Beiträge von Zauberwald

    Wünschen sich „die anderen“ wirklich immer Integration?

    Ich würde mir für meinen autistischen Schüler sehr wünschen, dass es in der weiterführenden Schule mit der Inklusion klappt. Ich finde, jeder "Fall" ist anders und man sollte das als Eltern gut abwägen. Kognitiv hat mein Schüler z.B. ja überhaupt keine Defizite, ich weiß aber nicht, ob z.B. im Gymnasium auf seine "Spinnereien" eingegangen werden kann (er bereitet täglich Matherätsel für die Klasse vor), ob Zeit für so besondere Kinder da ist und wie pubertäre Mitschüler dann alles so finden, wenn jemand anders ist.

    GE-Schüler im Gymnasium ist vergleichbar wie als ob ich einen Sprachanfänger in einen zielsprachlichen Literaturkreis oder jemanden, der gerade so Nudeln mit Tomatensauce zubereiten kann, in einen Kochkurs, in dem gezeigt wird wie Sushi perfekt gerollt oder Rinderfilet auf den Punkt medium gegart wird, stecke.

    Es ist weder förderlich für den Teilnehmer mit geringen Vorkenntnissen/Kapazitäten noch für die anderen Teilnehmer (die nachvollziehbarerweise auch eine Anspruchshaltung haben) oder den Kursleiter.

    Was redest du? Kennst du einen GE-Schüler am Gymnasium? Du hörst dich so an, als würden die Gymnasialklassen voller Sonderschüler sitzen.

    Wir wollen morgen früh fahren, nunja, muss man dafür was gepackt haben?!?

    Auto kann ja auch erst um 8 Uhr aus der Werkstatt geholt werden, dann muss es mit meinen Eltern her und dann Gepäck rauf und Räder rauf. Du merkst, irgendwie sind da Planungsfehler, aber solange die nicht so wie heute sind, dass ich plane, wie ich meinem Bruder sein Auto mit meiner Tochter zurückbringe und dabei leider übersehe, dass mein Mann mit dem Auto in Berlin ist geht das alles.

    Der Papa meiner besten Freundin war auch Lehrer. Als wir klein waren, war so was bei denen zu Hause Normalzustand. ^^^^^^ Daran musste ich beim Lesen deines Posts sofort denken.

    Meine Erfahrungen zeigen das Gegenteil. Wir fahren mittlerweile mit durchschnittlich sicher 3 LE Kindern pro Klasse, ergo 12 pro Jahrgang. Mir ist ein Kind bekannt, das einen Regelschulabschluss vor 2 Jahren erlangt hat. Ist einmal der Förderstatus anerkannt und durch Kind und Eltern akzeptiert, erlischt zumeist jeder Ehrgeiz (vor allem bei den Kids).

    Wer ist wir? Bei dir steht SEK I und II, also Gymnasium. Ist das so, dass Kinder mit LE-Status in NRW sich einfach im Gymnasium anmelden können? Hier würden das die Eltern nie machen. Es gibt zu großen Respekt vor Gymnasium und Realschule. Würde jetzt nach den neuen Bestimmungen auch gar nicht mehr gehen.

    Meine Tochter musste für die Bewerbung zu ihrem Studium Kunstmappen einreichen. Jede Uni wollte eine andere Mappe. Sie hat einen mehrwöchigen Mappenkurs belegt und diese Mappen angefertigt. Das war in dem Jahr nach dem Abi. Ich meine, dass diese Belege gereicht haben, aber es war ein ziemliches Theater. Ich habe sie jetzt mal angeschrieben, vllt. erinnert sie sich genauer. Man muss immer alles sehr fristgerecht einreichen, auch Immatrikulationsbescheinungen, sonst dauert es ewig, bis wieder alles läuft. Hier zumindest.

    Ich korrigiere mich - ich halte das Papier aus Biberach für unbrauchbar.

    Zum Beispiel heißt es Fachbegriffe in anderen Fächern werden nicht gewertet (Rechtschreibung in der GS). Wir versuchen immer den Kindern beizubringen, dass sie die Begriffe, die gerade oft verwendet werden (z.B. Summand, Europa, Deutschland, Fahrrad....) auch richtig schreiben sollen in den Klassenarbeiten der 4. Klasse. Diese Wörter haben wir den Kindern aufgeschrieben und geübt. War super, also die Einforderung der richtigen Rechtschreibung hat etwas bewirkt. Jetzt (nach Ansage der neuen SL - ist aber anscheinend so richtig) dürfen wir es nicht mehr bewerten und schon wird geschrieben wie Kraut und Rüben.

    Einerseits hast du Recht, Kathie, aber das Kind gehört von den RS-Leistungen her ohne irgend einen Ausgleich so ziemlich in die Mitte der Klasse. Nur, dass es diesen Nachweis hat. Das Diktat war schwer. Finden auch Kolleginnen. Habe eine sehr leistungsstarke Klasse und im Einserbereich gab es nur 2mal 1-2, also 1,5 als beste Noten.

    Eigentlich ist alles gut, bis auf dass ich es etwas ungerecht finde anderen Kindern gegenüber. Aber vllt. sollte ich das einfach sein lassen. Gab halt Tränen.

    Danke, ich habe es nicht gelesen, da ich dachte, dass sich Quittengelee auf ihr Bundesland beziehen würde.

    Nach dem, was in dem Link steht, sind die zurückhaltende Wertung und eine andere Prüfungsform zum Beispiel möglich, um einen Nachteilsausgleich zu gewähren. Steht nicht, dass nur eine Sache gleichzeitig gehen würde. Aber wie gesagt, das müssen wir im Kollegium abstimmen. Ich habe heute schon mit der Kollegin, die für die LRS-Förderung zuständig ist, gesprochen.

    Disclaimer für alles aus Nicht-BW: Ich gehe davon aus, dass wir hier ein internes BW-Thema haben...


    Ein Kind hat nur dann einen Nachteilsausgleich, wenn die Klassenkonferenz dies beschlossen hat. Zur Entscheidungsfindung können externe Gutachten genutzt werden, diesen muss aber nicht entsprochen werden.


    Dass es entweder eine andere Prüfungsform oder zurückhaltende Gewichtung gibt, den Hinweis finde ich auch wichtig. Gibt es irgendwo was Schriftliches? Wir müssen dringend feste Regelungen haben, da sonst jede das irgendwie anders auslegt. Wir sind gerade dabei, alles zu aktualisieren.

    Würde ich so sehen, ohne jetzt die genaue Rechtslage in BW zu kennen. Natürlich kann man den Eltern anbieten, unter diesen Umständen auf den Nachteilsausgleich zu verzichten, dann schreibt das Kind beim nächsten mal aber auch die normale Arbeit mit.

    Wie gesagt, ich möchte es im Kollegium besprechen. Hatte ich so noch nicht.

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