Beiträge von Quittengelee

    Wie mir die letzjährigen Abiturient*innen nach dem Abitur, als ich gefragt habe, was dran kam, ist es in Deutsch genauso. (Ich bin ja erst "dieses Jahr" dran).
    Fast alle Schreibenden wussten von Anfang an, sie nehmen die Klausur mit Aufgabentyp IV, Materialgestütztes Schreiben, man brauche nicht dafür zu lernen. (und haben es auch nicht getan)


    Das war doch früher auch nicht viel anders, man konnte im Zweifel die Gedichtinterpretation nehmen, dazu brauchte man nur die Stilmittel wissen, die man irgendwann mal erarbeitet hatte. Oder erinnere ich das falsch?

    In Englisch mussten wir zwar noch Themen inhaltlich kennen. Wer da über die 2 Jahre mitgemacht hatte, wusste aber auch einigermaßen Bescheid. Oder auch nicht, aber da war dann kurz vorm Abi eh nix mehr aufzuholen.

    ...

    Böse zugespitzt ist die Antwort auf viele der Themen "einerseits gut, aber andererseits nicht so gut" oder "wenn wir Menschen uns alle lieb haben, haben wir eine bessere Welt." ...


    Das klingt erst mal witzig, wie du es formuliert hast, aber so lustig ist es vielleicht gar nicht. Macht ihr als Vorbereitung dann gezelt genau diese Art der Erörterei im Kurs oder ist im Lehrplan inhaltlich alles gleichgeblieben mit Ganzschriften, politischen Themen etc.?

    Vielleicht schaffen es alle, sich auch nur dort dazu zu äußern?

    Bolzbold
    31. Juli 2026 10:43

    Das bin ich leider auch. Wie sich der Stoff übers Jahr verteilt wurde nie gesprochen. Ich habe aber das Buch zur Orientierung und die Klassenleitung hat mir mitgeteilt, dass sie nicht viel Zeit zur Wiederholung verschwenden möchte. Ansonsten wäre ich ziemlich frei in der Themenwahl, da alles andere darum geplant werden würde. Wie man Unterrichtsreihen plant lernt man auch nur durchs machen. Wie man Ziele formuliert haben wir natürlich besprochen. Nur erstmal Themen zu finden finde ich immer unglaublich schwierig, weil ich mich zu schnell verunsichern lasse und mich nicht gut festlegen kann.

    Es hat aber keinen Sinn, dir alle Themen aufzulisten, die es im 2. SJ gibt, die kannst du selbst nachlesen. Es ist ein typischer Anfängerfehler, nach tollen Themen zu suchen, die angeblich irgendwer sehen will. Das Seminar hat aber alle Themen schon 1000 mal gesehen. Du solltest m.E. in die Planung kommen, zum Beispiel, wie du den Zahlenraum erweitern willst und in welchem Zeitraum. Erst dann kannst du wissen, wo du bis zum UB sein wirst und diese Stunde dann ausgestalten und dann auch hier gezielter nachfragen.

    Vielleicht gibt es hier jemanden, der mehr Ahnung von Fremdsprachendidaktik in Klasse 3 hat und jetzt nicht im Urlaub ist. Aber mal ganz grundsätzliche Überlegungen vorneweg:

    Wann beginnt das Schuljahr bei euch, möchtest du die Kinder vielleicht erst mal kennenlernen, bevor du eine Lehrprobe planst? Wenn du zunächst damit anfängst, alltägliche Phrasen in den Ablauf zu integrieren, Begrüßungslied, Bewegungsspiel, "open your books" usw. Dann bekommst du besser ins Gefühl, wie schnell sie sich etwas merken und was du ihnen zumuten kannst. Lernstandserhebung geht nur in Anwesenheit der Kinder.

    Dann musst du dich in erster Linie am Lehrplan orientieren, mich würde es zum Beispiel wundern, wenn man in der 5. Englischwoche Sätze schreiben soll. In welchem Bundesland unterrichtest du?

    Du kannst dich zweckmäßigerweise auch am Schulbuch orientieren, das einen Wortschatz und Methoden vorgibt.

    Warum sollten sie etwa in deinem Beispiel die Bilder in Kunst oder zu Hause ausmalen, du willst das doch mit ihnen erarbeiten, oder nicht? Stell dir vor, du willst 25 arabisch Sprechenden Deutsch beibringen oder selbst Arabisch lernen. Da ist nichts und du legst ganz von vorne los. Bevor an Differenzierung und QR-Codes gedacht wird, sollte klar sein, was am Ende der Stunde und der Einheit gekonnt werden muss.

    Ich vermute mal, dass es zunächst vor allem darum geht, die Begriffe und Phrasen sehr oft zu wiederholen, bis sie sitzen. Am Anfang erst mal nur wiedererkennen, zum Beispiel dass sie den Bleistift nur hochheben müssen, wenn du den Begriff nennst, bevor sie selbst die Wörter aussprechen sollen.

    Auch hier meine Frage: dazu lernt ihr etwas im Seminar, oder nicht?

    Hallo,

    ich habe in der 5. Woche nach den Ferien meine UPP in Mathe in einer 2. Klasse. Die Zahlenraumerweiterung steht da ja gerade erst an. Wäre eine Reihe zur Hundertertafel zu früh? Zum Bündeln finde ich es wieder zu spät. Bisher hatte ich überlegt etwas zu Wahrscheinlichkeit an Glücksrädern zu machen. Das halten meine Mentoren allerdings für zu komplex. Bekannt ist den Kindern auch das 4 Phasen Modell. Welche Themen eignen sich da?

    Danke schon im voraus!

    Was macht ihr denn im Seminar? Du klingst ehrlich gesagt total lost, auch im anderen Thread. Ihr müsst doch ganz grundsätzlich darüber gesprochen haben, wie man Stoff übers Jahr verteilt, Unterrichtsreihen plant, Ziele formuliert, Lernstand ermittelt und dergleichen mehr?

    Ich weiß nicht. Es geht doch nicht darum, dass man generell Themen ausklammern will, weil man sich nicht traut, über irgendwas zu reden, sondern über spezifische Darstellung sexueller Gewalt, die man so nicht im Unterricht thematisieren würde:

    ...

    Zu Heimsuchung: Ich kann es total nachvollziehen. Mein Kurs war tw richtig angewidert und verstört

    Auch wenn man den ersten oder zweiten Weltkrieg behandelt, entscheidet man sich bewusst für oder gegen ein Medium und bekommt keinen Film aufgenötigt, den man gucken muss, um ihn dann zu analysieren.

    Und: "es" wird sich ganz intensiv damit beschäftigt, wie man über Themen spricht. Ein aktuelles Schulbuch, das den II. WK thematisiert, sieht anders aus als vor 30 oder 50 Jahren und sicher auch anders als ein russisches...

    chilipaprika , auf Fortbildung dazu waren ja offenbar viele überfordert. Bekommt man für LK-Lektüren wenigstens Handreichungen?

    Stille Mitleserin , absolut, ich finde die eigene bewusste Auseinandersetzung im Vorhinein trotzdem wichtig und diesen Thread hier deswegen sehr interessant.

    Edit: ich unterrichte an der Förderschule oft fachfremd und bin dann im Akutfall schnell aufgeschmissen, wenn ich mit einem Thema nicht rechne. Judenhass durch fanatischen Moslem war sowas, ich war schlicht und ergreifend in der Unterrichtsstunde überfordert.

    chilipaprika : Macht es vielleicht Sinn, den Threadtitel abzuändern? Du wolltest ja eher auf den Umgang mit (psychisch) herausfordernden Inhalten statt die Behandlung (inhaltlich/sprachlich) komplexer, literarischer Werke im Unterricht, was auf der ersten Seite durch die Mituser (m/w/d) diskutiert wurde, hinaus.

    Der Ausgangspost war eigentlich ganz deutlich, andere haben ein hundertstes "braucht's unbedingt Goethe" daraus gemacht.

    Gut zu wissen, dann keine Triggerwarnung.

    Trotzdem finde ich eine besondere Vorbereitung sinnvoll, da die Konstellation im Klassenzimmer immer eine spezielle ist. Zu Hause kann man den Film anhalten, ausmachen oder mit Freunden darüber reden, in seinem eigenen Tempo.

    ...das kann einem aber immer passieren. In Geschichte bin ich mit einem Ausschnitt aus dem Film " Im Westen nichts Neues" in das Thema WK1 eingestiegen und am am Ende der Stunde kam ein ( neuer) Schüler auf mich zu und hat mir von seinen Erfahrungen im Syrien-Krieg berichtet.

    Und auch da ist es nicht falsch, sich vorher Gedanken zu machen. Zum einen möchte man zwischen Tür und Angel dann den einen, richtigen Satz sagen und zum anderen weißt du nicht, wie oft dich betroffene SuS nicht angesprochen haben.

    Ich habe das Buch bislang nicht gelesen, fühle aber mit dir. Ich würde wahrscheinlich versuchen, das Thema zu versachlichen, indem ich...

    • vorher eine Art Triggerwarnung aussprechen würde
    • Flyer von Beratungsstellen auslegen
    • Möglichkeiten anbieten, rauszugehen zu einem vereinbarten Ort als Rückzugsmöglichkeit
    • Keinesfalls in irgendeiner Art therapeutisch agieren
    • Diese Szenen nicht laut gemeinsam lesen
    • Mir vorher sehr genau bewusst werden, was die Textstellen in mir auslösen
    • Ggf. vorher absprechen, welche Art von Sprache darüber in der Gruppe angemessen ist
    • Vergewaltigung als Waffe im Krieg thematisieren
    • Und vor allem: Die Sprache analysieren, auf welche Weise die Autorin das Thema übermittelt und was das in den Lesenden möglicherweise auslöst. Analyse und Reflexion sind m.E. genau Aufgabe des Deutschunterrichts.


    Wenn man sich nach dem Putzen nicht gerade in der Nase popelt, sondern die Hände gut wäscht, sollte sich das Risiko doch in Grenzen halten.

    Siehst du dich denn als Siebenjährige selbstverständlich diese Aufgabe übernehmen, weil der Dreck ja aus der Gruppe heraus kommt? Und wenn du dann Kacke einer Mitschülerin an der Hand hättest, wäre das in Ordnung, weil du ja nicht ins Gesicht fassen musst?

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