Ich mach mal einen Vorschlag, der m.W. noch nie geäußert wurde. Wir führen den Notenschnitt nicht nur wieder ein, sondern heben ihn an, so dass nur noch 20-25% eines Jahrgangs aufs Gymnasium gehen.
Oberschulen und wie sie alle heißen, werden ausgebaut, der Ruf muss verbessert werden. Zum Beispiel mit Profilwahl ab Klasse 7, Klassenteiler bei 22 (am Gym bei 30), Sanierungen im großen Stil, Kontingente für Sprachreisen/Schüleraustausch, Musikunterricht, neue Sporthallen, ausgebaute Berufsvorbereitungsprogramme ab Klasse 8, und vor allem gleitende Übergänge und Öffentlichkeitsarbeit, welche Schulwege es gibt, die über "jaja, irgendwie kann doch eigentlich jeder Abi machen, geht halt nur länger und ist irgendwie kompliziert" hinausgehen.
Wenn das Gymnasium alle Privilegien verliert, die es durch seine Klientel und den Staat erhält, haben vielleicht auch mehr Leute Bock darauf, ihre Kinder in gleichwertige andere Schularten zu schicken, die nicht ständig durch Gewalt in den Medien präsent sind. Vielleicht mag auch ein Realschüler Japanisch als Wahlfach haben und vielleicht mag auch eine Hauptschülerin Klavierspielen lernen, ohne dass ein mächtiger Förderverein im Hintergrund agiert.
Mehr Vorurteile hast du nicht?
Klavierspielen am Gymnasium? Japanisch? Hier sind Englisch und Französisch bzw. Latein Pflicht (und viele hätten gerne nur eine Fremdsprache).
Durchschnittliche Klassengröße ist am Gymnasium größer als an Werkrealschulen (und in vielen Bundesländern sogar so vorgeschrieben). https://www.destatis.de/DE/Themen/Gese…ler-klasse.html
Mächtiger Förderverein?
Mein Gymnasium liegt in einem Brennpunktbereich, Geld ist bei den meisten knapp. Förderverein ist auf jedenfalls privat von den Eltern organisiert, wie willst du das von oben steuern?
Sanierung gab es bei uns auf jeden Fall zuerst an Werkrealschulen und Realschulen, wir kamen zuletzt dran. Problem in deiner Stadt? Schüleraustausch gibt es bei uns an allen weiterführenden Schulen organisiert nur von den Kolleginnen und Kollegen (also verbieten?). Unsere Realschulen bieten auf jeden Fall auch mindestens 2 pro Schulzeit an (genauso viele wie wir), unsere beiden letzten Werkrealschulen mindestens eine.
Notendurchschnitte entscheiden bei uns schon lange nicht mehr, wer welche Grundschulempfehlung erhält, weil sie nicht aussagekräftig ist (wie ich oben erklärt habe und wie unsere GrundschulkollegINNen wissen, meine Nichte ging mit 1,8 auf die Realschule, weil Grundschullehrerin und ihre Eltern sich einig waren). Willst du wirklich wieder zurück in die Vergangenheit zum Notenkult und scharfen Schnitt bei 2,5 bzw. 3 (zu meiner Schulzeit in den 70er Jahren) ?
20 % an Studenten (und nicht jeder Abiturient will studieren, viele Betriebe wollen Abitur für ihre Azubis) reichen auf jeden Fall nicht, es gäbe also noch weniger Ärzte, Lehrer, Ingenieure. Akademiker waren auf jeden Fall immer seltener arbeitslos. Wir leben nicht mehr um 1970. Schweiz und Österreich haben ebenfalls eine Quote von 40 %.