Hier finde ich es ganz gut zusammengefasst:
https://www.quarks.de/gesundheit/med…rona-sonderweg/
“In der ersten Welle ist es den Schweden nicht gelungen, die vulnerablen Gruppen zu schützen”, fasst Andreas Radbruch im Frühjahr 2021 zusammen. “Vor allem mit Blick auf unsere Nachbarländer haben wir eine deutlich höhere Todesrate”, sagt Göran Hansson, Generalsekretär der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften. “Und während der zweiten Welle zeigte sich, dass es noch keinen signifikanten Schutz durch eine natürlich erworbene Herdenimmunität gab.” Gezeigt habe sich laut Hansson, dass die Länder, die schnell reagiert haben – wie Norwegen und Finnland – bisher deutlich besser durch die Pandemie kommen. “Ein Fehler war, dass die Gesundheitsbehörden dachten, wir könnten eine Verbreitung des Virus in der Bevölkerung haben und gleichzeitig die alten Menschen schützen. Das hat nicht funktioniert.”
Die Situation in den Krankenhäusern habe sich aber seit Beginn der Pandemie deutlich verbessert – das gelte auch für die Behandlung der Covid-19-Patientinnen und Patienten. “Im Vergleich zu manchen anderen EU-Ländern deutet sich inzwischen aber auch an, dass drastische Lockdowns keinen so großen Unterschied machen”, meint Lars Klareskog, schwedischer Immunologe und Rheumatologe.
Inzwischen wird in Schweden mehr getestet, es gibt mehr Schutzkleidung und es liegen weniger Menschen auf den Intensivstationen als während der ersten Welle. Trotz einer hohen Zahl an täglichen Neuinfektionen haben die Schweden es geschafft, dass in der zweiten Welle im Herbst und Winter 2020/2021 deutlich weniger Menschen an und mit Covid-19 gestorben sind als in der ersten Welle. Das skandinavische Land konnte die Zahl der Verstorbenen in dieser Zeit deutlich niedriger halten als viele andere europäische Länder.