Beiträge von CDL

    Warum gibt es eigentlich nicht die freiwillige Möglichkeit, seine Mailadresse/Handynummer bei der Kommune anzugeben, um in solchen Fällen informiert zu werden? Würde ich sofort machen, eine Mail an Tausende Leute rauszuschicken ist sicher keine Herausforderung und man könnte so schnell viele Menschen erreichen (die die Info dann auch weiterleiten können). Wie eine Art Telefonkette bei Klassenfahrten und Co. Über einen solchen Kanal könnte man auch Hilfen organisieren ("Wir brauchen im Stadtteil x Freiwillige, die Sandsäcke befüllen und aufstellen.")

    Es gibt doch die NINA-App des Bundes für solche Warnungen. Ich habe darüber die letzte Zeit ein paar Mal Warnungen vor schweren Unwetterlagen erhalten. Wer die App installiert hat bekommt also durchaus genau diese Art lokaler Warnungen. Sandsäcke gibt es darüber zwar nicht, aber klare Hinweise, wenn man sich in Sicherheit bringen muss so früh, wie eben absehbar und möglich. Ansonsten gibt es zusätzlich ja noch lokale Sirenenwarnungen (gab es die letzten Tage auch in einzelnen Ortschaften) oder Lautprecherwagen die herumfahren und davor warnen das Haus zu verlassen bzw. sich nicht in den unteren Stockwerken aufzuhalten (gab es ebenfalls mancherorts die letzten Tage, wie z.B. bei tagesschau.de nachlesbar). Alles lässt sich aber eben nicht vorhersehen und detailliert vorwarnen.

    Die Organisation von freiwilligen Helfern läuft auch längst an:

    https://www.tagesschau.de/inland/unwetter-hilfe-nrw-101.html

    https://www.swr.de/home/spenden-h…-pfalz-102.html

    Eine Idee: Leerstand von Wohnungen gerade in Ballungsgebieten massiv bekämpfen. Auch in Städten wie M, B und K finden sich leere Wohnungen, die niemandem zum Wohnen zur Verfügung stehen. Eigentum verpflichtet.

    Der Leerstand scheint sich zu lohnen. Bei mir im Haus sind mehrere Wohnungen teilweise seit Monaten frei. Eine Wohnung neben mir mit großer Terrasse ist noch nichtmal zur Vermietung ausgeschrieben, obwohl seit 9 Monaten frei. Dafür wird lustig weiter nachverdichtet oder neu gebaut in der Stadt ...

    Na ja, ich schätze mit Physik, Informatik für Gym würde einem auch in der eigenen Stadt bundesweit der rote Teppich an wenigstens einer Schule ausgerollt werden. Kommt eben ganz stark darauf an, welche Fächer tatsächlich in 7 Jahren benötigt werden an den Gesamtschulen in Stadt X.

    Shako : Wenn es U-N-B-E-D-I-N-G-T und ausschließlich später mal eine Stelle in deiner Stadt sein darf, würde ich mir an deiner Stelle a) überlegen welche Alternativen es zum Lehramt geben könnte oder b) sicherstellen, dass du mindestens ein absolutes Mangelfach im Angebot hast, welches deine Chancen steigert viel Auswahl zu haben- womöglich sogar in Stadt X oder auch c) prüfen, ob du an einer anderen Schulart von vornherein bessere Chancen hast mit den für dich realistisch in Frage kommenden Fächern, um schließlich d) nochmal deine persönliche örtliche Flexibilität abzuwägen gegen deinen Berufswunsch. Wenn der Berufswunsch überwiegt musst du mit hoher Wahrscheinlichkeit örtlich flexibler werden. Wenn der Ort das Rennen macht gibt es viele andere hervorragende duale Ausbildungen oder duale Studiengänge mit entsprechender Ortsbindung.

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    Der Staat hat nicht die Aufgabe, die maximal egoistische Handlung eines jeden Menschen zu unterstützen, sondern mit Blick auf Gegenwart und Zukunft den maximale Nutzen für jeden Menschen UND die Gesellschaft zu generieren (Politiklehrer werden vermutlich über meine Definition die Hände über den Kopf zusammenschlagen).

    (...)

    Die Sache mit dem "maximalen Nutzen" müsste man wohl nicht zuletzt auch ethisch ausdifferenzieren. Nutzenmaximierung ist darüber hinaus eine vor allem in der Wirtschaft verbreitete Kategorie. Es gäbe durchaus noch weitere gesamtgesellschaftliche Ziele bzw. Staatsaufgaben zu ergänzen. Ganz allgemein kann ich als Politiklehrerin aber durchaus damit leben. ;)

    (...)

    Komisch. Es wurde doch in den Medien immer wieder berichtet, dass sich alle an die Masken gewöhnt haben und diese gar nicht stört.

    Irgendetwas stimmt da nicht.

    (...)

    Bei uns muss inzwischen im Klassenzimmer auch niemand mehr Maske tragen. Ich habe aber keine einzige Klasse, die komplett maskenfrei wäre. Mindestens 1/3 der SuS trägt weiterhin Maske, in den meisten Lerngruppen weit über die Hälfte der Klasse. Was auch immer in deinem Super- oder Gartenbaumarkt nicht stimmen mag stimmt hier durchaus noch (trotz unserer allzu niedrigen Impfquoten). Vielleicht einigen wir uns vorerst darauf, dass weder meine Schule, noch dein Super- und Gartenbaumarkt für irgendetwas repräsentativ wären.

    Schlechten Unterricht haben nicht alle überlebt. Es gibt genug Studien im Zusammenhang mit Suizid bei schlechten Noten, Mobbing in Schulen, Kriminalität durch schlechte Bildung. Das Internet ist voll mit Publikationen darüber.

    Aber ich will da auch nicht drauf rumreiten, ist vielleicht auch nicht der Beste Vergleich gewesen.

    "Schlechter Unterricht" hat aber zum einen keinen zwingenden Zusammenhang zu schlechten Noten (manchmal gehört durchaus auch eine Inflation guter Noten mit zum Phänomen, weil z.B. Klassenarbeiten falsch konzipiert werden, Kriterien zur Leistungsmessung mdl./schriftl. fehlen oder schlichtweg Probleme mit Eltern/SuS vermieden werden sollen), zum anderen ist Mobbing- leider- auch bei sehr gutem Unterricht möglich (das gibt es wenn wir mal ehrlich sind an allen Schulen in unterschiedlichen Ausprägungen). Ich empfinde es als problematisch hier einen direkten Zusammenhang herstellen zu wollen zu Suizidversuchen, das hat etwas von einseitigen Schuldzuschreibungen für mich, die einer derart komplexen Thematik einfach nicht gerecht werden. Suizide sind die zweithäufigste Todesursache bei den 12-29jährigen, was längst nicht nur mit Schule und Unterricht zu tun hat. Alle 5min gibt es durchschnittlich einen Suizidversuch in Deutschland, rund 10.000 Menschen aller Altersgruppen fallen diesen jährlich zum Opfer- auch das nicht einfach nur als Folge schlechten Unterrichts. Ich bitte darum, bei diesem Thema nicht einfach pauschal die "Schuldkeule" auszupacken, sondern so sensibel und differenziert vorzugehen und zu argumentieren, wie wir letztlich auch in unserem beruflichen bzw. privaten Alltag damit umgehen sollten. Nur so erreichen wir ggf. potentielle Opfer, nur so helfen wir denen, die Suizide hilflos miterleben müssen (z.B. in unseren Schulen) und sich selbst Vorwürfe machen oder Familien und Freunden Verstorbener. DANKE!

    Fieber? Geruchs- und Geschmacksverlust? Kontakt zu einer positiv getesteten Person?

    Passt für Delta ja nicht mehr so ganz. Da haben wir dann auch "Schnupfen" als Teil der möglichen Symptome. Geruchs- und Geschmacksverlust ist ebenfalls deutlich seltener, als noch bei den anderen Varianten und für Kinder gelten sowieso nochmal Sonderbedingungen.

    Schon, aber ein Ethikrat philosophiert ja nicht nur so vor sich hin. Hoffe ich zumindest :grimmig: Die werden ja alle Aspekte mit einbezogen haben, eben so wie die Regierungen...

    Trotzdem sind das Abwägungen, die prinzipiell unterschiedlich ausfallen können (wie ja auch die verschiedenen Stimmen aus dem bundesdeutschen Ethikrat zur Frage einer Impfpflicht zeigen). Ethische Abwägungen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern beruhen- unter Einbeziehung aller Fakten und Aspekte- letztlich eben auf der Grundfrage, welche Werte wir in welcher Weise für gefährdet oder relevant halten, um zu einer entsprechenden Entscheidung oder Empfehlung zu kommen.

    In BW wird jetzt einerseits darüber diskutiert, ob es für bestimmte Berufsgruppen (medizinischer Bereich und Bildungsbereich vor allem), nicht für alle Bürger eine Impfpflicht geben müsste und andererseits darüber, die Hürden für Nichtgeimpfte hochzusetzen. So wird- ähnlich wie in Bayern- darüber nachgedacht, die Testkosten nicht mehr staatlicherseits zu übernehmen und darüber hinaus- unterhalb bestimmter, noch in der Debatte befindlicher Inzidenzwerte- für Geimpfte sämtliche Auflagen fallen zu lassen, während Ungeimpfte/nicht vollständig Geimpfte eben z.B. weiterhin eine Maskenpflicht haben, negative Testergebnisse vorlegen müssen (für deren Kosten sie dann ggf. zeitnah selbst werden aufkommen müssen). Wurde heute schon bei uns im Lehrerzimmer diskutiert. Kollege X - ungeimpft aus Überzeugung, hockt ständig im Lehrerzimmer ohne Maske rum, "glaubt" nicht an Corona, wohl aber an den einen oder anderen Verschwörungsmythos durch Impfung- war natürlich empört bei dem Gedanken a) Testkosten womöglich selbst tragen zu müssen und b) auch weiterhin im Zweifelsfall Maske tragen zu müssen, weil er c) sich auf gar keinen Fall impfen wird lassen und selbstredend jedwede Art von Impfpflicht ablehnt.

    Was haltet ihr von derartigen Überlegungen die Impfmotivation durch die Hintertür zu erhöhen, ohne direkt eine Impfpflicht einzuführen und wie wird das ggf. in euren Kollegien debattiert und gesehen? ( @Lindbergh : Bitte keine Antworten zu einem nicht näher genannten Umfeld. Entweder du schreibst deutlich "Meine Freunde/Familie/KuK/ich sage_n/denke_n/meine_n" oder du schreibst halt nix dazu. Ungenannte "viele", die deinem Empfinden nach die "Mitte der Gesellschaft/Mehrheit/..." darstellen tragen nichts konstruktiv zur Debatte bei. Also entweder Farbe bekennen, um wen es geht oder wenn dir das schon "zu persönlich" wäre Finger still halten.)

    Gemeinsame Aktion mit Muddern wenn sie da ist: Streichen? :teufel:Oder, wenn sie gerne aufräumt, ihr das Feld überlassen und dabei total überfordert schauen. nach dem Motto "ohne dich würde natürlich alles zusammenbrechen"? :pfeifen:Oder auch einfach ihr entspannt erklären, was für ein Schuljahr du in den Knochen hast und dass in Vollzeit arbeiten nunmal nicht kompatibel ist mit dem perfekten Hausweibchen der 50er.8) (Am besten dabei dann ganz charmant noch Mann und Kinder mit in die Pflicht nehmen- die wohnen schließlich auch noch Zuhause und sind genauso verantwortlich für den Haushalt, wie du.:victory:) Oder, wenn noch nichts für dich mit dabei war, sie einfach entwaffnend ehrlich in den Arm nehmen und den Fokus darauf legen, wie schön es ist, dass sie endlich einmal wieder zu Besuch kommen kann nach der langen Zeit und dir nichts wichtiger war, als sie schnellstmöglich sehen zu können. Aufgeräumtes Haus hätte den Besuch nur unnötig nach hinten verzögert, das wolltest du nicht riskieren.:)

    Ich weiß jetzt auch viel mehr über den Frosch als bislang und habe selbstredend auch direkt recherchieren müssen, was es mit der Troll-Geschichte auf sich hatte. Schön, dass du hier bist Fröschlein, obwohl du derart engagiert bist an deiner Schule. Danke für dein großes Engagement im Beruf und im Forum! :rose:

    Ganz unabhängig vom politischen Wissen, das ich nicht habe, meine Beobachtungen als Fragen formuliert:

    1. Würdet ihr eher nach New York fliegen, um euch mit einem nur im Inland zugelassenen Impfstoff impfen zu lassen oder eher nach Moskau?

    Weder noch. Wäre ein Impfstoff in Deutschland nicht zugelassen, würde ich mir bei den USA denken, dass dieser entweder sowieso zeitnah in Deutschland zugelassen wird (s.Corona-Impfstoffe), weil er die Voraussetzungen erfüllt oder alternativ, dass es gute Gründe (die ich nachlesen würde) gibt, diesen Impfstoff (noch) nicht in Deutschland zuzulassen. Ich hätte an dieser Stelle das Vertrauen in EMA, Stiko und die Regierung, dass die Nichtzulassung sinnvoll und begründet ist (würde ich nachprüfen, wenn sich meine These bestätigt kann ich das respektieren, sonst würde ich vielleicht prüfen, was Frankreich/andere europäischen Staaten oder die Schweiz machen, in die USA fliegen würde ich auf gar keinen Fall für eine Impfung).

    Bei Russland würde mich alles, was man über Sputnik inzwischen weiß bzw. auch gerade noch nicht weiß davon abhalten diesem Impfstoff zu vertrauen, wobei natürlich der politische Kontext- Autokratie, nicht Demokratie mit entsprechenden Entscheidungsprozessen auch bei der Impfstoffzulassung- eine zentrale Rolle spielt. Ich habe null Vertrauen in das Regime Putin und würde mir niemals etwas verimpfen lassen, was in Russland, nicht aber der EU zugelassen ist. Auch da gehe ich davon aus, dass die Nicht-Zulassung durch die EMA, bzw. der Umstand, dass keine Sonderzulassung für Deutschland erlassen wurde gute Gründe hat, die ich respektieren kann angesichts all dessen, was man eben öffentlich weiß oder auch nicht weiß über den Impfstoff.

    Zitat

    2. mit welchem der beiden Staaten sollte Deutschland ein Bündnis eingehen, wenn es zu massiven Konflikten zwischen den USA und Russland kommen sollte?

    Mit beiden. Deutschland hat ein vitales Interesse an einer fortbestehenden, wie auch immer gearteten Zusammenarbeit mit den USA. Deutschland teilt sich aber auch einen Kontinent mit Russland, welches keinesfalls unterschätzt werden darf in seiner geopolitischen Bedeutung. Es ist aus unserer Perspektive weise, mit beiden Seiten im Gespräch zu bleiben. Bündnisse (die ja inhaltlich sehr unterschiedlich geartet sein können) bzw. auch Verträge über wirtschaftliche Zusammenarbeit oder auch einfach nur kulturellen Austausch (das sind gerade was die Gespräche mit Russland anbelangt sehr wichtige halb-zivile, halb-politische Gesprächsrunden, die es in der Vergangenheit erlaubt haben den Kontakt nicht völlig zu verlieren bzw. sich punktuell auch immer wieder annähern zu können, wenn auf den offiziellen Kanälen gerade wenig Gesprächsbereitschaft vorhanden war) sind mit beiden Seiten in unserem Interesse, gleich wie sehr sie sich qualitativ/inhaltlich am Ende auch unterscheiden mögen (mit Biden ist eine vertrauensvollere Zusammenarbeit eher möglich, als das bei Trump der Fall war, so dass wieder eine Basis besteht die Beziehungen zu den USA zu intensivieren, ohne aber den Kontakt zu Russland zur Gänze zu verlieren, auch wenn Putin kein Partner ist, dem man vertrauen sollte- eh sei denn dahingehend, dass er seine Interessen prinzipiell mit allen Mitteln zu schützen bereit ist).

    Bei einem massiven Konflikt zwischen Russland und den USA käme es letztlich aber auch auf genaue Inhalte und Details an. Würde es um kriegerische Akte gehen und würden die USA die NATO auffordern den Bündnisfall zu erklären wäre Deutschland als NATO-Mitglied dazu verpflichtet den USA beizustehen. In welchem Umfang ich persönlich das dann für angemessen halten würde käme auf den konkreten Fall an und lässt sich für mich nicht rein hypothetisch beantworten. Ein simples schwarz-weiß im Sinne von "USA=gut, Russland=böse" gibt es so aber nicht in mir, dafür ist Politik einerseits zu komplex und anderseits zu spannend für mich, um mich mit derartigen Zuordnungen zu begnügen.

    Neffen in NRW? Besuch mich mal, wenn Du sie besuchst! :wink2:

    Schöne Idee, das machen wir mal. Ist seit diesem Schuljahr zwar etwas schwieriger mit den Besuchen, weil mein älterer Neffe in die Schule gekommen ist, aber mit gutem Willen (und nicht zu vielen Corona- Beschränkungen) klappt das trotzdem gut.

    Dafür. Ich werfe allerdings noch Ärzte, Krankenhauspersonal und Pflegekräfte in den Topf, sowie weiteres schulisches Personal wie Schulsozialarbeit, Reinigungskräfte, Hausmeister, aber auch Lesepaten oder externe Bildungspartner. Auch an Gerichten oder im Vollzugswesen sollte völlig klar eine Impfpflicht herrschen oder in anderen "Amtsstuben" des öffentlichen Dienstes mit entsprechendem Kundenverkehr bzw. entsprechendem Arbeitgeber (Kommune/Land/Bund/Kreise). Im medizinischen Bereich sollte es möglich sein das bei aktueller Gesetzeslage bereits durchzusetzen und zumindest bei verbeamteten Arbeitskräften ebenfalls. Für die anderen Gruppen müsste man dann die Gesetzeslage anpassen. Ist ein Projekt für nach der Bundestagswahl, an welches sich hoffentlich die kommende Regierung heranwagen wird. Es gibt kein Recht anvertraute, potentiell ungeimpfte Schützlinge anzustecken. Zumindest Bildungsbereich und medizinischer Bereich sollten also völlig unmissverständlich eine Impfpflicht einfordern und durchsetzen.

    ja, meine Formulierung war zu knapp und ich hatte einen Teil gelöscht.
    "Damals" beim Gespräche habe ich es auf "alle vergessen fast alles aus der Schule" abgetan, aber jetzt fand ich deinen Ansatz interessant...
    Und ja, die Siegerkultur ist ein wichtiger Teil der Lehrpläne. Ich weiß ja, wie erstaunt ich war, als ich "erfahren" habe, dass Napoleon nicht der große tolle Held ist, wie es mir in der Schule beigebracht wurde (also auch tatsächlich).

    Ja, wenn ich mir umgekehrt überlege, wie erschreckend wenig ich in französischen Schulbüchern gefunden habe über französische Kriegsverbrechen (oder gar Kriegsverbrecher) während der Nazizeit (in einem Buch der gymnasialen Oberstufe gab es 10 Seiten über die Résistance, aber nur einen kleinen Absatz von knapp 5 Sätzen über die "Collaboration". Über französische Kriegsverbrechen oder Kriegsverbrecher gar nichts.)- dann betreiben wir das ja alle, dass wir über schulische Bildung unsere Interpretation einer nationalen Geschichte weitertragen. Das kennen wir ja auch von unseren anderen Fächern chili, dass Lehrpläne teilweise eine recht einseitige Interpretation vorsehen, die man im Idealfall- begründet auf bestimmte Grundwerte- kontrovers ergänzen kann, aber auch nicht immer (ich denke da nur an unser Gespräch über Wirtschaftsunterricht bei euch in NRW und bei mir in BW an der Sek.I).

    Diese Woche meinten meine 8er zu mir (beim Thema "Wirtschaftsordnungen") die DDR gebe es deshalb nicht mehr, weil die BRD sie aufgenommen und so die Diktatur beendet habe (diese Geschichte hätte Kohl natürlich sehr gefallen). Die haben Bauklötze gestaunt, als ich ihnen erzählt habe, dass es genau genommen eine Demokratisierungsbewegung innerhalb der ehemaligen DDR gegeben hat, die letztlich- im Kontext weiterer historischer Ereignisse, die ich meinen SuS gegenüber weggekürzt habe- die Wende und die Wiedervereinigung erst ermöglicht hätten. Das kannten sie so als Erzählung noch nicht aus dem Geschichtsunterricht. Hat aber vor allem meinen russischstämmigen SuS sehr gefallen, dass ich das angesprochen habe (die konnten dann mit Stichworten wie "Glasnost" und "Perestroika" sogar etwas anfangen.). Das passte besser zu Erzählungen, die sie Zuhause gehört hatten und die immer im Widerspruch standen zur "Schulversion".

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