Beiträge von Humblebee

    In meinen Klassen bin ich auch sehr konsequent im Mahnverfahren, da kommt es auch recht schnell zur Konferenz.

    Konferenzen brauchen wir dazu bei uns zum Glück nicht. Du hast natürlich recht, dass dieses Mahnverfahren für die Klassenlehrkräfte ziemlich arbeitsintensiv ist, aber ab der Mahnstufe 3 läuft das bei uns über das Sekretariat (der Sekretärin brauche ich dann nur noch das erneute unentschuldigte Fehlen eines Schülers/einer Schülerin melden).


    Solche großen "Ausbildungsvorbereitungsklassen", wie sie es bei euch gibt, haben wir ja hier auch nicht. Das sind Klassen für SuS, die ohne oder mit schlechtem Hauptschulabschluss zu euch ans BK kommen, oder? Die Entsprechung sind hier in Niedersachsen wohl die "Berufseinstiegsklassen"; die sind aber eher klein (vorgesehen sind Klassenstärken von max. 18 SuS).

    Wenn meine Pappenheimer absichtlich den Bogen mit Fehlzeiten überspannen, dann plädiere ich jedenfalls immer dafür, dass diese Leute bei uns keinen Fuß mehr in die Tür kriegen. Bei einer Verlängerung der Berufsschulpflicht hätten die SuS ja quasi immer einen mit Kindergeld subventionieren "Freischuss", um danach nochmal eine Runde zu drehen. Nein danke! :neenee:

    Stimmt! Nur leider hat bei uns schon rein rechtlich jede/r Schüler/in, der/die einmal erfolglos einen Bildungsgang besucht hat, einen Anspruch auf Wiederholung. Da mussten wir teilweise schon bei der Landesschulbehörde Begründungen einreichen, warum wir jemandem aufgrund hoher Fehlzeiten eine Wiederholung nicht ermöglichen wollten... :(

    Ich verstehe nicht ganz,

    die Schulpflicht geht doch eh bis 18? Soll diese dann bis 21 aufgestockt werden? :gruebel:

    Nein, in Niedersachsen z. B. geht die Schulpflicht nicht bis 18. Wenn man nach neun Schuljahren in einer allgemeinbildenden Schule noch ein Schuljahr lang einen Vollzeitbildungsgang an einer BBS besucht, hat man bei uns auch schon seine Schulpflicht erfüllt. Dann sind aber viele unserer SuS noch nicht volljährig.

    Die paar wollen tatsächlich Schule machen, der Rest ist nur in dieser Klasse, damit die Berufsschulpflicht erfüllt wird und kommt nur alle paar Wochen mal. Oder sie kommen nur zur Einschulung um sich eine Schulbescheinigung für den Kindergeldantrag zu holen und tauchen danach ab.

    Wie geht ihr denn mit solchen SuS um, die immer nur sporadisch im Unterricht auftauchen? Bei uns wird da ganz konsequent das "Mahnverfahren" angewendet: SuS, die mehr als zweimal unentschuldigt fehlen, werden zweimal "freundlich" angemahnt, dann dürfen sie nur noch mit ärztlicher Bescheinigung fehlen und wenn sie dem nicht nachkommen, werden diese Fälle an den Landkreis gemeldet. Und der verfolgt das dann auch konsequent weiter, d. h. die SuS bzw. deren Erziehungsberechtigte müssen Bußgelder zahlen (das bisher noch immer dazu geführt, dass diese SuS dann doch wieder zum Unterricht erschienen sind) oder die SuS werden zu Sozialstunden ableisten.

    Und wenn SuS nur zu Beginn des Schuljahres eine Schulbescheinigung "abgreifen" wollen, damit sie weiterhin Kindergeld bekommen, teilen wir natürlich auch der Familienkasse mit, dass diese SuS die Schule gar nicht besuchen. Da eine Bekannte von mir dort arbeitet, weiß ich, dass die Familienkasse dann ganz schnell ihre Kindergeldzahlungen einstellt.

    Das alles klappt natürlich nur, wenn die entsprechenden Ämter mitspielen und das Ganze nicht schleifen lassen.

    Englisch-Abschlussprüfungen für alle Schüler gibt es bei uns im BG (Ausnahmen s.u.), FOS, BFS, jede Schulform mindestens 5-zügig pro Jahrgang, plus einzelne Fachklassen. Das macht bei uns pro Durchgang ü 15 Abschlussklassen mit Englisch aus,

    Boah, das ist ja der Wahnsinn! :crying:

    Nein. Vorher war es nicht im RHP geregelt, sondern es gab einen eigenen Erlass. Da gab es die Möglichkeit, dass man dem Wunsch entspricht, wenn es von Bedarf und Einsatzplanung hinkommt. Das ist natürlich im Regelbetrieb schwierig. Einen Anspruch gab es meines Wissens nie. Aber vielleicht habe ich da auch etwas übersehen.

    https://www.arbeitsschutz-schulen-nds.de/fileadmin/Date…s_beduerfen.pdf

    Da hast du recht, einen Anspruch gab es nicht. Gab es denn bei euch wirklich Schwierigkeiten, diesem Wunsch nach Homeoffice von über 60jährigen nachzukommen? Bei uns war das überhaupt kein Problem (es hatten im Frühjahr/Frühsommer auch mehrere KuK diesen Wunsch geäußert, dem dann nachgekommen wurde) und an etlichen anderen Schulen, die ich kenne, auch nicht. Das hängt aber natürlich auch davon ab, wie "alt" das Kollegium ist.

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    Fußball

    Ich stimme Dir aber zu: Grad am BK ist "alle daheim" die DEUTLICH sinnvollere Variante.

    Da muss man aber nach Bildungsgängen differenzieren, finde ich! Für SuS, die einigermaßen selbstständig lernen und arbeiten können, mag das zutreffen (z. B. die SuS der Berufsschule, des BG oder der FOS), aber die SuS aus den BFS- und BES-Klassen brauchen einfach den Präsenzunterricht. Wir hatten ja vor den Weihnachtsferien schon eine Woche "Homeschooling" und ich habe gerade bei diesen SuS wieder festgestellt, dass viele Schwierigkeiten hatten Inhate zu verstehen, andere sich komplett "abgemeldet" hatten (das waren zum Glück nur recht wenige) und wieder andere mit "Moodle" nicht klarkommen (allerdings betraf auch das nur ein paar SuS).

    Wenn ich den Unterricht mit beiden mache (zeitversetzt) und Texte für die Woche zuhause gebe, komme ich mit dem Thema nicht voran.

    Das stimmt zwar, aber so habe ich es im Frühjahr - als wir im "Wechselunterricht" waren - auch gemacht und muss im Nachhinein sagen, dass es ziemlich gut geklappt hat. Natürlich war ich inhaltlich nicht so schnell wie sonst und habe etwas weniger geschafft, aber sehr viel musste ich nicht auslassen bwz. kürzen.

    Ansonsten: Auf was du dich definitiv einstellen musst, ist dass das Schülerklientel ein ganz anderes ist. Da hast du oft viele Schüler aus bildungsfernen Haushalten bei denen das Interesse an Schule generell eher weniger ausgeprägt ist. So kommt es zu hohen Fehlzeiten die einen hohen Aufwand an Verwaltung verursachen. In meiner BFR-Klasse (Berufsfachschule Fahrzeugtechnik) sind nominell 13 Schüler angemeldet. Regelmäßig am Unterricht teilnehmen tun allerdings nur 10 Schüler.

    Die Klassen sind oft sehr heterogen, manche mehr, manche weniger. Darauf muss man sich einstellen und damit muss man umgehen können. Daher sollte man auch seine fachlichen Ansprüche wie man sie vllt vom Gymnasium gewohnt ist, stark herunterschrauben. Was du in einer Gymnasialklasse vielleicht in einer Doppelstunde schaffen würdest, dafür brauchst du in einer vergleichbaren BS-Klasse mindestens die doppelte Zeit. Generell würde ich dir auch empfehlen, eher handlungsorientiert und schülerzentriert zu unterrichten. Für mehr als 10 Minuten Lehrervortrag reicht die Aufmerksamkeit in BS-Klassen selten aus.

    Das kann ich absolut unterschreiben!

    Ich wüsste jetzt zum Beispiel ad hoc keinen Kollegen der erst an der BS gelandet ist und dann später zurück ans AG ist. Theoretisch ist es natürlich möglich, ja. Aber praktisch kommt es in meiner Erfahrung wie gesagt nicht vor.

    Wir hatten tatsächlich mal eine Kollegin, die Gymnasiallehramt studiert hatte und auch an einem allgemeinbildenden Gymnasium ihr Referendariat gemacht hatte. Nach dem Ref kam sie dann zu uns, ist aber nur zwei Jahre geblieben und dann wieder an ein allgemeinbildendes Gymnasium gewechselt. Das wird aber vor allem daran gelegen haben, dass sie Deutsch- und Biologielehrerin war und bei uns hauptsächlich in Deutsch eingesetzt wurde (Bio hatte sie - wenn ich mich richtig erinnere - nur zwei Doppelstunden, was auch daran liegt, dass dieses Fach nur in wenigen unserer Bildungsgänge unterrichtet wird).

    Nicht zu unterschätzen an BS ist, dass du mit Englisch nahezu jedes Schuljahr korrekturintensive Abschlussprüfungen abzunehmen hast, oft auch parallel.

    Das würde ich so nicht sagen, denn es ist nur der Fall, wenn du in Bildungsgängen eingesetzt wirst, in denen es eine Abschlussprüfung in Englisch gibt. An der BBS, an der ich unterrichte, gibt es selbige nur in unseren vier Klassen der FOS Klasse 12 (das sind aber relativ kleine Klassen mit in den letzten Jahren max. 22 SuS), dann natürlich das Englisch-Abi im BG (da haben wir, seit diese Schulform bei uns vor 15 Jahren eingerichtet wurde, jedes Jahr zwei bis drei "Leistungskurse" und ein bis zwei "Grundkurse") sowie eine Fachschulklasse, die auch eine Abschlussprüfung in Englisch haben. Von daher gibt es bei uns mehrere KuK, die nicht jedes Schuljahr Englisch-Abschlussprüfungen oder -Abi-Klausuren korrigieren müssen.

    Ich kann mir wirklich kaum vorstellen, was in Leuten vorgehen muss die selber erkrankt sind oder Angehörige verloren haben und teilweise diese zynischen und kaltschnäuzigen Sachen lesen müssen, die einige vom Stapel lassen.

    Believe it or not: Ich habe tatsächlich auch schon eine 95jährige Angehörige durch Corona verloren. Aber ich habe auch Verwandte, Freunde und Bekannte durch Krebs, Herzinfarkt und andere Krankheiten, Verkehrsunfälle und auch durch Suizid verloren.

    Bin ich in deinen Augen nun zynisch oder kaltschnäuzig, weil ich wegen Corona nicht in Panik verfalle und mich vor diesem Virus nicht mehr fürchte als vor anderen Krankheiten oder Unfällen?

    Das kann ich gar nicht so oft "liken", wie möchte!!! Danke vielmals für diesen Beitrag @EffiBriest :rose:!

    Unsere Fachleitung hat auch beim Schulbuchverlag nachgefragt und für den Lockdown im Frühjahr galt, dass wir die mp3 hochladen durften, aber nach Beendigung des Lockdowns wieder löschen mussten. Das haben wir sogar schriftlich bekommen.

    Oh, das ist ja interessant! Da muss ich meine besagte Englischkollegin mal fragen, ob ihr das auch so mitgeteilt wurde.

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