Ich, renne freudestrahlend auf meine Sonderpädagogin zu: "Ich freu mich so auf die Zusammenarbeit!"
Zwei Tage später die Ernüchterung: Inklusion heißt, ich darf die Schüler mit Förderbedarf nicht in Englisch unterrichten, die Sonderpädagogin muss mit ihnen währenddessen Mathe und Deutsch in einem anderen Raum machen.
Ich habe das Bundesland gewechselt, scheinbar aber auch gleichzeitig 20-30 Jahre zurück... Schade, eigentlich.
Leider ist meine Antwort eher vom Tipp: Empfehlung/Hinweis. Wenn unerwünscht, einfach gar nicht erst lesen. ![]()
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Das hat- zumindest das darf ich dir versichern- nichts mit dem Bundesland zu tun, nur etwas mit den örtlichen Gegebenheiten bzw. dem, was an deiner Schule üblich/möglich ist. Ich habe das an meiner Ref.schule auch ganz anders erlebt. Natürlich gab es einige Stunden, in denen SuS mit Förderbedarf Einzelförderung in einem Differenzierungsraum durch die Sonderpädagogin hatten. Das halte ich bei zieldifferenter Beschulung je nach Förderschwerpunkt auch für sehr angezeigt, denn die Sonderpädagogen sind nun einmal diesbezüglich die Profis und wissen, worauf es ankommt, damit auch z.B. Kinder mit GE ihre Ziele erreichen können. Die Sonderpädagogin war aber auch in vielen Stunden mit im normalen Klassenraum, wo dann Teamteaching möglich war. In meinen Unterrichtsstunden war sie meist- da ihre Stunden nicht gereicht haben- gar nicht mit anwesend, insofern habe ich da komplett entsprechend differenziert geplant, damit alle meine SuS (darunter, wenn ich mich korrekt erinnere, 5 mit verschiedenden Förderschwerpunkten- GE, V- LE-, zwei weitere mit Nachteilsausgleichen und sonst alles von G über M bis zu eigentlich E) an gemeinsamen Themen auf ihrem Niveau lernen konnten. Ich wusste aber, dass die SuS immer einen Wochenplan der Sonderpädagogin haben, um ihre Ziele in Mathe/Deutsch/... zu erreichen und ich diese auch daran arbeiten hätte lassen können- wollte ich aber nicht, weil es mir wichtig war, dass alle als Klasse bei mir gemeinsam beschult werden. Das war sehr wichtig vor allem für die GE-Kinder, wie mir die Sonderpädagogin, aber auch die Eltern wiederholt rückgemeldet haben.
Ich habe in diesem Jahr zum ersten Mal wieder SuS mit Förderschwerpunkten (ESENT, L, Hören) und dabei teilweise zielgleicher, teilweise zieldifferenter Beschulung. Diese werden ganz regulär an meinem Unterricht teilnehmen und von mir- unter Berücksichtigung ihrer Förderschwerpunkte und Unterrichtsziele- beschult werden. Obgleich es ein paar sonderpädagogische Stündchen gibt, wird die Unterstützung nicht annähernd so umfassend möglich sein wie an meiner Ref.schule. wo ich die Sonderpädagogin täglich im Lehrerzimmer getroffen habe und mich mit ihr beraten konnte in allen Fragen, was ein enormer Gewinn war für mich, um meinen SuS gerecht werden zu können in ihren vielfältigen Voraussetzungen und Erfordernissen. Auch Differenzierungsräume gibt es nicht. Teamteaching ist nicht möglich. Ich bin insofern sehr gespannt, wie das wird und hoffe, gute Lösungen für meine SuS zu finden, ohne mich selbst dabei zu überlasten.
Lass dir etwas Zeit anzukommen. Finde heraus, wie bei euch insgesamt bislang die Inklusion geregelt ist und warum das so ist und dann überleg dir, an welchen Stellschrauben du vielleicht eine Veränderung anstoßen könntest dank deiner bisherigen Erfahrungen und auch Haltungen. ![]()