Schöne Desiderata, aber nicht realisierbar.
Es fängt bei kleineren Klassen an. Eine Reduzierung der Klassenstärke von 30 auf 25 würde einen zusätzlichen Personalbedarf von 20% bedeuten. Woher sollen diese Menschen kommen? Und woher das Geld für deren Bezahlung?
Integration ist eine Leistung, die beide Seiten erbringen müssen. In Deinem Vorschlag der Ganztagsschule für alle steckt insofern viel Sprengstoff, als dass die bildungsaffinen Schichten Mittel und Wege finden werden, sich dieser Leistung aktiv zu entziehen. Das haben wir bereits jetzt mit den bischöflichen Ersatzschulen und privaten Ergänzungsschulen. Gleichzeitig müssten wir bei einigen zugewanderten Familien aktiv um Integration werben, womit dann wieder die Frage im Raum steht, was man mit Familien macht, die sich dieser Integration verweigern. (Man kann diskutieren, inwieweit Parallelgesellschaften ein Ergebnis dieser Weigerung sind.)
Wie kommt es in den Städten zur Gentrifizierung und zur Ghettoisierung? Seien wir ehrlich: Unter anderem auch, weil Deutsche nicht mit Zuwanderern zusammen in einem Viertel leben wollen. Und weil ein zu hoher Anteil an MigrantInnen als BewohnerInnen von Mietshäusern als Belastung bzw. als Minderung der Wohnqualität erachtet wird. Und weil MigrantInnen vergleichbarer Herkunft gerade am Anfang lieber unter sich bleiben, weil sie sich so mehr Halt und Unterstützung geben können.
Was die Gleichheit betrifft, so gibt es verschiedene Modelle, die sich damit befassen. Eine Bildersuche zu "equality und equity" ist da sehr ergiebig.