Beiträge von Kris24

    Ich komme sehr gut in der Schule zurecht sowohl mit Schülern als auch mit Kollegen. Meine Einschränkungen haben sich bisher noch nicht auf meine Arbeit ausgewirkt. Bin vielleicht sehr ehrlich und verstehe keine Ironie, aber dennoch kann ich reden und zwar egal ob es Schüler sind, Lehrkräfte oder andere pädagogische Fachkräfte.

    Ich kenne jemanden, für den dies auch zutrifft und seit vielen Jahren ein sehr geschätzter Kollege ist. Nur sehr wenige wissen Bescheid und auch nur, weil er es nach einer Fortbildung zu Autismus im kleinen Kreis am Abend gesagt hat.

    Warum eigentlich?

    Wurde vor vielen Jahren eingeführt, galt für meinen Großvater noch nicht. Er erhielt Rente und Pension und insgesamt weit über damals 75%, angeblich sogar über 100 %. Er erhielt also mit Ü65 mehr als zuvor als sehr gut verdienender Beamter zuvor. Ich war noch ein Kind, kann mich aber gut an die Gespräche und Witze erinnern.

    Aber ja, ich finde dies auch ungerecht. Denn ich habe einige Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und das soll nicht voll gelten? Grund ist vermutlich, dass auch für Beamte bei 40 Jahren bzw. 71 % Schluss ist, auch wenn du 45 Jahre Beamter warst.

    Doch: Ich habe keine Lehrkraft für Sie, aber Sie bekommen eine Anwärterin.

    Zusätzlich wurde die 2. Arbeit gestrichen, wenn die Anwärter:innen 2 Stunden mehr erteilen, zunächst als Angebot, inzwischen regulär.

    So kenne ich es auch, so war es bei mir schon vor 30 Jahren. 2 Referendare entsprechen eine Vollzeitstelle. Und dies wurde mir auch deutlich vom Seminar mitgeteilt, ich wollte woanders hin.

    Eingezahlt habe ich bis 2009, bis ich verbeamtet wurde, immer nur phasenweise, insgesamt sind offensichtlich 12 Rentenpunkten dabei rausgekommen.

    Ein Rentenpunkt entspricht ein Jahr Durchschnittslohn, du hast also 12 Jahre durchschnittlich verdient bzw. bei überdurchschnittlichem Lohn entsprechend weniger Jahre. Ich vermute daher, dass du deutlich über 60 Monate eingezahlt hast. Evtl. sind noch ein paar Jahre Ausbildung erhalten, wurde aber vor vielen Jahren begrenzt auf 3 Jahre (?)

    GEW berät hier auch darüber.

    Hatten wir auch mal ab und zu. Weil an der Klingelanlage gearbeitet wurde oder weil wir während der ZP10 nicht stören wollten. Hatte bei mir ein paar mal dazu geführt, dass die Schüler über 10 Minuten "freiwillig" länger gearbeitet hatten und auf ihre Pause "verzichtet" hatten.

    Ist mir bzw. meinen Schülern auch ein paar mal passiert. Wir haben die Klingel komplett abgeschafft. Aktuell kann dies nicht mehr passieren, in jedem Raum hängt eine Funkuhr auf Wunsch der Schüler.

    Siehe mein Beitrag. Für Niedersachsen und BW kann das stimmen - für NRW (wo Einer wohnt) gibt es aber eine entsprechende Regelung von x + 5 Jahren.

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    Edit: laut dem zuständigen Ministerium in BW gilt:

    Passte, ich bediente immer erst den Aktenvernichter, wenn beide Ordner voll waren und ich den ersten wieder für das 3. Jahr benötigte.

    (Danke für das Heraussuchen, ich hatte es irgendwie auch so in Erinnerung. Zum Glück ist dies jetzt nicht mehr notwendig.)

    Für uns gilt

    Eine solche Regelung gibt es nicht, selbst Klausuren müssen nur aufbewahrt werden, bis die Rechtsmittelfrist der Zeugnisse abgelaufen ist, für Krankmeldungen dürfte das gleiche gelten.

    Also gut ein Jahr. Ich hatte immer 2 Leitzordner, einer pro Schuljahr und habe dann irgendwann im folgenden Schuljahr gelöscht.

    In all den Jahren habe ich genau einmal eine alte Entschuldigung zwecks Versetzung heraus suchen müssen. In Baden-Württemberg musste innerhalb von 3 Tagen schriftlich entschuldigt werden, sonst musste eine Klassenarbeit mit 6 bewertet werden. Jetzt muss ich nicht mehr suchen, nur noch den Schülernamen anklicken.

    Ich sehe es auch auf einen Blick, statt blättern klicke ich einmal, ich kann außerdem mir meine letzte Stunde anzeigen lassen.

    Erdnussallergie lässt sich genauso notieren

    Jede Stunde bestätigen bedeutet weniger schwänzen und dank Foto sieht auch der Vertretungslehrer wer fehlt, viel weniger Fehlzeiten und sie fallen sofort allen Kollegen und Eltern auf.

    Fehlermeldung gibt es nicht, jeder Kollege sieht seine Schüler, auch wenn sich Gruppen verändern, muss nicht in mehrere Papiertagebücher eintragen (hilft auch bei der Erdnussallergie, wenn ich nur ein Klassenbuch für zusammengefasste Gruppen aus mehreren Klassen habe, reicht ein Papiertagebuch nicht. Ich müsste in alle schauen).

    Ich glotze gleich lang auf den Bildschirm wie auf das Papiertagebuch und es dauert wenige Sekunden.

    Vielleicht habt ihr ein anderes digitales Klassenbuch?

    Wir verwenden digitale Klassenbücher seit fast 10 Jahren und niemand will zurück. Das Problem Sporthalle und kein Internet haben wir auch, die Kollegen tragen später ein. In webuntis-Zeiten hat die SL manche Kollegen daran erinnert, wenn sie Lücken hatten, in Edupage ist das Datum rot, wenn nach 24 Stunden die Eintragung noch fehlt. Ich habe heute die letzte Stunde von vorgestern nachgetragen.

    Mein wichtigster Punkt, das digitale Klassenbuch geht nicht verloren. Wie viele Stunden habe ich in meinen ersten 20 Jahren gesucht, wo ist es aufgetaucht (Reinigungskraft Schwimmbad, die 3 Wochen in Urlaub fuhr und es in ihrem Spind aufbewahrt, Vordach eines Nachbargebäudes, der Kolleg turnte hoch, weil seines auch weg war, es war aber meines, Schüler, der die Schule verlassen musste, nahm es mit, es kam heraus, weil er ein Jahr später auf einer Party im Suff damit prahlte usw.) Wie oft haben wir unzählige Klassenbucheinträge "erfunden" oder Ordner mit Entschuldigungen gewälzt, weil man Monate rekonstruieren musste, weil es nicht mehr auftauchte? Wir haben Kurssystem ab Klasse 5. In vielen Stunden mussten mehrere Kollegen eintragen, das Klassenbuch war wo? (e) wurde manchmal von Schülerseite ergänzt, das Schwänzen fiel erst einmal nicht auf.

    Seit neusten benötigen wir in Baden-Württemberg keine schriftliche Entschuldigung mehr, die Eltern tragen es ins digitale Klassenbuch ein und ich klicke nur auf annehmen oder ablehnen, kann Notizen dazu fügen oder nicht. Keine Leitzordner mit Entschuldigungen für ein Jahr und Aktenvernichteraktionen danach. Jeder Kollege sieht sofort beim Schülernamen e oder u.

    Ernsthaft, wer will Klassenbücher in Papierform zurück?

    Das kann aber die Schleusen für Spekulationen und Verschwörungstheorien öffnen und auch zu einem Vertrauensverlust zum Beispiel in die Justiz bzw. Medienberichterstattung führen, wenn Leute das Gefühl bekommen, jemand will es lieber nicht so genau wissen oder jemand weiß es vielleicht ganz genau und es wird nicht berichtet. Das ist halt die Kehrseite der Medaille.

    Und deshalb ist aus deutscher Sicht ideal, dass Polen ablehnt.

    Ich glaube ehrlich gesagt, dass jemand, der an einem Gymnasium im ländlichen BW unterrichtet, keine Vorstellung davon hat, was in Schulen in Ballungsgebieten von NRW los ist. Ich hab das in meinen ersten Berufsjahren an Ersatzschulen selbst nicht für möglich gehalten. Eine meiner Freundinnen arbeitet an einer Mittelschule in Bayern und fällt regelmäßig vom Glauben ab, wenn sie sieht, was ich so auf dem Tisch liegen habe (Gymnasium, WBK, egal).

    Ich glaube FrozenYoghurt jedes Wort und halte es absolut nicht für übertrieben.

    Ich bin schon über 30 Jahren Lehrerin, unterrichte aktuell in einer Stadt mit über 50 % mit Migrationshintergrund, an meinem Gymnasium sind es offiziell 40 %.

    Ich habe aber auch 6 Jahre an einer Gesamtschule in einer Großstadt in NRW unterrichtet. Und mein SL hat die Kurse gleichmäßig verteilt, wir Gymnasialkollegen erhielten genauso G-Kurse wie alle anderen. Allerdings wurden bei uns keine Noten verschenkt.

    Unsere SL wies jedes Jahr daraufhin, dass wir mit verschenkten Noten niemand helfen. Ein ausbildender Betrieb nimmt einmal jemanden mit 4 in Mathe auf, stellt fest, dass die Leistungen nicht ausreichend sind und nimmt niemanden mehr von unserer Schule. Und ja, sie hatten recht. Unsere Schüler mit der Note 4 wurden Schülern von 3 anderen Gesamtschulen mit der Note 2 vorgezogen. Zwei weitere Gesamtschulen handhabten es genauso streng wie wir und hatten ebenfalls einen guten Ruf.

    Weitere Folge, auf die drei "strengen" Gesamtschulen gingen auch Schüler mit Gymnasialempfehlung. Doch, das Kollegium inkl. SL hat viel in der Hand.

    Zumal evtl. doch der russische Geheimdienst seine Finger mit ihm Spiel hatte. Manchmal ist es politisch besser, wenn man es nicht so genau weiß.

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