Beiträge von Gymshark

    liegt vielleicht auch daran, das sie keine Termine bekommen...

    Das kann ein Faktor sein, aber wurde nicht zuvor das schwedische System positiv hervorgehoben, wo die Bürger (m/w/d) lediglich 2-3 Arztbesuche, und damit noch einmal halb so viele Arztbesuche wie die Briten (m/w/d) pro Jahr haben?

    Das mit der "funktionierenden elektronischen Gesundheitsakte" wird in Deutschland sehr schwierig, da Datenschutz auch ein sehr großes Thema hierzulande ist.

    Das kann nicht die Erklärung sein, warum das System in England so massive Probleme hat. Gründe sind eher massive Unterfinanzierung und Personalmangel. Das NHS ist kaputt gespart worden.

    In Großbritannien gehen die Bürger (m/w/d) sogar im Schnitt nur halb so oft zum Arzt wie in Deutschland.

    Unsinnig ist vor allem die Anzahl der Krankenversicherungen und der damit verbundenen Personalkosten, vom Etat für Vorstandsetagen ganz zu schweigen.

    Die Etats für Vorstände sind in der Tat fragwürdig hoch. Beim Punkt mit den Personalkosten kommt es darauf an, ob du damit auf eine Freisetzung oder "nur" Reduktion von Gehältern abzielst. Bei ersterer wäre ich sehr vorsichtig in Zeiten steigender Arbeitslosenzahlen.

    Ich rege mich grundsätzlich über die Existenz von Krankenversicherungen auf. Machen wir es wie der Schweden, keine Versicherung einfach kostenlose Heilfürsorge über die Steuern. Fertig.

    Ich bin mir nicht sicher, ob das in der deutschen Umsetzung nicht sogar teurer als die aktuelle Variante wäre.

    Dann fehlt in der Schweiz jeder 2. Arzt, es gibt auch noch andere ausländische Ärzte.

    Aber ja, auch in der Schweiz gibt es genug Dumme, auch wenn sie keine AfD haben.

    Bei uns wollen auch nur wenige Migranten in den Osten ziehen und die Menschen dort klagen über Ärztemangel usw.

    Die AfD der Schweiz ist die SVP. Aktuell liegen in allen drei deutschsprachigen Ländern die jeweiligen Parteiäquivalente in den Umfragen vorne, analog Italien und Frankreich.

    Es ziehen weniger Migranten in den Osten, aber auch hier ist der Anteil in den letzten Jahren angestiegen, vor allem in den urbanen Räumen. Die NC-Situation ist in den ostdeutschen Bundsländern ähnlich wie in den westdeutschen Bundesländern. Auch dort wird unter Bedarf ausgebildet.

    Nee, ich meinte andersherum, dass die Schweiz sich irgendwann gegen Migration aus Deutschland wehren wird. Die migrationskritische SVP ist die größte Partei im Land und aktuell ist das Thema auch wieder recht relevant bedingt durch die "keine-10-Millionen"-Initiative.

    Die Schweiz scheint zum neuen "Dubai" zu werden. Nicht, weil früher nicht auch bereits Deutsche aus den unterschiedlichsten Gründen dorthin zogen, sondern weil es in den letzten 1-2 Jahren noch einmal an Fahrt aufgenommen hat und vor allem auch sehr laut (Social Media sei Dank?) kommuniziert wird.

    Ich glaube, auch diese Entwicklung wird, wie bei den meisten Migrationsbewegungen, irgendwann seinen Kipppunkt erreichen.

    Warum sollte der Arzt bei abgesenkten Gehältern dann später in Deutschland bleiben?

    Ich wage mal zu behaupten, dass sich mit 6.000€ brutto schon ein sehr gutes Leben in Deutschland leben lässt, umso mehr, wenn ein Partner (m/w/d) noch ein halbes Gehalt zusätzlich beisteuert. Es ging im Übrigen um das Gehalt eines Facharztes (m/w/d), kein Chefarzt (m/w/d) oder Klinikleitung.

    Wir sollten aber mal grundsätzlich hinterfragen, woher die ständige Angst in der Gesellschaft herkommt, dass Topverdiener (m/w/d) sofort das Land verlassen, sobald auch nur überlegt wird, Gelder zu kürzen. Als ob Deutschland nichts außer Geld zu bieten hätte. Einen Ort, zu dem man eine emotionale Verbindung hat, ihn als Heimat bezeichnet, wo man Familie, Freunde (m/w/d) und/oder Hobbys hat, tauscht man nicht so eben gegen ein paar Scheine pro Monat mehr woanders ein. Vor allem da es ganz andere Berufsgruppen gibt, die viel weniger verdienen als Ärzte (m/w/d) hierzulande. Was sollen diese erst sagen?

    Die Einsparungen durch die Verkürzung der Ausbildungsdauer und Kürzung der Gehälter auf ein immer noch sehr gutes Niveau kann genutzt werden, um die Erweiterung der Kapzitäten, die für die Medizinstudienplätze benötigt werden, zu finanzieren.

    Wenn wir etwas das letzte Jahr gelernt haben, dann ja gerade, dass pauschales "Nein" über viele Jahre uns in diese aktuelle Gesellschaftskrise geführt hat. Wir müssen offen gegenüber Reformen und Streichung gesetzlicher Vorhaben werden und mutig auch mal Dinge hinterfragen, die "halt schon immer so waren".

    Die Kapazität kostet aber viel Geld. Die Länder wollen das nicht ausgeben, also bleibt es wohl erstmal dabei.

    Daher ja mein Vorschlag mit der verkürzten Ausbildung und der Kürzung der Gehälter als Möglichkeit, höhere Kapazitäten zu finanzieren.

    Klar wird das nicht jedem/r gefallen und es wird (laute) Stimmen geben, die konstatieren, dass 8-10.000€ als "normaler" Facharzt (m/w/d) bereits zu wenig seien, aber gleichzeitig werden ja aktuell von allen Seiten Reformen gefordert und diese bedeuten immer für einen Teil der Bevölkerung Opfer - genauso wenn es irgendwann mal tatsächlich zu der viel zitierten Entbürokratisierung kommen sollte.

    Ich denke, es gäbe nicht zwangsläufig schlechtere Ärzte (m/w/d), wenn der NC nicht bei 1,0-1,1, sondern bei 1,5 bis 1,8, bedingt durch höhere Aufnahmezahlen, läge. Und ja, ich weiß, dass es den Medizinertest gibt.

    Eine Gesamtausbildungszeit von 8 Jahren würde nicht nur die anschließende Facharztausbildung kürzen, sondern natürlich auch das Studium. Ich mache mal einen konkreten Vorschlag, der keinen finalen Charakter hat, sondern durchaus auch im Laufe der Diskussion optimiert und überdacht werden kann: 5 Jahre Studium + 3 Jahre Weiterbildung. Hier im Forum sind keine Ärzte (m/w/d), und soweit ich weiß nicht einmal Medizinpädagogen (m/w/d), daher muss und soll es auch gar nicht um Details gehen, welche Vorlesung oder welcher Kurs jetzt wegfallen oder andersweitig verändert werden sollte, aber hältst du es nicht für möglich, dass innerhalb von 5 Jahren das theoretische Knowhow und in der anschließenden 3-jährigen Phase der Assistenz und Weiterbildung die praktischen Fertigkeiten vermittelt und erworben werden können?

    Die Assistenzzeit zähle ich zur Ausbildungszeit dazu, auch wenn du Recht hast, dass in dieser Phase bereits gearbeitet und Geld verdient wird.

    Gäbe es mehr Ärzte (m/w/d), müsste es gar nicht die "Wochenend- und 24-Stunden-Dienste" im derzeitigen Ausmaß geben. Wir sprechen von einer künstlichen Verknappung, denn es gäbe deutlich mehr junge Menschen, die gerne Ärzte (m/w/d) werden würden, würden es die Aufnahmekapazitäten der Hochschulen erlauben.

    Wir können auch statt 11, 12-13 Jahre sagen, das verschärft eher noch das Argument. Es sagt im Übrigen schon viel aus, dass du einen vergleichsweise langen Zeitraum von 8 Jahren (in dieser Zeit kann durchaus einiges an Wissen und Kompetenzen vermittelt werden.) als "Schmalspurstudium" bezeichnest. Hättest du dasselbe konstatiert, wenn die Regelausbildungsdauer 16 Jahre betrüge und die Frage im Raum stünde, ob nicht auch 12,5 Jahre genügen? Es ist ja nicht entscheidend, die Ausbildung möglichst in die Länge zu ziehen (Sicher würde man auch Gründe finden, warum die Ausbildung eine Dauer von 20 Jahren haben sollte - mehr geht immer.), sondern die nach wissenschaftlichen und ökonomischen Kriterien angemessene Länge zu ermitteln.

    Dein letztes Argument, dass Ärzte (m/w/d) sehr lange ausgebildet werden, ehe sie ihre Zielberufsbezeichnung inne haben, spricht ja gerade dafür, dass wir gesellschaftlich überlegen sollten, ob dieser Umstand noch zeitgemäß ist. Das Ganze gipfelt dann in einer durchschnittlichen Ausbildungszeit des Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgs (m/w/d) von circa 17 Jahren.


    Die Medien suggerieren ja auch, dass jeder ohne Begabung InfluencerIn werden kann und im Schlaf eine Menge Kohle scheffeln kann.

    Das stimmt, ist aber leider keine neue Entwicklung. Bereits in den 00er-Jahren wurde der Anschein geweckt, jede/r könne wahlweise Topmodel, Superstar oder Fußballer (m/w/d) werden. Dass es nur ein Bruchteil langfristig wirklich schafft, sich karrieretechnisch zu etablieren, fällt gerne unter den Tisch. Ich möchte auch nicht in Abrede stellen, dass Unterhaltung einen gesellschaftlichen Zweck erfüllt und dass hinter diesen Branchen auch einiges (meiner Meinung nach sogar zu viel) an Geld steckt.

    Gleichzeitig muss man aber auch feststellen, dass die Person, die sich entscheidet, Influencer (m/w/d) zu werden, an anderer Stelle in der Berufswelt fehlt, da sich ja keine/r vierteilen kann. Wir können dann nicht über Fachkräftemangel klagen, wenn wir uns als Gesellschaft eine größere Menge an Unterhaltungskünstlern (m/w/d) im weitesten Sinne erlauben.

    Der Abstand zwischen sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung für Geringqualifizierte und Bürgergeld ist in der Tat zu gering; der Ansatz, die Löhne per Gesetz zu erhöhen, dürfte jedoch an der Lohn-Preis-Spirale verfangen. Preise steigen und dadurch wird auch Produktion in Deutschland für Unternehmen unattraktiver, da Lohnkosten in anderen Ländern schlichtweg niedriger sind. Im schlechtesten Fall werden so Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet und das war in den letzten 12 Monaten auch ganz real der Fall.

    Bolzbold

    Ob die Person von den 2.224€ auskömmlich leben kann, ist eine Frage. Eine andere Frage ist, ob so eine Person im Zweifelsfall noch durch die staatliche Wohlfahrt aufstocken kann und so am Ende wesentlich mehr in der Tasche hat als der Bürgergeldempfänger. Zumal dieses Aufstocken für den Staat günstiger wäre, als wenn die Personen voll umfänglich der staatlichen Wohlfahrt zur Last fallen.

    Staatliches Aufstocken bei einer Beschäftigung ist nicht nur günstiger, sondern auch sozialverträglicher im Vergleich zur Person, die zuhause nur Däumchen dreht und wartet, dass der Tag herumgeht. Wie schon zuvor beschrieben: Die Person, die arbeitet, kommt seltener auf die Idee, aus Perspektivlosigkeit oder Langeweile Straftaten zu begehen. Dadurch sind auch die Opportunitätskosten für den Staat geringer.

    plattyplus : Ich gebe dir Recht, dass es Anreize geben muss, dass Geringqualifizierte auch Stellen für Geringqualifizierte annehmen. Ich würde da auch Unterschiede machen zwischen der qualifizierten und erfahrenen Fachkraft, die bedingt durch die aktuelle Wirtschaftskrise ihren Job verlor, und den Personen, die realistisch betrachtet bei allem, was über "einfache Arbeiten" hinausgeht, kognitiv überfordert sind. Wie schon zuvor geschrieben, wenn sie über diese einfachen Arbeiten ihren Lebensunterhalt verdienen können, haben sie eine Aufgabe, die ihrem Leben Struktur und Sinn gibt und damit kommen sie deutlich seltener auf die Idee, Blödsinn zu machen.


    Tom123 : Was die von dir angesprochenen Niedrigstqualifizierten angeht: Hier finde ich ebenfalls die Vermittlung von Basisqualifikationen wichtig. Jede/r kann zwar irgendetwas, aber die Stellen, die so niedrige Anforderungen haben, dass es legitim wäre, die Hälfte von 2€ mit dem Taschenrechner zu berechnen, sind sehr rar - allenfalls noch im geschützten 2. Arbeitsamt. Bei diesen Menschen stimme ich dir zu, dass es Sinn macht, das Maximale an Potential auszuschöpfen.

    Ich schreibe bewusst "bei diesen Menschen", weil ich der Auffassung bin, dass "mehr = mehr" nicht allgemeingültig ist. Überqualifizierung ist im Jahr 2026 leider auch eine traurige Tatsache. Es gibt top ausgebildete Fachkräfte, die aufgrund ihrer Qualifiktionen von Unternehmen als "zu teuer" wahrgenommen werden und dadurch Schwierigkeiten haben, einen Job zu bekommen. In solchen Fällen wäre es sogar kontraproduktiv, eine weitere formale Qualifikation zu erwerben.

    Für den sozialen Frieden wird es in Zukunft wichtig sein, niedrigqualifizierte Personen "beschäftigt" zu halten. Das gibt ihnen einen Sinn im Leben und verhindert, dass sie aus Perspektivlosigkeit destruktives Verhalten zeigen. Daher ist es essentiell, dass die Beschäftigungsquote vor allem in dieser Bevölkerungsgruppe hoch bleibt, sei es durch Tätigkeiten in der freien Wirtschaft oder, sollte die Anzahl nicht deckend sein, durch staatlich organisierte Aufgaben.

    Ich weiß nicht, ob es korrekt ist, zu konstatieren, dass wir kein Land für Billiglohnarbeiten seien.

    Zu den angesprochenen Berufsgruppen "Ingenieure, Ärzte, Facharbeiter": Wie schon zuvor beschrieben haben wir einige Bereiche, in denen wir derzeit mehr ausbilden als Stellen zur Verfügung stehen. Das sind solche Stellen, bei denen bereits früh gewarnt wird, man solle räumlich flexibel sein und möglichst schon im Studium Praktika absolvieren und Zusatzqualifikationen erwerben. Aktuell leisten wir uns einige solcher akademischer Felder und nehmen dadurch bewusst in Kauf, dass diese Personen später nicht in Bereichen arbeiten, in denen Mangel herrscht. Einer der Gründe dafür, um auch mal etwas Selbstkritisches zu schreiben, ist auch, dass es uns zu wenig gelingt, junge Menschen nachhaltig für MINT-Fächer zu begeistern, sodass sich viele eher Richtung Geisteswissenschaften orientieren, wo der Arbeitsmarkt jedoch ziemlich gesättigt ist. Arzt (m/w/d) ist unter jungen Menschen ein sehr beliebter Beruf, aber wir bilden seit langer Zeit aufgrund hoher Studienplatzkosten zu wenig aus. Die Anzahl an Studienplätzen könnte ausgeweitet werden durch Finanzierung in Form einer Verkürzung der Ausbildung zum Facharzt (m/w/d) von aktuell durchschnittlich 11 auf 8 Jahre (Eine lange Ausbildungszeit bedeutet nicht automatisch, dass die Arbeitsqualität höher ausfällt.) und Reduktion des Gehalts eines Arztes (m/w/d), ohne Chefarztposition o.ä., auf circa 6.000€ statt aktuell circa 8.000€, was in meinen Augen für eine Position ohne Führungsverantwortung immer noch ein sehr gutes Gehalt wäre.

    Es gibt auch einfach viele Personen ohne Beschäftigung, die nicht die Qualifikation haben die offenen Stellen zu besetzen...

    Die meisten offenen Stellen gibt es im Niedrigqualifikationsbereich. Das sind Stellen, die teilweise sogar keine formale Qualifikation, sondern höchstens ein "Learning on the job" erfordern.

    Deutschland hat kein Qualifikationsproblem.

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