Beiträge von Finnegans Wake

    Nicht zum Hauptthema aber zu den Rollenbildern: Ich hatte früher auch skurrile Erlebnisse beim Kinderturnen. Da waren nur Mamas mit den Zwergen und ich der erste Papa der da erschien. Woran lag das? Wurden die da nicht hin gelassen von den Mamas? Wollten die nicht in der Mama-Kind-Gruppe rumrennen? Lag's an Rollenbildern? Daran, dass es immer so lief, dass die Mamas das machten? Waren die Papas davon abgeschreckt, alleine unter den Mamas zu sein?

    Nachdem ich paar Mal da war, hat sich die Zahl der Papas dann langsam erhöht ;) Das war schon witzig.

    PS: Elternzeit hatte ich nie, aber durch die Freiheiten im Job viel Papazeit :)

    Wurde denn beim Schreiben auch bedacht, dass das Publikum es gar nicht lesen wird?

    Für einen Prokrastinator ist tatsächlich die erste Hürde, das Buch zu kaufen. Da wird also eine schwierige Klientel angesprochen :D

    Ich habe es mir aus diesem Grund zu Weihnachten gewünscht ;)

    Es zu lesen ist leicht, wenn gleichzeitig ein Stapel Klassenarbeiten nebendran liegt, also auch die Hürde ist zu nehmen.

    Das Buch liest sich daher sehr gut, weil es keine Ratgeberliteratur ist nach dem Motto: "Dann schreib mal ne Liste mit Aufgaben" "Hier sind die besten 10 Tipps zur Motivation" etc., die von Leuten geschrieben sind, die eben Selbstdisziplin haben. Stattdessen wird mit vielen Anekdoten dargestellt, wie andere Leidensgenossen/innen genauso handeln und dass das so (unter der Rahmenbedingung, dass man erfolgreich prokrastiniert - also die wichtigen Dinge alle irgendwie(!) geregelt bekommt) 1. sogar extrem effizientes Arbeiten zur Folge hat und 2. unwichtige Dinge problemlos liegen bleiben dürfen.

    Die Tipps im Buch gehen also 1. in die Richtung: Du bist ok. 2. nehmen sie dir das schlechte Gewissen: Ich muss unbedingt gewissenhaft werden (was du eh nicht mehr hinkriegen wirst). und 3. sind doch paar Tipps drin, wie du erfolgreich prokrastinieren kannst (ohne Disziplin!)

    Die Ehe ist eine Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft. Durch die Ehe entstehen Versorgungs- und Unterhalts-Pflichten untereinander. Mit der Ehe sind also Pflichten und Rechte verbunden.

    Eine Abschaffung des Splittings ohne entsprechende Kompensation wird höchstwahrscheinlich am Ende vom BVerfG beerdigt. Das heißt, wenn am Ende zwei Ehepaare, die - unter gleichen Bedingungen - in Summe das gleiche Brutto haben, Netto deutlich unterschiedlich liegen, wird das aufgrund des Charakters der Ehe sehr wahrscheinlich rechtswidrig sein.

    Das mag es sicherlich geben. Das ist aber doch kein Problem von der Steuergesetzgebung, sondern eine Einstellungssache in der Partnerschaft. Ich persönlich finde das menschlich armselig.


    Also kann ja jedes Paar machen wie es passt. Mir gefällt der Unterton nur nicht. Wir haben 3/5 und es geht uns gut damit, weils einvernehmlich ist.

    Das sind entscheidende Punkte. In einer Partnerschaft, in der Lasten und Kosten geteilt werden, ist eine Aufteilung 3/5 verbunden mit "mein" und "dein" wirklich armselig und unfair.

    In Bezug auf die Rente/Pension gibt es aber doch den Versorgungsausgleich und gleichzeitig ist die Ehe doch auch eine Zugewinngemeinschaft, in der dieser auch geteilt werden muss im Fall einer Scheidung, oder? Ist es da realistisch, dass sich der Mann mit vergoldeter Versorgung aus dem Staub machen kann, ohne mit der Frau die in der Ehre hinzugewonnene Versorgung zu teilen? (Diese Frage ist ernst gemeint und weder rhetorisch noch provokant gemeint!)

    Klasse 4 mit Faktor ist am Ende genau das gleiche. Die Abschaffung ist Augenwischerei, wenn es um dieses angebliche Problem geht.

    Wenn das ausgeschlossen werden soll dann muss das Splitting komplett abgeschafft werden.

    Und die komplette Abschaffung des Splittings ohne anderweitige Kompensation kann verfassungsrechtlich schwierig werden, weil dann Familien mit ungleicher Einkommensverteilung (aber gleichem Brutto) gegenüber Familien mit gleicher Verteilung benachteiligt werden (nämlich auch dann, wenn die ungleiche Verteilung durch unterschiedlich bezahlte Jobs und eben nicht durch TZ vs. VZ zustande kommt).

    Aha ist das so? Hast du auch Beweise oder Anhaltspunkte für diese Unterstellung?

    Ja da stolpere ich auch drüber. Ich zweifle, dass es einen stichhaltigen Nachweis dafür gibt, wie innerhalb von Familien das "mein" und "dein" definiert wird. Alleine die Definition der Steuerklassen beweist erst mal grad garnix.

    Und die obige forsche Aussage widerspricht auch der anekdotischen Evidenz in unserem Umfeld (die aber ebenfalls keine Beweiskraft hat). In den Familien in unserem Umfeld bekommen wir nicht einmal im Ansatz mit, dass jemand ein finanzielles "mein" und "dein" definiert, das mit Steuerklassen und getrennten Konten verknüpft wäre. Ich würde das auch als extrem unpartnerschaftlich empfinden. Klar gibt es bei der Erfüllung persönlicher Wünsche in Partnerschaften immer wieder Unwuchten, die scheinen in unserem Umfeld aber nicht mit Steuerklassen/Konten zu korrelieren sondern mit persönlicher Ausgabenfreude bzw. Sparsamkeit.

    Wir selbst haben über ein paar Jahre daran gearbeitet, Ausgaben und Einnahmen auf beiden Konten so auszutarieren, dass beide Konten in einem ähnlichen Maße steigen bzw. sinken. Das führt dann dazu, dass das Konto auf meinen Namen stärker gefüllt wird (durch StK III und volle Stelle), dass aber alle Kosten fürs Haus, 3/4 der Versicherungen, alle Arztrechnungen und alle Online-Käufe da abgehen. Am Ende des Monats ist zwar auf "meinem" Konto mehr Geld, aber da dort die wichtigen fixen Kosten abgehen und darüber alle großen Geschichten (im k€-Bereich wie z.B. neue Terrasse, Terrassenüberdachung....) abgehen, hat das einen Sinn. Und der Sinn liegt nicht im "dein" und "mein".

    Selbst Geldgeschenke, die ich oder meine Frau persönlich bekommen, gehen in einen gemeinsamen Pool, aus dem jede(r) sich mal bedient für was Besonderes.

    (Bevor wir die Geldbewegungen sauber austariert hatten (also einen automatischen fast synchronen Gleichlauf hergestellt), hatten wir manuell für's Gleichgewicht gesorgt und das wird sich durch den erzwungenen Wechsel auf IV/IV noch einmal wiederholen, bis wieder ein stabiler Zustand erreicht ist. Das ist so das kleine ärgerliche Detail an der Geschichte, wie auch, dass wir dem Staat dann ein etwas größeres zinsloses Darlehen geben müssen, als das derzeit mit III/V der Fall ist.)

    Aber wie oben schon geschrieben wurde: Nach der Steuererklärung is es eh egal.

    Und wir hatten auch mal (als es damals noch Sinn ergab) die Steuerklassen III/V "ungünstig" gewählt, um für ein geplantes Kind das Elterngeld zu optimieren. So kam dann beim Elterngeld das Maximum raus und bei der folgenden Steuererklärung ein Haufen Kohle zurück.

    Und zur Hauptfrage der TE:

    Da wir eure individuellen Ausgaben und Einnahmen und deren Aufteilung auf beide Konten nicht kennen, können wir nicht endgültig die optimale Lösung für euch finden ;)

    Es gilt aber: Wenn ihr bei der Steuererklärung in der Regel geringe Kosten absetzen könnt, dann droht euch bei III/V oft eine Nachzahlung ans FA. Die Freude über mehr (gemeinsames!) Geld übers Jahr wird durch die Nachzahlung getrübt. Mit IV/IV wäre in dem Fall zwar übers Jahr etwas weniger Geld vorhanden, aber statt einer Zahlung ans FA ist dann eine Erstattung an euch eher zu erwarten (was ja auch Freude bereiten kann).

    Nee, keine Regelbeförderung. Basis der Beförderung ist eine schulinterne Beurteilung. Die 2-3 Besten der Schule werden befördert, je nachdem wie viele Stellen die Schule hat.

    Nach der Beförderung hängt da keine Aufgabe dran (manchmal machen Schulleitungen es so, dass man vorher eine bestimmte kleine Aufgabe bekommt, die man dann behält. Das ist aber nicht mit der Beförderung verknüpft. Theoretisch könnte man danach die Luft rauslassen.)

    Ich werde jetzt mal nicht mit direkten Zitaten antworten, beziehe mich aber irgendwie auf eine Reihe von Beiträgen.

    Das Wort "lieben" passt bei mir nicht zu meinem Lehrerjob, wenn ich nämlich darauf beziehe, wen/was ich wirklich liebe. Sei es die Familie, seien es meine Hobbys (Musik, Feiern, Lesen, Foto, Kultur), meine liebsten Beschäftigungen (Feiern, Ausgehen, mit tollen Menschen treffen und reden)... Im Vergleich dazu mag ich zwar meinen Job und tue in gern, aber Liebe ist doch was anderes.

    Jetzt zu dem Punkt, wo es Berührungspunkte gibt: Da ich sehr gerne soziale Kontakte habe, gerne rede und zuhöre, Menschen (auch in größeren Mengen) eher als angenehm empfinde, finde ich davon vieles im Job wieder, so dass er sich in guten Zeiten fast wie ein Hobby (also angenehm) anfühlt (und in schlechten Zeiten trotzdem manchmal auch zum Kotzen sein kann).

    Und dennoch gelingt mir die kritische Distanz, dass ich auf meine Arbeitszeit achte und mich nicht aufopfern muss für die Fehler im System. Gleichzeitig mache ich den Job aber professionell und häufig engagiert. Auch diese Kombi ist möglich.

    Was ich nachvollziehen kann: Es wird durch manche(!) KuK ein Standard gesetzt, der über die Anforderungen an unsere Arbeit(szeit) und unsere Pflichten hinausgeht, wodurch Erwartungen definiert werden, die durch die Selbstausbeutung mancher zustande kommen.

    Als Beispiel sei hier genannt, dass in Hessen die Nutzung privater Konten für Klassenfahrten verboten ist, dass diese dennoch genutzt werden und dann auf die, die auf einem Schulkonto bestehen, Druck ausgeübt wird. Und hier lassen sich anekdotisch viele weitere Beispiele nennen.

    Insofern kann ich es nachvollziehen, dass manche sich an der Formulierung "Job lieben" aufhängen, auch wenn ich mich daran nicht stoße, weil ich vieles im Job tun kann, was der private Finnegan liebt (auch wenn ich für mich nur formuliere, dass ich den Job sehr gern mache).

    RLP vielleicht nicht, wegen der geringeren Besoldung, aber die Schulform auf jeden Fall 👍

    Bin nicht 100% sicher: Ihr habt an BBSen 25h? In RLP sind es 24h. Das relativiert etwas den Besoldungsunterschied. (Schrieb ja die Rheinhessin schon bzgl. Gym)

    Ansonsten: Willkommen in RLP (bzw. wahrscheinlich konkret in Rheinhessen, wenn du ja jetzt kurze Wege hast ;) )

    Die gewonnene Lebenszeit durch kurze Fahrtwege ist wirklich unbezahlbar!

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