Beiträge von Lehrerin2007

    Tatsächlich ist es auch in Bayern nicht mehr so streng:

    Genau, ich wollte grad sagen, einen gewissen Spielraum haben wir ja auch. Wenn man abweicht, muss das in der Klassenkonferenz besprochen werden und in aller Regel (zumindest bei uns) hat auch keiner was dagegen, wenn man die Notenhebung/-senkung begründen kann. Während Corona jetzt wurde dieser Korridor noch stärker aufgeweicht (ich habe z.B. einer Schülerin, die im Distanzunterricht super fleißig war und zuverlässig gearbeitet hat bei 2,7 auch die Note 2 gegeben).

    Also ich weiß nicht, wie das an anderen Schulen läuft, aber an meiner Schule finde ich das nicht schlimm mit der Respizienz. Allerdings kenne ich es einfach auch nicht anders. Als Anfängerin habe ich wertvolle Rückmeldung bekommen und seit einigen Jahren bekomme ich gar keine Rückmeldung mehr = passt alles; das geht auch entsprechend an die Schulleitung weiter für die Beurteilung (da finde ich das dann wieder im Beurteilungsgespräch).

    Außerdem gibt es so mehr Transparenz zwischen den Klassen, wenn die Schulaufgaben ein wenig "geprüft" werden, dass nicht der eine total leichte, der andere total schwere Schulaufgaben schreibt. Auch schreiben wir zusätzlich noch häufig parallel (wir sind 3-zügig, da geht das gerade noch so), was für noch mehr Transparenz sorgt.

    Seit neustem ist es (zumindest bei uns?) so, dass auch die Schulaufgaben der Fachleitungen (die normalerweise respizieren) respiziert werden sollen. Das finde ich eigentlich mehr als fair und wir praktizieren das seit diesem Schuljahr.

    Ein Erwartungshorizont wäre für mich, was meine Fächer anbelangt, eine Lösung, die das beinhaltet, was wir im Unterricht durchgenommen haben und ich es somit in der Schulaufgabe erwarten kann, wie das Wort schon sagt. Eine Musterlösung ist eher etwas, was ich bei einer freieren Aufgabe (z.B. schriftliche Texte) schreiben würde und es ist eben ein "Muster", man kann es aber auch anders machen und nicht nur diese eine Lösung wird erwartet oder ist (sehr) gut.

    Je niedriger die Klassenstufe, desto eher ähnelt der EW der Musterlösung, weil die sprachlichen Mittel natürlich noch sehr begrenzt sind und gar nicht so viel anderes herauskommen kann. In der Oberstufe hingegen wäre für mich ein EW z.B. bei der Cartoonanalyse, dass der/die Schüler/in eine Beschreibung, eine Analyse schreibt, die Message und die Kritik des Cartoons erkennt und kohärent und nachvollziehbar darstellt. Eine Musterlösung wäre, wenn ich eine solche Aufgabe komplett selbst schreibe (was ich auch schon gemacht habe, weil mein Kurs sich das gewünscht hat) als Vorschlag, wie man so etwas schreiben kann.

    Wie man das aber z.B. auf Fächer wie Mathematik übertragen kann, weiß ich nicht, da es ja meist nur eine richtige Lösung gibt. Daher gibt es hier vielleicht keine richtige Abgrenzung zwischen EW und Musterlösung.

    Dass man dort auch zu erwartende Fehler mit einbezieht, kenne ich so nicht.

    Nein, das kenne ich auch nicht. Ich schreibe höchstens im Nachgang (während der Korrektur) dazu, dass ich ein bestimmtes Wort (im Lückentext z.B.), das aber öfter bei den Schülerlösungen genannt wurde, nicht bepunkte, weil es z.B. keinen Sinn macht in diesem Kontext oder Ähnliches.

    Ich habe das tatsächlich mal erlebt (also bei einem Kollegen, nicht bei mir). Dem wurde aber schon seit dem Referendariat gesagt, dass er für diesen Beruf absolut ungeeignet ist (ich habe das auch so gesehen), ist doch irgendwie durchgekommen und in der Probezeit dann am Ende nicht (mit mehrfacher Vorwarnung durch die Schulleitung).

    Ich weiß allerdings nicht, was daraus geworden ist. Derjenige wollte wohl noch rechtliche Schritte einleiten, aber ich habe nichts mehr davon gehört.

    Was hat ein Erwartungshorizont mit einer transparenter Notengebung zutun?

    Ja, an meiner Schule ist es absolut Standard, einen EW anzufertigen (vielleicht in ganz BY?). Die Schulaufgaben werden von der Fachleitung angeschaut und die möchte ja wissen, was eigentlich erwartet wurde oder warum einer "nur" eine 2 hat, obwohl alles beantwortet wurde etc. Außerdem nutze ich den EW gleich für die Besprechung der Schulaufgabe mit der Klasse und schreibe da auch rein, welche Alternativlösungen ich habe gelten lassen (mit voller /reduzierter Punktzahl) - allein schon für mich als Übersicht und damit es für alle anderen (Schüler und Fachleitung) transparenter ist.

    Seit 22 Stunden versuche ich krampfhaft, mich an diese 2. Staatsexamensarbeit zu erinnern. Ich habe sie komischerweise nirgends, auch nicht auf dem PC, während ich noch einen Haufen alte Seminararbeiten aus dem Studium (und die vom 1. StEx) habe. Im Zeugnis habe ich aber eine Note für die 2. StEx-Arbeit stehen.

    Musste man da eine Unterrichtseinheit oder sowas erarbeiten? Es ist komischerweise wie ausgelöscht in meinem Gedächtnis 😬

    Ist diese Arbeit irgendwo hinterlegt? Noch an meiner Seminarschule?

    Ich wundere mich über mich selbst, bin sonst eigentlich eher ordentlich...

    Wie unterschiedlich das gehandhabt wird...!

    Bei uns ist genau das explizit nicht erlaubt (eine Hausaufgabe per se zu bewerten), weil das Kind ja zu Hause i. d. R. allein die Hausaufgabe macht und wenn etwas doch nicht verstanden wurde, die Aufgabenstellung falsch verstanden wird, es einfach Fehler macht, weil es nicht nochmal nachfragen kann, da es zu Hause ist, darf das nicht bewertet werden.

    Andersherum können Eltern oder Geschwister ja helfen und dann hat es eine super Hausaufgabe und bekommt dafür ggf. eine tolle Note.

    Ich habe das so verstanden, dass z.B. auch Hausärzte Kinder ab 12 können bzw. dass es aktiv angeboten wird. Vorher haben ja einige geschrieben, dass, wenn der Kinderarzt eine Impfung verweigert hat, es schwer war, jemanden zu finden. Beim BR stand, dass z.B. auch Impfteams in die Schulen gehen nach den Sommerferien.

    Wenn ich einen Schüler aufrufe, damit er seine Hausaufgaben vorträgt und er sagt, er hat sie vergessen, dann bekommt er die 6.

    Wow. Da müsste man meinen, dass das mit den vergessenen HA seltener passiert. Wir dürfen HA generell nicht benoten, auch nicht nicht vorhandene. Nur eben die Beträge aus dem daraus resultierenden Unterrichtsgespräch (s.u.).

    In der Mitarbeitsnote kann es sich natürlich auch niederschlagen, denn wer nichts zu den Hausaufgaben weiß, kann sich ja auch nicht beteiligen.

    Das trifft allerdings auch bei uns zu.

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