Beiträge von CDL

    Hallo liebe Forenteilnehmer,

    vielen Dank für die zahlreichen Beiträge.

    Gibt es hier auch Teilnehmer, an deren Schule es die oben genannte Dienstvereinbarung gibt?

    Du meinst eine Vereinbarung von wann bis wann man erreichbar sein sollte? Falls ja, gilt an meiner Schule, dass wir zumindest einmal täglich unsere Emails abrufen sollen, diese binnen zwei Tagen beantworten sollen, dabei aber auch bei dringenden Nachrichten keine Nachrichten vor 7 Uhr oder nach 18 Uhr beantworten müssen. Das wurde bei uns im Anschluss an die Pandemieschuljahre im Rahmen einer GLK besprochen und gemeinsam festgelegt, weil das zeitlich entgrenzte Arbeiten in dieser Zeit für viele enorm anstrengend war, aber auch zahlreiche SuS dazu gebracht hat, teilweise noch nachts um eins Nachrichten zu senden und zu erwarten, dass Lehrkräfte quasi direkt antworten müssten.

    Okay, dann würde ich das genau so angeben. Depression war VD, behandelt wurde PCOS, bei Unklarheiten soll dir der Amtsarzt bitte mitteilen, welches Gutachten er von welchem Facharzt sehen will.

    Vielleicht erst einmal von einer Schwerbehindertenvertretung beraten lassen, ob das in diesem Bundesland und basierend auf ihren Erfahrung ein sinnvolles Vorgehen ist oder sie direkt raten würden, ein aktuelles Facharztgutachten einzuholen, aus dem hervorgeht, dass das damals lediglich eine Verdachtsdiagnose war, es sich aber letztlich lediglich um eine depressive Verstimmung, keine Depression gehandelt habe, für die die inzwischen diagnostizierte und behandelte somatische Erkrankung Auslöser war. Wenn dann noch festgestellt wird, dass besagte depressive Verstimmung nicht mehr feststellbar und komplett ausgeheilt ist ohne Risiko eines Rückfalls, sowie keinerlei Einschränkung für den Zielberuf besteht und das zusätzlich auch von dem Facharzt bestätigt wird, der die PCOS behandelt, dann sollte das unproblematisch sein.

    Zitat CDL

    „Ich habe KuK, die prinzipiell täglich 12-14 Stunden in Schulwochen arbeiten, um dafür sämtliche Ferien frei zu haben, andere verteilen das anders.“

    Das ist komplett überdimensioniert. In NRW haben verbeamtete Lehrkräfte eine Arbeitszeit von 41h/Kalenderwoche bei 30 Arbeitstagen Urlaub im Jahr.

    Bei 46 Arbeitsstunden pro Schulwoche sind die gesamten Ferien wegen Überstundenausgleichs frei.

    Mag ja sein, ich gebe nur wieder, was ich von zumindest drei Leuten aus dem Kollegium gesichert weiß. Gesund finde ich das persönlich auch nicht und würde das niemals so handhaben, aber ich bin ja auch aus gesundheitlichen Gründen in Teilzeit, achte also sowieso genauer auf meine Arbeitszeiten als manch andere, die sich- meines Erachtens- letztlich ausbluten (lassen).

    Vertrauensarbeitszeit hin oder her - dieses Verhalten ist schlicht illegal. Der Arbeitgeber, der solches nicht aktiv verhindert, macht sich massiv strafbar.

    Wer will das prüfen ohne von der für den Dienstherrn durchaus günstigeren Variante der Vertrauensarbeitszeit zumindest teilweise abzurücken? Vielleicht ändert sich daran etwas, wenn tatsächlich eine Arbeitszeiterfassung verpflichtend wird auch im Schuldienst, aktuell handhabt das eben jede: r wie er oder sie will und unsere Dienstherrn interessiert das letztlich nicht, da sie von dem bestehenden Arbeitszeitmodell ohne allzu genaue Erfassung profitieren.

    CDL - In diesem Faden gibt es keine 25000 aktiv Mitwirkenden, sondern etwa 2 Dutzend Forenten die schreiben und/oder ihre Zustimmung oder Ablehnung symbolisch bekunden. Ich vertrete hier in dieser „Stichprobe“ demnach unbestreitbar eine Mindermeinung.

    Auch für die hier Mitschreibenden gilt, was ich geschrieben habe, schließlich habe ich mich gezielt auf die Aussagen in diesem Thread bezogen.

    Ja, du vertrittst hier eine Mindermeinung, dass war aber nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass niemand, wie von dir behauptet, generell in Abrede stellen würde, dass es Kontaktmöglichkeiten jenseits der reinen Unterrichtsstunden geben muss. Anders als von dir behauptet, muss aber niemand von uns deshalb das private Handy acht Stunden täglich zur Verfügung halten etc. Es gibt eine Menge mehr Kontaktoptionen, es gibt bedingt durch eine Vertrauensarbeitszeit sehr unterschiedliche Arbeitszeiten für die meisten von uns, keine Diensttelefone für die meisten von uns, etc.

    Ich bezweifle, dass es in irgendeinem Bundesland eine rechtlich zwingende Regelung gibt, nach der Referendare in beiden Unterrichtsfächern eigenverantwortlich unterrichten müssen (Ich lasse mich gerne korrigieren, dann aber bitte mit verweis auf die rechtliche Grundlage).

    BW, SEK.I (ähnlich für die anderen Schularten) S.10f, § 13, Absatz 4, Ausbildung an der Schule:

    „Während des zweiten Ausbildungsabschnitts werden in der Regel dreizehn, bei Schwerbehinderung zwölf Wochenstunden selbständig unterrichtet, davon mindestens elf, bei Schwerbehinderung zehn, Stunden in kontinuierlichen Lehraufträgen. Hierbei ist mindestens ein Lehrauftrag ab Lasse acht zu übernehmen.“

    In Absatz drei wird der erste Ausbildungsabschnitt beschrieben, in dem mit zunehmender Selbständigkeit im Rahmen der Lehraufträge anderer Lehrkräfte unterrichtet werden soll. Damit wird eindeutig für den zweiten Ausbildungsabschnitt festgelegt- und so wird das dann auch in den Seminaren vermittelt und gehandhabt- dass Anwärter: innen im zweiten Abschnitt eigene Lehraufträge erhalten müssen. Das ist das, was für NRW als BdU oder auch SAU beschrieben wurde und gerade kein reiner Ausbildungsunterricht, der hauptsächlich im ersten Ausbildungsabschnitt stattfindet.

    Alles was über maximal und ausnahmsweise 10 Stunden am Tag und maximal und ausnahmsweise 48 Stunden die Woche hinausgeht, ist schlicht rechtswidrig.

    Du scheinst bislang verschont geblieben zu sein von teilweise extrem kurzen Korrekturzeiten in Prüfungsphasen, teilweise ohne korrekturfreie Tage, sprich neben dem üblichen Geschäft, sowie nicht wirklich eine Ahnung davon zu haben, wie das Schulsystem jenseits deiner Privatschule funktioniert.

    Ich arbeite in Teilzeit, knapp über 50%. Für Zweitkorrekturen bekomme ich inklusive meines eigentlich komplett unterrichtsfreien Tages wegen der Teilzeit 4 Tage Zeit. Egal wie muss ich zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Tag die Zweitkorrekturen wieder abgeben. Ob ich oder auch meine KuK dafür dann inklusive des regulären Unterrichts 12h täglich benötigt haben interessiert niemanden wirklich (wobei es im worst case das Mittel der Überlastungsanzeige geben würde). Dafür können wir dann zum Ausgleich in den Schulferien zusätzliche Urlaubstage über den Anspruch von 30 Tagen hinaus nutzen.

    Ich habe KuK, die prinzipiell täglich 12-14 Stunden in Schulwochen arbeiten, um dafür sämtliche Ferien frei zu haben, andere verteilen das anders. Genau das zeichnet Vertrauensarbeitszeit im Schuldienst aus, dass dies möglich ist.

    Zusammenfassend nehme ich hier die Erkenntnis mit, dass es für einen nicht unerheblichen Teil der Mitforenten die Vorstellung eine Zumutung zu sein scheint, außerhalb der Unterichtsstunden, aber innerhalb der bezahlten Arbeitszeit erreichbar zu sein

    Damit beziehe ich mich ausdrücklich nicht auf die Fragestellung der Threadstarterin, bei der es um Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit geht (- unterichtsfreier Tag wg. Teilzeit).

    Ich finde es verwunderlich, aber es bestätigt verbreitete Vorurteile gegenüber unserem Berufsstand.

    Dir ist bewusst, dass es über 25.000 Mitglieder gibt in diesem Forum, von denen exakt drei Personen in diesem Thread Beiträge verfasst haben, die man bei einseitiger Auslegung- also unter Nicht-Beachtung der Aspekte "Vertrauensarbeitszeit" und "fehlende Diensttelefone" - so interpretieren könnte, dass diese eine telefonische Erreichbarkeit außerhalb der Unterrichtszeit generell ablehnen könnten oder als Zumutung betrachten würden. Wobei niemand davon behauptet hätte, er oder sie müsse gar nicht erreichbar sein außerhalb der Unterichtsstunden.

    Das sind deutlich unter 1% der Mitglieder, auf die deine Behauptung zumindest in Teilen und unter Ignoranz der genannten Aspekte zutreffen könnte. Es geht also mitnichten um einen erheblichen Anteil der Mitglieder. Bei sinnentnehmendem Lesen hat genau genommen niemand in Abrede gestellt, dass es in irgendeiner Form und zu definierendem Umfang auch eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme außerhalb der Unterichtsstunden geben muss. Das muss aber nicht zwangsläufig über das private Telefon ermöglicht werden.

    Bitte hör also auf, an dieser Stelle pauschalen und abwertenden Umfang Unfug über andere Lehrpersonen zu behaupten und setz dich stattdessen erst einmal mit dem Aspekt der Vertrauensarbeitszeit auseinander. Solange die Mehrheit von uns dieser unterliegt, haben wir auch keine festen Zeiten für die telefonische Erreichbarkeit durch KuK/SL.

    Das letzte Mal als meine SL mich- an meinem freien Tag - dringend erreichen wollte und auf dem AB gelandet war, weil mein Handy stumm geschaltet ist, kam dann eben eine kurze Textnachricht über das Schulsystem (das wird mir bis 18 Uhr als Pushnachricht auch am Diensttablet angezeigt) mit der Bitte um schnellstmöglichen Rückruf, worauf ich selbstredend sofort reagiert habe. Problem gelöst.

    Vielen Dank für eure Antworten und die Unterstützung bei dem Thema. Das hilft uns sehr :)
    Zusammenfassend würde ich es dann so festhalten, dass es abweichende Regelungen gibt, Lehrer aber in der Regel kein eigenes Budget haben und es zur Realisierung eines solchen Vorhabens am einfachsten wäre, das mit dem Rektor abzusprechen.

    Korrektur :

    "Lehrer" im Sinne von einzelnen Lehrpersonen haben NIEMALS ein eigenes Budget im öffentlichen Schuldienst. Dort, wo es Budgets gibt, z. B. für einzelne Fachbereiche, ist deren Nutzung dennoch prinzipiell abzusprechen mit der Schulleitung.

    Wie handhabt ihr das denn im Privatleben?

    Also ich habe mein Handy fast immer bei mir. Dann gehe ich auch dran, wenn es klingelt. Wenn ich aber gerade im Fitnessstudio / im Schwimmbad / im Garten bei der Gartenarbeit / in der Dusche / auf dem Klo / im Wartezimmer beim Arzt etc. bin, dann gehe ich natürlich nicht dran, rufe aber nach Möglichkeit später zurück, oder frage per WA etc. nach, ob etwas Wichtiges war.

    (…)

    Ganz ehrlich: Wie oft werdet ihr denn angerufen? Ich vielleicht 1-2 mal im Schuljahr. Damit kann ich super leben. Und wenn ich angerufen werde, dann ist es auch immer wichtig, auch für mich.i

    Ich habe mein Handy privat fast durchgehend komplett lautlos gestellt, weil mich das Klingeln extrem stresst, vor allem in Momenten, in denen ich gerade nicht drangehen kann. Ich rufe insofern einfach zurück, sobald ich einen Anruf bemerke und es für mich passt. In meinem näheren privaten Umfeld weiß das jede: r. Ich habe mein Handy auch häufiger gar nicht bei mir, z.B. wenn ich mit dem Hund unterwegs bin benötige ich das nicht und lasse es insofern meist zuhause liegen.

    Beruflich werde ich ebenfalls nur etwa 1-2x pro Schuljahr angerufen. Das sind dann auch dementsprechend dringende Angelegenheiten, wo ich das nachvollziehen kann. Auch dabei landen aber Anrufe mehrheitlich erst einmal auf meiner Mailbox, weil das Handy eben hauptsächlich lautlos gestellt ist und ich rufe zurück.

    Wenn noch nicht einmal euer KM weiß, ob es eine Folgefinanzierung geben wird für das Projekt, erübrigen sich Vermutungen, die über die Wertigkeit eines Blicks in die Glaskugel hinausreichen. Aber falls dir das weiterhilft hoffe ich selbstredend für euch, dass es diese Anschlussfinanzierung gibt seitens des Landes oder ihr bis Juli 2025 eine alternative Finanzierungsmöglichkeit für diese Kraft findet.

    Selbst letztere Option fände ich als Referendar irgendwann auch nicht mehr toll, eben so wie du sagst, man will doch auch mal unbeobachtet sein. Wenn ich mir vorstelle ich hätte eines meiner Fächer nie eigenständig unterrichtet im ganzen Ref... kann ich ehrlich gesagt gar nicht, wofür ist das Ref dann da? Und zudem, in meiner Schulart wäre es undenkbar sich in Zeiten des Lehrermangels ein komplettes Jahr lang quasi den "Luxus" einer Doppelsteckung in einer Klasse zu leisten, indem man dem Referendar keinen eigenständigen Unterricht gibt, sondern die ganze Zeit immer noch einen Kollegen, der eigentlich zeitgleich eine andere Klasse unterrichten könnte, mit drinnen sitzen hat.

    Allein, das eine Schule einen Referendar kriegt, den sie eigentlich gar nicht will oder braucht...??? Das ist wahrscheinlich der eine Punkt, in dem man in der Sek I verwöhnt ist - das man nicht gebraucht wird, gibt es nicht und im Rahmen der Möglichkeiten wurde an meiner Ausbildungsschule entsprechend auch alles getan um die Referendare zu unterstützen, damit sie dort blieben.

    Du bist auch in BW tätig, oder nicht?

    Hier in BW es jedenfalls völlig klar seitens des Landes, dass der eigenständige Unterricht im zweiten Ausbildungsabschnitt auch mit dazu dient dem Lehrkräftemangel in bestimmten Schulformen zu begegnen. Deshalb wurde es bereits vor rund fünf Jahren erheblich erschwert Anwärter: innen den ersten Ausbildungsabschnitt verlängern zu lassen seitens der Seminare, weil man schlicht nicht auf die Stunden verzichten will und dafür dann durchaus auch in Kauf nimmt, das der Eine oder die Andere in der Folge Lehrproben versemmelt, weil sie mehr Ausbildungsunterricht benötigt hätten. Die Stundenzahl im eigenständigen Unterricht wurde aus demselben Grund inzwischen erhöht.

    Ja, man will sich als Refi auch alleine ausprobieren können, aber man unterschätzt auch in dieser Phase leicht, wie wertvoll guter und umfassender Ausbildungsunterricht für den eigenen Lernprozess ist. Wenn beides in NRW gewährleistet ist, sehe ich keinen Mangel in der Ausbildung. Es ist eben einfach nur etwas anders vorgegeben.

    Hä? Die Ausbildung ( der Ausbildungsunterricht ) wird doch korrekt abgedeckt. Verstehe deine Frage daher nicht.

    Was genau bedeutet das denn in NRW? Heißt das, dass die Anwärter: innen während es Ausbidlungsunterrichts ausschließlich hospitieren oder halten sie diesen weitestgehenden, aber es sitzt eben prinzipiell ein Mentor oder eine Mentorin mit drinnen und geben Feedback? Ersteres wäre in meinen Augen ein Mangel in der Ausbildung, zweiteres dagegen absolut wertvoll und unproblematisch für die Ausbildung, auch wenn es schön ist, sich einfach mal ganz unbeobachtet als Lehrperson erleben zu können, eigene Grenzen zu erleben, aber eben auch manches anders zu machen, als das im angeleiteten Unterricht ggf. sein muss.

    Habe auch noch keine wegen des Klimawandels besorgten Schüler erlebt. Eher so das Aufsagen der üblichen talking points, weil es gerade wieder im Lehrplan auftaucht.

    Ich schon. Ich hatte letztes Jahr eine Vertretungsstunde in einer Klasse, die ich sonst nicht unterrichte. Mit denen habe ich dann aus aktuellem Anlass etwas zu Klimaprotesten gemacht. Das traf bei dieser speziellen Klasse zufällig einen Nerv, weil in dieser zahlreiche SuS sehr engagiert waren politisch, aber eben auch persönliche Konsequenzen in der privaten Lebensführung gezogen hatten, um ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern.

    Wie seht ihr das Ganze? Wer trägt eurer Meinung nach die Verantwortung für die Klimakrise und welche Schlüsse sollte man im Bezug auf Generationengerechtigkeit daraus ziehen? Welchen Einfluss hat die ganze Debatte auf die Kinder und Jugendlichen? Und vor allem: Wie geht ihr damit im Unterricht um?

    Man kann frühere Generationen nicht für ihre Lebensführung der letzten Jahrzehnte bestrafen, die zu dieser Zeit nicht strafbewehrt gewesen wäre. Vielleicht solltest du mit deinen SuS an der Stelle auch ganz banal über Grundsätze eines Rechtsstaates sprechen.

    Die Klimakrise ist menschengemacht. Das betrifft aber sowohl frühere, wie auch aktuelle Generationen, inklusive unser aller SuS, die an vielen Stellen, wenn ich mal von mir selbst ausgehe, einen deutlich größeren ökologischen Fußabdruck haben als ich aktuell habe oder jemals hatte.

    Pauschal Menschen qua Generationenzugehörigkeit abstrafen zu wollen ist vielleicht ein netter Gimmick, aber letztlich pure Polemik. Das ändert weder etwas an der Vergangenheit, noch an der Gegenwart oder Zukunft. Heutige SuS haben es damit ganz zentral in der Hand, wie sich die Situation weiterentwickelt, denn sie sind diejenigen, die schon in wenigen Jahren wählen werden oder bereits wählen können. Sie können sich schon jetzt politisch engagieren für ihre Interessen. Vor allem aber können sie auch ganz banal durch ihre eigene Lebensführung einen Beitrag dazu leisten, dass es nicht einfach nur immer weiter geht wie bisher, indem sie ihr generelles Konsumverhalten überdenken und klimabewusster gestalten.

    Ich weiß nicht genau, was du hören möchtest, wenn du fragst, welche Schlüsse man im Hinblick auf Generationengerechtigkeit ziehen sollte aus der Klimakrise. Die Vergangenheit lässt sich an der Stelle nicht ändern. Heutige und künftige Generationen müssen ökologisch bewusster leben und handeln als vergangene Generationen, um den Klimawandel abfedern zu können. Das lässt sich nachträglich weder ändern noch wiedergutmachen, sondern ist schlicht etwas, mit dem wir alle umgehen müssen, die wir jetzt leben. Wie dieser Umgang sinnvollerweise aussehen sollte- persönlich, wie auch gesamtgesellschaftlich gesehen-, DAS ist meines Erachtens die entscheidende Frage, die es zu beantworten gilt.

    In meinem Unterricht gehe ich mit dem Thema so um, wie mit jedem anderen Thema auch, indem ich es kritisch von verschiedenen Seiten beleuchten lasse, kontroverse gesellschaftliche Positionen zu Wort kommen lasse, aber eben auch Werte gemeinsam mit meinen SuS definiere, aus denen sich ein Handlungsleitfaden ableiten lassen könnte in der Frage, um dann zu begründeten Urteilen zu kommen (meiner SuS). Ich spreche aber auch ganz banal und unabhängig von diesem spezifischen Thema wenn es passt Aspekte von Nachhaltigkeit an, was das ganz konkret bedeutet für unser alltägliches Handeln und schaue dann durchaus kritisch mit meinen SuS auf deren Konsumverhalten.

    Wie gehst du im Unterricht damit um? Wie reagierst du, wenn deine SuS undifferenziert fordern, man möge vorhergehende Generationen pauschal bestrafen?

    Ich kenne diesen Schüler natürlich nicht, kann daher erst recht nicht aus der Ferne etwas diagnostizieren, aber vermutest du hier einen sonderpädagogischen Förderbedarf?

    Weil der von Zauberwald beschriebene Schüler „den Clown“ infolge einer Klassenwiederholung spielt vermutest du einen sonderpädagogischen Förderbedarf?

    Die Mehrheit der SuS, die zu uns abgeschult werden vom Gymnasium oder auch wiederholen müssen spielen teilweise über Monate hinweg den Clown, um mit ihrer Beschämung umzugehen und diese auszuagieren. Die meisten besinnen sich nach einiger Zeit, wenn sie in der neuen Klasse/Schule ankommen konnten, sowie ggf. (gerade bei abgeschulten Gymnasiasten) das Notenbild an der Realschule nicht plötzlich nur noch sehr gut oder gut ist, weil man schon alles könnte. Manche kommen aus dem Modus aber zumindest bei uns nicht mehr raus ganz ohne deshalb einen sonderpädagogischen Förderbedarf zu haben.

    Eine emotionale Aufarbeitung und ggf. therapeutische Begleitung würden aber einige dieser SuS benötigen, um vor allem auch die dahinterstehenden Probleme aufarbeiten zu können, wie elterliche Erwartungshaltungen, fehlende Unterstützungssysteme, etc.

    Von Seminarseite habe ich das Ok bekommen, ich darf einen eigenen Lehrauftrag bekommen und selbstständig unterrichten. Nur die Stunden dazu fehlen halt im Zweitfach, weil es eben niemand gibt, der mir etwas abgeben kann.

    Du musst nicht deine KuK darum bitten Stunden zu erhalten als Ref, sondern das mit deiner SL, sowie deinem Seminar absprechen, damit deine Ausbildungsvorgaben eingehalten werden. Auch wenn es schwer fällt, mach dir an der Stelle weniger Gedanken um die Gefühlslage deiner KuK, sondern behalten Blick, dass du ein Anrecht auf eine gute Ausbildung hast, aber eben auch, dass es im Bereich Schule immens wichtig ist frühzeitig zu lernen sich für sich selbst einzusetzen. Wenn du unsicher bist im Hinblick auf anstehende Gespräche kannst du dir auch Unterstützung z.B. durch den Personalrat suchen. Je nach Bundesland gibt es ggf. auch unter den Mitanwärter: innen am Ausbildungsseminar Ausbildungsvertretungen, die dich unterstützen könnten.

    Es ist leider unklar, um welches Bundesland es bei dir geht. Hier in BW wäre es nicht zulässig, dass du nicht in all deinen Ausbildungsfächern zumindest jeweils eine Lerngruppe im eigenständigen Unterricht erhältst.

    Deutlich unter 200€? Pro Fachschaft? Ach herrje. Wie peinlich, was sich das reiche Deutschland nicht leistet.

    Die BKs in NRW sind ganz gut aufgestellt. Wir können jedenfalls im Jahr einiges ausgeben. Bis 1000€ dürfen wir allein entscheiden. Darüber hinaus ist es investiv und damit beim Schulträger zu beantragen. Damit können wir schon einiges stemmen.

    Wenn es um größeres Anschaffungen geht, die dann auch nicht nur einmalig genutzt werden (können), wie Geräteersatz etc. dann läuft das außerhalb der Fachschaftsbudgets direkt über den Schuletat bzw. den Schulträger. Aber manche Wünsche bleiben schon sehr lange offen, weil es kein Budget gibt dafür.

    Lehrkräftebezogene Budgets zur eigenverantwortlichen Bewirtschaftung gibt es wohl an keiner Schule, bei kompletten Fachbereichen sieht das teils schon wieder anders aus. Im Rahmen abgesprochener Konzepte ist es durchaus möglich, externe Experten einzuladen und zu bezahlen. Die vorherige Genehmigung durch die SL ist unumgänglich.

    Ergänzend dazu darf man allerdings nicht außer Acht lassen, wie niedrig die den einzelnen Fachbereichen zugestandenen Teilbudgets ausfallen können. Bei uns sind das tatsächlich deutlich unter 200€ pro Fachschaft und Schuljahr, wobei benötigte Bücher aber unabhängig davon angeschafft werden können. Die im Ausgangsbeispiel genannten 200€ für den Fachunterricht einer einzigen Lehrperson wären insofern bei uns schlicht nicht finanzierbar für die Fachschaften. Das wäre dann etwas, wofür eine Lehrkraft beim Förderverein vorstellig werden müsste, darauf hoffend, dass dieser noch Gelder zu vergeben hat.

    Wenn möglich am Wahltag an der Urne wählen. Unser Wahllokal befindet sich in einem Schulzentrum, das fünfzehn Minuten Fußweg von unserem Haus entfernt direkt am Stadtteilpark liegt. Wir verbinden den Gang zur Wahlurne daher fast immer mit einem schönen Spaziergang.

    Deine magic- bee- Frage fehlt noch.

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