Beiträge von CDL

    Der war damals schon geboren? :staun:

    Die ganzen Chemikalien in den Masken haben ihn vorzeitig konserviert. Das „offizielle“ Geburtsdatum wird, um Verwirrung zu vermeiden, regelmäßig und diskret angepasst an die aktuelle Mimik- wie bei Hollywoodsternchen. :doc: Vielleicht liegt es aber auch einfach nur am falschen Vanilleeis (zu viel Xanthan???). 🍦🍨🍦

    Natürlich werden SLen informiert, wenn derartige Gespräche angesetzt werden. Schließlich sind diese zuallererst gefragt, wenn es gilt die Fürsorgepflicht umzusetzen.

    Es liest sich so, als würdest du dir gerade große Sorgen machen wegen des möglichen BEM- Gesprächs. Kannst du artikulieren, was genau dich an einem BEM- Gespräch besorgt oder verängstigt? Vielleicht ist es möglich, dir diese Ängste zu nehmen, sie zu lindern oder dir passende Ansprechpersonen zu nennen als Unterstützung.

    Ja, wäre durchaus in Ordnung, wenn besagter Bundeskanzler Platz für die jungen Arbeitskräfte machen würde, es hilft nicht der Arbeitslosigkeitsquote, wenn die Alten noch an ihren Plätzen kleben.

    Auch wenn ich ebenfalls gerne auf Merz verzichten würde, sind wir, wie du weißt, durchaus darauf angewiesen, dass möglichst viele Boomer uns möglichst lange auf dem Arbeitsmarkt als Fachkräfte zur Verfügung stehen. Es ist für gut ausgebildete junge Arbeitskräfte nicht allzu schwer, nicht arbeitslos zu sein, da der Fachkräftemangel eigentlich alle Branchen betrifft (mal mehr, mal weniger und natürlich regional verschieden). Wer noch keine Ausbildung hat, braucht unter anderem unsere arbeitswilligen, gut ausgebildeten Ü-60er als Ausbilder:innen schulisch, wie auch betrieblich, damit der weitere Weg nicht in die Arbeitslosigkeit führen muss.

    Das hat nichts mit räumlichen Kapazitäten zu tun.

    Wenn eine Klasse die Höchstgrenze erreicht hat, kann sie kein zusätzliches Kind aufnehmen, weil man dann für EIN Kind vll eine neue Klasse aufmachen müsste, was in Lehrerstunden zuviel bedeutet und das System durcheinander bringt.

    Sie haben auch ihre eigenen Wiederholer.

    Was du schreibst stimmt definitiv. Räumliche Zwänge kommen dann aber noch manchmal dazu. Wir haben jedes Jahr sieben 5. Klassen, weisen dabei 1-2 Klassenstärken an Anmeldungen alleine für 5 ab, da wir mehr als 7- zügig räumlich nicht unterkriegen und auch das nur bei 4-8 Wanderklassen ohne eigenes Klassenzimmer möglich ist.

    Zusätzlich haben wir in höheren Klassenstufen sowohl zu Schuljahresbeginn als auch zum Halbjahr noch einmal jeweils wenigstens eine Klassenstärke an Anfragen für höhere Klassen. Das sind dann vereinzelt Kinder, die umgezogen sind, mehrheitlich aber SuS, die von der Gemeinschaftsschule oder vom Gymnasium zu uns wechseln wollen (zu Schuljahresbeginn etwas mehr GMSler, zum Halbjahr mehr Gymnasialabgänger). In höheren Klassen haben wir aber nur noch vereinzelt Plätze frei, so dass wir die meisten abweisen müssen. GMSler haben meist gar keine Chance vor Ort einen Realschulplatz zu erhalten, da sie schon einen SEK.I- Schulplatz haben (diese Anfragen werden also sehr nachrangig bedient, höchstens Geschwisterkinder oder schwere Mobbingfälle haben eine realistische Chance bei uns zu landen). Gymnasialabgänger: innen werden vereinzelt mal noch von uns aufgenommen und soweit möglich auf die weiteren Reslschulen am Ort verteilt, bis der Rest dann ggf. nur noch an der GMS Platz findet (an die Werkrealschule wollen diese SuS nicht wechseln und gehen eher an die GMS, wenn keine RS sie aufnehmen kann).

    Zumindest hier in BW gibt es definitiv genügend Schulplätze jenseits der Gymnasien, auch wenn deshalb längst nicht jeder Wechselwunsch bedient werden kann. Richtig eng wird es eigentlich erst, wenn es darum geht, einen Förderschulplatz zu erhalten für SuS, deren Eltern tatsächlich Wechselwirkung wechselwillig wären. Das scheitert leider sehr häufig auch über mehrere Schuljahre hinweg.

    ceterum censeo: Mit einer GS-Lehrerin zuhause weiß ich und betone immer wieder: Die GS-Didaktik ist anspruchsvoll.

    Genau wie Didaktik, die wir an SEK.1- Schulen benötigen oder der Oberstufendidaktik oder auch die besonderen Herausforderungen berufsbildender Schulen oder von Förderschulen.

    Wir alle haben verschiedene Ausbildungsschwerpunkte. Nicht, weil die einen Lehrämter anspruchsvoller wären als die anderen, sondern weil die Herausforderungen verschieden sind und deshalb eine spezialisierte Ausbildung erfordern, die man sich weder mal eben schulartübergreifend aus dem Ärmel schüttelt, noch jede:r leisten kann und könnte, der/die sich immer schon wie eine Grundschullehrkraft gefühlt hat oder meint Förderschulunterricht könnte jede:r leisten, der/die Kinder mit Behinderung ganz doll lieb hat oder dass Oberstufenunterricht jede:r perfekt beherrscht, der/ die an irgendeiner Uni das passende Fach mal irgendwie studiert hat.

    Das ist ja akzeptabel, wenn BWL ein Teilbereich war (so wie ich im öffentlichen Recht eingeschlafen bin - auch ein Teilbereich in meinem BWL-Studium), aber wenn ich einen Leistungskurs wähle, sollte ich BWL nicht als todeslangweilig empfinden - sonst wird es schwierig.

    Schwierig im Kurs? Ok, das darf sein. Schwierig mit dir persönlich, weil dein Herzensfach auf weniger Interesse stößt, nur eine Pflichtübung darstellt: Das darf halt nicht sein, liest sich aber gerade so bei dir, wenn du immer wieder schreibst, dass es in solchen Fällen Probleme geben würde mit dir, nicht etwa einfach nur fachliche Probleme die Folge sein können (nicht müssen).

    Auch wer BWL sterbenslangweilig findet kann gut darin sein. Ich persönlich fand in meinem Wirtschaftslehrestudium die überschaubaren BWL- Anteile ätzend. Das war nie meins, wird es auch nie sein (anders als VWL). Trotzdem habe ich auch diese Teile am Ende mit 1,5 abgeschlossen, da mein Desinteresse nicht gleichbedeutend damit wäre, dass ich es nicht begreifen oder lernen könnte. Für meine Dozentinnen und Dozenten war das aber sicher kein Spaß mich in den BWL- Veranstaltungen sitzen zu haben, da ich als Mittel gegen meine akute Langeweile jedes Thema wirtschaftsethisch betrachtet und kritisch diskutiert habe- am liebsten in Kursen, in denen nur ich solche Einordnungen relevant fand.

    Oh, das öffnet mit A3 :ohh: Dein armer Mann!

    Wieso? Der hat doch Sissymaus , die ganz Frau und ganz Lehrerin ist- auch noch in Teilzeit wäre- die mindestens A14 würde ich annehmen zum Familieneinkommen beisteuert. Da lässt A3 sich schon verkraften- zumindest als souveräner Mann, den sie bestimmt hat (gleich was er am Ende tatsächlich verdient).

    (…) wochenlang die doppelte Leistungskursbesatzung hat und dann ab Woche 2 begrüßt wird mit "Wann kommt Frau K. endlich wieder? Die gibt bessere Noten und ist auch freundlicher zu uns!" Als ich dann erwiderte, meine Notengebung sei doch transparent und ja, ich würde eben nicht so tolerant auf ständiges Zuspätkommen reagieren. Und zur eigentlichen Frage, ich wüsste nicht, wann Frau K. wieder käme, aber ich wäre wirklich bemüht, sie so gut wie möglich zu vertreten und würde mich freuen, wenn sie mir auch dabei helfen würden. Nur lange Gesichter. Woche für Woche. Doch, ich nehme das persönlich - es ist ja auch persönlich gemeint. Gegenfrage: Dir wäre das wirklich egal?

    Ja, das wäre mir an der Stelle ziemlich egal, da ich weiß, warum ich bestimmte Kriterien beachte und das wie du auch entsprechend transparent mache.

    Das andere Lehrkräfte freundlicher wären als ich höre ich immer nur dann, wenn SuS meinen, sie müssten mir etwas reinwürgen, normalerweise sagen mir spätestens zum Abschluss selbst diejenigen, die sich dauerhaft an mir gerieben haben, dass ich trotzdem fast immer total freundlich und immer sehr fair geblieben wäre und bedanken sich. Das kann ich also einordnen, wenn ein Pubertierchen sich plötzlich besonders beschwert (was nicht bedeutet, dass ich das nicht ernstnehme oder nicht auch kritisch auf mich selbst blicke und mein Verhalten oder meine Aussagen), womit ich es auch nicht persönlich nehme- es geht schließlich nur gegen die Lehrerrolle, was ich damit verstanden und einsortiert habe, nicht gegen mich persönlich (=Privatperson).

    Eine Reaktion wie die von dir dargestellte zeigt, dass die SuS mit ihrer Nachfrage einen Nerv getroffen haben bei dir. Das wird der eine oder andere im Zweifelsfall also einfach wiederholen, wenn er/ sie genervt ist vom Unterricht/ von dir- es funktioniert schließlich..

    In der Witwenrente ist vermutlich die Halbwaisenrente drin.
    Und das nennt man eine Leistung des Sozialstaates.

    Die Halbwaisenrente wird unabhängig von der Witwenrente ausbezahlt. Der Anspruch gilt bis zum 18. Lebensjahr oder bis zum Abschluss eines Studiums/ einer berufsqualifizierenden Ausbildung, maximal bis zum 27. Lebensjahr.

    Die erwachsenen Söhne meiner Nachbarin, die beide gerade noch studieren, werden insofern in absehbarer Zeit aus dieser Unterstützung herausfallen.

    Die sogenannte kleine Witwenrente bekommt auch niemand mehr unbegrenzt Maylin85 , sondern nur noch als Art Übergangsgeld für 24 Monate. Wer dagegen noch die alte, große Witwenrente bezieht (Mann- um den es wohl immer gehen wird in der Konstellation- vor 1962 geboren und Ehe vor 2002 geschlossen), bekommt die Witwenrente dagegen unbegrenzt von der Zeitdauer her.

    Da der verstorbene Mann meiner Nachbarin vor 1962 geboren war und die Ehe vor 2002 geschlossen wurde, bekommt sie die Witwenrente lebenslang. Seit vier Jahren wohnt sie aber statt in der alten Familienwohnung in einer 2- Zimmer- Wohnung, weil sie um die alte, deutlich größere Wohnung halten zu können trotz der Witwenrente mehr arbeiten hätte müssen. Sobald die Lebensversicherung als Zusatzpolster weitestgehend aufgebraucht war musste sie deshalb umziehen.

    finde es einfach interessant mein Gehalt mit anderen Gehältern zu vergleichen. Aber dann nicht.

    Schau dir die für alle Bundesländer verfügbaren Bezügerechner an. Damit kannst du kannst du dein Gehalt mit jedem anderen möglichen Gehalt von Lehrkräften oder auch anderen im öffentlichen Dienst Beschäftigten in A- und E- Form vergleichen, jede Steuerkonstellation durchspielen, mit und ohne Kirchensteuer, mit und ohne Ehe (in diversen Steuerklassen), mit und ohne Kinder,… Mehr Vergleich geht nicht, mehr Transparenz wohl auch nicht.

    Was genau ist am Ende noch so interessant daran, was dir völlig unbekannte Lehrpersonen mit völlig unbekanntem Deputat oder weiteren Faktoren real im Monat auf dem Konto haben (was du sowieso nicht überprüfen kannst, ob das am Ende zutrifft, solange es zu irgendeiner der Tabellen passt..)?

    Die Witwen hatten gar keine Möglichkeit für ihre Familie mehr Geld zu erwirtschaften im Sinne eines hören Familieneinkommens, weil dann gleich die Witwenrente gekürzt wurde.

    Was bedeutet, dass sie nicht „gar keine Möglichkeit hatten mehr Geld zu erwirtschaften“, nur eben bereit sein müssten entsprechend viel dafür zu arbeiten und auf die Witwenrente anteilig oder gar komplett zu verzichten.

    Ich habe eine Nachbarin, die sich das auf den Cent genau ausrechnen hat lassen, was sie ohne Kürzung dazuverdienen kann und jetzt halt exakt so viele Stunden einmal in der Woche arbeitet. Obwohl ihr manchmal etwas fad wird oder sie auch gerne mehr Geld zur Verfügung hätte, ist sie noch nicht einmal dazu bereit irgendetwas ehrenamtlich zu machen, um ihre Zeit sinnvoll zu füllen, da sie dafür ja nicht bezahlt wird. Mehr arbeiten will sie auch auf gar keinen Fall, weil für sie die Witwenrente eine Art nachträgliches Schmerzensgeld ist für eine sehr belastete Ehe.

    Ich hab einfach total gerne Hausarbeiten geschrieben und mich wochenlang in Themen vergraben. Ich weiß nicht, ob man etwas als stressig empfinden kann, was man einfach gerne macht 😊

    Ja, so ging es mir ebenfalls. Rein von den inhaltlichen Aufgaben her war das Ref übrigens auch keinerlei Stress für mich.

    Ich habe auch extreme Prüfungsangst, aber im Referendariat war der Prüfungszeitraum begrenzt auf wenige Monate. Ich schrieb ja ohne Lehrprobenzeitraum.

    Im Studium gab es fast 12 Semester Prüfungsangst.

    Ein sehr gutes Beispiel für das, was ich schrieb: Für mich hat sich eben trotz der teilweise auch im Studium erlebten, kontinuierlichen Beurteilung, erst das Ref als Dauerbeurteilung angefühlt und zwar von Tag 1 an, bis zum Ende. Das hatte bei mir sehr viel damit zu tun, dass ich während meines Erststudiums noch weitestgehend gesund und belastbar war, vor Aufnahme des Zweitstudiums dann aber zur Schwerbehinderten wurde, was im Studium letztlich keine direkte Rolle gespielt hat, im Schuldienst aber noch vor Antritt des Refs zu massiven Diskriminierungserfahrungen geführt hat, die mich seitdem ich im Schuldienst tätig bin auch kontinuierlich begleitet haben.

    Die Gründe, warum man was wie bewertet oder wahrnimmt sind eben letztlich sehr individuell und sagen absolut nichts darüber aus, ob ein Studium tatsächlich personenunabhängig anspruchsvoller war als ein anderes. Das sollte eigentlich jedem und jeder hier einsichtig sein und dementsprechend auf irgendwelche absoluten Aussagen jenseits der rein persönlichen Wahrnehmung verzichtet werden.

    Das war ein regelrechter Wellness-Urlaub gegenüber dem Studium. Du hast Recht, das ist eine sehr gute Frage.

    Finde ich nicht unbedingt, da diese isolierte Frage außen vor lässt, was verschiedene Menschen als Stress und Belastung wahrnehmen. Mich hat bedingt durch meine massive Prüfungsangst das Ref als gefühlte Dauerbeurteilung extrem belastet, im Studium war das halt keine Dauerbeurteilung jedes einzelnen Moments- obwohl z.B. in Politikwissenschaft (also an der Uni, sprich Erststudium, das Lehramtsstudium war im Vergleich auch in Politikwissenschaft ein ziemlicher Spaziergang) u.a. die mündliche Beteiligung mit benotet wurde im Grundstudium in jedem einzelnen Seminar und jedes einzelne Seminar Teil der Zwischenprüfungsnote war.

    Ich habe einen Lehrerstundenplan. In dem stehen die Unterrichstunden. Zwischen 9.30 Uhr und 9.50 Uhr steht das "Pause. Zwischen 11.20 Uhr und 11.40 Uhr steht das wieder "Pause"

    Oft steht zusätzlich zum Wort „Pause“ - das bedeutet, dass das Schülerpausen sind- noch das Wörtchen „Aufsicht“ im Lehrerplan. Darüber hinaus bin ich dazu verpflichtet in dieser Zeit solange im Raum zu bleiben, bis auch die letzten SuS raus sind bei großen Pausen, abzuschließen und die Räume links und rechts zu kontrollieren, ob diese ebenfalls leer sind, sowie ggf. abzuschließen. 5min vor Ende der sogenannten Pause bin ich gemäß Schulleitung angehalten mich zum nächsten Unterrichtsraum zu begeben, damit die nächste Stunde pünktlich startet, die Aufsichtspflicht gewährleistet ist, ich Räume aufschließen kann, etc. In den kleinen Pausen muss ich Räume wechseln, auf- und zuschließen, bis zum letzten Schuljahr musste ich nach der ersten Stunde das Sekretariat kurz informieren, wer nicht anwesend war zwecks Hinterhertelefoniererei, etc.

    Bei uns wird immer SEHR deutlich gemacht, dass nur die Mittagspause auch vollständig als Lehrerpause zu betrachten ist, da man an der Stelle bei Aufsichten in der Mittagspause die Stunde davor zum Ausgleich frei hat. Alles andere ist zunächst einfach nur eine Schülerpausenzeit.

    Chilipaprika hat schon Recht. Muttersprachler haben den Vorteil beim Wortschatzerwerb, dass sie vieles schon vom Hörensagen kennen. Fehlt noch das Schreiben und Lesen. Und Muttersprachlersein heißt nicht automatisch, dass man sich für Sprache begeistert. Es soll auch Muttersprachler geben, die in der Sprache so mittelprächtig sind, aber in Physik und Chemie voll aufgehen.

    Grammatikwissen ist wie bei deutschen Muttersprachlern oft intutiv vorhanden, aber soll natürlich im Unterricht explizit gemacht werden.

    Dann kommt noch Literatur und Landeskunde dazu. Bei letzterem haben Muttersprachler in der Regel schon Vorwissen, aber der Grad der Ausprägung hängt (ähnlich wie deutschsprachigen Muttersprachlern) vom Elternhaus ab. Ein Schüler, dessen Eltern aus Frankreich kommen, wird einen groben Überblick über die Eckdaten haben, aber es gibt natürlich noch weitere frankophone Regionen, die im Unterricht behandelt werden. Von komplexeren Themen wie dem Elyséevertrag mal abgesehen.

    Ich hatte schon einige bilinguale SuS mit Französisch als einer der beiden Sprachen im Unterricht. Die kannten manche Wörter und Wortschatzbereiche, aber längst nicht alles, was man im Anfangsunterricht macht, auch wenn natürlich von Beginn an das Verständnis und der eigene, gesprochene Satzbau den anderen weit voraus waren.

    „Intuitives Grammatikwissen“: Das geht auch vielen komplett einsprachig aufgewachsenen Bio- Deutschen im hohen Maße ab und ist bei den Franzosen nicht anders, die auch ebenso wenig wie wir Deutschen qua Pass über irgendwelches Vorwissen in Literatur und Landeskunde verfügen. Auch mit der Muttermilch saugt das niemand auf..

    Rudimentäre Landeskundekenntnisse haben bisher noch alle gehabt- auf demselben Niveau, wie meine SuS, die schon ein paar Mal Urlaub in Frankreich gemacht haben. Literaturkenntnisse, die darüber hinausreichten, dass ihnen mal jemand ein französischsprachiges Kinderbuch vorgelesen hat: Fehlanzeige. Zweisprachig aufzuwachsen bedeutet schließlich nicht, dass die Kinder mehr lesen würden in irgendeiner Sprache als andere Kinder ihrer Generation.

    Ich weiß nicht, welche „Eckdaten“ du dir vorstellst, dass SuS der SEK. I generell über das Land haben könnten, dessen Pass sie zufällig auch noch haben, in dem sie aber nicht leben, ich versichere dir aber, dass frankophile SuS, die mehrfach im Urlaub in Frankreich waren im Schnitt bislang noch immer deutlich mehr Fakten über Frankreich parat hatten, als meine bilingualen Hasen, die dafür aber zumindest zur Frage, wie Fest X traditionell gefeiert wird manchmal einen Schwank aus ihrer Familie parat hatten, wobei sie dann aber nicht einzuschätzen wussten, was davon auch vergleichbar in anderen französischen Familien läuft und was z.B. eine Eindeutschung ist.

    Was allen gemeinsam war ist, dass sie aufgrund ihrer Vorkenntnisse massiv unterschätzen, wie viel Lernaufwand dahintersteckt, um Französisch korrekt schreiben zu können. Ich habe deshalb meist erhebliche Diskrepanzen zwischen den mündlichen und schriftlichen Noten dieser SuS (mündlich meist Noten zwischen 1 und 2, schriftlich üblicherweise zwischen 3 und 5) und zwar bis zur Abschlussprüfung.

    (z.B. beide Schulstandorte bieten eine Sek I an, aber wer in die Sek II übergehen möchte, würde dies nur an einem der beiden Schulstandorte tun).

    Das ist dann eine Bankrotterklärung für ein Gymnasium, das derart sowohl in den Augen von Eltern und SuS, als auch in denen von Lehrkräften deutlich an Ansehen verlieren würde. Sinnvollerweise schaffen Gymnasien sich nicht gezielt selbst ab oder ihre eigene Oberstufe, sondern arbeiten wie alle Schulen einerseits aktiv an der Herausbildung eines eigenen Profils, was dann eine Schwerpunktsetzung plausibel macht, wenn es darum geht welche Kurse kontinuierlich selbst angeboten werden und welche ggf.- je nach Anmeldezahlen- in Kooperation stattfinden. Andererseits haben sie Kooperationen mit anderen Gymnasien, die dann vielleicht nicht den Musik- LK jedes Jahr anbieten oder den Sport- LK, dafür aber den Latein- LK oder den Geologie-Kurs, etc.

    Lass dich krankschreiben und fang an in Ruhe darüber nachzudenken, wo du dich wie entlasten kannst und sei dir das dann auch wert.

    Vielleicht wäre eine Versetzung sinnvoll angesichts des offenbar toxischen Klimas an deiner Schule.

    Vielleicht wäre auch für deinen Mann eine neue Stelle eine gesündere Alternative und eine Option.

    Vielleicht gibt es im Hinblick auf die verschiedenen pflegebedürftigen Elternteile Unterstützungs- und Entlastungsoptionen (Geschwister? Pflegepersonal? Mann dank neuer Stelle ebenfalls aktiv unterstützend? Pflegeheim?).

    Vielleicht musst zuallererst auch du es dir selbst wert sein, nicht alles perfekt für alle anderen schaffen zu müssen, während du selbst vor die Hunde gehst, sondern klare Grenzen zu ziehen.

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