Beiträge von Kris24

    Ich war einmal plötzlich mit 30 Sechstklässlern 4 Tage allein unterwegs, ursprünglich gefahren sind 4 Lehrer mit 60 Kindern. Mein Kollege wurde am 1. Abend krank und fuhr am 2 Tag heim mit einem Kind der Parallelklasse, das beim Klauen erwischt wurde. Meine SL meinte, 3 Kollegen vor Ort reichen, nur war die andere Klasse extrem schwierig, die Klassen waren in unterschiedlichen Bereichen des verwinkelten Hotels untergebracht, kurz, die Kollegen konnten mir nicht helfen.

    Zum Glück war meine Klasse sehr lieb, sie sicherten mir sogar ab dem 3. Tag eines der abgezählten Brötchen und 2 Scheiben Käse, nachdem ich am Vortag mit trockenem Brot auskommen musste. Trotzdem war ich nie so müde wie nach dieser Woche, noch nicht einmal nach 3 Wochen Griechenland mit zuviel Alkohol bei Elftklässlern und Abholen von Schülern mitten in der Nacht bei der Polizei, weil sie Fahnen von Booten geklaut haben. Aber da war ich nicht allein.

    Ich fahre seit Jahren auch nicht mehr, ich bin auch nicht mehr bereit, Geld bis zu einem Jahr auszulegen.

    Warum darf eine Partei, die als gesichert rechtsextrem gilt, überhaupt gewählt werden?

    Weil Bundesregierung oder Bundesrat oder Bundestag keinen Antrag beim Bundesverfassungsgericht gestellt haben, alle sind mit CDU - Mehrheit. Es dauert dann noch Jahre und ich fürchte daher, es ist zu spät.

    Auch ich bin froh, nicht in Sachsen-Anhalt zu unterrichten, ich fürchte das Momentum für die nächsten Wahlen, ein paar Prozente bringt es sicher und bin zudem froh, nur noch eine Wahl in Baden-Württemberg als Beamter zu erleben.

    Entzaubern lassen sich Rechtsextreme nicht. Schuld sind die anderen, gelesen wird nur, was die eigene Blase produziert.

    Reicht es nicht, wenn man zuhause ist und losfährt wenn der Anruf kommt? Also sofern man einigermaßen nahe an der Schule kommt. In der Regel melden sich die Kollegen doch 1h vor Dienstbeginn krank.

    Manche Kollegen melden sich 5 Minuten vorher verhindert, auch ich hatte schon einmal auf dem Schulweg eine Autopanne. Ich bin auch schon wegen Unfall oder Zugausfall (bei uns gibt es leider viele Suizide mit Zug) eingesprungen. Und einmal wurde ich mitten in der Stunde durch Norovirus überrascht. Dann musste ein Kollege sofort übernehmen.

    Kurz, in großen Schulen ist immer etwas. Wenn die Krankmeldung rechtzeitig eintrifft, wird es über das digitale Klassenbuch den Schülern mitgeteilt, die dann fast alle zuhause bleiben. Deswegen reicht für die ersten beiden Stunden eine Bereitschaft, für die folgenden haben wir zwischen 3 bis 5 pro Stunde.

    Bei uns wird argumentieren, Sie können Ihr Kind auch nicht von Englisch abmelden, das hilft meistens (zumindest wird immer der Geldbetrag überwiesen). Hin und wieder ist das Kind spontan krank, die Eltern enthalten dann nur den Betrag zurück, der durch die Nichteilnahme nicht fällig wurde, den Fahrtanteil z. B. nicht.

    Es wird darauf hingewiesen, sich evtl. zu versichern. Aber das muss privat gemacht werden.

    Heißt das, ihr habt keine Bereitschaft für die 3./4.? oder nur die 1./2. wird "besonders belohnt"

    Wir haben von 1. - 6. Stunde Bereitschaft. Allerdings dauern die von 3. - 6. das ganze Jahr und sind an alle nach Deputatsstundenzahl verteilt. Für diese muss niemand früher kommen und nur bleiben, wenn Vertretung anfällt. Das ist bei den ersten beiden anders. Da muss man halt 6 Wochen lang früher kommen, die Minuten dafür werden als Aufsicht gewertet, die fällt dann entsprechend geringer aus.

    Da würde ich die Kinder in der Aula stapeln oder so. Man kann doch nicht um 7 morgens Kollegen aus dem Bett klingeln, das ist doch völlig unzumutbar. Und dann sollen noch die bestraft werden, die nah an der Schule wohnen?

    Wenn die Vertretung vorher schon am Vortag absehbar ist, klar, das geht.

    Bei uns muss man 6 Wochen lang einen Tag zur 1. statt zur 3. kommen. Ja, man sitzt im besten Fall in der Schule herum bzw. arbeitet dort, meist hat man Vertretung. Wer dank Stundenplan keine Frühbereitschaft hat, muss eine Aufsicht mehr machen. Da ist mir die Bereitschaft morgens da begrenzt lieber.

    Wir haben übrigens keine eigene Turnhalle, unsere Schüler werden mit Bus zu einer anderen Turnhalle gefahren. Wie soll das mit zusätzlichen Klassen gehen?

    Nein, eben nicht!
    Es wird gefragt, ob es Freiwillige gibt. Wer das nicht liest, hat eben keine Chance, sich freiwillig zu melden.
    Zusätzliche Stunden früher oder im Anschluss gibt es nie ohne Rücksprache bzw. Möglichkeit, nein zu sagen.
    Aber wenn gemerkt wird, dass die Hütte brennen wird, wird aufgerufen, und damit eine Bereitschaft breiter besetzt.

    Ist bei uns sich so. Und weil ich nicht immer das Handy benutze, bin ich meist zu langsam. Es melden sich tatsächlich mehrere und wenn ich es sehe und Zeit habe, ich auch. Es ist aber dank Bereitschaft selten der Fall.

    Muss man sich zu allem Überfluss immer noch zusätzlich Schmerzen zufügen?

    Am Wochenende: 7 Stiche von wütenden Hornissenladies die dachten, ich wolle ihnen was Böses.

    Bei der Arbeit: Wind knallt Tür auf die Finger (hoffentlich nur blau und nichts gebrochen)

    Ich schneide mich auch alle Nas lang. Wieso? Ist das eine Art Masochismus? Strafe eines strengen Gottes, aber wofür?

    Mir passiert dies gehäuft immer, wenn ich sehr gestresst bin. Ich dachte, mein Körper sagt "Ruhe bitte".

    600 min sind doch auch nur 10 Stunden. Wenn das pro Jahr ist, bin ich da auch deutlich drüber. Das wären doch "nur" 2 Tage. Ich muss allerdings tatsächlich sagen, dass wir früher so einen Tag der Mathematik Fortbildung hatten, die immer freitags war. Da war ich jedes Jahr. Seitdem sie "auf Wunsch einiger Teilnehmer" auf Samstag gelegt wurde, bin ich auch nicht mehr regelmäßig dabei. Früher hat man das immer mitgenommen. Jetzt gucke ich immer genauer, welchen Themen und Workshops behandelt werden. Freitags ging es zwar auch bis 16:00 Uhr - man hat also "Freie Zeit" investiert- aber Samstags dann noch mal 6-7 h unterwegs sein ist schon was anderes.

    Klar schaue ich auch nach den Themen. Allerdings macht es für mich bei freiwilligen Fortbildungen keinen Unterschied, ob ich an einem Schultag gehe oder nicht. Zum Gegenteil samstags ist für mich stressfreier.

    Ich betone freiwillig und mich interessiert es. Deshalb schaue ich nach den Themen.

    Naja, sagen wir es mal so, in Berlin sind 600 Minuten Fortbildung Pflicht, Thema alles außer 1. Hilfe (die kommt on top), also muss mir die Schulleitung auch ermöglichen das in meiner Arbeitszeit zu machen und wenn das Land es nur in meiner Unterrichtszeit anbietet, dann eben auch so freistellen, dafür muss ich sicherlich noch mal die Zeit nacharbeiten.

    Es geht aber deutlich über 600 Minuten. Da bin ich weit drüber allein mit den Pflichtfortbildungen, 8 Stunden pro Fach, bei mir also 24 Stunden. Und was ist dann?

    Bei uns gibt es allerdings keine feste Minutenzahl.

    ... du arbeitest doch mehr zusätzlich zur Fortbildung, also Mehrarbeit.

    Hm, ok, verstehe ich nicht ganz deine Argumentation, Fortbildung ist halt Fortbildung? Oder ist es Privatvergnügen?

    Es ist eine jährlich stattfindende mehrtägige Fortbildung mit Vorträgen, Workshops, Betriebsbesichtigungen, Exkursionen. Nur ein kleiner Teil ist unmittelbar im Unterricht einsetzbar, aber mir gefällt sie (gute Gespräche mit ebenfalls interessierten Kollegen aus allen deutschsprachigen Gebieten). Ich erfahre viel neues, mich interessiert Chemie über meinen Unterricht hinaus.

    Für eintägige Fortbildungen vom RP erhalte ich immer frei (und das sind auch mehrere pro Schuljahr). Eine pro Fach ist sogar Pflicht, aber für mich nicht immer interessant.

    Und weil es mir Freude bereitet, empfinde ich es nicht als Arbeit. (Es gab Zeiten, in denen ich gefrustet hinfuhr und dort neue Freude für den Unterricht erhalten habe.)

    Das muss man sich aber auch mal auf der Zunge zergehen lassen. Mehrarbeit selbst organisieren, um an einer Fortbildung teilzunehmen. Keine Kritik an dir Kris24, aber am System...

    Ich habe betont geschrieben, ich will. Und wenn meine Schule davon nicht profitiert, muss sie mir nicht freigeben...

    Genau lesen, gilt auch für alle Liker. Mein Bruder nimmt halt Urlaub.

    Und es wird getauscht, also außer Fragen keine Mehrarbeit.

    es ist zwar "pragmatisch", hat aber etwas von "ich will mich nicht positionieren" und ist eine krasse Ungleichbehandlung. Nicht jede*r kann das ganze Kollegium abfragen, wer zu dem Zeitpunkt Freistunden hat. Und es sollte doch nicht sowas sein, das nur den "beliebten" KuK zukommen (für die man gerne einspringt...)

    Dank digitalem Klassenbuch inzwischen machbar und ich versuche zu tauschen, frage also Lehrer in Klassen, die ich unterrichte, und muss halt notfalls am Nachmittag für den Kollegen heran. Ich habe es schon ein paar Male erfolgreich für Fortbildungen, die ich besuchen wollte, getan.

    Und klar, eine Hand wäscht die andere, bei manchen zögere ich keine Sekunde, bei anderen muss der Tausch stimmen.

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