Warum? Was ist jetzt daran schlimm, dass man mal eine Tag auf Distanzunterricht umstellt?
Ich finde daran nichts schlimm, ein nicht kleiner Teil des Kollegiums sieht das aber anders.
Warum? Was ist jetzt daran schlimm, dass man mal eine Tag auf Distanzunterricht umstellt?
Ich finde daran nichts schlimm, ein nicht kleiner Teil des Kollegiums sieht das aber anders.
Macht ihr das dann wieder mit Videokonferenz?
Ja, so ist das vorgesehen.
Schulleitung hat uns gerade auch informiert. Mit dem Hinweis darauf, dass der Unterricht im Distanzunterricht stattfinden muss, eine Aufgabenstellung allein reicht nicht. Ich gehe davon aus, dass wir morgen besonders viele Krankmeldungen reinbekommen.
Wenn die Schule geschlossen ist, dann ist nicht das Verschulden der Lehrkräfte, also kann es auch keine Minusstunden geben deswegen.
Also Verbandsvertreter würde ich da deutlich gegen sturmlaufen.
Es ist in Niedersachsen wohl anders geregelt. Ich hatte da letzte Woche eine Diskussion auf Reddit gesehen und war auch irritiert über die Regelung. https://bildungsportal-niedersachsen.de/schulorganisat…ungsbedingungen
Das LBG bricht den TVL?
Nein, aber der TV-L bestimmt mit § 44 Nr. 2, dass die in ihm enthaltenen Regelungen zur Arbeitszeit (§§ 6 – 10) nicht für Lehrkräfte gelten. Dazu gehört auch der Ausgleich von Mehrarbeit und Überstunden (weshalb wir für Überstunden keine Zuschläge bekommen, obwohl diese im ÖD üblich sind). Stattdessen wird auf das Beamtenrecht verwiesen.
Ja tut es, im Prinzip. Dennoch Bedarf es konkreter Handlungsanweisungen. Denn nach Gesetz würden tarifbeschäftigte und verbeamtete Teilzeitkräfte gleich behandelt und nicht von der ersten Stunde an bis zum erreichen eines Volkzeitseputats bezahlt. Da ist aber würde man im Angestelltenbereich gegen ein Urteil verstoßen. Die Nuss zu knacken kann jetzt nicht Sache der SL sein.
Hast du das Urteil parat?
Selbst wenn wir anschließbare Schränke hätten (in manchen Räumen gibt es tatsächlich welche), so dürften wir sie nicht abschließen. Offiziell verboten, da der Schaden an den Schränken im Einbruchsfall in der Regel höher ist als der Schaden des Diebstahls.
Das ist so dumm. Ihr könnt also nichts einigermaßen sicher verstauen?
Warum nicht? Wenn es doch aus deiner Sicht das Beste ist, warum solltest du ein schlechteres vorschlagen?
Erinnert mich ein bisschen an die Diskussionen vor Klassensprecherwahlen. Darf man sich selbst wählen? Und dann diskutieren die Schüler empört und ich denke mir: Wer sich nicht selbst wählt, sollte auch nicht antreten.
Gilt auch hier: Wer ein Buch nicht unter die Leute bringen will, sollte beim Tagebuch bleiben.
die Frage ist ernst gemeint: Wie teuer ist es, wenn man fachfremd, ohne bisher ein einiziges Material zu besitzen, Sachunterricht in Klasse 3 oder 4 unterrichten muss?
Das ist kostenlos. Du arbeitest, um Geld zu verdienen, nicht um es auszugeben. Wenn es kein Budget für Material gibt, dann gibt es kein Material.
Soll das witzig sein oder stimmst du russischen Kriegstreibern mit Auslöschungsfantasien bei diesem Thema zu?
Nein, das soll Kritik am Statement des Bundeskanzlers sein, das ich in der Form, wie er es abgegeben hat, für unmöglich halte. Was Medwedew angeht, schließe ich mich Moebius voll und ganz an.
https://www.zeit.de/politik/auslan…mit-entfuehrung
Ob Merz seine Entführung auch rechtlich komplex fände?
Toll wie Friedrich Merz wieder eindimensional bleibt. Maduro hat sein Land ins Verderben geführt. Ja, stimmt. Ich finde es auch wichtig, dass so zu sagen. Dass es sich aber auch um einen massiven Verstoß gegen das Völkerrecht handelt, sollte man genauso darstellen. Da versagt aber der Kanzler.
Schwer ist das übrigens nicht. Frankreich hat es geschafft. Es ist ein schlechter Tag fürs Völkerrecht, aber ein hoffnungsvoller Tag für Menschenrechte und Demokratie in Venezuela.
Wer erstellt denn gar keine Unterrichtsmaterialien selbst? Unterricht nur nach Lehrwerk oder Lehrervortrag und Unterrichtsgespräch? Kenne ich niemanden. Stelle ich mir zumindest an meiner Schulform auch schwierig vor.
Mein gesamter Spanischunterricht läuft so. Ich habe seit dem Referendariat nicht ein Material für Spanisch erstellt. Ist aber auch das einzige Fach, wo ich auf ein Lehrwerk zugreifen kann. Für Psychologie habe ich alles erstellt, für Deutsch/DaZ einen großen Teil.
Ich sehe keinen gesellschaftlichen Fortschritt darin, Religionsunterricht noch weiter in glaubenshomogene Gruppen zu separieren. Und es ist nicht so, dass nur die Schulen den islamischen Religionsunterricht ausbremsen würden, die Nachfrage danach ist auch auf Elternseite nicht vorhanden. Modernere Muslime haben kein Interesse ihre Kindern in der Schule separieren zu lassen, konservative Muslime sollen einen Islamunterricht nach ihren Vorstellungen in ihrer Gemeinde.
Es kann aber nicht sein, dass wir ein grundgesetzlich geschütztes Recht wie das Anbieten von und die Teilnahme an konfessionellem Religionsunterricht in staatlichen Schulen einfach nur für eine religiöse Gruppe ermöglichen und die anderen in die Röhre gucken lassen. Entweder, jede signifikante Religionsgemeinschaft kann ihren Religionsunterricht an staatlichen Schulen unterbringen, oder wir lassen es sein und begnügen uns mit einem Ersatzunterricht (Ethik, Philosophie, whatever).
Kein islamischer Religionsunterricht? Jüdisch? Christlich-orthodox?
Du scheinst das Wesentliche überlesen zu haben: der Religionsunterricht wird in Niedersachsen überkonfessionell angeboten. Das verhindert dann auch gleichzeitig den einseitigen Zugriff einer Konfession auf die Art und Weise der Durchführung von Religionsunterricht ziemlich gut. Und ja, die Kirchen haben natürlich auch Vertreter (neben vielen anderen) in der zugehörigen Kommission zur Erarbeitung des neuen KC gehabt. Von den Vorwürfen "den SuS die Inhalte der Bibel als Realität verkaufen" usw. kann jedoch keine Rede sein.
Habt ihr in Niedersachsen nur christlichen Religionsunterricht?
Die Verantwortung für den Unterricht sollte in jedem Fall der Staat haben. Dass man diese Privileg beim Religionsunterricht verschenkt hat, bedeutet nicht, dass bei richtigem Unterricht auch Hinz und Kunz die Verantwortung übernehmen sollten.
Wenn der Staat es denn gut macht. Beim Überfliegen der Lehrpläne und Rahmenbedingungen der Ersatzfächer habe ich daran aber meine Zweifel.
Weder Religion noch das Ersatzfach werden inhaltlich von Kirchen oder Verbänden gesteuert, sondern vom Gesetzgeber, beim Religionsunterricht gibt es lediglich den leidigen Kirchenstaatsvertrag, der den staatlichen Spielraum einengt. Das ist aber ziemlich nebensächlich in Bezug auf die Inhalte, problematisch ist die notwendige kirchliche Lehrerlaubnis, und dass Religion dadurch bei uns durchgängig zweistündig in der Stundentafel sein muss, während andere Kurzfächer in mehreren Schuljahren nur epochal unterrichtet werden. Wenn neue Fächer wie Informatik oder Berufsorientierung Stunden kriegen sollen, geht es als immer stärker zu lasten anderer.
Die Grundlage dafür ist aber das Grundgesetz, dass den Religionsunterricht zwar unter die Aufsicht des Staates stellt, aber ihn auch unter die Grundsätze der Glaubensgemeinschaft ordnet.
Ich halte den konfessionellen Religionsunterricht grundsätzlich für erhaltenswert. Das Problem ergibt sich erst, wenn der Nichtteilnahme punitiv begegnet wird. Das kann über den Lehrplan des Ersatzfaches geschehen, über strukturelle Benachteiligungen im Unterricht, über minderwertige Ausbildung der Lehrkräfte des Ersatzfaches oder durch die Erschwerung der Nichtteilnahme. Und all das kommt vor. Hoffentlich nicht flächendeckend, aber doch immer mal wieder. Von Einzelfällen mag ich da nicht sprechen.
Habe ich noch nirgends erlebt.
Ersatzunterricht ist es sowieso nur in der Hälfte der Bundesländer. Teilweise ist es eine Wahlalternative zum Religionsunterricht, teilweise sogar ein Pflichtfach (Berlin, Brandenburg).
Aus meiner eigenen Schulzeit kenne ich es nicht anders, an meiner jetzigen Schule unterrichtet ein Kollege in der GO 3 Stunden Religion und 3 Stunden Philosophie, der Unterricht kann also nicht mal parallel stattfinden. Religion ist mitten am Tag, Philosophie in den Randstunden. Die Schüler, die Philosophie belegen, haben also tagsüber Freistunde und nachmittags Unterricht, wenn die, die Religion belegt haben, bereits nach Hause düsen.
Im Ref war ich aber auch an einer Schule mit ausgebildeten Philosophie-Lehrkräften.
Na ja, es sind aber ja nicht alle mit Migrationshintergrund muslimischen Glaubens. Da passt "migrantisch" doch besser, finde ich. Halt je nach dem, wen man meint.
Und nicht alle Muslime haben einen migrantischen Hintergrund. Wer hier als Enkel oder Urenkel der ersten Generation türkischer Gastarbeiter geboren wird und lebt, der ist kein Migrant und auch nicht migrantisch. Das sind übrigens auch genau die, bei denen dann Ramadankalender oder andere adaptierte Symbole eine Rolle spielen.
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