Ich habe mir jetzt überlegt, warum ich nicht am BK etc. unterrichten möchte? Eure Schilderungen haben dazu beigetragen. (Sie stimmen mit denen von meiner Kollegin überein.) Ich schreibe daher bewusst in Ichform.
Ich möchte Schüler nicht gegen ihren Willen unterrichten (das fand ich damals an der Gesamtschule schlimm), freue mich, wenn sie Freude an meinem Unterricht finden, wenn sie Leistung bringen (schwänzen (sogar nach dem schriftlichen Abitur) ist bei uns selten. Arroganz empfinde ich euch gegenüber nicht, manchmal wundere ich mich (bei Erzählungen), dass es euch anscheinend nichts ausmacht, aber Menschen sind verschieden und vermutlich sammeln sich am Gymnasium mehr Kollegen, für die Leistung wichtig ist. (Und dazu gehört für mich auch, schwache Schüler zu fördern, sodass sie bei uns bleiben können. Nur wollen müssen sie schon, dauerhaft gegen den Willen der Schüler zu unterrichten, fällt mir schwer.)
Ich hatte ja überlegt (und ein Angebot erhalten), ob ich in Chemie promovieren soll. Vielleicht ist das der Unterschied?
Vielfalt habe ich dadurch, dass ich bewusst mit Fünftklässler und Leistungskurse arbeite. Und ja, ich verstehe mich oft als Lernbegleiter, wir arbeiten gemeinsam auf ein Ziel zu. An der Gesamtschule hatte ich nicht oft dieses Gefühl, das habe ich vermisst.
Vielleicht kommen deshalb Gymnasiallehrer für Hannelotti humorlos und engstirnig vor? (So wie ich mich über Leistungssportler wundere, warum nehmen die ihren Sport so ernst?) Wir sind es sicher nicht mehr als andere.