Beiträge von PaPo

    Das ist keine Antwort auf die Frage, wohin denn all die Schüler:innen gehen sollen, die angeblich nicht auf eine H,R,Gy,GeSa Schule gehören.

    Papo schreibt

    Also ist die Mehrheit seiner Schüler - und vermutlich Schülerinnen, es kann aber ja auch eine Jungenschule sein, - nicht geeignet, eine SekI-Schule zu besuchen und dabei geht es nur um die, die seine Klassen/Kurse an seinem Gym besuchen.

    Wo also sollen sie sein, die Schulen, die diese Schüler:innen aufnehmen und beschulen?

    Textverständnis is' 'ne hohe Hürde, gell? Palim-N4T-vibes.... Ich reiche dir gerne nach deinem Stolpern ein Pflaster, aber erst dann, wenn du selbst gemerkt hast, dass ich nicht schrieb, was du so bemüht falsch verstehst.

    😎

    Wo bleibt bei dir Beratung [...] und Innovation?

    Das ist Mittel zum Zweck von Schule. Die Frage ist jetzt, was konkret die diesbzgl. Aufgabe von Schule sein soll:
    Sie soll dort, wo das autopietische (seitens des Grundgesetzes basal normierte) Ziel der Sicherstellung einer pluralistischen, sozialen, freiheitlich-demokratischen, aber auch leistungsorientierten Grundordnung (durch die Ermöglichung von sozio-politischer, -kultureller und -ökonomischer Partizipation unserer Schüler am Ende ihrer Schulkarriere) gefährdet ist, auch ggf. eine Korrekturfunktion darstellt.

    Ziel ist es, die Schüler im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch Bildung letztlich zu eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen, demokratischen Staatsbürgern zu erziehen, die zu sozio-politischer, -kultureller undöknomischer Partizipation, zur Mündigkeit, zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit (im Rahmen der fdGO) befähigt werden. Es geht also um Erziehung durch (qualifizierende) Bildung, aber nicht ausschl., so ist es ja auch intendiert, dass Schüler in Klassen/Kursen zusammen lernen (Stichwort: Gemeinschaftsfähigkeit), wird auf basale (elterlicherseits zu vermittelnde) Sozialkompetenzen abgestellt u.ä. Das geht m.E. optimalerweise in einem gegliederten, auf unterschiedliche Grundvoraussetzungen hin optimiertem System (wenn wir nicht dem Hebel direkt am gesamtgesellschaftlichen 'System' ansetzen umd bspw. den Weg Japans etc. gehen wollen).

    Zitat

    Was ist falsch daran, die erworbene Profession für das Wohl der Kinder einzusetzen?

    Fällt dir selbst auf, dass du 'nen Strohmann formulierst?

    Zitat

    Ich wusste nicht, dass das Gymnasium eine Anstalt für technische Geräte ist.

    Aaahja... auf dem Niveau sind wir also. Aber ja, Schüler müssen im einer Gesellschaft im oben skizzierten Rahmen letztlich 'funktionieren' (d.h. hier die sozialen, motivationalen und kognitiv-intellektuellen Anforderungen der entsprechenden Schulform erfüllen), egal ob du dich an der Wortwahl störst und tone policing betreiben willst.

    Zitat

    Auch frage ich mich, auf welche Schulform die Schüler:innen gehen sollen, die du siehst und beurteilst und alle für die HRGyGeSa-Schulen nicht geeignet hältst. Du wünschst dir ein 3-gliedriges Schulsystem, aber wo ist da der Platz für diese Schüler:innen?

    Am Emde bleibt für diejenigen, die kognitiv-intellektuell u./o. psychoemotional (etc.) nicht umter den Bedingungen von Regelschulen derart beschulbar sind, dass dabei nicht Sinn und Zweck von Schule (s.o.) für alle Beteiligten konterkariert wird, die Förderschule.

    Und um den Bogen zum eigtl. Thema mal wieder zu schlagen:

    Natürlich dürften auch "verhaltensauffällig[e] Schüle[r]", "recht starr[e] Rahmenbedingungen des Schuldienstes" u.ä., Gründe sein, warum Quereinsteiger den Beruf wieder verlassen, zumal diese oft berufstechnisch flexibler sind.

    Hinzu dürfte kommen, dass sich Lehrer oftmals kaum mehr (primär) auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können: Das Unterrichten bzw. die Qualifikation, Selektion und Allokation. Ich (stellvertretend für wahrscheinl. nicht wenige Lehrer, zumindest außerhalb dieses Forums) ziehe den Wert meiner Profession aus der Relevanz der gesellschaftlichen Aufgabe, die ich eigentlich erfülle, nicht weil ich „all mein Fühlen, Denken und Handeln im Beruf auf das Wohl der mir anvertrauten Kinder hin“ (Klaus Zierer) ausrichten würde, das ist nicht meine Aufgabe. Aber die Bildungspolitik erschwert mir die Wahrnehmung dieser Aufgabe massiv, macht sie zum Teil unmöglich.

    Und das ist es, was frustriert. Das ist es, was auch viele Kollegen psychisch zermürbt: Die miserablen Rahmenbedingungen, die Torpedierung der Hauptaufgaben der Lehrerprofession. Was alles schief läuft, lässt sich anhand der folgenden Desiderata erahnen. Denn wir brauchen all das Folgende – in a nutshell:

    • Deutlich (!) kleinere, leistungshomogenere Klassen,
    • deutliche Lehr- statt Lernorientierung, damit einhergehend die Abschaffung inadäquater Binnendifferenzierung und Co.
    • Stellen einer adäquaten Vertretungsreserve,
    • deutliche Reduktion, Abschaffung bzw. Auslagerung von zusätzlichen Verwaltungsaufgaben, von der Erstellung von Förderplänen, über redundante Fachabsprachen zu Beginn eines jeden Schuljahres (bei uns gang und gäbe… geht jedes Mal ein ganzer Tag verloren, obwohl es doch nur copy & paste ist) und Konferenzen, die durch eine kurze E-Mail substitutiert werden könnten, bis zu im Wesentlichen der Profession fremden Zusatzaufgaben (wie z.B. die IT-Verwaltung an der Schule durch Lehrer), einschl. Aufsichten (Pausen; Klausuren etc.) und Co. Vielleicht könnte man sogar einen Teil der Korrekturen outsourcen (Blindkorrekturen wären wohl auch im Sinne der Bildungsgerechtigkeit).
    • Deutliche Reduktion der zu unterrichtenden Klassen/Kurse (s.o.) i. V. m. deutlichen (!) Entlastungen für Lehrer, die von ihren Fächern her bereits mit einem deutlichen Mehraufwand bei der Konzeption und Korrektur von Klassenarbeiten/Klausuren belastet sind, die Klassenlehrertätigkeiten u.ä. übernehmen. Adäquate Entlastungen sind generell notwendig (*lol* eine Stunde für Digitalisierungsbeauftragte… ist klar).
    • Deutliche Vereinfachungen der Anwendung von Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen. Wenn ich für das Nachsitzen eines Schüler (a) meine persönliche Freizeit opfern und (b) auch noch das Einverständnis der Personensorgeberechtigten einholen muss, verpufft Dergleichen…
    • Deutliche Erschwerung von Widersprüchen u. ä.
    • Verbindlichkeit der Schullaufbahnzuordnung durch die Grundschulen, nicht durch die Personensorgeberechtigten. Ein Gros meiner Schüler ist definitiv nicht (!) für das Gymnasium, die Realschulen und bisweilen die Hauptschulen geeignet, (intellektuell-)kognitiv, motivational u./o. psychisch (Stichworte: Frustrationstoleranz; Bewältigungsstrategien etc.), ich erwarte allerdings ihre Funktionstüchtigkeit für die entsprechende Schulform, wenn sie an unsere weiterführende Schule (ein Gymnasium) wechseln. Ich bin nicht Animateur, Seelsorger, Therapeut u./o. Wunderwirker mit funktionsfähigem Nürnberger Trichter.
    • Zusätzlich zum letzten Punkt (und im Einklang mit den ersten beiden Punkten): Stärkung des dreigliedrigen Schulsystems und des Förderschulsystems, so dass auch de facto die Schulen durchlässig sind und es nicht (wie bei uns) zu der Situation kommen kann, dass bei zu schlechten Leistungen auf dem Gymnasium einem Schüler, der optimal für die Realschule geeignet wäre, tatsächlich nur noch die Hauptschule offensteht.
    • Regelmäßige (bedarfsorientierte) Instandsetzungen und Modernisierungen der Schulgebäude, ihres Interieurs, ihrer infrastrukturellen Ausstattung (aber wenn ich da an die IT-Infrastruktur in Gesamtdeutschland denke… Kupferleitungen wtf?!), auch mit Lehr-/Lernmitteln etc.
    • Eine garantierte hinreichende Versorgung mit Lehr-/Lernmitteln, so dass nicht ganze Jahrgänge ohne Lehr-/Lernmaterial dastehen, Lehrer ihre eigenen Bücher selbst kaufen müssen u.ä.; damit einhergehend: Reformierung der rechtlichen Regelungen für die Verfielfältigung von Kopien im Rahmen der Lehre (die Mengen, die ich eigtl. nur kopieren darf, sind absurd).
    • Abschaffung der „Qualitätsanalysen“ u. ä. Quatsch.
    • Mehr Autonomie für Schulen und Lehrer… inkl. Abschaffung des Zentralabiturs?! Führte jedenfalls zu mehr Planungssicherheit seitens der Lehrer, gezielter vorbereitenden Unterricht u. ä.
    • Zurückhaltende, den Lehrern aber wohlgesonnene Kultusministerien/-minister, die einen (a) nicht für dumm verkaufen wollen (Stichwort: Schulen als „sichere Orte“ in der Pandemie; O-Ton Y. Gebauer), die (b) einfach mal die Füße still halten, statt wieder einem neuen pädagogischen/didaktischen Trend hinterherzulaufen (weil er kostengünstiger ist u./o. Wählerstimmen verspricht), die (c) zur Abwechslugn offen und ehrlich den Stand der Dinge kommunizieren, Schule nicht als Wohlfühlveranstaltung verklären, bei der jeder alles können und erreichen soll, sondern Schule als Selektions- und Allokationsinstanz würdigen und i.d.S. den Niveauverlust nicht weiter aktiv befeuern (s. „ausreichend minus“ statt schlechter bei 50 % falschen Leistungen). Wertschätzung und so… Bildungspolitik ernst nehmen und so…
    • Natürlich: Mehr Geld wäre auch schön.
    • Erleichterung des Seiteneinstiegs von Akademikern mit Diplom-, Magister- oder Masterabschluss,
    • Reform des Lehramtstudiums (Stichwort: Polyvalenz). Gleichsam auch eine Reform oder gar Abschaffung des Referendariats: Lasst die Studienabsolventen drei Monate unterrichten, dann sieht ja jeder, ob das was wird oder nicht, den ganzen Bumms drumherum braucht es nicht.

    Und weil all das nicht gegeben ist, geht es i. S. e. Abwärtsspirale… ja, abwärts halt, mit anhaltender Beschleunigung. Und da sind wir beim Ausgangspunkt: Die Desiderata zeigen uns, woran es fehlt und womit die Kernaufgabe der Lehrerprofession sukzessive unterminiert wird.

    Die allerortens (auch politisch protegierte) Anpassung nach unten hin ist eines der Symptome. Man merkt es ja vielleicht auch selbst, das deutlich verkürzt wird, ohne dass die Rahmenbedingungen angepasst werden:
    Da mussten (hier in NRW beispielsweise) in der Unter-/Mittelstufe ehedem noch drei Klassenarbeiten bis zu den Weihnachtsferien geschrieben werden, egal wie viele Klassen/Kurse man in den Stufen hat, egal wie viele Oberstufenkurse inklusive Klausuren man betreuen muss, egal wie hoch der Krankenstand ist, egal wieviele Stunden zusätzlich ausfallen, egal wie viele (redundante) Konferenzen einem gleichzeitig oktroyiert werden, egal ob noch Tage der offenen Türen, Qualitätsanalysen und Co. ins Haus stehen… und wenn man dann nicht selbst krank wird, dann werden zumindest oftmals die Leistungsüberprüfungen angepasst, vulgo simplifiziert, einfach damit man die schiere Menge an Klassenarbeiten/Klausuren überhaupt noch vor Notenschluss korrigiert bekommt (bspw. lieber multiple-choice-Aufgaben zum Abhaken, statt Freitextformate) – ich kann mich davon nicht freimachen, aber es ist nicht das, was ich eigtlich im Sinn habe, was der Bedeutung meiner Aufgabe angemessen wäre.

    Und gegen Ende des Schuljahres werden unzählige Defizite plötzlich wieder gerade noch so keine Defizite mehr sein… damit man nicht auch in den Sommerferien Bestehensprüfungen für Schüler konzipieren muss, die ja in der Regel im Gros nicht ohne Grund nicht versetzt werden und bei denen regelmäßig auch eindeutig ist, dass sie die Bestehensprüfung nicht schaffen werden. So erlebe ich das regelmäßig: Von den circa zwei Dutzend 10-ern, die eigentlich nicht versetzt wären, bleibt nach den Zeugniskonferenzen dann, wie durch ein Wunder, noch ein halbes Dutzend (die Hälfte davon dann wieder bei mir), weil man sich nicht mit Widersprüchen auseinandersetzen, weil man seine Freizeit nicht opfern will. Und ich kann es den Kollegen nicht verübeln, denn es ist eines der vielen systemischen Probleme, die zur massiven Erosion unseres Bildungssystems beitragen.

    Und all das frustriert… und jemand mit weniger Resilienz oder mit höheren (vulgo: illusorischen) Ansprüchen an seinen Unterricht und vielmehr die heutige Schülerschaft, mit mehr Mitgefühl für seine Schüler (und der Attitüde alle ‚retten‘ zu wollen) mag da in den Burnout getrieben werden. Es ist ja auch zum Verzweifeln.

    Das Resultat ist dann am Ende auch das, was wohl ohnehin zunimmt: Nur noch Dienst nach Vorschrift (oder moderner: quiet quitting). Nicht falsch verstehen: Das ist nicht, was ich will… aber das ist ein Selbstschutzmechanismus, der wohl vielen der Ausweg sein wird, wenn das System nicht eine 180°-Drehung zu seinen Wurzeln vornimmt.

    Etc.

    Und jetzt der Bogen zum eigtl. Thema:

    Das wird auch das Bestehen eines Referendariats nicht ändern (gerne mal informieren, wie es mit den Ausstiegsquoten 'ordentlicher' Lehrer aussieht - GIYF).

    😎

    Und dieser Beitrag sowie das Auslachen von Magellans Beitrag sind ein Ausbund an Freundlichkeit und sachlichem Einwand?

    Aktion und Reaktion, liebste Quitte. Mich wundert es nicht, dass du, die du ihm ja ein "Gefällt mir" erteilt hast, das Problem nicht im fortwährenden Mangel "an Freundlichkeit und sachlichem Einwand" siehst, sondern darin, dass diesem Mangel reaktiv-desavouriend der Spiegel vorgehalten wird - Splitter und Balken und so...

    Zitat

    Aber wer findet, dass Jugendliche per se mehr schlechte Eigenschaften haben "als früher" und kein gutes Haar an seinen Klassen lässt, hat nur von seiner Sicht gesprochen und nicht einen objektiv beobachtbaren Zustand beschrieben.

    Was soll man dazu äußern, außer dasss du hier gerade einen Strohmann zum Abarbeiten formulierst? Bleib doch bei dem, was Maylin85 tatsächlich schreibt.

    😎

    Ist doch völlig egal. Wenn ich möchte, dass der Prüfling was Gescheites sagen kann zu dem Text, brauche ich einen, der zum Unterrichtsinhalt passt und das sind nun mal keine alten Kamellen. Es ist so oder so schwer einen passenden Text zu finden, egal ob der 2 oder 7 Jahre alt ist. Und darum geht es ja..

    Ich teile deine Pauschalisierung nicht. Kommt schlichtweg auf das Zusammenwirken von Thema, Fragen, Unterrichtsinhalten und Prüfungszweck an. Will ich prüfen, wie die Textrezeptionskompetenzen sind, geht das ggf. auch mit "alten Kamellen".

    Doch, das wurde uns auf den Dienstbesprechungen der Bezirksregierung (Fach Spanisch) explizit so gesagt. Also keine exakte Vorgabe, aber sie haben gesagt, er darf nicht älter als 2-3 Jahr sein. Wenn er jetzt 3,5 Jahre alt ist, sagt natürlich auch keiner was.

    Aber unsere Themen sind ja jetzt auch so angelegt, dass man da schon aktuell bleiben muss.

    Wenn das nirgendwo verbindlich normiert ist (APO-GOSt; Verordnungen etc.; falls ich die Norm übersehe, bitte mit der Nase draufstoßen... habe auch gerade mal die KI drüberlaufen lassen - nichts) ist dss ziemlich egal, was Vertreter der Bezirksregierung dazu meinen (wenn es keine expl. dienstliche Weisung war, die bspw. auch mit Protokoll, Rundschreiben, SchulMail, Erlass etc. daherkam... ich habe auch schon häufig genug Kompetenzüberschreitungsversuche von Dezernenten erlebt - darf man fragen, um welche BezR es geht?), sind halt allenfalls informelle Erwartungen. Die fachspezifischen Vorgaben für die Abiturprüfung beziehen sich ja normalerweise auch in den modermen Fremdsprachen auf Kompetenzen, Themenfelder und geeignete Materialien, nicht auf ein Veröffentlichungsdatum.

    Manches ergibt sich auch von selbst. Wenn du z.B. einen Text zum Tourismus nimmst, dann macht es keinen Sinn, den Tourismus in den 90er Jahren zu beschreiben. Auch den Tourismus vor Corona nicht, da hat sich schon einiges verändert.

    Das Texte, die kontemporäre Phänomene betreffen, i.d.R. inhaltlich aktuell sein sollten (ich also bspw. nicht über die Arbeitslosenzahlen heute einen Text dazu von 1983 reingebe... wenn ich denn nicht den expliziten Vgl. will und an konkretes Unterrichtswissen anknüpfe), is' klar. Aber eine 'ein Text darf nicht älter als n Jahre sein'-Vorgabe (die in NRW auch expl. nicht existiert) ergibt sich daraus auch nicht implizit.

    In den Fremdsprachen musst du ja jedes Mal einen neuen Text suchen, in der Regel ein Zeitungsartikel, der auch nicht älter als 2 Jahre oder so sein sollte, also durchaus einigermaßen aktuell.

    Ich habe u.a. Englisch, die Vorgabe gibt es bei uns (im BL) so nicht. In SoWi hatte ich mal Kollegen mit Aktualitätsfetisch (Alter des Textes als Selbstzweck), war aber auch recht schnell ausgetrieben.

    😎

    Klingt nach unnötiger, bürokratischer Hölle par excellence. Mein aufrichtiges Beileid.

    Läuft bei uns (zum Glück) komplett anders.

    Wieso nicht?

    Unmittelbar nach dem Erststudium, wenn man merkt, man hat sich 'verzettelt' und möchte dann vielleicht noch den einschlägigen Master drauflegen, da könnte ich noch den Sinn und hinreichende Motivation bei Betroffenen erkennen....

    Aber nach n Jahren in der freien Wirtschaft etc. nochmal ein (kostenpflichtiges? vollzeitiges? lehrerberufbegleitendes? präsenzverpflichtendes?) Aufbaustudium der Art (ich frage mich, was dort vermittelt wird, das so vermittelt werden muss... also im Grunde die gleiche Problematik, wie beim Ref)* absolvieren zu müssen(?), das läuft bei mir unter der Ägide der Frage: Wie macht man den Quereinstieg in einen Job, der massiv an Attraktivität verloren hat und für den wir kaum noch jmd. finden, noch unattraktiver? Zeit ist eine kostbare Ressource.

    * vielleicht recherchiere ich das später selbst... oder hat jmd. Links zur Hand?

    Ich sehe den Nachteil des Referendariats einfach nicht, auch wenn man auch ohne Referendariat ein sehr guter Lehrer werden kann.

    u.a. und immer insb. im Lichte des fragwürdigen Nutzens des Refs (also der Frage, ob einem dort wirklich und auch effizienter als im Rahmen potenzieller Alternativen vermittelt wird, "wie man Schülern etwas vermittelt", d.h. der fraglichen 'Passung' zwischen Referendariats- und realer Lehrerleistungen, also der Frage, welchen Erkenntnisgewinn das Ref über die Tauglichkeit eines Kandidaten tatsächlich bringt), der ja hier Gegenstand ist (dass die UPP i.V.m. den Unterrichtsbesuchen zuvor tatsächlich valide demonstriert, wie 'gut' ein Kandidat effizienten Unterricht auch dauerhaft planen und durchführen kann, würde ich zumindest bezweifeln):

    Der zusätzliche Zeitverlust resp. die zeitliche Zusatzbelastung nach absolviertem Studium (und evtl. Berufserfahrung) bei evtl. niedriger(er) Bezahlung, gleichzeitig die Abhängigkeit von evtl. zeitgeistlichen und insb. idiosynkratischen Positionen (resp. auch der Willkür) der Prüfer, auch ungeachtet dessen der Prüfungsstress in ohnehin artifiziellen settings (Schaustunden), die m.E. auch nicht zu vernachlässigenden Effekte, die das (z.B. der die eigenen Qualifikationen inhärent deminuierende Effekt) bzgl. der Psychohygiene der Referendare haben kann, der Verklärungseffekt bzgl. der eigenen Profession, empiriedefizite der Didaktik etc. etc. etc.

    Ich erwähnte ja hier bereits Hitchen's Razor, demnach ist die Frage nach dem "Nachteil des Referendariats" m.E. auch der falsche Ansatz. Es müsste um die Darlegung der objektiven Vorteile des Refs gehen, also die Darlegung, was dieses 'besser' oder gar alternativlos vermittelt, was notwendige oder zumindest eklatant relevante Bedingung der Profession ist. Anders ist mithin die Einschätzungsprärogative des Staates, hier eine entsprechende Zugangsbeschränkung zur Profession zu installieren, ggf. auch mit Blick auf Art. 12 Abs. 1 i.V.m. 33 Abs. 2 GG, m.E. doch recht strapaziert.

    Jetzt hat man ja beides, Mentor UND Seminar. Wie blöd wäre man, sich für weniger Unterstützung einzusetzen.

    Dann doch lieber Überlegungen anstellen, wie Quereinsteigende das beste Referendariat bekommen, damit sie nicht zu früh wieder aufgeben. Hohe Abbruchquote ist ja leider die Realität.

    "Wie blöd wäre man," das Ref positiv und examinierte Akademiker negativ zu verklären und es als "sich für weniger Unterstützung einzusetzen" zu framen, dss Ref zu demystifizieren und sich für die angemessene Behandlung von Quer-/Seiteneinsteigern einzusetzen?

    Ach... und du wolltest endlich meine Fragen beantworten.

    Und glaubst du wirklich, die Qualität des "Referendariat[s]" für Quereinsteiger o.ä. bedingt deren Aufgsbequote (und nicht die evidenten Probleme von Schule auf allen Ebenen)? Dann guck dir mal an, wie viele Lehrer mit ordentlichem Ref mittlerweile in den ersten fünf Jahren hinschmeissen... dürfte mit dem Ref nicht viel zu run haben.

    Zitat

    Außerdem würde es den Beruf attraktiver machen, wenn man sich nicht schon mit 19 für Lehramt entscheiden müsste und dann nie wieder aus der Nummer rauskommt.

    Zumindest hier haben wir Ähnlichkeiten.

    😎

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