Beiträge von Palim

    Es gibt bisher nur die Anhörfassung.

    https://www.religionsunterricht-in-niedersachsen.de/christlicherRU

    Nach meinen Erfahrungen der letzten CuVo-Erneuerungen, bei denen zum Teil alles noch mal auf den Kopf gestellt wurde, beginne ich erst, wenn die CuVo wirklich veröffentlicht sind.

    Und wenn das Land wieder einmal meint, die CuVo könnten rückwirkend gelten, dann muss ich leider darauf verweisen, dass ich nicht vorausschauend genug war und nicht rückwirkend hellsehen kann.

    Vielleicht wird es auch um ein weiteres Jahr verschoben. Ich weiß, dass es in der Anhörungsphase durchaus Kritik gab.

    Der andere Betreuungsschlüssel ist wirklich ein großer Vorteil der Förderschulen.

    Der war bei uns an der FöS Lernen nicht gegeben, aber ich finde auch, dass Deputat und/oder Betreuungsschlüssel angepasst sein müssten.

    Eine pädagogische Mitarbeiterin pro Lerngruppe wäre auch Gold wert, weil man dann die vielen kleinen täglichen Bedürfnisse besser begleiten könnte.

    Das ist doch das, was du auch schreibst. JEDER Kollege hat vor Unterrichtsbeginn die Aufsicht über seine Klasse - nicht nur die eingeteilte Hofaufsicht.

    Ist das so?

    Ich habe derzeit morgens 15 min Aufsicht im Klassenraum, aber wir hatten auch schon eingeteilte Frühaufsichten, sodass jede von uns anderen morgens keine Aufsicht hatte, sondern zu Unterrichtsbeginn in den Raum ging.

    Dennoch bin ich mit dem Betreten des Geländes ansprechbar und zuständig, wenn Kinder etwas fragen, wenn Kinder sich wie auch immer benehmen, wenn Kolleginnen oder Eltern mich ansprechen.

    Palim : Gerade der Ansatz, dass sich Lehrkräfte um alles selbst kümmern müssen, sollte dringend hinterfragt werden. Auch weil er im Zeitalter multiprofessioneller Teams nicht mehr wirklich zum Zeitgeist passt. Es gibt ja gerade die pädagogischen Fachkräfte, die Schulassistenz und den Hausmeister (m/w/d), sodass die Lehrkräfte sich wieder stärker um ihre Kernkompetenzen kümmern können - was ja auch im Sinne der Kinder und Jugendlichen ist.

    Wo gibt es denn multiprofessionelle Teams?

    Humblebee hatte ein Dokument verlinkt, in ganz NDS gibt es 6 Grundschulen mit Schulassistenz, auch bei Hauptschulen ist das eher ungewöhnlich, eher bei Schulen mit Gym-Angebot und BBS.

    Man kann sich etwas wünschen, aber man kann nicht am Kopierer warten, bis ein Schulassistent vorbeikommt und das rettet.

    Und ja, ich wünsche mir auch dies und das, aber das „ich-bin-nicht-zuständig“-Mantra ist in der Schule realitätsfremd.

    Erst nach der Umsetzung der Arbeitszeiterfassung wird man sich ggf. Gedanken dazu machen, was man alles an anderes Personal abgeben könnte, um Lehrkräfte zu entlasten, weil ihre Arbeitszeit schlicht zu teuer ist.

    Weil man gewohnt ist, alles selbst zu erledigen, weil es sonst niemand macht.

    Selbst der Hausmeister ist ein Hauswart und hat zig Objekte, man kann ihn anrufen, dann erfährt man vielleicht, wo er gerade ist. Man kann eine Aufgabe nennen… und warten… und warten. Da reden wir nicht von der nächsten Pause und nicht vom nächsten Tag.

    Wenn der Kopierer einen Stau hat, dann löst man ihn auf. Ist das nicht möglich, ruft man selbst die Leasing-Firma an, die sich recht zeitnah kümmert (meist noch am Tag oder am Tag darauf), sagt de; anderen Bescheid (Zettel auf den Kopierer kleben) und legt der Sekretärin einen Zettel hin, damit sie weiß, dass schon jemand angerufen hat, wenn sie an einem der nächsten 1-3 Tage wieder im Büro ist.

    Das Gleiche in groß ist ja mein eigener Arbeitsweg, 120km, eine Strecke,

    Nachdem du die Stelle an dieser Schule angenommen hattest, wurde der Standort um 120 km verlegt?

    Möglich … bei einer Bundesfachschule für …

    … Chembalo-Bau, Optometrie oder Glaskunstwerk.

    Aber genau das ist es doch, wenn Gymshark von Mitlaufen spricht.

    Mangels Personal, Ausstattung, Wissen etc. laufen zu viele Inklusionskinder einfach nur mit statt sinnvoll gefördert zu werden.

    „Mitlaufen“ bedeutet für mich, dass man erwartet, dass die Kinder die gleichen Anforderungen erhalten, wie die anderen und man gar nicht auf ihre Bedürfnisse eingeht… oder die Kinder mit einem Mandala zum Ausmalen in die Ecke setzt.

    Das ist für mich nicht vorstellbar, da es nicht möglich scheint. Ich kann einem GE-Kind nicht den gleichen Text diktieren und ein KME-Kind (vermutlich) nicht am Barren turnen lassen.

    Zwischen „Mitlaufen“ und „nicht genug fördern, da zu wenig Ressourcen für die vielen Anforderungen zur Verfügung stehen“ ist doch eine sehr große Spannbreite.

    Ich kann DaZ-Kinder im Unterricht fördern, sodass sie alphabetisiert werden und Deutsch lernen, ABER mit DaZ-Stunden zwischendrin ginge es leichter, besser und schneller. Da würden mir schon 3 Stunden pro Woche in einer Kleingruppe helfen, aber sie sind mal wieder gestrichen. Diese Stunden werden beantragt und genehmigt und dann doch wieder kassiert mit dem ersten längeren Vertretungsfall (nahezu jedes Jahr).

    Ich kann Kinder mit LRS individuell fördern, ABER in einer Übungsgruppe würde es besser gelingen. Diese Stunden stehen zwar im Erlass, nicht aber in der Zuteilung der Stunden.

    Ich kann Kinder, die Schwierigkeiten beim Lesenlernen haben, innerhalb der Klasse fördern, ABER die Kinder bräuchten täglich eine kurze Übung am Vormittag mit 1:1-Begleitung.

    Ich kann Kinder mit Dyskalkulie nicht therapieren, das bedarf viel Zuwendung, die man aber auch in einer Förderschulklasse mit 16 Kindern nicht aufbringen könnte. Einen Förderbedarf Lernen haben diese Kinder aber gar nicht.

    Ich kann Kindern mit Förderbedarf Lernen oder Hochbegabung zieldifferentes Material geben und sie fördern oder herausfordern, ABER besser wäre es, wenn für diese Kinder mehr Zeit/Personal wäre, damit man ihre Aufgaben würdigt, ihnen etwas erklärt, die HBG-Kinder herausfordern oder mal im Schnelldurchlauf etwas erläutern kann, Technik begleitet einsetzt.

    Alle diese Kinder laufen nicht einfach mit, sie werden gefördert, ABER Inklusion stelle ich mir anders vor.

    Und ich sehe auch nicht, dass alle diese Kinder eine andere Schule und eine andere Klasse bräuchten. Eine Klasse für alle DaZ-Kinder oder gesplittet nach Niveau,

    • eine Klasse für Kinder mit Schwerpunkt Lernen, die fit in Mathe sind,
    • eine Klasse für Kinder mit Schwerpunkt Lernen, die fit in Deutsch sind,
    • eine Klasse für Kinder mit Mutismus, die sich dann alle nicht äußern,
    • eine Klasse für neurodiverse Kinder oder zwei oder drei, je nach Ausprägung,
    • eine Klasse mit Kindern mit Förderbedarf GE oder zwei oder drei, je nach Grad der Beeinträchtigung,
    • eine Klasse …

    Das gäbe viele Schulen mit vielen Schwerpunkten, die alle spezialisierte Lehrkräfte benötigen. Wer soll das machen? Die Lehrkräfte, die dann an den Regelschulen übrig sind? Also wir? Jede und jeder von uns, der die Kinder anderswo verteilen möchte, meldet sich damit doch freiwillig für diese Aufgabe, oder?

    Und wenn diese Kinder alle durch das Land gefahren werden, finden wir in unseren Klassen weitere, die nicht in ein starres Raster passen?

    Am Ende ist ein Grund für das Scheitern der Inklusion die stete Überlastung der Lehrkräfte. Viele könnten Inklusion besser umsetzen, wenn sie dafür mehr Zeit und Luft bekämen, weil weit mehr Personal für alles in den Schulen wäre, und wenn man mehr Kraft in unterstützende Systeme stecken würde.

    Offiziell musst Du das in Niedersachsen für jedes Kind.

    Das ist mir bewusst, aber für einiges ist der Aufwand ungleich höher als für anderes.

    Und weil es nicht angemessen angerechnet oder ausgeglichen wird, hat man in manchen Klassen zu viele zusätzliche Aufgaben unterschiedlichster Ausprägung.

    Da wäre es hilfreich, wenn es für das, was häufig wieder kommt, gelungene Unterstützung bzw. Material gibt, mit dem im inklusiven Setting gearbeitet werden kann, UND Personal, das dafür Zeit hat, dies auszuarbeiten und zu implementieren.

    Bei der Arbeit damit brauchen dann alle Kinder die Möglichkeit, ihre Ergebnisse zu präsentieren und Hilfe zu erhalten. Aber auch dafür reicht es nicht, schon gar nicht, wenn Zusatzbedarfe und Fördermöglichkeiten nach wenigen Wochen in der Vertretung aufgehen und dann das Jahr über nicht ersetzt werden. Eine 90%-Versorgung gehört auch dazu, dass Inklusion nicht unterstützt wird, sondern zu den besonderen Belastungen gerechnet wird.

    Ich kann mir auch kleine Förderklassen vorstellen, die innerhalb der Regelschulen Kinder auffangen, die in den größeren Gruppen nicht zurechtkommen. Meiner Meinung nach nimmt das zu, bei uns sind es gerade mehr Kinder mit Autismus und Mutismus, die in einer kleineren Klasse sicher besser lernen und sich öffnen könnten.

    Aus Kanada habe ich neulich in einer Reportage gesehen, dass es sehr kleine Gruppen für Kinder und Jugendliche gibt, die sonst nicht beschulbar sind oder gar nicht mehr zur Schule kommen. Mit diesen kleinen, individuellen Möglichkeiten, die zwar zur Schule gehören, aber in anderen Räumen außerhalb der Schule stattfinden, will man neue Perspektiven eröffnen und den Kindern Bildung ermöglichen. Mit den Erfolgen ist dann entweder eine Rückführung oder zumindest ein Abschluss möglich.

    Davon abgesehen muss man ggf. auch digitale Möglichkeiten besser einbinden, das könnte auch landesweit oder über Ländergrenzen hinweg organisiert werden. Das sehe ich für die, die selbstständig lernen können oder eine Begleitung haben, für Kinder mit Hochbegabung oder Schulangst, vielleicht auch als Baukastensystem für einzelne Fächer oder Förderschwerpunkte, sodass es Lehrkräfte entlastet und gleichzeitig gut informierte Ansprechpartner:innen schafft, die erreichbar sind.

    Ich freue mich für (!) die Kinder mit Förderbedarf, dass das Schulangebot, das sich extra nach ihnen Bedürfnissen richtet, erweitert wird, sodass sie die Möglichkeit haben, hiernach entsprechend gefördert zu werden, statt im Regelschulbereich einfach nur mitzulaufen.

    Vermutlich ist es aber nötig, an der Stelle zu erwähnen, dass es Förderschwerpunkte gibt, die im Rahmen der Beschulung ein besseres Image haben (geistige Enwicklung, körperliche Einschränkungen) als andere (Lernen, sozial-emotionale Entwicklung).

    Deine Beiträge zeigen, dass du keine Ahnung hast.

    Keines der Kinder kann „einfach mitlaufen“, es haben alle Förderbedarf und der wird nicht hinterhergeworfen, sondern es braucht Diagnosen und Gutachten, einen großen Aufwand, an dessen Ende eine Förderempfehlung steht und die Feststellung des Förderbedarfes.

    Je Kind muss man dann individuelle Wege finden, eine Beschulung zu ermöglichen, die das Kind möglichst gut fördert. Von „Mitlaufen“ kann da keine Rede sein und das ist mit Inklusion auch gar nicht gemeint.

    Übrigens kann eine schlecht ausgestattete Förderschule mit Lehrkräftemangel und Aushilfen die Förderung auch nicht umsetzen, auch da werden dann Klassen zusammengelegt, weit über die gesetzliche Teilungsgrenze der Klassen hinaus, und - ebenso wie in anderen Schulen - Studierende oder pädagogische Mitarbeiter:innen übernehmen die Betreuung.

    Ihr vergleicht einmal mehr ganz unterschiedliche Systeme, das System von NDS ist nicht das von NRW.

    Dazu sind es verschiedene Geldgeber.

    Die personelle Ausstattung muss vom Land kommen und sie reicht in NDS nicht aus, um Inklusion vernünftig umzusetzen, es fehlen Förderschullehrkräfte, es gibt keine pädagogischen Mitarbeiter:innen für Inklusion an Grundschulen, obwohl es sie an FöS-GE gibt, die Vertretungsreserve reicht nicht aus, die zusätzliche außerunterrichtlichen Aufgaben werden nicht angemessen angerechnet, das Beratungssystem in NDS wird zwar verbessert, reicht aber nicht aus und darf die Bodenhaftung nicht verlieren und den Klassenlehrkräften alles aufhalsen.

    Der Neubau für eine Förderschule kann notwendig sein, wenn das alte Gebäude nicht kostengünstiger saniert werden kann und wenn die Klassen weiterhin bestehen sollen, weil dort ein Therapieangebot vorgehalten wird, dass es an Regelschulen so nicht gibt oder das auch von Kindern, die an Regelschueln besucht werden, genutzt werden kann.

    Wir haben einen privaten Anbieter im Umfeld, der einen zentralen Standort hat, aber auch mehrere Koop-Klassen an Regelschulen. So ergänzen sich die Einbeziehung und die Therapie.

    Für die Regelschulen ist das sehr viel schwieriger, da schon 2 Geldgeber (Gemeinde+Landkreis) für die Gebäude und Ausstattung zuständig sind und das Land für das Personal und der Lamdkreis wiederum für I-Hilfen. Ab der SekI ist es wieder anders. Das schränkt die gemeinsame Entwicklung 7nd Nutzung ein.

    Für außergewöhnliche Anschaffungen hat unser Schulträger übrigens seit Jahren einen Inklusions-Topf, aus dem teurere Geräte für einzelne Kinder kurzfristig angeschafft werden können.

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