Sehr interessante Links, danke!
Ich möchte anmerken, dass ich dieses "ich verstehe, was du fühlst, aber ich bin bestimmt kein Rassist" nachvollziehbar blöd finde. Ich bin sicher, dass in mir, wie in anderen Leuten auch, Vorbehalte und Kleingeistigkeit steckt, und es ist ein ständiger Prozess, sich selbst gegenüber kritisch zu sein und daran zu arbeiten, eigene Voreingenommenheit zu erkennen und zu bekämpfen.
Allerdings weiß ich als Frau, die Fächer studiert hat, die überwiegend von Männern studiert werden, sehr gut, wie sich doofe Sprüche anfühlen.
"Ihr habt ein Programm geschrieben? Läuft das denn?" (eigentlich sind wir Hausfrauen, die Programme haben unsere Männer geschrieben)
"Was - Mathe? Interessiert dich doch gar nicht! Nimm doch Literatur. Aber doch bestimmt auf Lehramt?" (nein, auf Diplom, ich wusste nicht, dass das für Frauen verboten ist)
Die tun vielleicht nicht körperlich weh. Das sind aber immer wieder Spitzen, die das Selbstbewusstsein schmälern, und sie verbrauchen Energie, die man besser verwenden könnte.
"Findest du WIRKLICH, dass Frauen an der Uni immer noch benachteiligt werden?"
Gerade die letzte Frage zeigt: Manche Sachen verstehen viele Männer offenbar nicht, und viele Verhaltensweisen stecken sehr tief drin. Der Aufruhr um #Aufschrei hat mir gezeigt, wie wenig sich seitdem geändert hat, im Gegenteil, im Vergleich zu der Zeit vor 25 Jahren scheint es eher schlimmer geworden zu sein.
Ich will die Diskussion nicht kapern und auch nichts relativieren. Ich will nur sagen: Voreingenommenheit muss man bei sich selbst erst einmal wahrnehmen. Wenn man bei sich feststellt, dass man eine Frau eher mit Eigenschaften wie "schlank, hübsch, lustig" und einen Mann mit "hat echt Ahnung" beschreibt, dann hat man schon eine Brille mit zweierlei Wahrnehmungen auf. Und viele Leute merken das gar nicht.