Und wenn sie sich in der Sprache gespiegelt sehen möchten, was schlägst du vor?
Das ist wirklich eine schwierige Frage. Das generische Maskulinum ist da eigentlich ein guter Ansatz.
Ich kann aber auch nachvollziehen, wenn sich Frauen darin nicht repräsentiert sehen, weshalb ich auch nichts dagegen habe (und es selbst auch so mache), meist dann von "Kolleginnen und Kollegen" zu sprechen. Ich wende dies aber nicht konsequent in allen Sätzen auf alle Gegebenheiten an, da ich dies unpraktikabel finde.
Darüber hinaus sind wir dann bei der Frage, inwiefern extreme Minderheiten in solch einer Art in Sprache "gespiegelt" werden sollten.
Der Mann, der im Krieg sein Bein verloren hat, regt sich auch nicht über das zweibeinige Ampelmännchen auf und will, dass es geändert wird.
Was ist, wenn diesen Minderheiten irgendwann der Genderstern nicht mehr reicht?
Und was wäre eigentlich, wenn ich morgen beschließen würde, mich nicht mehr der menschlichen Spezies zugehörig zu fühlen (was man sicher durchaus nachvollziehen könnte, bei allem, was sie schon verbrochen hat).
Dann würde man mir doch wahrscheinlich auch biologische Argumente entgegenhalten. Oder was für ein Argument gäbe es sonst dagegen?
Was, wenn ich dann auch berücksichtigt werden möchte? Wo ist irgendwann mal Schluss? Wo muss man irgendwann einfach mal sagen: Schluss, wir können nicht immer allem und jedem gerecht werden?
Sprichst Du den anderen Mensch das Recht ab, sich nicht nur einem Geschlecht zugehörig zu fühlen oder dass sie das postulieren möchten?
Keines von beidem. Es gibt auch Menschen, die meinen, sie seien Nachkommen von außerirdischen Wesen (siehe Scientology) - leben und leben lassen. Das heißt aber nicht, dass es mich interessieren muss bzw. ich diese Meinung teilen muss.