Beiträge von RosaLaune

    Was soll man aber machen, wenn man keine Lehrkräfte mehr hat?

    Wir haben das Problem derzeit auch in einem Bildungsgang. Über 90 Schüler in einem Bildungsgang, den wir zweizügig anbieten. Jetzt wird eine dritte Klasse aufgemacht, aber wir haben keine Lehrerstunden übrig. Wer da unterrichten wird ist absolut unklar, der Vorschlag, den jetzt nach oben gereicht wurden sind tageweise Beschulung (die eine Klasse kommt Montag, Mittwoch, Freitag, die andere Dienstag und Donnerstag und in der Woche darauf dreht sich das). Damit kommen wir wahrscheinlich nicht durch, aber zwei Klassen mit 45 Schülern geht eben auch nicht. Und wenn ich dann überlege, dass der Leistungskurs Elektrotechnik mit 4 Schülern angeboten wird, dann finde ich das schon ... interessant.

    Und vielleicht schließen WBKs auch deswegen…

    Was ich sehr schade finde, da Erwachsenenbildung auch ein wichtiger Teil des schulischen Angebots sein sollte. Da braucht es eventuell auch neue Konzepte, um ein Angebot vor Ort aufrechterhalten zu können. Ich verstehe aber auch, dass durch die veränderten Bildungsbiografien der Bedarf an WBKs sinkt.

    Wie kann es dann sein, dass

    - Kollege X am Gymnasium 8 verschiedene Klassen/Kurse unterrichtet, diese mit 25-34 SuS voll sind und er entsprechend gefordert wird (Disziplinprobleme, Korrekturen etc.)

    - Kollege Y am BK oder WBK im Schnitt vllt 12 S in der Klasse hat, gleiches Geld?

    Weil die Arbeitszeit eben dieselbe ist (durchschnittlich 41 Stunden pro Woche). Es ist eben so, dass du bei großen Klassen weniger Zeit für die Korrektur einer Klassenarbeit hast. Das System will es so.

    Hier liegt meiner Einschätzung nach (und ich bin mit dem Thema mittlerweile sehr vertraut) keine Mehrarbeit in einem Umfang vor, der eine Entfristung möglich macht. Klassenfahrten gehören zum Dienstgeschäft. Das Problem ergibt sich erst bei befristet angestellten Lehrkräften in Teilzeit, da sich hier ein durch die Klassenfahrt erhöhte Arbeitszeit ergäbe. Das ist zwar möglich, muss aber in Schriftform vertraglich niedergelegt werden, da ansonsten die Befristung nicht gültig ist. Da du aber schon einen vollen Vertrag hast, erhöht sich deine Arbeitszeit nicht.

    aber ein Angebot muss es geben, denn: Religion ist ein Pflichtfach und die Ausnahmen werden wohl irgendwo begründet sein (also in der Ausbildungsform, ich meine nicht die pragmatischen oder systembedingten Lösungen vor Ort)

    In unseren AV-Klassen bieten wir Religion an, eine Hand voll Schüler hat sich davon abgemeldet. Ersatzunterricht können wir mangels Kapazitäten nicht anbieten. Die haben dann zu der Zeit eben frei.

    Ganz so unbedeutend ist der ISTGH nicht. Erst vor Kurzem hat die Regierung der Schweiz Putin offiziell versichert, dass der Haftbefehl gegen ihn nicht in Kraft gesetzt würde, falls er zu Friedensverhandlungen in die Schweiz käme.

    Es kann auch nicht der Sinn des IStGH und seiner Haftbefehle sein, damit Friedensverhandlungen zu erschweren.

    Das ist mir zu eindimensional als Ansatz, da es weder mit einbezieht, dass die aktuelle Regierung Israels deutlich menschenfeindliche Tendenzen hat (man möge sich die Parteien der aktuellen Regierungskoalition ansehen, deren Eintreten für die israelische Siedlungspolitik, etc.) und ebenfalls komplett ausklammert, dass demokratische Staaten die sich legitimerweise wehren gegen Angriffe dennoch der UN- Menschenrechtscharta gegenüber verpflichtet bleiben. Es gibt ausreichend Berichte über Israels militärisches Vorgehen, um sehen zu können, dass die aktuelle israelische Regierung diesen Aspekt an vielen Stellen ausklammert bzw. ignoriert. Das delegitimiert nicht per se Israels Recht auf Selbstverteidigung, sehr wohl aber in Teilen die Art und Weise, wie dieses Recht aktuell umgesetzt wird.

    Ich würde auch nie behaupten, dass Israel, gerade im Krieg, keine Menschenrechtsverstöße begeht. Ich fürchte, dass menschenrechtskonforme Kriegsführung nicht möglich ist. Und auch wenn ich mir ein Ende der Hamas wünsche (was nur militärisch zu erreichen sein wird), hoffe ich natürlich auf einen Kurswechsel der israelischen Regierung in den Mitteln, die sie wählt.

    Mir ging es aber vor allem um den Aspekt der Demokratie. Ich würde nämlich behaupten, dass Israel als Diktatur sicher anders handeln würde – und zwar nicht unbedingt härter. Dass die Regierungskoalition so viele verschiedene Positionen übereinbringen muss, ist ja eine Folge der Demokratie. Wenn Netanjahu Verhandlungen zur Geiselfreilassung anordnet, dann drohen Smotrich und Ben-Gvir mit dem Austritt aus der Regierung. Das kann sich Netanjahu im Krieg nicht leisten. Zwar steht Gantz’ Blau-Weißes Bündnis bereit für eine Krisenregierung, aber das würde den Meinungskorridor in der israelischen Regierung nur erweitern und die Handlungsoptionen vermutlich schmälern.

    Woher kommt das Bedürfnis, das Handeln eines demokratischen Staates mit dem von Terroristen zu vergleichen?

    Sonst fordert man auch immer eine wehrhafte Demokratie. Dann wehrt sich eine Demokratie gegen jahrzehntelange Angriffe und es heißt plötzlich eine Demokratie muss anders verfahren.

    Israel ist eine Demokratie und das Volk geht mit Netanjahu und dem Krieg hart ins Gericht. Und gleichzeitig gehört es auch zur demokratischen Meinungsbildung in Israel, dass zwei Drittel glauben, es gäbe in Gaza keine Unschuldigen. Ich kann mir diese Position nicht zu Eigen machen, ich glaube aber sehr wohl, dass die meisten Menschen in Gaza Israel ausgelöscht sehen wollen. Wie soll man denn damit umgehen wenn nicht wehrhaft?

    Hamas ist dumm gewesen Israel so anzugreifen, wie sie es am 7. Oktober getan haben. Das ist auch der elementare Unterschied zu Russlands Überfall: der Aggressor in Israel-Hamas-Krieg ist die deutlich unterlegene Partei. Dumm, so zu handeln. Aber eben nicht unkalkuliert. Wer das Märtyrertum zu seinem Repertoire zählt, kann schnell seine Menschen opfern. Auch die, die es nicht wollen.

    Ich werde mich natürlich mit den Kollegen kurzschließen und versuchen, alte Prüfungsvorschläge einzusehen. Ich bezweifle nur leider, dass das bei uns als Teamaufgabe verstanden wird, insbesondere wenn ich daran denke, wie unsere Abiturabteilung geleitet wird. Aber danke für die Beruhigung.

    Jetzt muss ich mich erstmal daran machen, ein Jahr Deutschunterricht zu planen. Didaktische Jahresplanung scheint es nicht zu geben und die Bildungspläne lassen viel Spielraum. Ein Spaß wird das.

    Ich habe heute erfahren, dass ich zwei meiner drei Klassen der Ausbildungsvorbereitung abgebe an einen unserer studentischen Lehrer und dafür in der Fachoberschule Klasse 13 Deutsch unterrichten werde. Und ich muss sagen, gerade kickt die Anxiety ordentlich rein. Ich habe seit dem Referendariat Deutsch nicht auf Oberstufenniveau unterrichtet und auch wenn ich mich da reinarbeiten kann, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich in ein paar Monaten eine eigene Abiturprüfung mit 3 Aufgaben konzipieren soll. Ich fühle mich gerade so inkompetent wie seit Jahren nicht.

    Unterrichtet hier jemand in der F13? Wie handhabt ihr das? Habt ihr da Absprachen im Team, erstellt die Prüfungen gemeinsam? Ich werde es sicherlich in den nächsten Wochen erfahren, aber wie genau läuft das ab? Schaut sich das wer von oben an und haut mir auf die Finger, wenn das Niveau nicht passt? Fragen über Fragen. Ich sollte schlafen gehen.

    Ich habe die Empörungswelle auf X mitbekommen. Komplett gestört. Da kriegen Tweets wie "Dann lieber Leberkäs als N****käse" massiv Likes, Leute sprechen vom Genozid an der weißen Minderheit, etc.

    Doch, es gibt doch die Altersermäßigung. Ab 55 muss man z.B. nur noch 40 Stunden arbeiten.

    Das stimmt, aber das meint Nihilist ja offenbar nicht. Insbesondere hat Altersermäßigung ja nichts mit Vorarbeiten in jüngerem Alter zu tun, die gilt ja auch für alte Berufseinsteiger.

    Jedenfalls die Anwesenheitsüberprüfung an einen Schüler outzusourcen halte ich für bedenklich bis fahrlässig. Zeitwächter, Lärmwächter, Protokollant, Ordnungsdienst kann man alles machen. Meditation find ich albern, aber bitte sehr.

    puh.. aber selbst dann habe ich noch zu viele jahre, in denen ich auf meine dann alten tage verdientermaßen und ohne zu lügen etwas fauler sein will.

    Es gibt keine unterschiedliche Arbeitszeit nach Alter. Und Arbeitszeitkonten haben wir auch nicht. Auch dafür wäre ja eine Arbeitszeiterfassung sinnvoll.

Werbung