Beiträge von Lehrerin2007

    Bei allem Respekt vor den trauernden Eltern, aber wenn ich ein Kind mit Diabetes hätte, würde da mein nicht vorhandenes Helikopter-Eltern-Gen einsetzen und ICH hätte den Lehrern eine schriftliche Info inkl. Telefonnummer etc. mitgegeben.

    Wenn ich ein Diabetes krankes Kind hätte, wüsste ich aber, dass ich die Lehrer persönlich noch einmal darüber informiert hätte, auch über die Medikamente, hätte ich informiert.

    Wie kann ich als Elternteil mein Kind ins Ausland schicken ohne dafür Sorge zu tragen, dass alle Beteiligten Informationen über Anzeichen von Über- und Unterzuckerung haben, mein Kind evtl beim Berechnen der Insulingaben nach dem Essen unterstützen etc., evtl mal mit auf den Wert schauen, Gummibärchen dabei haben, etc. Wie kann man bitte diese krasse Verantwortung allein auf sein Kind allein abwälzen? Oder sich blind auf einen Sensor verlassen? Das ist mir absolut unbegreiflich und hat für mich auch den Eindruck, dass entweder die Eltern mit der Krankheit überfordert waren oder sich keinen Stress wegen evtl nicht mitfahrenkönnens machen wollten.

    Genau dieser Punkt lag mir von Anfang an schwer im Magen! Bei allem, was die Lehrkräfte falsch gemacht haben (erst am 3. Tag nach dem Mädchen sehen usw.), kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen, dass hier scheinbar überhaupt keine Verantwortung bei den Eltern gesehen wird. Ich habe bei der 1. Klassenfahrt von Kind 2 der Klassenleitung sogar mitgeteilt, dass es den Verdacht auf Asthma gibt und ein Spray für alle Fälle im Rucksack ist. Einfach nur nochmal zur Sicherheit, obwohl es schriftlich abgefragt wurde.

    Das ist aber auch unterschiedlich geregelt. Bei uns werden auch Arbeiten mit schlechtem Schnitt nicht wiederholt - ich habe das hier noch nie erlebt. Ich kann mir nur vorstellen, wenn ein Grund vorliegt, dass sie nicht genehmigt wird (bei "zu gutem" oder zu schlechtem Schnitt), weil der Stoff der Arbeit nicht im Lehrplan stand oder die Aufgabenform nicht zulässig war, dass sie dann nochmal geschrieben werden müsste.

    Bei solchen Reaktionen wie die, die du beschreibst, frage ich mich, ob diesen Eltern bzw. der Schulleitung bewusst ist, dass wir aktuell ein großes Problem mit Noteninflation haben, die Abischnitte tendenziell zu gut sind und die Abiquote zu hoch ist, und wir gerade eher bemüht sind, durch realistische und kriterienorientierte Notenvergabe diese Tendenz zu korrigieren, statt noch stärker weiterzufeuern.

    Genau. Ich meinte ja: Heute würde ich ganz anders reagieren. So etwas in der Art würde ich auch sagen.

    Bei uns gibt es solche Schnitte gar nicht. Da ist 3,0-3,5 die Norm, aber auch jenseits der 3,5 nicht unüblich.

    Hier auch. Gerade in Französisch ab Mittelstufe eher oberhalb der 3,5...

    Die Kinder sind nicht mehr motiviert weil die Noten zu schlecht sind.

    Hat das die Schulleitung gesagt?

    Ich finde so etwas unmöglich. Ich hatte auch schon solche Situationen und kann insbesondere jetzt, Jahre später, nur den Kopf darüber schütteln. Ich hatte mal eine 5. Klasse in Englisch, die eine dermaßen schlechte Arbeitshaltung hatte (Vokabeln wurden grundsätzlich nicht gelernt), dass die Schnitte anfangs echt schlecht waren (viel schlechter als die von dir genannten - später sind sie mir viel päd. Einwirken und Trainieren besser geworden). Da hatte ich eine Schülerin, der ich wegen mehrfachen Abgucken (trotz Verwarnungen) die Klassenarbeit abnehmen musste - deren Eltern haben dann bei der Schulleitung behauptet, ich habe was gegen ihre Tochter und habe das Abgucken frei erfunden, außerdem sei ich sowieso völlig untauglich als Lehrerin, das sehe man ja an meinen Schnitten. Die damalige Schulleitung meinte zu mir: Wir können doch den SuS nicht versprechen, dass sie sich bei uns wohlfühlen und dann solche Schnitte haben! Implizit hat sie also auch von mir verlangt, die Noten zu schönen, nehme ich an (hab ich aber nie gemacht). Damals war ich ziemlich perplex, heute würde ich ganz anders reagieren. Zum Glück ist meine jetzige Schulleitung aber nicht so!

    chilipaprika: Das kann ich gut nachvollziehen.

    Wollten sie für dich "etwas Besseres" als sie damals erlebt haben?

    Nein, eher andersherum. Ich war nicht so gut wie sie (angeblich) und musste besser werden. Allerdings betraf das nur die Fächer, die sie für wichtig hielten, nicht die, in denen ich gut war.

    Ich bin da als Lehrerin-Mutter daher besonders vorsichtig bei meinen Kindern. Mein großes Kind macht sich leider selbst Stress (trotz sehr guten Noten), da muss ich eher beschwichtigend wirken und schauen, dass die Noten nicht so wichtig genommen werden.

    "Und? Wo ist die Zwei diesmal?" - für sie ein "harmloser Witz", für mich brach damals die Welt zusammen, dass ich trotz guter Leistungen immer noch nicht genügte und diese eine Zwei mehr im Fokus stand als die restlichen Einser, wie die letzten Zeugnisse auch.

    So etwas und insgesamt überhaupt starken Notendruck habe ich allerdings auch bei meinen Nicht-Lehrer-Eltern erleben müssen. :(

    Ich glaube, in BW ist das nicht so streng wie in Bayern. Aus Bayern habe ich das früher schon mal gehört. Das es feste Zeiten gibt, zu denen Kinder nicht gebracht oder abgeholt werden sollen, damit der Tagesablauf nicht durcheinander kommt, das ist dagegen vermutlich überall so. Und manche Kindergärten lassen dann mehr Ausnahmen zu während andere ganz streng sind.

    Mir wurde sogar mal mit der Kündigung des Kitaplatzes gedroht, als ich ein einziges Mal 2 Minuten zu spät war. Das dürfe nicht noch einmal vorkommen, das sei Vertragsbruch (ich stand im Stau und hatte sogar extra angerufen). Im nächsten Moment sollte ich dann mein Kind aber bitte eher abholen - wegen Personalmangels.

    Ich finde die Aufgabe, Schulkinder zu unterrichten und eigene Kinder großzuziehen, sind völlig unterschiedliche Dinge und letzteres ist für mich persönlich die herausforderndere Aufgabe, weil die eigenen Kinder natürlich ganz andere Dinge von einem brauchen und man als Eltern quasi 24/7 im Dienst ist, während eine Schulstunde, und wenn sie noch so anstrengend ist, nach 45 min. vorbei ist (und dann geht man in eine andere Klasse und startet neu und es kann ganz anders laufen). Der Balance-Akt zwischen Beruf und eigenen Kindern ist immer schwierig und ich glaube nicht, dass das eine größere Herausforderung für Lehrkräfte ist - aber das ist nur meine persönliche Meinung / Erfahrung. Ich kann aber in dem Punkt zustimmen, dass man - je älter man wird - weniger Lärm verträgt und es zu Hause dann v.a. mit kleinen Kindern oft auch nicht so ruhig ist. Aber: Rückblickend sind sie so schnell groß geworden und jetzt ist es auch zu Hause wieder viel ruhiger und ich kann meist am Stück meiner Arbeit nachgehen. Sagen wir es so: Die "Umzingelung" der eigenen Kinder ist eine ganz andere als die der Kinder in der Schule. Für mich sind das zwei völlig unabhängige Dinge und ich würde die Entscheidung für den Beruf und / oder für eine Familie unabhängig voneinander treffen.

    Wir haben einen Vollzeitplatz in der Kita bezahlt und nutzten ihn nur komplett aus, wenn es unabdingbar war.

    Das ist z.B. etwas, was meine erste Schulleitung (seit ich Lehrerin bin) gerne gehabt hätte, dass wir Lehrerinnen das so machen, ABER: Es war von Seiten des Kita-Trägers nicht erlaubt. Wenn man eine gewisse Zeit gebucht hat, musste man die auch ausnutzen, außer das Kind war krank oder hatte einen Termin o. Ä. Sie haben das sog. "Luftbuchungen" genannt und das wurde entsprechend dokumentiert, wenn jemand das regelmäßig so gehandhabt hat. Die Begründung war damals, dass es sonst irgendwelche Fördergelder für die Kitaplätze nicht gab, wenn die Buchungszeiten nicht ausgenutzt wurden.

    Es kommt darauf an, was man als "gut" betrachtet an einer Schule / einem Gymnasium. (Manche Eltern finden es ja "gut", wenn die Kinder die Noten bekommen, die die Eltern gerne sehen möchten...).

    Am Gymnasium meiner Kinder finde ich gut, dass auch auf die Starken geschaut wird und wie man die fördern kann, das vermisse ich an meiner Schule nämlich etwas.

    Ich habe in meiner Oberstufenzeit nicht einmal während einer Klausur gefehlt. Ich hatte nicht eine unentschuldigte Fehlstunden und habe generell sehr wenig gefehlt.

    Ich auch nicht. Ich habe mich auch schon über die enormen Fehlzeiten bei uns gewundert und geärgert. Ich finde auch, dass es viel mehr geworden ist in den letzten Jahren.

    so auch hier am Gymnasium in BaWü.

    Hier ebenfalls.

    Einzelne besonders anfällige SuS gab es ja immer schon, aber es werden gefühlt (?) immer mehr. Zum Teil entschuldigen die Eltern ihr Kind auch wegen jedem Wehwehchen und viele SuS machen auch keinen Hehl daraus, dass sie am Tag vor einer Klassenarbeit fehlen, um zu lernen. Ich habe eine recht kleine 10. Klasse (19 SuS), von denen neulich 8 fehlten (!!). Ich fragte, was denn los sei - Antwort: Wir schreiben morgen Mathe (grins)...

    In derselben Klasse hatte eine Mutter eine Schülerin am Tag vor meiner Klassenarbeit krank gemeldet und sogar dazugeschrieben: Grippesymptome. Das ist für mich Fieber, Schüttelfrost, trockener Husten, Schnupfen. Ich dachte, dann wird sie wohl nicht kommen zur Klassenarbeit - aber sie war da: mit rosigen Wangen und quietschfidel...

    Ich habe letztes Schuljahr alle meine Klassenarbeiten/Klausuren nachschreiben müssen und z.T. haben sogar welche beim Nachschreibtermin wieder gefehlt. Das Erstellen der Nachhol-Arbeit ist das eine, das Organisatorische drumherum das andere, denn oft kann ich die dann nicht in den normalen Nachschreibtermin setzen, wenn ich ein Hörverstehen in der Arbeit habe.

    Da es bisher noch nie nötig war, habe ich von der Möglichkeit, im Falle mehrerer verpasster angesagter Prüfungen eine Ersatzprüfung zu machen, bisher noch keinen Gebrauch gemacht. Diese Ersatzprüfung kann dann mehrere verpasste Prüfungen ersetzen und den Stoff des ganzen Schuljahres bis zu dem Zeitpunkt umfassen. Die Schulleitung hat mich darauf aufmerksam gemacht und ich habe meinen Klassen diesen Passus aus unserer GSO zu Beginn des Schuljahres vorgelesen und auch auf den Elternabend gesagt, dass ich, sollte es wieder so kommen, davon Gebrauch machen werde. Es hat bereits Wirkung gezeigt: Bisher habe ich von 5 Klassenarbeiten nur eine nachgeschrieben!

    Schlimm finde ich auch, dass "Ich war ja krank." zu oft als Ausrede benutzt wird, dass man irgendwas nicht hat oder weiß. Obwohl die SuS wissen, dass sie die Pflicht haben, den Stoff nachzuholen, tun sie es oft nicht. Ich hörte auf eine Frage in der mündlichen Abitur-Prüfung sogar einmal: Das weiß ich nicht, da war ich nicht da. Ich wusste echt nicht, ob ich darüber lachen oder weinen sollte...

    Oder die Teilzeit Lehrerinnen, die nie zur ersten Stunde können.

    Dazu eine Anekdote: Ich hatte einen Kitaplatz mit Betreuungsvertrag ab 7:00 Uhr; Träger: Mein Dienstherr. Wegen Personalmangels wurden die Öffnungszeiten verkürzt und er machte phasenweise erst um 9:00 Uhr (!) auf, später dann wieder 7:30 Uhr, ohne dass ich darauf einen Einfluss gehabt hätte. Es wird einem nicht leicht gemacht, man kann es sich wirklich nicht aussuchen, aber zweiteilen kann man/frau sich auch nicht. Ich war so froh, als die Kids endlich zur Schule gingen.

    da wird sich ja wirklich jahrelang neben die Kinder gelegt, bis sie schlafen.

    Das Schlimme daran, finde ich, ist, wenn man es selbst nicht so macht bzw. es den Kindern in geeignetem Alter langsam abgewöhnt (denn meist ist es ja nur noch die Gewohnheit, weil sie es nicht anders kennen) und man dann die volle Breitseite von anderen abbekommt, ohne, dass die das Kind überhaupt kennen oder das Problem, weshalb das Kind z.B. gerade nicht gut schläft. Das ist mir so ergangen, als mein damals 9-jähriges Kind, das vorher super nach den üblichen Ritualen (vorlesen, kuscheln, Gute-Nacht-Kuss) eingeschlafen war, dies plötzlich nicht mehr tat. Natürlich haben wir es getröstet und versucht, herauszufinden, was das Problem war (das legte sich auch nach ein paar Wochen wieder), aber wir saßen nicht stundenlang am Kinderbett oder lagen sogar drin. Eine Freundin redete mir ein, dass es das einzig Richtige wäre, nun wieder jeden Abend so lange am Bett zu sitzen bis es jeweils schlief und dass ich mich als Mutter (vom Vater war keine Rede!) da zurückzunehmen habe. Ihre eigenen Kinder waren viel, viel kleiner und sie hatte noch nie ein 8-jähriges, also auch nicht so viel Ahnung, wovon sie sprach. Sie habe das in einem Blog gelesen, den sie mir verlinkte (wo aber auch nicht nach Alter differenziert wurde)...

    Um weiteren Streit zu vermeiden, habe ich mit der Freundin ausgemacht, dass wir uns nicht mehr über Erziehung austauschen werden, da wir da unterschiedlich ticken, um unsere Freundschaft nicht zu gefährden. Im Nachhinein die bestmögliche Entscheidung in dieser Situation!

    dass diese Bedürfnisorientierte Erziehung eigentlich garnicht so problematisch ist, aber massiv falsch verstanden und umgesetzt bzw als Ausrede missbraucht wird.

    Darüber habe ich auch schon mit einigen Eltern / v.a. Müttern diskutiert und bin auch sehr skeptisch. Ich habe das Konzept "bedürfnisorientiert" so verstanden, dass man auf die Bedürfnisse aller Familienmitglieder eingeht und (s.u.) nicht dem Kind automatisch jeden Wunsch erfüllt und sich selbst dabei immer hinten anstellt. Je nach Alter des Kindes muss man auch die Bedürfnisse der Geschwister und Eltern berücksichtigen und das müssen Kinder m.E. auch unbedingt lernen (!!!).

    Aber man sollte halt nicht Bedürfnis mit Wünschen verwechseln

    Ich glaube, genau das ist der Kern des Problems.

    Weil ich heute früh sehr pünktlich losgefahren bin, vorsichtig gefahren bin und 7.40 in der Schule war und die meisten SuS auch; ein paar kamen zu spät - kein Problem - anschließend fand normaler Unterricht statt.

    Hätten wir auf online-Unterricht umgeswitcht, weiß ich nicht ob mein Dienstgerät sich heute in mein w-lan eingewählt hätte oder nicht (das klappt nämlich nicht immer), ob die SuS ihre Passwörter und Geräte parat gehabt hätten usw., da kommt ein Déjà-vu auf, das ich eigentlich nicht mehr erleben möchte...

    Legt ihr (auch wenn es sich nur um eine Nachschrift handelt) zusätzlich die Angabe sowie einen Erwartungshorizont der Nachschrift für die Respizienz bei?

    Grundsätzlich ja. (Ob das im Detail angeguckt wird, weiß ich nicht; wenn ich das i.V. mache, tue ich es nicht).

    Eigentlich mache ich sowieso immer auch einen EWH für mich (oft ist die Nachhol-Schulaufgabe ja nur eine Abwandlung des Originals), auch, dass ich später durchblicke, falls ich die oder Teile davon nochmal nehme.

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