Konsequent wäre es, wenn Religionsunterricht abgeschafft würde einen anderen Namen bekäme und man nicht nur über Religionen, sondern über Kulturen, Gesellschaften und vor allem Traditionen reden würde. Am Ende der Schulzeit sollten die Kids dann entscheiden können, was sie davon für richtig, falsch, gefährlich oder völlig überflüssig halten. Religionen stehen in einer Gesellschaft ja nicht für sich allein, sondern haben oft gewaltige Folgen für eine ganze Gesellschaft, meist negative.
Einerseits stimme ich dir zu, andererseits hätte der Religionsunterricht die Möglichkeit, ein anderes Gottesbild zu vermitteln, als das z.B. die Familie macht. Mir wurde zu Hause Gott als kontrollierende Instanz vermittelt, der alles sieht, was man tut. Und wenn es nicht gut ist, landet man für lange Zeit im Fegefeuer, wenn man tot ist, bevor man in den Himmel kommt. Wenn man es mit seinem Bösesein übertreibt, verbrennt man in der Hölle. Dabei haben meine Eltern und Großeltern aber die "Gesetze" für sich so ausgelegt, wie sie wollten. Ein bisschen Sex vor der Ehe war also nicht schlimm (wir sind katholisch und es ist verboten, also Sex vor der Ehe), nur dass die Hälfte meiner Vorfahren heiraten "musste", weil die Braut schwanger war. Man hat sich geschämt, aber das wars.
Meine Mutter musste sich nach den Geburten aussegnen lassen. Beim dritten Kind ging sie nicht mehr hin, weil sie nicht wusste, warum sie das machen sollte. Vermutlich, weil sie schon wieder irgendwas falsch gemacht oder gesündigt hat. Mein Vater musste nicht, also hat es irgendwas mit dem weiblichen Körper zu tun...
In der Schule wurde mir das Bild eines liebenden Gottes vermittelt, der alles verzeiht und dass Jesus ist für uns am Kreuz gestorben, so dass wir alle irgendwann in den Himmel kommen, weil unsere Sünden durch ihn gebüst worden sind.
Irgendwann habe ich den Überblick verloren, was zwischen Himmel und Hölle los ist und habe irgendwie meinen Glauben verloren...
Im Zweifelsfall muss man sowieso alles alleine schaffen.