Ja, ich habe mich über das "stiefmütterlich" auch gewundert.
Das Konzept in NDS ist ein anderes.
Es gibt Schulen mit gesonderten Klassen, hier IK-Klassen genannt,
aber die SuS sind schnell auch anderen Klassen zugeordnet und nehmen da am regulären Unterricht teil (Sport, Kunst, Musik uvm.).
Ähnlich ist es, wenn die Kinder generell den Klassen zugeteilt sind und für einzelne Stunden dann in DaZ-Gruppen gehen.
Am Ende geht es - wie so oft - darum, ob man die DaZ-Kinder separiert und erwartet, dass sie die neue Sprache als Fremdsprache erlernen, oder ab man sie möglichst bald integriert, sodass sie die neue Sprache erleben und als Zweitsprache erlernen. Letzteres würde gefördert, wenn alle Schulen einige dieser SuS aufnehme und sie gerade nicht an einzelne Schulen entsandt werden.
Die DaZ-Stunden müssen in NDS beantragt werden, fehlt eine Lehrkraft länger, werden sie ersatzlos gestrichen.
Für die Ukrainer konnte man zusätzliche Kräfte ohne Lehramt einstellen, musste diese aber auch finden.
Die Ausstattung ist also vom Antrag, von der Bewilligung und direkt vom Lehrkräftemangel abhängig.
Der Mangel wirkt sich sofort auf DaZ aus, ist aber überall zu bemerken, wo Klassenlehrkräfte fehlen und man sich irgendwie über Wasser halten muss, um alle Klassen beschulen zu können.
Es gibt ein Curriclum für DaZ, ich verstehe nicht, worauf man als Lehrkraft dann noch wartet, wenn das Ziel klar ist und die Themenfelder benannt sind.
Dazu kann man sich im Internet vielfältige Anregungen quer durch alle Bundesländer suchen. Die grundlegenden Anforderungen sind gleich und als Lehrkraft ist man in der Lage, sie mit dem Curriculum abzugleichen.
Es gibt Erlasse, wonach die SuS 2 Jahre ohne Noten bleiben.
Die Wege dahin sind sehr unterschiedlich, gerade weil einige Kinder gar nicht alphabetisiert sind.
Da würde ich mir sogar wünschen, dass diese Kinder 3 Jahre ohne Noten bleiben, denn das erste benötigt man für die Alphabetisierung.