Beiträge von RosaLaune

    Da irrst du. Hat mit hören-können überhaupt gar nichts zu tun.

    Ob "das" mit einem oder zwei "s" geschrieben wird, hängt davon ab, ob es ein Konsekutiv- oder ein Relativsatz ist. Das sind ganz eindeutig grammatikalische Kategorien.

    Wie das/dass geschrieben wird, hängt zwar von der Funktion als Determinante, Pronomen oder Konjunktion ab, das macht aber daraus keinen Grammatikfehler.

    Ein Satz wie *"Ich glaube, das Vögel Dinosaurier sind", ist natürlich ein Hauptsatz mit eingebettetem Objektsatz, völlig gleich die Konjunktion nun richtig oder falsch geschrieben ist. Genauso bleibt bei "Das Haus, dass abgebrannt ist" ein Relativsatz.

    Zum Thema: gesprochen hört man den Unterschied nicht. Stimmt natürlich, aber Schriftsprache ist nun mal anders als gesprochene Sprache, digga!

    Das Problem ergibt sich natürlich vor allem daraus, dass hier ein und dasselbe Wort (meine Auffassung) oder zwei gleichlautende Wörter (andere Auffassung) unterschiedlich geschrieben wird, je nach der Funktion die es erfüllt. Dies lässt sich auflösen, wenn man sich das ganze grammatikalisch anschaut, das macht daraus aber keinen Grammatikfehler. Die gleichen Lösungsstrategien gelten ja auch bei Auslautverhärtung und Großschreibung, trotzdem wird kaum jemand dafür plädieren, dass ⟨der Hunt bellt⟩ oder ⟨das Hübsche kaninchen⟩ Grammatikfehler sind.

    Als Folgefehler würde ich die Schreibung der Konjunktion als ⟨das⟩ nicht sehen, die Gründe hast du schon mitgeliefert. Die Konjunktion steht nicht nur hinter dem Komma, sie kann auch am Satzanfang oder als Teil komplexerer Konjunktionen vorkommen. Daneben ist insbesondere im Bereich von DaF/DaZ auch eine Interferenz aus einer anderen Sprache denkbar, bei der Nebensätze nur einfach abgetrennt werden und nicht wie im Deutschen üblich zweifach (durch Komma und Konjunktion). Daher wäre die Betrachtung als Folgefehler vielleicht etwas zu nett.

    Davon abgesehen: ich würde die Konjunktion, wenn sie als ⟨das⟩ geschrieben wird, immer als Rechtschreibfehler und nicht als Grammatikfehler werten. Zum einen handelt es sich bei dem Artikel, dem Pronomen und der Konjunktion das/dass sprachwissenschaftlich um ein und dasselbe Wort, was sich sprachgeschichtlich und sprachvergleichend sehr einfach zeigen lässt. Die unterschiedliche Schreibung ist rein funktionell – und eigentlich etwas, dem sich eine Rechtschreibreform gerne annehmen darf. Zum anderen liegt hier einfach kein grammatikalischer Fehler vor und der Eindruck sollte auch nicht erweckt werden.

    Ich vermute, dass das Absicht ist. Aber es ist gleichzeitig auch so willkürlich, dass es Zufall sein könnte. Und so handelt die AfD immer: versteckte Signale an die Hardcore-Nazis (um die sie auch kämpfen muss) und gleichzeitig alles von sich weisen können. Dog Whistle vom feinsten.

    Ich habe mir das Gespräch von Elon Musk und Alice Weidel angehört. Inhaltlich sind die Positionen Weidels und der AfD mehr oder weniger bekannt. Was ich nicht erwartet habe, war, dass ich mich wegen Alice Weidels Englisch fremdgeschämt habe. Mir kam es manchmal wie ein Abitur-Prüfungsgespräch vor, dann wieder wie einer der typischen Diskussionen auf Rucksackreisen durch Europa direkt nach dem Abi. Warum hat sie sich darauf eingelassen, oder das nicht jemanden machen lassen, der etwas besser Englisch spricht?

    Kaum erträglich: "Do you know what?", "so many cases of saft", "Gaza stripe". He, she, it, s muss mit. Das übertriebene Lachen, wenn Musk scherzt, um zu zeigen, dass sie ihn versteht. Und besonders extreme, in der Generalisierung falsche Aussagen, weil ihr offensichtlich die sprachlichen Mittel fehlen, es differenzierter auszudrücken (wobei, da weiß man nicht, bei der AfD). Sie hat damit ihre eigenen Behauptungen über die deutsche Schulbildung ("the young people, they don't learn anything in school, in university, uhm, uhm, etc., they just learn about gender studies", mit Fehlern zitiert) unterfüttert - oder eigentlich den vor 25 Jahren, also den noch vor Merkel.

    Nein, es muss nicht jeder eine Fremdsprache perfekt beherrschen, auch nicht das allgegenwärtige Englisch, und fehlende Bildung soll kein Makel sein. Es gibt die neue Sicht des Fehlers, wir sind alle auf dem Weg, nicht jeder muss Rachmaninow spielen, die Kommunikation steht im Vordergrund. Trotzdem: Abiturienten sprechen heute im Durchschnitt besser Englisch als Alice Weidel, möglicherweise nicht wegen des besseren Unterrichts. Aber Weidel hätte jemand anderen das Gespräch mit Musk führen lassen sollen, oder sich dolmetschen lassen. Die ganze Welt hat zugehört.

    Des Deutschen liebste Leidenschaft: die Englischkenntnisse der Mitmenschen kritisieren. Musk hat Weidel verstanden, Kommunikationsziel wurde erreicht.

    Wie Wolfgang gestern schrieb: "Nun schwenkt Merz auf unhaltbare AfD-Positionen ein. "

    Es geht darum, dass, (wie man sieht) solche Positionen inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind und dort schöngeredet werden. Und das ist das Problem. Nicht nur das Schönreden der afd (das natürlich auch), sondern auch das (über Jahre reinschleichende) Schönreden entsprechender Positionen.

    Die Positionen gibt es in Teilen der Bevölkerung. Parteien können das aufgreifen oder lassen es sein. Sie werden dann dafür gewählt oder nicht. Aber die Position an sich ist legitim, war schon immer da und wurde nicht von der AfD hereingetragen. Ich weiß auch nicht, warum man alle Positionen die die AfD hat, ausschließlich der AfD überlassen sollte, während alle anderen Parteien sich dann andere Positionen teilen. So macht man die AfD erst attraktiv. Das kann nicht die Lösung sein.

    Einen König können sich die Kinder gut vorstellen und man kann auf jeden Vokal hübsch eine Krone malen.

    Ein König ist für Kinder in den ersten Schuljahren anschaulicher und weniger abstrakt als ein Kern.

    Man könnte jetzt wieder darüber diskutieren, dass der Silbenkern nicht zwingend ein Vokal sein muss (https://de.wikipedia.org/wiki/Silbenkern#Beispiele), in der Schule den SuS aber meistens vermittelt wird, jede Silbe müsse einen König (= Vokalbuchstaben) haben. Aber das schreibe ich jetzt extra ganz klein, dann fällt es niemandem auf.

    Aber ein Kern ist doch genauso bildlich wie ein König, nur dass man hiermit noch näher an der Fachsprache ist. Zugegeben, die Krone passt dann nicht, ich hebe den Silbenkern aber einfach immer farblich hervor.

    Dass auch Konsonanten den Silbenkern bilden können, versuche ich sofort zu vermitteln, insbesondere weil es im DaZ-Bereich später den <e>-Ausfall leichter erklärt, also etwa warum aus reden Redner wird und nicht *Redener.

    Silbenkönig ist der griffige Begriff für Schüler und Eltern.

    Du darfst uns gerne aufklären, wie es korrekt heißt.

    Welche Begriffe verwendest du denn im Unterricht?

    Ich bin nicht im Primarbereich tätig, mache aber Alphabetisierung und Zweitspracherwerb des Deutschen. Die Silbe als Einheit hilft den Schülern, soweit gehe ich mit. Ich verstehe aber den Begriff Silbenkönig ist? Was ist der Mehrwert gegenüber Silbenkern?

    UK und Spanien sind Jetzt nicht die Länder mit dem tollsten Gesunsheitssystem, die mir so eingefallen wären, aber wenn du meinst...

    In jedem Falle haben wir doch einen SPD-Gesundheitsminister, müsste der nicht sozialverträgliche Ideen haben?

    Das liegt aber ja nicht zwingend am System. Unser System jedenfalls ist irgendwann nicht mehr finanzierbar. Und dieses Irgendwann scheint doch recht schnell näher zu rücken.

    Möchtest du uns auch noch mitteilen, welche besseren Lösungen es da gibt?

    Bürgerversicherung (wie in Kanada oder der Republik China auf Taiwan), steuerfinanzierte Krankenbehandlung (wie im UK oder Spanien) fielen mir da sofort ein. Der Vorteil bei beiden gegenüber dem System der Pflichtversicherung ist, dass niemand einfach aus dem Raster fällt. Die Niederlande fahren mit ihrer privaten Krankenversicherung auch nicht so schlecht.

    Man kann sie nicht ausfallen lassen. Wie soll das bitte gehen?

    Das geht vielleicht am Gymnasium wo die Schüler der 7. Klasse alle selbstständig ins Foyer gehen und dort Faust lesen, an meiner Schulform ist es nicht möglich.

    Dann muss man aber Strukturen schaffen. Bereitschaftsstunden wären eine Möglichkeit. Damit ließe sich im Grunde jeder Ausfall vertreten, dann gibt es eben eine 45-minütige Pause, die eine Lehrkraft beaufsichtigt.

    Der Täter war ein Migrant, der schon längst hätte abgeschoben werden müssen. Dass er AFD Sympathisant war, tut nichts zur Sache.

    Schlimmer ist, dass jetzt Rechtsextreme versuchen, diese schreckliche Tat auszunutzen und diejenigen darunter leiden, die integriert sind und einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten.

    Da haben wir ausnahmsweise mal wirklich jemanden, der einen Schutzstatus als politisch Verfolgter nach Art. 16a GG hat, und dann ist es dir und deinesgleichen auch wieder nicht recht. Ich sehe jedenfalls nicht, mit welcher Grundlage er hätte abgeschoben werden sollen.

    Manchmal geht es nicht anders, du kannst mir gerne mal verraten, wie man eine 4. Stunde ausfallen lassen soll, wenn vorher und nachher noch drei Stunden Unterricht sind.

    Außerdem sind es ja nicht immer zwei riesige Klassen die beaufsichtigt werden, sondern manchmal zwei kleinere Kurse.

    Ausfallen lassen.

    Es kann ja nicht sein, dass de facto zwei Klassen keinen Unterricht haben, damit de jure eine Klasse keinen Unterricht hat.

    Wollen wir mal nicht vergessen, dass der ÖRR nicht neutral, sondern der Verfassung verpflichtet ist. Die AfD wurde ja nun anscheinend nur der vorgezogenen Bundestagswahl wegen vom Verfassungsschutz nicht schon als komplett verfassungsfeindlich eingestuft. Entsprechend gäbe es genug Argumente, die AfD bzw. deren Vertreter*innen von Sendungen im ÖRR auszuschließen. Aber stattdessen setzen zu viele Leute auf die längst widerlegte Idee, die AfD könne man ja entzaubern oder Wähler*innen zurückgewinnen, indem man ihre vermeintlichen Themen ernst nehme. Dabei sind populistische Parteien gar nicht an Themen gebunden. Sie können jedes Thema so wenden, dass es sich gegen die demokratischen Institutionen und die demokratischen Parteien richtet, weil ein angeblicher Volkswille von diesen nicht umgesetzt werde. Nein, man muss die AfD als das bekämpfen, was sie ist: verfassungs und demokratiefeindlich. Der ÖRR verpasst es, da mit gutem Beispiel voran zu gehen, aber der ÖRR soll ja auch irgendwie die Gesellschaft widerspiegeln und das macht er in der Hinsicht sehr gut.

    Die Verfassung ist keine Einbahnstraße und der ÖRR nicht nur Grundrechtsträger, sondern selbst grundrechtsgebunden und muss die Chancengleichheit der Parteien bewahren. Die AfD aus Wahlsendungen raushalten dürfte damit recht eindeutig verfassungswidrig sein. Als die NPD noch stärker war und in einige Landtage einzog, da musste auch diese eingeladen werden, obwohl hier sehr viel deutlicher war, dass die NPD verfassungsfeindlich war.

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