibt und nach möglichkeit einen Taschenrechner zur verfügung gibt. (Und auch wenn das hier gerade übertrieben klingt, ist es näher an der Wahrheit, als man glaubt)

    Keine Schulleitung aber mal die Sicht eines "durschnittlichen Performers". Mich drängt es momentan eher zum unteren Drittel als zum oberen Drittel. ganz einfach, weil ich zumindest das Gefühl habe, dass das obere Drittel schon gefüllt ist und es dort ein gewissen "Halo"-Effect gibt, sodass jeder Handschlag von diesen von der Schulleitung grundsätzlich positiver aufgenommen wird, als wenn ein anderer Kollege diesen Handschlag machen würde. Daher habe ich zumindest aufgehört ins obere Drittel zu streben und gemerkt, dass es recht gemütlich ist, sich am Rand zum unteren Drittel aufzuhalten. Was meine ich damit. Ich tue meinen Job so gut, dass ich mich zum einen im "rechtlichen" Rahmen befinde (sprich Dienst nach Vorschrift) und zum anderen noch ruhig schlafen zu können, sodass ich nicht das Gefühl habe anderen zur Last zu fallen. Beispielsweise helfe ich am Ende einer Veranstaltung noch mit aufzuräumen, werde aber einen Teufel tun bei jeder zusatzaufgabe "hier und ja" zu schreien.

    Ein weiteres Problem ist "die gefühlte Arbeitszeit". Ich tracke persönlich nicht meine Arbeitszzeit und versuch Sie einfach nur grob nach Gefühl einzuhalten. Und da kommt dann jede zusätzliche Aufgabe vor wie unbezahlte Überstunden machen.

    Was könnte mich dazu bewegen, wieder mehr zu tun? Gute Frage. Vermutlich nur durch Dinge, die man innerhalb der einzelnen Schule nicht zu verantworten hat. Beispielsweise eine deutliche Entlastung hinsichtlich administrativer "nebenaufgaben" und inklusion, sodass man Puffer hat, um zusätzlich Dinge zu tun, die einem auch selbst spaß machen oder zumindest, dass man nicht das gefühl hat "und das soll ich zusätzlich auch noch machen?" Hier wäre es nötig einen konkreten Arbeitszeitnachweis zu haben. Ich glaube ich würde motivierter Zusatzaufgaben warnehmen, wenn ich wüsste, dass ich in den letzten Monaten "zu wenig" gearbeitet habe.

    Wenn du aber konkrete Vorschläge willst, die man als Schulleitung umsetzen könnte. Dann wäre es ein Anfang Dinge wertzuschätzen, die von Personen gemacht werden, die nicht im oberen Drittel schwimmen und noch besser ist es diese Einteilung gedanklich erst garnicht zu äußern. Wie hier schon einige geschrieben haben, kann man als Schulleitung nicht hinter jedem Kopf sehen und sieht nur dass die eine Person mehr zusätzlich macht als die andere. Das die Andere evtl komplett andere "Probleme" hat als die erstere (Beispielsweise kürze Dienstzeit und daher braucht man länger um Unterricht vorzubereiten oder einfach nur schwierige Lerngruppen, die den persönlichen Akku einfach mehr Aufbrauchen, ganz zu schweigen von den unterrichteten Fächern, die unterschiedlich Zeit veranschlagen)

    Die Konferenzen haben noch nie etwas gebracht, was man nicht einfach in einer Mail und in wenigen Einzelgesprächen auch hätte regeln können. Es gibt aber einige Leute, die sich für wichtig halten und sehr gerne Reden ohne was zu sagen.

    Das stört mich am meisten an den vielen Konferenzen. Viele könnte man ganz streichen oder zumindest deutlich zusammenstauchen, da vieles was dort besprochen wird reinen Informativen charakter hat (Kann man im Vorfeld verschriftlichen und rumschicken) oder betrifft nur sehr wenige Personen/einzelne Personengruppen.


    Zu Corona zeiten konnte man auch wunderbar alles per Videokonferenz machen. Ist scheinbar nicht mehr möglich :autsch:

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