Beiträge von Palim

    Im Schnitt gehen bei uns mindestens 50% zum Gymnasium

    Wenn wir mal von der Normalverteilung ausgehen, ist 50% Gymnasium, 40% Realschule nicht ziemlich viel,

    Du solltest bedenken, dass @NRW-Lehrerin an einer Schule in einem besonders guten Einzugsgebiet arbeitet.

    Es geht also nicht um eine generelle Quote, sondern um die Quote an ihrer Schule.

    Die Schule im Brennpunkt hat andere Schüler:innen und eine andere Verteilung.

    Was ich sagen will: vielleicht KANN Schule bei einem gewissen Anspruch schlichtweg nicht auf häusliche Mitarbeit des Elternhauses verzichten. Unsere Schulen sind mittlerweile vollgestopft mit Förderangeboten, oft fällt aber auf, dass gerade diejenigen, die sie nötig hätten, sie nicht annehmen, und auch die (eher bildungsfernen) Eltern die Notwendigkeit nicht sehen. Und dann ist das eben so und man sollte vielleicht eher schauen, in welcher Ausbildungssparte die Kinder und Jugendlichen gut aufgehoben wären. Zwischen Uniabsolvent und Lagerarbeiter liegen ja glücklicherweise noch sehr viele sehr gut bezahlte Optionen, die man evtl. auch einfach mal wieder angemessen wertschätzen könnte.

    Es verwundert mich jedes Mal wieder, wenn Gymnasialkolleg:innen von angebotenem Förderunterricht schreiben.

    Deine Schule mag vollgestopft sein mit Förderangeboten, meine ist es nicht. Offenbar leisten wir uns Förderkurse für diejenigen, die es auf das Gym geschafft haben, nicht aber für diejenigen, die das Lesen erst noch lernen müssen.

    An GS in meinem BL gibt es zwar im Erlass ausgewiesene Fördermöglichkeiten, jedoch keinerlei Stunden für die Förderung in D und Ma. Darum werden in den Grundschulen ehrenamtlich Leseeltern oder Lesepat:innen eingesetzt, so man Ehrenamtliche findet, die sich nicht nur um die eigenen Kinder, sondern eben unentgeltlich auch um diejenigen kümmern können und mögen, die keine Hilfe im Elternhaus hinsichtlich des Lernens und Übens erfahren.

    Stunden für DaZ muss man beantragen, mit Einstufung der namentlich genannten SuS, und erhält dann einen Bruchteil der beantragten Stunden, es ist ein Pool, dessen Stunden an die Schulen verteilt werden: mehr Schulen mit Bedarf, weniger Stunden für die einzelne Schule.

    Stunden für Begabtenförderung erhält man nur, ist Konzept, nach Aufnahme in einen Verbund, ebenfalls mit Poolstunden: mehr Schulen im Verbund, weniger Stunden je Schule.

    Stopfen wir doch gerne mal die Schulen mit Förderstunden voll, die sich der Aufgaben annehmen, die benachteiligten Kinder zu beschulen, vielleicht verlören wir dann sehr viel weniger Kinder und Jugendliche, denen hier manche Forist:innen ein „Pech gehabt, du wolltest ja nicht“ entgegnen und weiterhin ein „Mama macht das schon“ erwarten.

    Stattdessen finden schon Eltern, die sich kümmern können, keinen KiTa-Platz für ihr 4jähriges Kind und die mühsam beantragten Zusatzstunden werden Jahr um Jahr zuerst bewilligt und dann gestrichen, weil wir seit über 10 Jahren Lehrkräftemangel haben, genau an den Schulen, an denen viele Kinder mit den Bedarfen sind. Die anderen Schulen haben ja diese Stunden nicht, aber auch eine andere Schülerschaft.

    Davon, dass die Schulen mit Förderangeboten vollgestopft seien, kann also gar nicht die Rede sein.

    Aber mit „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ fordert man, dass diese Kinder später ihre nicht vorhandenen Bildungschancen mehr wertschätzen sollten.

    Bei uns gibt es sogar von den Gymnasien Noten-Rückmeldungen für D, Ma, Eng an die GS, früher mit Klarnamen, inzwischen anonymisiert.

    Da weiß man schon, wer mit welchen Noten und welchem Arbeitsverhalten und welchen Problemen gegangen ist.

    Und ja, ich beziehe bei der Beratung das Arbeitsverhalten mit ein, wem das offene Lernen nicht liegt, dem empfehle ich nun nicht gerade die örtliche Schule, bei der entsprechend des Konzeptes besonders viel Zeit in offene Lernformen geht.

    Hier werden die Kirchbücher und Grabsteine an vielen Orten fotografiert, sodass man vieles inzwischen auch online erreicht,

    es gibt Ortssippenbücher und eine weit verzweigte Community der Ahnenforscher:innen, die sich gegenseitig unterstützt.

    Wenn man dann auf „Janssen“ stößt, ist man ohnehin mit aller Welt verwandt, das ist sozusagen ein Sammelbegriff für Norddeutsche.

    Genau, ich gehe also davon aus, dass man mit den Sachen aus der Schule und den Hausaufgaben gut auskommen kann und ja, Hausaufgabe kann natürlich auch sein 1x1 lernen, aber dazu braucht man doch auch nicht unbedingt die Eltern.

    Du bist also überzeugt davon, dass Kinder in der 2. Klasse selbstständig das 1•1 auswendig lernen können?

    Stand schon irgendwo, um welches Bundesland es geht?

    Sonderpädagoginnen in NDS in der GS:

    - es soll viel Beratung erfolgen, zwischendurch hieß es sogar mal, dass weniger Arbeit am Kind erfolgen solle - das hat sich bei uns nicht durchgesetzt,

    - jede Schule lotet aus, wie es mit den Stunden passen kann/soll,

    - die Kolleg:innen sind an mehreren Standorten eingesetzt, wo sie jeweils ein paar Stunden haben,

    - keine Klassenleitung,

    - Arbeit oft mit einzelnen Kindern (würde ich anders organisieren) immer nur für 1-2 Std. in der Woche,

    - FöS-LuL sind auch für Prävention zuständig, wofür sie an Schulen mit vielen festgestellten Bedarfen keine Zeit haben dürften, aber dann kann es sein, dass sie auch mit anderen Kindern arbeiten - vor dem Förderbedarf oder auch, um Abhilfe davon zu schaffen

    - die Konzepte der Schulen, wie man FöS-LuL inklusiv einbindet, sind sehr unterschiedlich, was daran liegt, dass das Land ständig Bedingungen und Vorgaben ändert und die Lehrkräfte nie alle gemeinsam geschult wurden oder wirkliche Entwicklungszeit für die Inklusion erhalten haben

    Mal eine Frage an die Grundschullehrkräfte:

    Kann man überhaupt NUR in der Schule das Lesen oder das Einmaleins richtig lernen?

    Müssen ja die Kinder, denen zu Hause niemand hilft oder helfen kann.

    Ich verstehe nicht, wie man die Eltern in die Pflicht nehmen will, wenn man doch weiß, dass sie selbst nicht lesen können oder selbst ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen.

    Gerade beim Lesen merkt man doch schon in Klasse 1 sehr schnell, wer übt und wer nicht, manchmal kann man auch fragen, oft sind die Kinder ehrlich. Lesetandem oder Lesepat:innen oder Lesenester oder andere Angebote sind m.E. so gewinnbringend für viele Kinder, weil darüber ein tägliches Üben über die Schule gewährleistet wird, das den Kindern ansonsten fehlt. Da macht es die Regelmäßigkeit.

    Entsprechend denke ich auch, dass da recht geringer Aufwand und Unterstützung noch viel bewirken kann. Aber diese Unterstützung fehlt dort, wo man keine Pat:innen findet, wo man keine Lesenester finanziert bekommt, wo man noch immer keine HA-Hilfe und keinen Ganztag eingerichtet hat.

    Wenn die Kinder älter sind, ab der 3. Klasse, und lesen können, wäre ich der Meinung, dass sie es auch allein schaffen können, am Nachmittag einen Text 2-fach zu lesen, um am nächsten Tag über den Inhalt Auskunft geben zu können oder unbekannte Wörter benennen zu können.

    Aber in dem Alter denken schon einige, man kann "lesen üben" ja nicht sehen, weil es nicht schriftlich ist, und deshalb könnte man es schleifen lassen. Generell braucht es da eben die Grundhaltung, die sie nicht erlernen, wenn ihnen da die Unterstützung fehlt und man meint, es reiche, als Lehrkraft die Erwartungshaltung zu haben, dass sich Eltern kümmern müssten.

    Die Theorie, dass migrantische Kinder die Muttersprache(n) der Eltern zuhause sprechen sollen, um Sprachgefühl zu entwickeln und fehlerhaftes Deutsch zu vermeiden, ist mir bekannt, aber gibt es Empirie, die das belegt? Kommt eine Muttersprache zudem besonders häufig in einem Umfeld vor, kann es durchaus sein, dass Kinder verstärkt den Kontakt mit Kindern mit gleicher Muttersprache suchen - und dann ist bei Kindern, die sich eh mit der deutschen Sprache schwer tun, die Wahrscheinlichkeit groß, dass untereinander eher in der gemeinsamen Sprache statt in Deutsch kommuniziert wird.

    Ja, es gibt Studien dazu, aber noch nicht genügend.

    Neuere Ansätze vergleichen nicht länger die scheinbar einsprachige Entwicklung mit der mehrsprachigen Entwicklung, sondern differenzieren mehr und stellen heraus, dass es unterschiedliche Formen der Kommunikation und Vermischung gibt und dass das die Mehrsprachigkeit nicht allein das Kennen zweier Sprachen ist, sondern zu einer anderen kommunikativen Kompetenz und weiteren Fähigkeiten führt, die aus dme Vermitteln, Vergleichen und Verwenden unterschiedlicher Sprachsysteme heraus entsteht.

    Man wendet sich von der Begrifflichkeit der "Halbsprachigkeit" ab und stellt heraus, dass mehrsprachige Personen nicht immer alle Sprachen klar trennen, sondern dass es Verknüpfungen zwischen den Sprachen gibt.

    Kinder passen ihr Sprachhandeln der Situation an und mischen dann, wenn es die Situation erlaubt oder verlangt.

    https://www.weiterbildungsinitiative.de/fileadmin/Reda…opoulou_web.pdf

    https://www.dji.de/veroeffentlich…erspektive.html

    Sprachentwicklungsprobleme gibt es zu gleichen Teilen bei einsprachigen wie auch bei mehrsprachigen Kindern, die Probleme zeigen sich dann in beiden Sprachen und beruhen nicht auf der Mehrsprachigkeit.

    Was könnte man noch Hilfreiches tun? Ideen?

    - Such die Adresse von der nächsten Pädaudiologin und schicke die Mutter dahin. Da wird getestet, ob das Kind richtig hören und Gehörtes verarbeiten kann. Das könnte ein Grund für die Sprachschwierigkeiten in beiden Sprachen sein. Kann, muss aber nicht, aber dann ist das abgeklärt und es gibt entsprechende Hinweise oder Verordnungen (Logopädie).

    - Frag dich durch, ob es ein Sprachheilkindergarten gibt. Aber das ist ggf. schon zu spät, auch dafür braucht man vorab Diagnosen.

    - Bei uns muss man sehr lange auf einen Logopädie-Termin warten, es kann sinnvoll sein, sich durchzufragen und schon mal auf eine Warteliste setzen zu lassen.

    Nicht zu vergessen, dass diese Bundesländer bisher A13 für alle eine Absage erteilt haben, weil ihnen gut ausgebildete GS- und SekI-Lehrkräfte mit Master und 2.Examen das nicht wert waren.

    Nun sagen Sie: seht her, ihr wolltet nicht studieren und für A12 arbeiten, dann finden wir eben andere, die für weit weniger Geld (oder gleiches Gehalt?) unterrichten und betreuen.

    „Ein UPS-Kind“?

    Das ist schon reichlich verachtend, was du hier äußerst, <X

    aber das Kind kann nicht für seine Eltern, es wird in diese Familie geboren und bekommt dank Menschen mit deiner Einstellung keine Chance.

    Davon abgesehen, dass es unfair und ungerecht ist, kann und sollte sich eine reiche Gesellschaft leisten können, diese Kinder gut zu unterstützen, damit sie eine Perspektive haben, statt das ewige „mehr können wir wahrlich nicht tun“ zu beten.

    Diese Kinder haben keine Perspektive und sie bekommen auch keine, wenn man sich darauf verlässt, dass Eltern, die sich nicht kümmern können, es tun sollten.

    Wir spalten uns unsere Gesellschaft selbst und sehenden Auges und sagen dem Kind: „Selbst Schuld, warum hast du dich in diese Familie hineinbegeben?“

    und:

    „Zieh dich selbst aus dem Sumpf und solltest du es wirklich schaffen, werden wir Steine genug finden, die wir dir in den Weg legen oder ans Bein binden, damit du ja nicht in unsere Kreise gelangst.“

    und wenn es nicht von sich aus schafft, sich aus der Benachteiligung zu befreien, werfen wir ihm vor, dass es untätig ist, faul und nur Sozialleistungen abgreifen wollte, die wir ihm dann kürzen möchten, weil es unsere Erwartungen nicht erfüllt. Damit geht die nächste Generation mit noch weniger Chancen in die Welt.

    Wie viel einfacher wäre es, diesen Kindern im Alter von 3-10 Jahren eine Begleitung an die Seite zu stellen … und sicher lohnend und monetär günstiger für die Gesellschaft.

    Das bedeutet, darauf zu achten, dass die Hausaufgaben ordentlich gemacht werden usw. Das kann erst einmal jedes Elternteil.

    Ich bleibe dabei: Das können nicht alle Eltern.

    Ich würde mir wünschen, dass es anders wäre, aber ich kenne genügend Kinder, bei denen es nicht so ist oder in der Grundschulzeit nicht so war.

    Und dass Eltern nicht lesen können und ihr Kind nicht an die HA setzen und das Kind ausweicht, ist kein Grund, diese Kinder aus der Familie zu nehmen.

    Solange das so ist, bräuchte es ganz andere Unterstützungssysteme - flächendeckend und möglichst ohne Hürden, die Kinder daran teilnehmen zu lassen.

    Noch ein Gedanke:

    Es gibt wenig Verständnis dafür, dass die Lehrkräfte untereinander die Schulform wechseln, obwohl sie alle ein Lehramtsstudium mit Fachanteilen haben.

    Wenn ein BA in einem Fach ausreicht, dann wäre es für die SekII-Studierten ja ein Leichtes, den Unterricht in der SekI und Grundschule zu übernehmen, da sie ja neben der Fachwissenschaft auch Pädagogik und auch ein Ref absolviert haben.

    Dagegen wird nun gesetzt, dass sich die Leute weder im Fach noch im erziehungswissenschaftlichen Bereich auskennen, aber Klassen übernehmen sollen, in denen die Schüler:innen besonders viel Begleitung benötigen.

    Ich verstehe nicht, warum man das Studium offen halten sollte.

    Wenn man Maurer wird, kann man doch auch nicht eine Tischler-Lehre machen und meinen, man sei dann Maurer.

    Mit einem BA/MA in einem Fach, das auch ein Schulfach ist, kann man sich die wiss. Teile anrechnen lassen, den Rest muss man dann nachholen.

    Umgekehrt muss man einen Teil des wiss. Studiums nachholen, wenn man Lehramt studiert hat.

    Auch sonst ist es doch so, dass es Nebenfächer im Studium gibt, die im Anschluss keinen vollwertigen Abschluss bringen, wohl aber zur Qualifikation gehören oder diese unterstreichen.

    Eine Möglichkeit würde ich noch darin sehen, dass man ein gemeinsames Grundstudium für alle Lehrkräfte ansetzt, an das sich dann unterschiedliche Spezialisierungen anschließen,

    aber zu meinen ein B.A. in einem Fach würde ausreichen, um Lehrkraft zu sein, kann ich nicht nachvollziehen.

    Hatte nicht MV oder SA auch sowas geplant?

    Da haben die anderen Bundesländer signalisiert, dass sie die Abschlüsse nicht anerkennen würden.

    Mich regt es auf:

    Das Land reagiert nicht rechtzeitig auf den Lehrkräftemangel und achtet nicht auf die Arbeitsbedingungen, man setzt ungelernte Kräfte für Vertretungsregelungen ein und untergräbt die Professionalität der Berufes,

    dann A13 steht für alle (Lehrkräfte) im Raum,

    aber noch bevor das greift werden nicht die Bedingungen verbessert, sondern man setzt auf eine geringere Professionalität und schafft Möglichketen, noch günstigeres Personal einzustellen.

    Könnte an der Uni oder am SekII Studiengang liegen, bei uns war der Pädagogik- und auch der Praxisanteil schon damals nicht gering und sehr hilfreich,

    allerdings kamen auch damals andere Studierende ohne Ahnung ins Ref.

    Das ist auch heute sehr unterschiedlich, einige haben trotz Praxisphase und Vertretungsvertrag vorab z.B. von Unterrichtsplanung keine Ahnung, andere Unis vermitteln es offenbar.

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