Beiträge von FrozenYoghurt

    Weil die Kinder, die man von vorneherein ausgeschlossen hat, keine Jobs mehr finden. Die Anforderungen an Qualifikationen sind gestiegen. Keiner findet mehr Arbeit, wenn er/sie nicht mehr kann als Schrauben sortieren. Alle müssen bestmöglich gefördert werden. Geht halt nur mit viel Personal.

    Davon ab, dass wir Potentiale liegen lassen, nur weil ein Kind mal länger für irgendwas braucht. Ist halt für viele ok, wenn es nicht grad ums eigene Kind geht.

    Damals herrschte Volksschulpflicht und man hatte dort nach 8 Jahren einen Abschluss. Auch von diesen Absolventen mussten nicht alle Schrauben sortieren - das ist eher etwas für Werkstätten im Bereich der Lebenshilfe.

    Wir haben momentan einen Mangel in den vermeintlich „einfachen“ Berufen. Dafür reicht dann auch ein guter Hauptschulabschluss und das ist vollkommen okay so.

    Ich denke, weil man das vorab nicht sehen kann, es sich noch verändert und es zudem in diversen Minigrundschulen gar nicht möglich ist (da einzügig oder zweizügig) und weil Lernen über Beziehung in diesem Alter noch entscheidend ist und man die Kinder nicht nach Fähigkeiten rumschieben kann.

    Warum geht das heute auf einmal nicht mehr, was seit 150+ Jahren funktioniert hat?

    Wir drehen uns doch hier regelmäßig im Kreis. Die Gymnasialkolleg*innen beschweren sich regelmäßig, dass sie zu viele schwache SuS haben, die Profs, dass sie zu schwache Studierende haben.

    Kümmer du dich doch als Lehrkraft darum, dass deine SuS das schaffen, was dein Lehrplan vorgibt und gibt nicht jedem noch ne 4, weil du nicht die einzige sein willst, die schlechte Noten erteilt. Es ist nicht erst "die Grundschule" Schuld und dann "die Kolleginnen" und dann "die Gesellschaft", "die Politik" und an der berufsbildenden Schule "der Jahrgang, der ja sonst geschlossen werden muss".

    Traut euch doch bitte selbst, jeder für sich und sein Fach die Leistungsbewetung an die Ziele anzupassen und auch als Gymnasium, die Orientierungsstufe als das zu nutzen, wofür sie gedacht ist und trefft eure eigenen Entscheidungen. Dann müsst ihr euch halt mit den Eltern auseinandersetzen, das ist anstrengend.

    Also quasi „Jeder denkt an sich, dann ist an alle gedacht.“ Das hilft bestimmt.

    Bei Hattie wird sich eh bedient, so wie es einem selbst in den Kram passt. Um mal eine grobe Aufzählung zu geben:

    - Klassengröße irrelevant

    - Lehrerwissen unnötig

    - dafür aber Frontalunterricht interessanterweise sehr effektstark. Da frag ich mich, wie man ohne Expertenwissen effektstarken Frontalunterricht durchführen kann

    Das Niveau hochzuhalten ist absolut notwendig. Andernfalls können wir den Schülern ja gerne das Abiturzeugnis zum Selbstausfüllen reingeben, da spare ich mir noch mehr Arbeit, als sich Prof. Krötz an der Uni Arbeit spart, wenn seine Studenten mathematisch stärker wären.

    Didaktifizierung, ein gutes Stichwort. Der Lehrer sollte ein Experte auf seinem fachlichen Gebiet sein, die Didaktik ist (auch aus persönlicher Sicht) durch die Ausbildung im Ref zur Genüge abgehandelt. Man schaut sich bei erfahrenen Lehrkräften bewährte und funktionierende Methoden ab und das reicht für 90% aller Unterrichtssituationen. Fachliche Mängel sind viel gravierender und können mal nicht so nebenbei aufgearbeitet werden, insbesondere in Mathematik, Info, Na-Wi-Fächern, Latein, moderne Fremdsprachen…

    Ein weiterer Niveauverlust führt immer weiter zur Erosion des gesamten Systems. Schon jetzt werden Refis angespült an unserer Schule, die fachlich grobe Mängel aufweisen, nicht richtig schreiben und sich ausdrücken können. Da wird der Bock zum Gärtner gemacht.

    Die letzten Interviews, die er geführt hat waren schon sehr in der verschwörungstheoretischen Ecke.

    Auch, wenn er grundsätzlich Recht hat, sollte er sich doch bemühen, vor lauter Polemik keine falschen Aussagen zu treffen. Und so vergleicht er das deutsche Abitur mit der Aufnahmeprüfung an einer indischen Elite-Uni, sagt, dass zu seiner Schulzeit in der achten Klasse Aufgaben der Differentialrechnung ein Kinderspiel gewesen wären, dass es sinnlos wäre, Strahlenoptik zu unterrichten, wenn die trigonometrischen Funktionen noch nicht eingeführt sind, dass die Wiedervereinigung eine feindliche Übernahme gewesen wäre und freut sich, dass man in den DDR-Schulbüchern NVA-Soldaten zählen musste.

    Gerade für den letzten Teil hätte ich gerne einen Nachweis von dir. Ich habe mir viele Videos von ihm angeschaut und stimme dir zu, dass er die mathematische Bildung in der DDR und insbesondere die Schulbücher von Volk und Wissen schätzt. Dass er NVA-Soldatenzählen gut finden soll, ist populistischer Quatsch.

    Was hat diese Aussage mit den Aussagen eines verwirrten Mathematikers zu tun? Abgesehen davon ist es schon kein populistischer Murks, sondern man kann das argumentativ gut belegen, warum solch eine Steuer durchaus Sinn macht in einer Demokratie. Aber man kann ja auch, statt zu argumentieren, es einfach als populistisch abtun, statt zu argumentieren...

    Oder aber einen Professor der Mathematik als „verwirrt“ bezeichnen. Das geht genauso leicht.

    Es gibt auch ein sehenswertes Video von ihm, in dem er einmal die ganzen Einflussnehmer (Bertelsmann & Co.) in einem Schaubild darstellt, die im Hintergrund Schulpolitik machen. Das fand ich recht aufschlussreich, zumal er ja auch stets weiterführende Literatur in seinen Videobeschreibungen nennt.

    Dass sein Pessimismus nicht grundlos ist, zeigt er ja auch durch Aufgabenvergleiche von "damals" oder "woanders" und heute.

    Das kann man dann auch nicht so vergleichen! Das Dienen in einer Berufsarmee, dazu noch in Auslandseinsätzen, ist noch eine andere und wesentlich härtere Nummer.

    Wir waren damals die typischen Bürger in Uniform. Als W-15er wusste man, dass nach 15 Monaten Schluss ist. Deswegen konnten wir mit guter Laune den Dienst antreten. Und uns hat der Dienst auch oft Spaß gemacht. Muss dazu sagen, dass wir auch gute Vorgesetzte hatten.

    Und es war im Kalten Krieg und waren froh, dass der Krieg kalt blieb. Wir W-15er haben mit unserer Präsenz dazu unseren Beitrag geleistet.8)

    Puh, das ist so eine Sache, die ich Null nachvollziehen kann. Ich spreche aber auch aus der Perspektive einer Person, bei der just in dem Moment die Wehrpflicht ausgesetzt worden ist. Was war ich froh. Die Erzählungen meiner Verwandten ließen eher darauf schließen, dass das hart verschwendete Zeit ist (scheiße bauen, saufen, rumhängen).

    Sorry, aber es ist was anderes, wenn man mit 10 Jahren Mal einen Tag 1- 1,5 Stunden alleine zuhause ist, als wenn man in dem Alter jeden Tag 2-4 Stunden alleine zuhause ist.


    Nicht umsonst dürfen Kinder aus den Jahrgängen 1-6 (in NRW) nur zu dem im Stundenplan vorhergesehenen Zeiten nach Hause geschickt werden.

    Ja, leider... Das sorgt für noch mehr Vertretungsverschleiß unter den ohnehin belasteten Kolleginnen und Kollegen, gerade in der Winterzeit. In der Grundschule kann ich es ja gerade noch verstehen, aber ab der Sekundarstufe nicht mehr.

    Geht's auch mit weniger Kultur-Pessimismus? "früher" war Mutti zu Hause und stellte mittags das Essen auf den Tisch. Da will auch niemand mehr hin.

    Die derzeitige "Schulkultur" gibt wenig Anlass zu Optimismus. Ich bin da ganz bei Maylin. Auch bei mir war nicht immer jemand mittags zuhause, trotzdem habe ich es seit ca. dem 3. Schuljahr (wie alt ist man da? 8?) geschafft, mich oder meine Umgebung in der Zeit ohne Betreuung nicht zu sprengen, drogenabhängig zu werden o. Ä.

    Und doch, das System fanden ich und viele andere gut. Eltern kümmern sich um das Essen ihres Nachwuchses und nicht der Staat - so schlimm?

    Das "gefällt mir", weil "Zustimmung". Das gefällt mir persönlich ganz und gar nicht.

    Ich habe mit einer Einführungsphase vor den Ferien richtig Stress gehabt, weil sie der Meinung waren es wäre alles zu viel, zu schwer, zu schnell. Wir haben ausschließlich Sek1-Stoff gemacht, vorrangig Klasse 8. Da war ich ganz schön sauer. (Bei uns am WBK ist es normal, dass wir mehr wiederholen müssen aufgrund der extremen Heterogenität, unsere Stundenzahl in der EF ist durch Vertiefungsstunden aber auch höher).

    Das Niveau ist insgesamt unterirdisch. Durch Mangel an ausgebildeten Mathelehrkräften unterrichte ich mittlerweile in meiner Klasse den Grundkurs (Jgs. 8), rund 80% der Klasse sind dort, 6 Leute besuchen den E-Kurs). Aufgefüllt auf 30 wird natürlich mit G-Kurs-Kindern aus den Parallelklassen. Die Kinder haben derart Schwierigkeiten mit nahezu sämtlichen Aufgaben, die nicht genau wie das besprochene Beispiel funktionieren. Ich habe mir letztes Mal den Jux erlaubt, und die nahezu gleichen Aufgaben der Klassenarbeit vorher im Unterricht gemeinsam geübt und gelöst. Ich tausche zwei Zahlen und 3/4 des Kurses scheitert. Schnitte von 4,5 und höher sind die Normalität. In den Parallelkursen im Jahrgang sieht es nicht anders aus (ich scheine nicht allein Schuld zu tragen). Die Unterrichtssequenzen und KA's werden für alle Parallelkurse gleich durchgeführt (ist jedoch das Schulkonzept, ich halte da nicht so viel von).

    BAR87 : Die Sinusfunktion ist bei uns noch Teil des Curriculums der Realschule. Rein meine persönliche Meinung: Ich fände es jetzt nicht so schlimm, wenn Schüler (m/w/d) bis zur mittleren Reife nichts von Sinusfunktionen gehört haben, solange im Gegenzug ein Grundgespür für funktionelle Zusammenhänge, intensive Kenntnis über lineare und quadratische Funktionen sowie grundlegende Vorstellungen zu kubischen Funktionen entwickelt wurde.

    Die Bedeutung von Funktionen, die über dieses Niveau hinausgehen, für die mathematische Allgemeinbildung halte ich doch für überschaubar und es reicht aus, wenn diese in der Sek II bzw. in Ausbildungen mit hohem Mathematikbezug (z.B. mathematisch-technischer Softwareentwickler (m/w/d)) behandelt werden.

    Was ich hier an der Gesamtschule mitbekomme, ist, dass Kenntnis über y = m*x + n schon oberes Realschulniveau ist.

    Gerne weiterhin Arbeitszeitbetrug begehen zu wollen ist kein besonders gutes Argument gegen eine Zeiterfassung. ;)

    Dann hast du ja Kapazitäten, dich anderweitig in der Schule einzubringen.

    Die "saisonbedingten Schwankungen" lassen sich durch ein Arbeitszeitkonto gut abbilden.

    Nein. Wenn ich mein Kerngeschäft (Unterricht, ggf. Klassenleitung) effizient abgearbeitet habe, schreibe ich garantiert nicht noch an irgendwelchen "Konzepten" weiter. Dann ist auch mal gut.

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