Beiträge von Gymshark

    Der Punkt ist, dass das nicht Aufgabe der Lehrkräfte sein sollte. Und es gibt ja Fälle, bei denen eine Informatik-Lehrkraft oder im schlimmsten Fall jemand, der sich privat etwas eingelesen hat, solche Aufgaben neben dem Deputat und vielleicht für eine Ermäßigungsstunde übernimmt.

    Wenn es an einigen Schulen bereits etablierte Prozesse wie von dir beschrieben gibt, ist ja alles gut.

    Dieses "Wir sind dafür nicht zuständig." ist immer problematisch, weswegen ich auch für Verantwortlichkeitsbündelungen, wann immer möglich und alltagspraktikabel, plädiere.

    Du meinst die Kumunu-Umfrage? Es gibt auch vom Handelsblatt von 2022 eine Umfrage. Von 40 Dax-Unternehmen machen nur 3 keine und 3 haben es vorgezogen. Bei den anderen gab es eine Weihnachtsfeier, wobei 9 keine Angaben gemacht haben. Ich bin auch ein paar Jahre raus. Mag sein, dass sich das geändert hat. Im Freundeskreis haben die meisten eine Weihnachtsfeier im Unternehmen. Wir sind auch eher ländlich geprägt. In großen Städten mag das auch anders sein.

    Im letzten Jahr gab es ja einen Höchststand an Unternehmensinsolvenzen. Spannend wäre es, zu wissen, ob diese Unternehmen zuvor Weihnachtsfeiern und ähnliches anboten oder ob deren Mitarbeiter"benefits" auf ein absolutes Mindestmaß (Obstkorb? Kostenlose Erfrischungsgetränke?) beschränkt waren.

    Tom123 : Da es ja immer mal wieder die Vergleiche zwischen freier Wirtschaft und Schule/öffentlicher Dienst gibt: In der freien Wirtschaft hat jedes Unternehmen eine eigene IT-Abteilung. Da es auch viele kleinere Schulen gibt, kann ich mir, selbst wenn genug Geld vorhanden wäre, nicht vorstellen, dass jeder Schule eine eigene I-Fachkraft zur Wartung der technischen Geräte zugeteilt werden würde. Was ich mir aber in einem "Was wäre wenn.."-Szenario vorstellen könnte, wäre, dass auf Kreisebene ein kleineres Team an IT-Fachkräften angestellt wäre und die Schulen könnten diese, immer sobald sie Bedarf an Reparaturen oder Wartungen haben, abrufen.

    Man überlege sich einfach, wie viel Zeit wir für unser Kerngeschäft hätten, wenn wir nicht diese ganzen Extraaufgaben (die in der Gesellschaft im Übrigen auch gar nicht wahrgenommen werden) nebenher machen würden, sondern Fachkräfte, die sich tatsächlich damit auskennen und extra hierfür mal ausgebildet wurden.

    Tom123 : Auch in Schulen sollte solch eine Aufgabe durch eine Verwaltungsassistenz (oder wie man diese Fachkraft auch immer bezeichnen möge) erledigt werden. Es ist schade, dass diese Aufgabe mehrheitlich noch immer an Lehrkräften hängen bleibt.


    Djino : Gut, es mag solche Fälle geben, auch wenn mir ehrlicherweise keine bekannt sind. Ich kenne nur den (recht verbreiteten?) Fall, dass Unternehmen Fachkräften auf der operativen Ebene ein Jobrad anbieten.

    plattyplus : Zu Sachbearbeiterstellen zähle ich auch solche Stellen, die von z.B. Ingenieuren (m/w/d) mit Bachelor und Master auf operativer Ebene ohne Führungsverantwortung bekleidet werden. In der heutigen Zeit wird jemand in den seltensten Fällen direkt nach dem Studium für eine Führungsposition eingestellt - daher gibt es durchaus einige Akademiker (m/w/d), die die ersten paar Berufsjahre auf solchen Stellen verbringen. Durch die hohen Zahlen an Hochschulabsolventen (m/w/d) in den letzten Jahren wird deutlich, dass es insgesamt deutlich mehr Akademiker (m/w/d) als Führungspositionen gibt.

    Da man hier das monatliche Nettogehalt einträgt, muss man für die "Ehrlichkeit" auch berücksichtigen, dass vor jahren (jedenfalls in Ba-Wü) das 13. Monatsgehalt in das Monatsgehalt "eingepreist wurde. In der "Freien Wirtschaft" sind ein 13. und manchmal auch ein 14.Jahresgehalt sowie zusätzliche Prämien möglich. Als Anreize gibt es auch Tankgutscheine, Firmenwagen, kostenfreie Ladesäulen etcpp.

    Das ist aber auch nicht der Regelfall, sondern auf bestimmte Positionen in bestimmten Unternehmen beschränkt.

    Hier wird eine durchschnittliche Lehrkraft gerade mit einem Abteilungs- oder Bereichsleiter in einem Konzern verglichen. Warum nicht der Vergleich mit einem Sachbearbeiter (m/w/d) eines KMU erfolgt, erschließt sich mir an der Stelle nicht.

    Im Bildungsbereich schafft es, insofern ich richtig gerechnet/überschlagen habe, höchstens der Kultusminister (m/w/d) in die Top 1%. Wie du aber schon dargestellt hast, die meisten (operativ tätigen) Lehrkräfte verdienen gut. Mit jeder anschließenden Aufstiegsposition steigt auch die Besoldung, wobei, wie auch in der freien Wirtschaft, die Anzahl an zur Verfügung stehenden Beförderungsstellen nach oben hin stetig abnimmt.

    plattyplus : Ja, es gibt Leute, die diese ganzen Annehmlichkeiten erhalten. Das betrifft aber auch in großen Konzernen vor allem Fachkräfte in höheren Positionen und nicht den operativ tätigen Sachbearbeiter (m/w/d). Und diese Fachkräfte in höheren Positionen machen nur einen geringen Teil des gesamten Personals innerhalb dieser Unternehmen aus. Daher weiß ich gar nicht, inwieweit Vergleiche zwischen Lehrkräften im ersten Beförderungsamt und besagten Fachkräften in höheren Positionen überhaupt sinnvoll sind.

    Also Mathe und Französisch sind ja nicht gerade Mangelfächer. Bist du mit einer Kürzung deines Gehalts einverstanden?

    Mathematik ist in Baden Württemberg vielleicht kein Mangelfach, hat aber zumindest den Status eines sogenannten "Most Wanted-Faches". Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre: Es ging doch um Anreize für Fächer (und Fachrichtungen) mit langfristigem Mangel und nicht um eine Schlechterstellung für Fächer mit geringem Bedarf. Bei letzteren ließe sich die Anzahl an Lehrkräften über eine Begrenzung der Zulassungen an den Hochschulen steuern. Oder indem bestimmte Fächerkombinationen (z.B. zwei Fächer mit geringem Bedarf) gar nicht erst angeboten werden.

    Statt sich am Studium oder was auch immer in der Qualifikation zu orientieren, sollte sich die Bezahlung nach dem Einsatz richten: Mindestens 10 % Prämie für Brennpunkt (ZUSÄTZLICH zu mehr personalen und materiellen) Mitteln.

    Das ist eine kurzfristige Maßnahme, die aktuell insofern nicht nötig ist, als dass die Grundstruktur des Beamtentum bereits sicherstellt, dass es an diesen Schulen nicht zu einer längerfristigen Lehrkräfteunterversorgung kommen kann. Gäbe es eine unbeschränkte freie Wahl des Arbeitsortes für Lehrkräfte, ohne dass seitens der Länder Abordnungen oder Versetzungen erzwungen wären können, wäre die Lehrkräfteverfügbarkeit in unterschiedlichen Einzugsgebieten heterogener als es derzeit der Fall ist und es bräuchte in der Tat zusätzliche Anreize, um Lehrkräfte für weniger gefragte Einsatzorte (zu denen mitnichten ja nur Brennpunkte gehören) empfänglich zu machen.

    Langfristig wiederum sollte es Ziel der Politik sein, bestehende Strukturen so zu verändern, dass Orte gar nicht die Kriterien eines "Brennpunktes" erfüllen. Und ja, mir ist bewusst, dass diese Strukturen historisch gewachsen sind und die Beseitigung struktureller Missstände einige Jahre, bisweilen über die Grenzen von Legislaturperioden hinausgehend, dauern kann.

    Es gibt kurzfristigen und langfristigen Mangel. Kurzfristiger Mangel ist dann gegeben, wenn es durch äußere Faktoren (z.B. Wechsel von G8 auf G9, Reduktion der Klassengröße, Erhöhung der Pflichtstundenanzahl eines Faches) zu einem plötzlichen Mehrbedarf kommt und es eine gewisse Zeit dauert, ehe dieses zusätzlich benötigte Personal qualifiziert ist und flächendeckend zur Verfügung steht. Langfristiger Mangel hingegen ist dann gegeben, wenn unabhängig vom Eintreten äußerer Faktoren über einen längeren Zeitraum (sagen wir +5 Jahre) durchgehend weniger qualifizierte Lehrkräfte in einem Fach (oder auch Fachrichtung in der Sonderpädagogik bzw. berufliche Bildung) zur Verfügung stehen, um ein flächendeckendes Unterrichtsangebot sicherstellen zu können. Dazu würde ich Fächer (bzw. Fachrichtungen) zählen, die unter Lehramtssinteressierten als besonders schwer gelten oder für deren erfolgreiche Durchführung das Vorhandensein ein ausgeprägtes Talent gilt. Erfahrungsgemäß gilt dies insbesondere für die künstlerischen sowie MINT-Fächer.


    Korrekturfächer sind derzeit überwiegend keine Fächer mit erhöhtem Mangel. Obwohl in der berufliche Praxis erhebliche zeitliche Ressourcen für Korrekturen aufgewendet werden müssen, gibt es genug Lehramtsinteressierte für diese Fächer, was zumindest vermuten lässt, dass es genug junge Leute gibt, die bereit sind, den zeitlichen Mehraufwand in Kauf zu nehmen, um diese Fächer unterrichten zu können.

    Natürlich gibt es per se keinen kausalen zusammenhang zwischen Ausbildung und späteren Gehalt.

    Für den Jobeinstieg mag das ggf. noch eine Rolle spielen, aber spätestens nach 10 Jahren im Beruf sollten andere Faktoren Einfluss auf die Vergütung haben - so auch bei Beamten (m/w/d). Daher sehe ich nicht, warum ein Beamter (m/w/d) unbedingt genauso viel verdienen müsse als jemand mit vergleichbarer Qualifikation. Wir haben ja gerade bei jungen Menschen das Problem, dass sie denken, sie müssen studieren, um später gutes Geld zu verdienen. Anforderungsgrad und gesellschaftliche Relevanz einer Tätigkeit machen sich jedoch nicht alleine an der Qualifikation fest. Von der Leistungsfähigkeit auf Individualebene mal ganz abgesehen. Ein Beamter (m/w/d) kann genauso viel verdienen wie jemand mit vergleichbarer Qualifikation - ich habe jedoch ein Problem damit, hieraus eine Erwartungshaltung abzuleiten.

    Du vergleichst ja auch nicht den Friseur mit dem Arzt

    Wäre es denn grundsätzlich aus deiner Sicht problematisch, wenn ein Friseur mehr verdienen würde als ein Arzt? Im Durchschnitt ist das sicher nicht der Fall, aber es wird sicher besonders spezialisierte Friseure (m/w/d) geben, die mehr verdienen als manch ein Facharzt (m/w/d).

    Und während Friseure (m/w/d) meist eine formale Ausbildung haben, sieht das bei Social Media-Influencern (m/w/d) noch einmal anders aus - und bei jenen geht die Gehaltsspanne potentiell noch weiter nach oben.

    Relativ macht der Anteil der Position "Deutschland" in Bezug auf die Herkunftsgruppe den kleinsten Anteil innerhalb der dargestellten Positionen aus - das ist erst einmal mathematisch richtig. Man muss wissen, wie man eine Statistik zu lesen hat - dazu gehört ein Verständnis für relative wie absolute Angaben sowie unterschiedliche Bezugsgrößen.

    Die Grafik wäre dann mathematisch verwirrend, wenn z.B. die Säule der Position "Irak" geometrisch 10x so hoch wie die Säule der Position "Deutschland" wäre, obwohl der Prozentwert arithmetisch nur ungefähr 5x so hoch ist. Darauf wurde innerhalb der Grafik geachtet.

    Man könnte kritisieren, dass nicht dieselbe Bezugsgröße für alle Positionen gewählt wurde, sondern stets die den Positionen zugeordnete Herkunftsgruppe. Dadurch kann eine absolut kleine Position einen relativ hohen Wert aufweisen und eine absolut kleine Position einen relativ kleinen Wert. Daher ist es wichtig, dass man als (kompetenter) Leser (m/w/d) erkennt, was eine statistische Darstellung überhaupt aussagen möchte, um die verwendeten Werte und Bezugsgrößen mathematisch korrekt auswerten und dann fachbezogen interpretieren zu können.

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