Beiträge von Quittengelee

    Es sind Vorgaben der Schule und der Schulleitung.

    Als ich mal krank war, ist durch den Vertretungsnterricht aufgeflogen, das ich anders als die Parallelkollegen gearbeitet habe. Danach hatte ich ein Gespräch mit der Schulleitung ...

    Alle müssen den gleichen Wochenplan haben, damit der Unterricht im Vertretungsfall auch reibungslos ablaufen kann (weil man notfalls die Parallelkolleginnen fragen kann).

    Alle müssen die gleichen Hausaufgaben aufhaben, damit es für die Hausaufgabenbetreuung leichter ist.

    Das geht rechtlich eigentlich nicht, m.W. in keinem Bundesland. Ist die Frage, ob du Energie und Mut hast, dagegen vorzugehen. Hast du "Verbündete" in dieser Problematik?

    Und wie würdest du das machen? Das Problem ist m.E. eher, dass man eben keine Hierarchie hat. Wir sind nicht weisungsbefugt, müssen demnach hinnehmen, wenn Dinge nicht gut laufen. Dass Absprachen zwischen zwei Personen funktionieren ist ja nun keinesfalls automatisch gegeben. "Bitte arbeite nicht in dem Fach weiter, für das ich verantwortlich bin und Noten geben muss" "Doch, ich arbeite da weiter, wo ich es für richtig halte." Hm. Und nun?

    Ich sehe nur den Unterschied zu anderen Kolleg*innen nicht so recht. Klar kann es ärgerlich sein, wenn der Vertretungsunterricht meine Planung betrifft. Das hat aber ja nichts mit der Profession der Person zu tun, die meine Planung durcheinander bringt. Ob Lehrkraft oder SEP man muss dann an der gemeinsamen Absprache arbeiten. Das Reduzieren des Problems auf die Rolle als SEP deutet für mich sonst nämlich schon auf ein Hierarchie-Denken hin, das ich bei der Arbeit in multiprofessionellen Teams als Hindernis sehe.

    Klar geht es um Absprachen aber die sind einfacher, wenn Aufgaben definiert werden und nicht zwischen zwei Personen "auf Augenhöhe" erfolgen. Wenn aus Personalmangel irgendwann unser Hausmeister Kinder betreut, soll er bitte auch nicht im Workbook arbeiten. Deswegen mag ich den Hausmeister trotzdem als Mensch und habe keinerlei Hierarchie-Denken-Probleme. Bislang jedenfalls, weil er komplett getrennt arbeitet.

    Unpopuläre Meinung aber als jemand, der in den letzten beiden Jahren fast keine Woche ohne zwei bis vier Stunden Vertretung war, bin ich mittlerweile so weit, dass ich in Vertretungsstunden das mache, was ich für angemessen halte. Und dazu gehören nicht die Aufgaben, die eine erkrankte Kollegin stellt. Zu oft hatte ich es jetzt, dass da Aufgaben waren, die die Lerngruppe nicht bearbeiten konnte oder die ich nicht angemessen begleiten konnte, weil das einfach nicht mein Fach ist. Ich wüsste auch nicht, wie ein Kollege da etwas zu unterbinden hat. Von mir erteilter Unterricht wird von mir verantwortet, nicht von der zu vertretenden Person oder von dem Klassenlehrer.

    Erstens: Du bist Lehrkraft und kein Sozialpädagoge, der für Einzelförderung eingestellt wurde.

    Zum zweiten machst du dann genau das, was du kannst und eben nicht das, was du nicht kannst aber vertreten sollst. Hier überschreitet möglicherweise die Person ihre Kompetenzen.

    Und klar, wenn ich wochenlang krank gewesen wäre, müsste ich wohl mit dem leben, was in der Zwischenzeit schiefgelaufen ist. Ich gehe aber von dem Fall aus, dass ich viel in meiner Klasse bin und wenn jemand dort Murks machen würde, würde ich die Schulleitung darauf hinweisen. Irgendwas ist nicht immer besser als nichts.

    Wieso sollte die Person aus dem Ausgangsbeitrag nicht mit den Kindern all das machen, wozu sie ausgebildet wurde? Ist halt die Frage, ob sie "vertritt" oder "beaufsichtigt", das sind zwei verschiedene paar Schuhe. Aber letztlich eben Sache der Schulleitung, wenn was schief läuft.

    Es kommt halt darauf an, Konflikte in multiprofessionellen Teams sind ja nun nicht selten. Wenn eine Person zur Vertretung eingesetzt würde und würde Mathe oder Deutsch in meiner Klasse nach eigenem Ermessen machen und so, dass sie in meine Arbeit reinfunkt (im Material weiterarbeiten, ein Thema einführen), würde ich das definitiv unterbinden.

    Vor allem müssen Aufgaben klar abgegrenzt sein.

    Noch mal. Die Klassenarbeit fand in einer Klasse der Ausbildungsvorbereitung statt. Da werden zwar Texte produziert, gut klingende habe ich da aber selten. Ich bin oft froh, wenn die Texte überhaupt aus so etwas wie Sätzen bestehen.

    In der Nebendiskussion ging es um Gymnasiasten, aber gut. Wenn die SuS so schwach sind, nutzen ihnen vorgefertigte Texte auch nichts.

    Doch, genau solche Aufgaben lassen SuS bei uns in Klausuren von der KI lösen. Die Stärke von textgenerativer KI ist das generieren gut klingender Texte, nicht das Liefern von Sachinformationen. (Die werden im Gymnasium sowieso kaum abgefragt.)

    Die werden nicht abgefragt, man muss sie aber wissen, um andere Aufgaben zu lösen. Gut klingende Texte kann man doch nach 10 Jahren Schule hoffentlich schreiben. In deinem Beispiel muss man das Buch oder mindestens die Lektürehilfe gelesen haben und wissen, welchen inneren Konflikt der Hauptcharakter hat, was man hoffentlich im Unterricht mal besprochen hat.

    Wenn man für diese Aufgabe eine KI braucht, muss man im Unterricht gefehlt oder innerlich 6 Wochen abgeschaltet haben.

    Sie gibt Vertretungsunterricht, wenn eine LK erkrankt ist. Gibt Matheunterricht nach ihrer pädagogischen Einschätzung. Sie macht such Pausenaufsichten und ist stimmenberechtigt in der Lehrerkonferenz.

    Wenn jemand meine Pausenaufsicht übernähme, würde ich ihm/ihr die Füße küssen.

    Stimmberechtigung kann ich mir nicht vorstellen, das lässt sich aber leicht nachlesen.

    Und mit dem Unterricht, naja, wenn sie vertreten soll, scheint sie zu machen, was sie für richtig hält, das kann aber m.E. nur die Schulleitung regeln.

    Das wäre dann eine generelle Frage zur Freiarbeit, oder? Je schneller fitte Kinder vorarbeiten, desto schwieriger wird es, gemeinsame Einführung von Themen vorzunehmen.

    Ich habe das Problem, dass ich ein Lehrwerk (Förderschule) zur Verfügung habe, das 25 Jahre alt ist und schon damals scheiße war. Ich nutze also allenfalls 3 Seiten daraus und kopiere mir den gesamten Rest zusammen, auch nicht schön. Lehrwerke sollten Unterstützung, Leitfaden sein aber nie Versklavung. Edit: ich halte meine Didaktikkompetenzen für so groß, dass ich jede einzelne Seite des Lehrwerks auf einen Blick beurteilen kann. Die Autor*innen der Lehrwerke sind offenbar nicht in Fach und Förderschwerpunkt ausgebildet sowie haben nicht alle Unterrichtserfahrung. (Inzwischen müssen Lehrwerke in meinem Bundesland nicht mal mehr zugelassen werden.) Sie sind also niemals so gut, dass sie jemand zur Pflicht erheben können sollte.

    Wieso "zwingt" dich die Schule, alle Seiten zu bearbeiten, wieso "musst" du in Woche X bis Seite Y geschafft haben?

    statt Rest z. B. 38 : 7 = 5 + 3 : 7

    Das kannte ich so nicht, finde ich hübsch.

    Bin aber immer noch nicht überzeugt, warum schriftliche Division gestrichen werden soll. Du musst doch, auch um die Lösung wie oben aufzuschreiben, immer erst überlegen, "wie oft die 7 in die 38 passt", also das Prinzip verstehen.

    Wenn die Aufgabe 4892:7 lautet, wird's schwierig, alles im Kopf zu behalten.

    ...Und die Aufgabenstellung "Erläutere den inneren Konflikt des Hauptcharakters in Die Physiker von Dürrematt" ist schnell eingetippt...


    Das ist aber m.E. auch keine Aufgabe, die man in der Klausur von KI lösen lässt. Als Hausaufgabe vielleicht oder zur Klausurvorbereitung, damit man so einen Text parat hat. Aber in der Klausur ergibt so ein langer Text, den man genauso gut gleich selbst schreiben kann doch keinen Sinn.

    Was habt ihr denn früher gespickt? Das sind doch so dröge Sachen, auf die man keine Lust hat, sie auswendig zu lernen, wie die Reihenfolge der Erdezeitalter, wer wählt wen in Frankreich oder sowas. Damit wollte ich jedenfalls mein jugendliches Gehirn nicht unnötig belasten, heute finde ich es schade, derlei nicht aus dem Kopf zu wissen:S

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