Beiträge von RosaLaune

    Eben als (nicht neuen) Tipp gelesen:

    Zweitstimme die Partei, die man am sinnvollsten findet.

    Erststimme den Kandidaten, der am ehesten einen nicht gewollten Kandidaten verhindern kann, auch wenn der dann nur die Zweitbeste Wahl wäre.

    Wobei einem immer klar sein sollte, dass man damit allenfalls diesen einen konkreten Kandidaten verhindert, aber nicht seine Partei schwächt. Die besetzt den Sitz dann einfach nur mit einem anderen Wahlkreissieger oder dem nächsten Listenkandidaten. Es kann deshalb sogar sinnvoll sein, die Stimme einem Kandidaten einer Partei zu geben, die man selber eigentlich nicht wählen will, wenn der Kandidat einfach nur für die Partei selbst moderat auftritt, da man so schlimmere Typen von der Liste verhindert.

    Denkbar wäre übrigens ein Ausgang, bei dem Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün genau eine Stimme fehlt, dann könnte der SSW, der eine realistische Chance auf einen Sitz hat, das erste mal in der Geschichte Teil einer Bundesregierung werden.

    Eine Mehrheit von einer Stimme würde kaum eine tragfähige Regierung ergeben. Dafür gibt es bei der Union zu viele Abweichler. Und die SPD hat auch immer mal wieder einen. Ich weiß noch, wie unglücklich Merkel in der Elefantenrunde 2013 wirkte, als kurzzeitig eine knappe absolute Mehrheit der CDU/CSU möglich schien.

    Wenn es für schwarz-rot nicht reicht, dann wird es eben mit grün oder gelb aufgestockt.

    Das ist ärgerlich.

    Und noch ärgerlicher ist, dass es absehbar war, aber die Warnungen damals von der CDU als Verzögerungstaktik geframed wurden.

    Wobei meines Erachtens nach auch ein späterer Wahltermin daran nichts geändert hätte, da die Fristen gleich bleiben. Und man kann eben keine Wahlzettel drucken, bis nicht die Kandidaten feststehen. Es braucht hier einfach eine Reform, die mehr Zeit gibt und die Fristen etwas ausweitet, aber auch die Möglichkeit in den Botschaften und Konsulaten zu wählen (ich kenne durchaus die Problematik mit dem Wahlgeheimnis, die lässt sich aber schnell lösen).

    Wer wollte noch mal so ganz schnell Neuwahlen? Und wer hatte Bedenken? Ich hoffe, die klagen alle.

    Auf Klagen hoffe ich auch. Aber wahrscheinlich bleiben die ohne Folgen. Das Grundgesetz sieht keine Briefwahlmöglichkeit vor, ein harter Grundrechtsverstoß dürfte nicht vorliegen.

    Ich sehe es zwiegespalten. Einerseits die Geschichte mit den Stimmen für die AfD, klar. Aber andererseits (und das ist ein ganz großes ABER) haben wir uns doch immer darüber aufgeregt, dass die Auslandstürken hier aus Deutschland raus Erdogan wählen und die Einheimischen in der Türkei dann diese Wahl ertragen müssen.

    Wir haben jetzt den umgekehrten Fall. So gesehen ist es sogar gut, dass die überwiegende Anzahl der Auslandsstimmen wohl nicht rechtzeitig ankommen wird. So wählen nur diejendigen, die das Ergebnis der Wahl nachher auch wirklich betrifft, und eben keine Auslandsdeutschen, die sich eh ein Ei auf das Ergebnis pellen können.

    Was für ein großer Bullshit. Man kann ja dafür sein, dass Auslandsdeutsche nicht wahlberechtigt sein sollten. Aber die momentane Rechtslage ist eine andere und eine so große und wirklich auch für die Demokratie problematische Grundrechtsverletzung gut zu finden, weil sie den eigenen Standpunkt trifft, finde ich wirklich dumm.

    Im Lehrberuf kommt zusammen, dass wir einen riesigen Personalmangel haben und dass ständig die Befürchtung herrscht, Leute würden diesen Beruf aus der falschen Motivation ergreifen. Mein Eindruck war sehr oft, dass einem versucht wurde, den Berufswunsch auszureden: von Dozenten, von Praktikumsbetreuern, von Schulleitungen und von Fachleitern im ZfsL. Sagt man auch nur einmal, dass die Ferien ein Pluspunkt des Berufs sind, kriegt man sofort einen auf die Rübe. Sagt man, dass die Freiheit in der Zeitgestaltung ein Pluspunkt des Berufs ist, kriegt man gleich den nächsten übergezogen. Das ist jetzt bei dir nicht vorgefallen, aber nimm bitte mit: dass man deine Berufswahl hinterfragt, wird dir womöglich noch sehr oft passieren. Und es ist Bullshit. Du lernst einen Beruf, der vielseitig ist, aber es ist eben ein Beruf, den man lernt. Niemand muss dafür gemacht sein.

    Du stehst am Anfang und wenn du die Zweifel überwunden hast, bist du irgendwann auch weiter, gefestigter, hast dir Handlungsoptionen erarbeitet und kannst dann auch auf Jokes der Schüler besser reagieren. Im Praktikum ist das natürlich schwer, weil einfach die Beziehungsebene nicht groß ausgebaut ist, wenn du deine Schüler erstmal kennst, dann kannst du mit denen aber auch mal albern sein.

    Großbritannien hat etwa 200 Atomsprengköpfe, Frankreich dürfte sich im selben Rahmen befinden. Das reicht nicht zur Zerstörung der Welt. Ich will die Gefahr von Atomwaffen wirklich nicht herunterspielen, ein Atomkrieg wäre die letzte Katastrophe. Als Referenz taugt es nicht, aber in den letzten achtzig Jahren wurden fast 2500 Atomwaffen zu Testzwecken gezündet.

    Da bist du zu pessimistisch. Wirf nur eins von den Dingern und in Moskau hustet kein Floh mehr.

    Das stimmt, aber das britische und französische Arsenal genügt eben nicht, um einen Feind flächendeckend zu besiegen. Da ist die Quantität der amerikanischen und russischen Atomarsenale einfach eine andere Nummer, ohne damit sagen zu wollen, dass es schlau wäre, das UK oder Frankreich anzugreifen.

    Mit Frankreich und GB haben wir zwei Atommächte in Europa und ich bin auch ganz froh, dass Scholz die Taurus für die eigene Verteidigung behalten hat.

    Wobei weder Frankreich noch Großbritannien ein atomares Abschreckungspotenzial hat, das mit dem der USA oder Russlands mithalten kann.

    Die Rede von JD Vance halte ich für sehr aufschlussreich. Damit kann man arbeiten. Europa wird sich um sich selbst kümmern müssen, soviel ist klar, soviel war auch zuvor schon klar, aber in Handlungen wurde es bisher nicht umgesetzt. Hoffentlich kommt da jetzt die Wende. Die Botschaft aus den USA ist ja sehr klar: NATO ja, aber Europa muss sich konventionell selber verteidigen können.

    Der Einzug der Linken bedeutet leider auch, dass wir wohl eine Viererkoalition benötigen werden, denn für rot-rot-grün wird es wohl nicht reichen. Das wird dann wieder keine gute Regierung, insbesondere weil die CSU alles torpediert.

    Aber gut, immerhin habe ich vier Jahre Zeit, meine Remigration vorzubereiten 🥲

    Ah, na da ist Heidelberg ja direkt spannend. Ich müsste mal nachschauen, was meine Urheimat so wählt. Im besten Fall einfach CSU. Vielleicht will ich es gar nicht so genau wissen.

    In Heidelberg ist es aufgrund des umkämpften Wahlkreises so, dass entweder die Grünen den Wahlkreis gewinnen oder die CDU, die dann aber so schwach abschneidet, dass der Wahlkreissieger kein Mandat erhalten wird, da die Zweitstimmendeckung nicht ausreichen wird.

    election.de

    Taktisch vergibt man doch eher die Erststimme, nicht? Drum habe ich ja noch nachgeschaut, ob das Doppelgrün überhaupt Chancen hätte. Zweitstimme wäre nach Überzeugung an die FDP gegangen, aber das wäre wirklich komplett versenkt.

    Ich bin mir nicht mal sicher, ob taktisch wählen überhaupt noch funktioniert. Die beiden Stimmen sind so verschieden, die Erststimme ist je nach Wahlkreis auch komplett egal. In meinem Wahlkreis gewinnt die CDU mit 30 %p Vorsprung, da habe ich mir die Erststimme gleich gespart. Mit der Zweitstimme taktisch wählen – also so, dass eine einem sympathische Partei noch über die 5 % kommt – ist auch schwer umzusetzen, dafür ist das alles einfach zu unsicher.

    Die Zettel sind per Post unterwegs. Es war echt schwierig wie nie, der Wahl-O-Mat hat mir teilweise Parteien empfohlen, auf die ich nie gekommen wäre... Außerdem gibt es deutliche Unterschiede beim Ergebnis, wenn man die Gewichtungen leicht verändert oder ganz weglässt. Ich hab's 4 Mal an verschiedenen Tagen durchgespielt, dann entschieden. Erststimme nach Sympathie, Zweitstimme taktisch...

    Was heißt denn taktisch wählen genau? Also, welche Überlegungen standen dahinter?

    Ursprünglich warf ich die Frage auf, dass ich nicht weiß, ob ich sonntags arbeiten darf. Ich bin tarifangestellt. Die allgemeinen Regelungen des TV-L gelten zwar gerade in Bezug auf die Arbeitszeit nicht, da hier auch für Angestellte die Regelungen der Beamten gelten, für das Arbeitszeitverbot sehe ich das aber nicht (und ich bezweifle auch, dass dies hier möglich ist).

    Schule ist eine Behörde ;)

    Und die Funktionsfähigkeit der Schule ist nicht gewährleistet, wenn sonntags nicht gearbeitet wird? Das wird aber kein Arbeitsgericht so durchgehen lassen.

    Die Kommentarliteratur sieht das jedenfalls sehr eingeschränkt.

    Zitat von Frik/Just/Neumann-Redlin, § 10 ArbZG, Rz. 18

    Die Bedeutung dieser Regelung ist in der Praxis gering, da bei der Polizei- und Ordnungsverwaltung sowie den Gerichten überwiegend Soldaten, Beamte und Richter tätig sind, für die das ArbZG bereits generell nicht gilt.

    In Betracht kommt daher etwa die Beschäftigung von Angestellten in Gerichten, Staatsanwaltschaften sowie Behörden, die zur Umsetzung der im Rahmen von Bereitschafts- und Eildiensten getroffenen Entscheidungen wie etwa einstweiligen Verfügungen oder Haftbefehlen benötigt werden.

    Unter die Ausnahmeregelung fallen auch unaufschiebbar notwendige Straßen- und Gleisbauarbeiten.

    Das ist sicher nicht abschließend, was du hier aufgeführt hast, denn es heißt, wenn zu anderen Zeiten die Arbeitszeit ausgenutzt wurde usw. daher darf auch am Sonntag gearbeitet werden laut Haufe.

    Falls du §10 meinst, da ist Schule dabei.

    Ich wollte es nicht aufzählen, weil es wirklich lang ist. Aber vielleicht kannst du mir ja helfen, die Schule in § 10 zu finden.

    Es gibt weitere Ausnahmen, aber auch da sehe ich die Schule nicht.

    Es gibt aber kein generelles Verbot von Sonntagsarbeit, wenn man nicht gerade Schwanger oder unter 18 ist, dazu gibt es soviele Gründe, warum es doch erlaubt ist, dass es dies, wenn du es auch willst, eigentlich in den meisten Fällen ist.

    § 9 Arbeitszeitgesetz sagt folgendes:

    Zitat von § 9 Arbeitszeitgesetz

    (1) Arbeitnehmer dürfen an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden.

    (2) In mehrschichtigen Betrieben mit regelmäßiger Tag- und Nachtschicht kann Beginn oder Ende der Sonn- und Feiertagsruhe um bis zu sechs Stunden vor- oder zurückverlegt werden, wenn für die auf den Beginn der Ruhezeit folgenden 24 Stunden der Betrieb ruht.

    (3) Für Kraftfahrer und Beifahrer kann der Beginn der 24stündigen Sonn- und Feiertagsruhe um bis zu zwei Stunden vorverlegt werden.

    In § 10 ArbZG sind dann die Ausnahmen abschließend aufgezählt. Schule zählt nicht dazu.

    Wie gesagt, ich bin Laie. Andere Ausnahmen kenne ich jetzt nicht.

    Aber das ist doch mit drin, denn Fortbildungszeit ist natürlich Arbeitszeit, übrigens auch am Sonntag.

    Nach meiner laienhaften Auslegung des Arbeitsrechts sehe ich keine Ausnahme des Verbots der Arbeit am Sonntag für Lehrkräfte. Gilt aber erstmal nur für angestellte Lehrkräfte.

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