Ich verfolge die Beiträge hier ein paar Tage lang und wollte mich eigentlich raushalten, aber jetzt muss ich auch noch meinen Senf beisteuern. Auf mich wirkt das mittlerweile wie eine Neiddebatte den Funktionsträgern gegenüber. Und das verstehe ich nicht: es ist doch jedem möglich, eine Funktionsstelle anzustreben, wenn dadurch so unliebsame Aufgaben wie Aufsichten vermieden werden können?
Ich unterrichte nur läppische 14 Stunden. Ich habe nur eine Frühaufsicht, und ggf. mal Vertretung. Alles andere wäre auch schwierig, da ich oft schnell mal eine Pause zum Telefonieren brauche, mit der Sekretärin Dinge klären muss oder Termine und Gespräche habe, die sich nicht unbedingt an die Unterrichtsstunden koppeln lassen (Sorry, Frau xy, wir sprechen in 20 min weiter, nehmen Sie sich einen Kaffee, ich komme nach der Aufsicht zurück!)… Mein Kollegium hat mir noch nie gesagt, dass es das Gefühl hat, ich würde zu wenig Aufsichten machen. Ich halte ihnen immerhin in vielen Belangen den Rücken frei, sorge dafür, dass der Betrieb läuft usw. Sollte mich jemand darauf ansprechen, dass ich zu wenig Aufsichten mache und dass das zu den Dienstpflichten jeder Lehrkraft gehört, würde ich das reflektieren. Aber ich würde dann wohl auch darüber nachdenken, dass ich so einige Aufgaben nur deshalb übernehme, weil ich es effizienter, schneller und strukturierter schaffe als andere, und ich würde dann so einige Aufgaben delegieren, weil sie eigentlich zu den allgemeinen Dienstpflichten jeder Lehrkraft gehören und nicht per se an Funktion gebunden sind.