Beiträge von MarieJ

    Dass es die reine Höflichkeit gebührt anzuerkennen, dass jemand sich aber möglicherweise nicht mit seinem biologischen Geschlecht identifiziert, versteht sich in einer aufgeklärten Gesellschaft von selbst.

    Genau, das wurde aber von manchen anders gesehen.

    So unter dem Motto „Sie/Er ist doch eindeutig als weiblich/männlich zu erkennen.“ und für so ein schnelles Erkennen ziehen wir normalerweise im Alltag nicht die äußeren Geschlechtsmerkmale Eierstöcke/Uterus/Vagina etc. bzw. Penis/Hoden etc. zu Rate, weil wir die üblicherweise nicht mal eben zu Gesicht bekommen (das war es, was ich mit „im Alltag untauglich“ meinte).

    Für dieses Erkennen im Alltag ist ein ganzes Konglomerat aus äußeren Merkmalen verantwortlich, das zu einem nicht unerheblichen Anteil aus aktuellen Trends und Konventionen besteht, die eben überhaupt nicht naturwissenschaftlich sind.

    Das ursprüngliche Anliegen war von einigen, das Gendern in der Sprache zu befürworten, von anderen war es die Ablehnung des solchen.

    Mir persönlich ging es nicht darum irgendwelche Gendervorschläge zu machen, mir reicht das generische Femininum oder auch der Genderdoppelpunkt o. ä.

    Ich meine auch nicht, dass es da Gesetze geben müsste, es wird sich mit der Zeit irgendwie ändern und ich werde dazu beitragen.

    welche juristisch verbrieften Rechte jemand einfordern darf

    Vielleicht habe ich nicht alles aufmerksam genug gelesen, aber es ging doch nicht um „juristisch verbriefte Rechte“, sondern um sprachliche Berücksichtigung und Respekt vor einer sexuellen Identität, die jemand für sich beansprucht (unabhängig vom durch Chromosomen bestimmten biologischen Geschlecht).

    Bei den Aufforderungen an Lindbergh ging es m.E. darum, dass er glaubt, in Alltagssituationen das Geschlecht zu erkennen/bestimmen zu können anhand naturwissenschaftlich belegbarer Kriterien. Das wurde bestritten und für solche „Normalsituationen“ wurde nach den Kriterien gefragt.

    Da sind dann eben bestimmte äußere Geschlechtsmerkmale ziemlich untauglich, Chromosomen erst recht.

    Hast Du mal eine schriftliche Information an ein durchschnittliches Kollegium geschrieben?

    Ja, habe ich schon häufig und muss dir leider Recht geben. Was ist da wohl in der Bildung der Kolleg:innen schief gelaufen? Ich vermute bei den meisten eher mangelndes Interesse an diesen Informationen oder auch Aufforderungen.

    Ist bei SuS auch ein häufiger Grund für das Nichterlernen diverser Dinge.

    ! Ich finde das mangelnde Textverständnis noch viel schlimmer.

    Ich finde auch furchtbar, dass der Text respektive die Aufgabenstellung gar nicht wirklich gelesen wird. Das kommt jedenfalls bei meinen SuS immer wieder vor. Auch Bearbeitungshinweise werden zu oft nicht gelesen.

    Und natürlich ist Dein Chromosomen-Status bekannt, Du wurdest als Baby mal gründlich durchgecheckt, das macht man schon länger so in Deutschland

    Solche Chromosomenuntersuchung kenne ich auch bei vor kürzerer Zeit geborenen Kindern nicht. Woher hast du die Info, dass man solche macht?

    @Antimon Eigentlich diskutieren wir hier über alle möglichen Varianten der sexuellen Identität, nicht nur über nonbinäre, und noch eigentlicher darum, wie man diese sprachlich angemessen berücksichtigt oder auch nicht.

    Ohne die spitzfindigen Kommentare an diversen Stellen können wir uns gerne austauschen, woran jetzt eine Person erkennt, dass sie ein Mann oder eine Frau ist

    Auf deine naturwissenschaftlichen Belege dazu, woran jemand erkennen kann, ob sie Mann oder Frau ist, warten wir aber doch schon seitenlang.

    genauso wie dass Männer eher Technik & Sport mögen und Frauen eher Beauty & Lifestyle.

    Halt ich für einen Irrglauben.

    Das sind lediglich statistische Ausprägungsmerkmale, die mit Geschlecht korrelieren,

    Wenn es denn wirklich statistisch belegt werden könnte, dann wäre es, wie du schon richtig sagst, eben bloß eine Korrelation, keine Kausalität, die vom Geschlecht abhinge, sondern lediglich von Modeerscheinungen.

    Wie man seine Geschlechterrolle empfindet bzw. lebt ist eben ausgesprochen gesellschaftlich geprägt und nicht biologisch vorgegeben. Deshalb kann man auch trotz gesellschaftlicher Prägung anders sein und leben. Glücklicherweise 😀

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