Beiträge von Conni

    Vielleicht sieht das an Grundschulen anders aus, aber die dauernde Unkerei über Massen an verpassten Inhalten kann weder ich noch irgendein Kollege, mit dem ich bei uns gesprochen habe, teilen.

    Es wird eher an Bildungsnähe oder -ferne hängen.

    Ich habe noch nie so viel Stoff in der 3. geschafft, wie in diesem Schuljahr. (Das sagt eher was über mein ehemaliges und neues Einzugsgebiet aus.) Den Lehrplan habe ich nicht vollständig geschafft, der ist absurd umfangreich, irgendwo muss man immer streichen. Klar, ohne die Schulschließung hätte ich noch etwas mehr geschafft, aber alle Themen wiederholen sich: Wir haben ja ein Spiralcurriculum, sodass z.B. das Thema "Wasser" im Sachunterricht bei uns in Klasse 3 und in der 4 "Abwasser" und "Gewässer" vorgesehen sind. Ich werde eben das Wasser jetzt der 4. zuordnen. Ich stelle es mir in Klasse 1/2 schlimmer vor.

    Ich denke, das hängt von der Region und den einzelnen Schulen sowie Schulleitungen ab.

    Ich war in der Nähe Berlins an einer "Dorfschule" und ich möchte dahin nicht zurück. Es lag am - sehr positiv formuliert - konservativen Kollegium. Die Klassen waren kleiner als in der Großstadt, aber die Schüler zum Teil ganz schön schwierig.

    2 Schulen in einer Kleinstadt gefielen mir von beiden Seiten her ganz gut, halt ohne Grün.

    Brennpunkt: Grüner Schulhof und dazu die Probleme, die du beschreibst.

    Jetzt bin ich an einer Schule in der Großstadt mit wenig grün und bin zufrieden.

    Nein bzw. selten.

    Es gab zwar einen Rahmenlehrplan mit mehreren verschiedenen Lernentwicklungen zielgleich unterrichteter Kinder, aber bei der Benotung wurde von meinem Bundesland keine Möglichkeit geschaffen, dies differenziert zu tun. Also findet es quasi nicht statt.

    Es gibt zwei Ausnahmen:

    Kinder, die zwar zielgleich beschult werden, aber z.B. starke Konzentrationsprobleme, stark verringerte Frustrationstoleranz und einen entsprechenden Befund vom Psychologen / Facharzt / Sozialpädriatischen Zentrum haben. Dann differenziere ich den Aufgabenumfang.

    Kinder mit LRS, bei denen ich die Aufgabenstellungen leichter formuliere oder Wörter hervorhebe bzw. Aufgaben vorlese.

    Im Alltag schaffe ich es auch kaum, das alles vorzubereiten. Zusätzlich sind unsere Kopien stark begrenzt. Ich drucke eh immer mal für die Schule, auch mal einen Klassensatz, wenn ich knapp dran bin und keinen Stress am nächsten Tag möchte. Jeden Lesetext differenziert ausdrucken würde noch mehr Kosten verursachen.

    Allerdings haben wir Lehrwerke mit recht vielen Differenzierungsmöglichkeiten: Unser Lesebuch hat einige Texte in 2 oder 3 Niveaustufen. Im Mathe- und Deutschlehrwerk sind die Aufgaben nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet und die leistungsschwächeren Kinder lösen i.d.R. nur die Aufgaben für den Mindeststandard, manchmal auch nur einen Teil davon, während die sehr leistungsstarken Schüler auch mal in Partner- oder Kleingruppenarbeit die wirklich schweren Aufgaben lösen.

    Zusätzlich habe ich in den letzten beiden Jahren Lesehefte erstellt, weil unser Budget in Deutsch für das vollständige Lehrwerk nicht reicht. Diese sind dann differenziert.

    Im Juli, August, September und teilweise Oktober ist fast alles an der mecklenburgischen Ostsee, im Müritzgebiet, den Feldberger Seen, dem Ostharz und vor allem in der Sächsischen Schweiz ausgebucht.

    Vom Thüringer Wald habe ich keine Informationen. Ich vermute, dass dort, aber auch im Westen, es ähnlich sein wird.

    So habe ich mir das vorgestellt. Gruppenkuscheln mit halb Berlin und Brandenburg sowie Besuchern aus anderen Bundesländern an der Ostsee oder auf der Bastei.

    Ich könnte mal nach einem ruhigen Plätzchen für Ostern 2021 suchen. Gute Idee.

    So, jetzt auch nochmal mein Senf:

    1. Nicht jedes Programm läuft mit jeder Hardware. Rate, woher ich das weiß. Auch bei den Kindern geht nicht bei jedem alles.

    2. Die Kinder brauchen für Videochats neben einem digitalen Endgerät gutes Internet, Flatrate. Trotzdem wackeln und hakeln Videos und Audios.

    3. Ich habe am Anfang eine Umfrage erstellt und wir haben den am meiten gewünschten Termin ausprobiert. Der erste Termin war nur Technikcheck, kommen alle rein, hört man alle, sieht man alle, wie geht es euch? Es ruckelte massiv, also meinten 2 Eltern, die dabei war, dass mittags besser wäre, da vormittags und nachmittags viele Videokonferenzen stattfinden. Mittags war dann für alle interessierten ok. Ich habe täglich eine Stunde (35 bis 50 Minuten) angeboten. Länger können sich meine Drittklässler kaum konzentrieren. Schon diese "Stunde" ist sehr anstrengend. In unserem Berliner Tool kann man die Schüler nicht dauerhaft stummschalten. Die fangen an rumzualbern, im Hintergrund laufen Filme, kreischen Geschwister, zwei wackeln mit Papier dicht am Mikrophon lang, ich muss meckern. Vor den Bildschirmen essen, hampeln und turnen Kinder (im Bett zum Beispiel), ziehen Grimassen, das Handy fliegt durch die Gegend. Ich muss meckern. Es hat so ungefähr 3 Wochen gedauert, bis es "routiniert" lief. Zwischendurch flammte die Albernheit immer wieder auf. Momentan haben die Kinder Unterricht im Wechsel, ich betreue die Zuhausegruppe. Die eine Gruppe ist leistungsstark und schnell, die sind albern, die andere Gruppe ist etwas langsamer. Mit der braucht es meist eine Viertelstunde, bis der letzte geschnallt hat, welche Materialien er heute braucht. (Und ich schreibe jeden Tag eine Mail mit dem Link zum Chat und den benötigten Materialien, sage es im Chat an, halte das Material vor die Kamera...)

    4. Freiwillig.

    5. In der täglichen Onlinestunde führe ich nichts Neues ein, weil ich eben keine Dokumentenkamera habe. Zum Neueinführen habe ich Lernvideos gedreht oder welche von anderen gefunden und per Mail verschickt. Ansehen war freiwillig. Zusätzlich gibt es Tagespläne mit Erklärungen zusätzlich zu den sehr gut erklärenden Arbeitsheften. Es gibt Tagespläne, das fanden die Eltern am besten - mit etwa 3 Unterrichtsstunden Pflichtaufgaben und zusätzlichen freiwilligen Aufgaben. Im Onlineunterricht kontrollieren wir vor allem Ergebnisse, da ist am schnellsten Routine drin (melden, sprechen, abhaken), die Aufgaben werden wertgeschätzt und "eingefordert". (Immer mit einem "Wenn du das noch nicht hast, Karlfritz-Ole, dann hole es einfach bei Gelegenheit nach." Aber es ist eine Form von Kontrolle.) Ansonsten haben wir über die Wochenenden erzählt, über freiwillige Aufgaben, da war mal drin, eine neue Speise zuzubereiten, Pflanzen zu suchen, Spielzeug- und Kuscheltierparade etc.

    6. Notbetreuung: Es wollten immer wieder Eltern, dass Kinder in der Notbetreuung teilnehmen können. ("Da braucht man doch nur ein digitales Endgerät?") Es wurde per Mail gefragt und in der Schule angerufen. In der Notbetreuung ist es nicht möglich, in den Räumen sind keine Geräte - und man müsste eben auch eine Erwachsene haben, die das Kind dann individuell betreut - und diesen Luxus gab es eben nicht.

    7. Von den gängigen Tools gibt es Onlinehilfen, z.T. Videos, z.T. Fortbildungen. Es hängt auch vom Tool ab, wie kompliziert das ist. Mit deiner Hardware sitzt du letztlich alleine da - und wenn da was nicht funktioniert - Pech. Allerdings finde ich die gängigen Programme nicht wirklich kompliziert und bei mir läuft fast alles auf dem PC gut.

    8. Datenschutz: Nach ungefähr 5 Wochen Onlineunterricht wurde vom Bundesland ein Schreiben nachgeliefert. Vorher habe ich eben betont, dass es freiwillig ist, dass bitte nicht mitgeschnitten wird und habe die Eltern auch das Tool wählen lassen per Umfrage. Jetzt ist das Tool vom Land gegeben, das sehe ich jetzt als datenschutzrechtlich genehmigt an.

    Richtig, haben wir ja auch in allen Schulzimmern. Der Vorteil des Convertibles ist, dass Du das als Lehrperson nach Unterrichtsschluss auch für die Vorbereitung nehmen kannst.

    Leider nicht: Wir sind eine Grundschule, d.h. nach dem Unterricht sind die Kinder in den Räumen und ich kann keinen Unterricht vorbereiten, es sei denn, ich könnte das Teil mit nach Hause nehmen oder eben einen USB-Stick reinstecken am nächsten Tag. (Aber ist eh egal, wir bekommen keine.)

    Trotzdem muss ich sagen, dass ich einige Kollegen der Risikogruppe nicht verstehe, wenn sie mehrmals die Woche vormittags in der Schule auftauchen.

    Das hängt auch immer von der Einschätzung des Arztes ab: Ich dürfte z.B.(mit "nur" einer Vorerkrankung) in einer Arbeitssituation ohne Kundenkontakt arbeiten oder mit wenigen, Kunden in einer Situation, in der Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden und gut gelüftet wird. Nicht arbeiten soll ich in Situationen, in welchen die Abstands- und Nies-Husten-Etikette nicht eingehalten werden können und ich mehrere Stunden in einem Raum mit Menschen bin (also z.B. Kinder im Präsenzunterricht).

    Meine Schule dürfte mich also z.B. einsetzen, um die Sekretärin zu entlasten und unverstaubte Sammlungen aufzuräumen - auch am Vormittag, ist momentan aber nicht nötig. Ich bin momentan einmal wöchentlich vormittags in der Schule, kopiere, neue Aufgaben, gehe ganz kurz in meine Klasse, winke, sammle Hefte ein, korrigiere die alleine in einem kleinen Raum, den ich lüfte.

    Mit 3 Vorerkrankungen sähe es vermutlich anders aus (und ich finde einmal wöchentlich auch ausreichend).

    Das ohnehin schon knapp vorhandene Geld wird dann leider noch schlecht investiert. Ich schrieb es schon oft: Ich habe hier noch an keiner Schule ein Smartboard gesehen. Beamer & Convertible tut genau das gleiche und ist im Einsatz 100 x flexibler.

    Naja, dann müssten wir Beamer und Konvertibles sowie Leinwände für alle Klassenräume anschaffen. Wäre nach kurzer Preisrecherche vermutlich günstiger, da hast du Recht und weniger pflegeintensiv in der Nachbetreuung.

    In Deutschland sind Smartboards gerade voll im Trend und es gibt einen gewissen Druck, dass Schulen Smartboards aufrüsten. Ich bräuchte auch nicht unbedingt eins, ich kann mit Tafel unterrichten.

    Hängt aber sehr vom Bundesland ab, ob das Geld schon locker gemacht wurde, in vielen ist das nämlich gar nicht bisher bei den Schulen angekommen sondern liegt noch bei der entsprechenden Verwaltung nebst der Anträge, was die Schulen gerne hätten oder bräuchten. Da wird jetzt ganz langsam angefangen diese Zettel abzuarbeiten. Da hat noch kein Hausmeister die Möglichkeit da was wegzuschließen.

    Dem Hinzuzufügen wäre, dass offenbar - wenn ich hier einige Beiträge lese - Grundschulen digital deutlich schlechter ausgestattet sind als weiterführende Schulen. Da ist offensichtlich viele Jahre sehr unterschiedlich investiert worden - und zwar generell. Die Gelder, die bei uns die Fachkonferenzen bekommen, sind teilweise lächerlich - und zwar nicht, weil die Schulleitung nicht ökonomisch handelt, sondern weil die Gelder so massiv gedeckelt sind. An meinen Schulen haben bisher 2 von 3 Schulleitungen strategisch sehr gut gehandelt und möglichst viel Geld / Vertretungskräfte / Computer / Baumaßnahmen für die Schule beschafft und trotzdem ist es viel zu wenig. Es reicht dann eben für 20 bis 30 ältere Computer, die irgendwann der Software nicht mehr gewachsen sind.

    Der Digitalpakt bringt zwar irgendwann Gelder, aber davon kann man den Rückstand gegenüber weiterführenden Schulen nicht aufholen. Für uns gibt es in den nächsten 5 Jahren Smartboards für alle Räume und dann reicht es noch für einen Klassensatz Notebooks. Davon muss die Schule 10% aus Eigenmitteln bezahlen, d.h. wir können uns jetzt die fehlenden Verdunklungen nicht leisten und auf die Erneuerung alter Möbel verzichten.

    Unsere Schulleiterin ist sehr geschickt und hat immerhin das Verlegen der neuen Kabel über den Bauetat finanziert bekommen. An anderen Schulen müssen die Umbauten aus dem Digitalpakt bezahlt werden und dann ist kaum noch Geld für Endgeräte da.

    Jeder, der über Grundschulen urteilt, sollte selbst ein paar Jahre an einer gearbeitet haben, finde ich.

    Sie stellt pro Schule 10 (oder eine andere Anzahl) Hubschrauber zur Verfügung, die dann im rollierenden System genutzt werden.

    Von Schule am eigentlich Standort fliegt der Hubschrauber zunächst zum Vereinsheim 1, lädt dort 5 Lehrer ab, nimmt 3 Lehrer auf.

    Von da fliegt er weiter bis ins Kongresszentrum, lädt 2 Lehrer aus und nimmt 2 auf.

    Von da geht es weiter bis ins Hotel Maritim, lädt dort 1 Lehrer aus und 2 Lehrer auf.

    Hauptsache, die Lehrer haben keinen Wolf, keine Ziege und keinen Kohlkopf dabei.

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