Beiträge von Quittengelee

    Das ist immer richtig. Ich erlaube mir auch keine definitiven Urteile zu Sachverhalten aus Feldern, die ich nicht ausreichend kenne. Ich kann Vermutungen anstellen, mehr aber nicht. Die Forderung nach ständiger Diagnostik ist ziemlich ermüdend für Eltern, ich kenne das auch sehr gut selbst. Besonders, wenn am Ende gar keine Diagnose raus kommt... Sehr oft eine furchtbare Zeitverschwendung ohne Mehrwert.

    Was meinst du jetzt genau? Die Forderung der Lehrkräfte nach Diagnostik?

    Die Unterschiede sind mir klar und bewusst,

    aber von der Diagnose sind Hilfen abhängig und mit ist und bleibt unverständlich, warum man klein beigeben kann oder sich abgrenzen kann, dies aber schulischerseits überhaupt nicht möglich ist.

    Warum darf ein Arzt sagen, er könne nichts diagnostizieren und muss sich nicht um eine bessere und damit fairere Diagnostik bemühen? Warum sind Ärzte (und andere Professionen) nicht dazu angehalten, mit anderen Fachkräften zusammenzuarbeiten? Da machen es sich manche ganz schön einfach, auf das eigene enge Fachgebiet zu verweisen und damit jegliche doppelte Diagnose auszuschließen.

    Eigentlich ist das genau das, was Kolleginnen und Kollegen im Lehramt immer fordern, dass man eben nicht fachfremd oder gar schulartfremd eingesetzt wird.

    Bis zu einem gewissen Grad natürlich richtig, ich möchte in der Facharztpraxis mit viel Erfahrung behandelt werden. Trotzdem ist es unbefriedigend, wenn man weggeschickt wird, "also ich weiß nicht, wo ihre Schmerzen herkommen, machen se mal n Termin beim Blablaologen. Tschüs."

    ...Wer im Sehen beeinträchtigt ist, kann dies auch beim Gehen/Hören oder Sprechen sein. Da schließt man es doch auch nicht aus. (Du bekommst keine Brille, du hast ja ein Hörgerät.)

    Man kann mehrere Diagnosen haben. Aber wenn man das Gefühl hat, ein Kind hört nicht richtig, macht es natürlich einen Unterschied, welches Problem zugrunde liegt, ob es Paukenröhrchen oder Hörgeräte braucht oder ob das Ohr völlig gesund ist und bei der neurologischen Verarbeitung etwas nicht stimmt.

    Wahrscheinlich ist es deswegen so schwierig, weil man letztlich keine Ahnung hat, was AVWS genau ist und man nicht wirklich was machen kann, außer vielleicht Ergotherapie.

    Ergobag kosten 150-200 Euro im Set und ich finde das nicht teuer. Sie haben eine Menge praktischer, durchdachter Funktionen, sind leicht, bequem etc., wenn man sie 3-4 Jahre nutzt ist das doch total okay. Für Winterjacken kann man auch einen Haufen Kohle liegen lassen, die passen in dem Alter auch höchstens 2 Winter.

    Für einkommensschwache Haushalte ist das sicher genauso ein Problem wie Markenkleidung, aber es gibt ähnliche Produkte für 65 € und für Schulausstattung gibt's Geld vom Staat.

    Hier, sogar die Idee mit den auswechselbaren Bildern ist geklaut.

    https://www.octo24.com/BELMIL-R-9940-…ty::754071.html

    Oder ist gar derselbe Hersteller wie bei Schokolade von Aldi?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Auditive_…sst%C3%B6rungen

    Mein Kollege meint immer, in seiner Klasse hätten ziemlich viele Schüler diese Verarbeitungsstörung, mehr als früher. Ich unterrichte auch in der Klasse und es würde einiges erklären...

    Aber warum sollten es mehr als früher sein, für sowas gibt's doch eine Prävalenz?

    Edit: Im Artikel heißt es auch zur Differentialdiagnostik:

    "...Zudem sind im Vorfeld Störungen auszuschließen, die im Vergleich zu AVWS wesentlich häufiger sind und mit ähnlichen Symptomen assoziiert sein können, d. h. Lernbehinderungen oder Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitäts-Syndrome sowie insbesondere rezeptive Sprachentwicklungsstörungen (Sprachverständnisstörungen) sowie auch expressive Sprachentwicklungsstörungen (Dyslalie, Dysgrammatismus u. a.). Bietet die Vordiagnostik keine hinreichende Erklärung für die geschilderte Symptomatik, empfiehlt sich eine umfassende pädaudiologische Untersuchung der verschiedenen auditiven Funktionen..."

    Heute habe ich von einem neuen Kind erfahren, dass es einen schwierigen Start ins Leben hatte mit kompletten Beziehungsabbrüchen. Kein Wunder, wenn es sich nicht durchschnittlich entwickelt, inklusive enormer Konzentrationsschwierigkeiten.

    Das denke ich oft, weil jemand der mitläse das sofort wüsste. Es schreibt aber zumindest niemand mit, denke ich.

    (Hier hat sich mal eine Bekannte angemeldet, die sich für Quereinstieg interessiert hat, das habe ich nach drei Zeilen erkannt. Oder eigentlich schon am Nickname...)

    Und selbst Gedanken diesbezüglich?

    ... ("mein Kind braucht xyz, bitte achten Sie täglich darauf").

    Sag das nicht so laut, sonst gibt's bald bei eduki hübsch gerahmte To-Do-Listen zum Laminieren zu kaufen, in denen man jedes Kind mit Sonderwunsch zum Abhaken eintragen kann :mahlzeit:

    Edit: neulich auf Insta... Die Eltern-Whatsapp-Gruppe: "Ich habe meinem Sohn die Unverträglichkeiten als QR-Code auf die Minecraft-Beotdose geklebt"... Ich hab' bestimmt ne halbe Stunde gelacht^^

    Danke für eure Inputs und Rückmeldungen, dass es der einen oder anderen auch manchmal so geht...

    An meinem Förderschultyp ist die Konzentrationsfähigkeit sowieso tendenziell geringer, daher fällt es vielleicht besonders auf, wenn ein paar Kinder extrem abweichen und sich gegenseitig multiplizieren. Ein Kind dreht sich 100 mal um, dann kann ein anderes, das eh schon reizoffen ist, sich überhaupt nicht mehr fokussieren.

    Ob das am Medienkonsum liegt... Glaube ich eher nicht, ich hab nicht den Eindruck, dass genau diese Kinder viel zocken. Vielleicht kommen einfach verschiedene Störungsbilder zusammen, der eine hat enormen Stress zu Hause, der andere von Geburt an eine neurologische Besonderheit.

    Ich schlage 'unseren' Eltern eigentlich äußerst selten ADHS-Diagnostik vor, eben weil da so viele Probleme sind und auch, weil zuverlässige Therapiedurchführung unrealistisch ist. Aber profitieren könnte mancher sicher schon, vor allem ich :lach2:


    Edit: da gibt's doch den Bilderwitz, auf dem die Mutter sagt "mein Klaus-Uwe leidet ja unter ADHS..." Und der Lehrer sagt: "Er hat es, ICH leide darunter!" :lach:

    Das Folgende halte ich für eindeutig, es sei denn, es gibt noch eine Schulbesuchsordnung, die Genaueres regelt? Wenn deine Schulleitung sagt, dass telefonisch reicht, dann würde ich mich darauf verlassen. Letztlich ist die Einsammelei von Zetteln nur für dich nervige Mehrarbeit.

    ..Lediglich im Schulgesetzt, §49, steht, dass "die Erziehungsberechtigten [...] verpflichtet [sind], die Schulpflichtige oder den Schulpflichtigen zur Schule an- und abzumelden [...]".

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