Beiträge von Piksieben

    Geht es um Nullstellen/Scheitelpunkt oder Gleichungssysteme, dann benutze ich Excel, um aus vorgegebenen ganzzahligen Lösungen die Zahlen für die Aufgaben zu generieren. Dann habe ich gleich einen ganzen Satz Übungsaufgaben.

    Via Serienbrief habe ich daraus auch schon Tests hergestellt, bei denen jeder eine andere Aufgabe bekam.

    Du findest unter dem Suchwort "Trennungskinder" schnell etwas dazu, hierzum Beispiel, da gibt es auch Literaturhinweise. Da fällt der Ausdruck "happy talk" für das Sichschönreden von allen möglichen Zumutungen, mit denen Kinder angeblich so gut fertig werden.

    Ich musste jetzt auch an eines meiner Lieblingsbücher aus meiner Teenagerzeit denken: "Wenn jemand einfach weggeht" von Anna-Greta Winberg. Da wird die Trennung aus der Sicht einer Fünfzehnjährigen sehr ergreifend dargestellt. Gerade in dieser Phase ist ja so eine Trennung nur eine von vielen Baustellen.

    Ich finde es ziemlich lächerlich, wenn jemand eine eindeutige Frage stellt und dann so dämliche Gegenfragen kommen wie: Was soll das bringen, was willst du damit, bist du persönlich betroffen, beschäftige dich doch mal mit was Schönerem ... Du meine Güte. Wenn man nicht antworten will oder kann, wie wäre es mit Schweigen?!

    Daher sind 4 und 4,0 für mich unterschiedlich, da bei ihnen auch etwas über die Messgenauigkeit ausgesagt wird.
    Wenn ein Schüler z.B. aufschreibt, dass er eine Strecke von 4,0000 cm gemessen hat, dann würde ich mal glatt behaupten, dass er das sehr wahrscheinlich nicht gemacht hat. 4,0000 cm ist etwas anderes als 4 cm.

    Aha. "Für mich". Ist das neuerdings Geschmacksache, ob 50/100 dasselbe ist wie 1/2 oder 4+0 dasselbe wie 4 ?

    "Für mich" ist 4, 0 = 4, weil 4,0 = 4+0/10=4. Ist das nun meine unmaßgebliche Meinung oder ist das vielleicht doch einfach Mathematik, weil so definiert?!

    Die Rundungsfehler sind ein echtes, reales Problem. Das geht nicht einfach nur um die Bewertung von Klassenarbeiten. Wenn die Schüler in Mathe etwas lernen sollen, dann auch, dass vorschnelles Runden zu unerwünschten und erstaunlich großen Abweichungen führen kann. Das würde ich auf jeden Fall im Unterricht mal an einem Beispiel durchrechnen. Mag sein, dass das gelegentlich in der Welt da draußen schlampig gehandhabt wird - das heißt nicht, dass man es auch schon schlampig unterrichten sollte. Und wie schon geschrieben, manchmal können schon kleine Abweichungen zu Konstruktionsfehlern führen.

    Ich sage den Schülern immer, sie sollen so lange es geht mit den exakten Werten rechnen und erst ganz am Schluss den "wahren" Wert ermitteln (und den eigentlich auch nur, damit man weiß, wo er auf dem Zahlenstrahl liegt). Also pi, Wurzeln, Brüche etc. immer mitführen und nicht unterwegs runden. Besonders unschön ist, wenn man durch das Runden das Kürzen verhindert, was sich ja manchmal ergibt und dabei zu schönen, glatten Resultaten führt.

    Aber was ist der Unterschied zwischen 0,50 und 1/2 ?

    Was mache ich falsch, wenn Schüler "nur" für Tests lernen? (Was im übrigen auch nicht wirklich alle Schüler tun :mad: )

    Ich glaube, man kann einfach nicht erwarten, dass Schüler Vokabeln pauken, einfach so, weil sie die irgendwann mal brauchen. Eine Kontrolle durch einen Test zeigt allen Beteiligten, ob es geklappt hat. Und Vokabeltests sind ja rasch korrigiert. Ich überfalle meine Schüler auch nicht mit unangekündigten Tests. Ich glaube auch nicht, dass die helfen.

    Schön.
    Damit wischen wir die Legitimation zu klagen vom Tisch. Letztlich wird die Legitimation zu klagen von den persönlichen Lebenserfahrungen desjenigen, der klagt, sowie desjenigen, der darüber liest, definiert - natürlich kommt es hier zu nicht unerheblichen Divergenzen. Und wie so oft spricht der Lesende dem Klagenden diese Legitimation ab. Maßstab ist die eigene Lebenswelt und die individuelle Einschätzung der Lebenswelt des Klagenden als Außenstehender. Bleibt also die Frage, ob und wann ich mich denn beklagen darf. Denn letztlich ist meine Misere immer mit selbst verschuldet - wenn der Außenstehende es entsprechend drehen möchte.

    Ach was für ein Quatsch. Ich habe die ganze Orgie mit Kleinkindern, Beruf und Kindern, Haus und Kindern, Schule und Kindern durch. Ich weiß bestens, wovon ich da schreibe.

    Und stelle einfach fest: Ups, sogar an einem Sommertag im Urlaub bin ich am Abend so müde, dass ich eigentlich zu faul zum Zähneputzen bin.

    Was man erholsam findet, das hängt von tausend Bedingungen ab. Ich schilderte, dass ich oftmals Dinge erholsam finde, die ich eigentlich ebensogut als Arbeit definieren könnte - wenn ich Geld dafür bekäme. Und oft sogar solche, für die ich Geld bekomme. Und dass ich oft Dinge sehr sehr anstrengend finde, die eigentlich zu meinem Amüsement stattfinden, ich sag nur: Familienfeiern.

    Tomas Vasek schildert in seinem Buch "Work-Life-Bullshit: Warum die Trennung von Arbeit und Leben in die Irre führt" genau das.

    Ich finde auch gar nicht, dass hier jemand klagt. Ich möchte nur zu denken geben, dass es nicht wirklich besser wird. Aus Kleinkindern werden Pubertierende und wenn sie dann groß sind, dann wird man langsam alt :)

    Die Jugendlichen haben schon ganz recht, wenn sie immer YOLO sagen!

    Ach, Leben ist doch immer anstrengend. Ich kann mich erinnern, dass ich es auch schon mal erholsam fand, die Küche ungestört putzen zu können, ohne dass mir ständig Kinder darüberliefen. Oder dass ich mich beim Klausurenkorrigieren entspannt habe, weil ich einmal meine Ruhe hatte. Jetzt finde ich Klausurenkorrigieren anstrengend, weil es so eintönig ist, und ich programmiere lieber ein bisschen, weil mich das so fesselt, dass ich ganz vergesse, dass es anstrengend sein könnte. Unterrichten finde ich, wenn es gut läuft, auch sehr angenehm und sehr viel netter als das Sortieren von Papierkram, worüber ich immer verzweifle. Letztlich ist Angestrengtsein eine Empfindung und nichts, was man objektiv bewerten könnte - einzig Schlafmangel ist natürlich ein echtes Problem, und Termindruck ist auch nicht lustig. Aber ist 3000 m schwimmen anstrengend oder erholsam? Kommt drauf an, wer das macht, wofür, wann, ...

    Wenn Lehrer jammern, sie würden gern morgens länger schlafen - sorry, wenig Verständnis. Dafür gibt es 12 Wochen schulfreie Zeit plus Wochenenden, also wirklich ausreichend Gelegenheit. Ich finde es auch immer nett, wenn Leute am hellichten Tag im Straßencafe sitzen und Bier trinken - aber nur so als Idee. Wenn ich Zeit dafür hätte, mache ich dann doch was anderes. Und es ist sehr viel belastender, nichts zu tun zu haben und sich sorgen zu müssen, als eben beschäftigt zu sein, und noch dazu mit so erfreulichen Tätigkeiten wie Kinderpflege.

    Es ist auch eine Unsitte, anderen Leuten in die Planung reinzureden. Natürlich ist die eigene Lebensplanung immer die beste, sonst würde man es ja anders machen. Ich finde es auch immer lustig, dass man darüber staunt, wie viel Arbeit so ein Haushalt macht. Eigentlich eine völlig verquere Einstellung. Können wir nicht froh sein, wenn die Regale im Laden und später unser Kühlschrank voll sind? Ist es nicht eigentlich ganz schön, seine Räumlichkeiten in Ordnung zu halten? Und wer hat einen denn gezwungen, Kinder zu bekommen, es ist doch bekannt, dass die Arbeit machen und teuer sind?

    Die Zettelchen, die die Schüler da auf dem Foto hochhalten, entsprechen dem, was in den ersten Artikeln des Grundgesetzesfestgeschrieben ist. "Respekt" ist eine Selbstverständlichkeit, wenn man die Würde des Menschen achtet. Vielfalt ergibt sich sofort, wenn man jedem das Recht auf freie Entfaltung zugesteht.

    Wenn man das rot-grün nennt (die Grünen gab es damals noch gar nicht) und es für Indoktrination hält, Schülern solche Werte zu vermitteln, sollte man den Staatsdienst ganz schnell verlassen.

    Über so eine Demo kann man diskutieren, klar. Aber vor Ausländerfeindlichkeit, Homophobie und ähnlichen leider immer noch grassierenden Seuchen unter Jugendlichen einzuknicken geht nicht. Und wenn man das thematisiert, dann ist das politisch, egal, ob im Unterricht oder draußen.

    Damit habe zwar ein logisches Ergebnis erzielt werden können, es weiche aber vom Gewünschten
    ab."

    Was ist das "Gewünschte"? Wir können nur spekulieren. Ganzzahlige Nullstellen?

    Ich wünsche mir, dass die Schüler in Mathe lernen, logisch zu denken und bei Bedarf einen Taschenrechner bedienen zu können. Nicht, dass sie die Vorstellung ausbilden, Mathe sei ein Wunschkonzert.

    Bei uns funktioniert die zentrale Klausurenplanung hervorragend und von daher kann ich deinen Unmut verstehen. Es geht alles, wenn man nur will.

    Aber nach der Reaktion deiner Kollegen zu urteilen ist das halt ein Dauerproblem, man hat es aufgegeben und sitzt es aus. Was soll's. "Vorlieb nehmen ist auch eine Denkbewegung, die man lernen kann" (Wittgenstein).

    Es kommt gar nicht gut an, wenn man herumtrompetet, wie viel besser es an der alten Schule war. Ich würde mich an deiner Stelle erst mal flexibel zeigen. Du wirst gewiss noch die Gelegenheit bekommen zu zeigen, dass du es besser kannst.

    Bei dern Prüfungen, die ich für die FHR-Prüfungen anfertige, wird behördlicherseits allergrößten Wert darauf gelegt, dass es keine Folgefehlerproblematik gibt. Das heißt, wenn man eine Nullstelle ausgerechnet hat, kann man auch mit einem falschen Ergebnis weitermachen, und wenn man z. B. eine Funktion finden muss und das nicht schafft, kann man eine Ersatzfunktion benutzen, die angegeben wird. Dann gibt es keine "Thema verfehlt"-5, weil man an einer Stelle nicht weiterkommt.

    Nur ganzzahlige Nullstellen zuzulassen ist nicht notwendig, und ich glaube nicht, dass es im beschriebenen Fall daran gescheitert ist. Ich vermute, es ist eher eine "Weisen Sie nach, dass ... folgt eine Behauptung, die gar nicht stimmt ..."-Aufgabe. Das steht da ein bisschen schwammig ...

    Das ist halt das Handwerk, das wir lernen müssen. Einerseits soll alles korrekt sein. Andererseits das aufgreifen, was von Schülerseite kommt und oft näher an dem dran ist, was sie denken (wobei das ja auch nicht immer richtig ist. Mathe ist manchmal eben auch kontraintuitiv).

    Ja, damit es richtig ist, und es soll unbedingt richtig sein, was an der Tafel steht, klingt es manchmal umständlich. Die Schulbuchautoren stecken viel Grips in diese Merksätze (nehme ich jedenfalls an) - diese zu benutzen ist aus mehreren Gründen nützlich: Sie sind mit mehr Bedacht formuliert als man das im Unterricht eben mal machen kann. Die Schüler können sie nachlesen und haben einen Grund, ihr Mathebuch mal aufzuschlagen. Und denke auch an Eltern oder ältere Geschwister, die mal helfen wollen: Nichts ist unerfreulicher als erst mal herumsuchen zu müssen, was gemacht wurde. Wenn man da das Buch aufschlagen kann und vertraute Dinge findet, erleichtert das die Sache ungemein.

    Bei mir steht immer viel Text an der Tafel, zum Teil spontan formuliert, zum Teil zu Hause. Es ist mir wichtig, rüberzubringen, dass man seine Antworten begründen muss, dass man auch mathematische Dinge sehr gut mit Worten erklären kann und dass alles fachsprachlich korrekt ist. Das ist mitunter mühsam, aber es ist einfach fürchterlich, wenn man in Arbeiten so zusammengestückelte Rechnungen sieht, bei denen nur mit viel Wohlwollen ein richtiger Gedankengang herauszulesen ist. Also muss ich auch immer wieder vormachen, wie es richtig geht. Auch wenn man eine Weile diskutiert/experimentiert: Die Ergebnisse müssen nachher ordentlich formuliert sein.

    Das klappt auch nach Jahren der Erfahrung mal gut, mal weniger gut.


    "Ich versichere, dass ich den Lehrprobenentwurf in allen Teilen selbständig gefertigt und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt habe."

    Dieser Passus hat in Bayern unter allen Lehrprobenentwürfen zu stehen.

    In NRW auch. Trotzdem darf man sich vorher über sein Thema unterhalten und sich auch Quellentipps holen, wieso nicht? Hier wird kein vollständiger Unterrichtsentwurf stehen, keine Analyse der Lerngruppe, kein vorformuliertes Arbeitsblatt. Vielleicht ein Link zu Stellen im Koran, die da was hergeben ... Ich kann leider nichts beisteuern, finde es aber ein interessantes und aktuelles Thema.

    Ich finde nicht, dass es schwieriger ist, als die hunderttausend anderen potentiell brenzligen Themen, die einem als Lehrer so begegnen... Islam, Isamismus, christlicher Fundamentalismus, amerikanische Außenpolitik, Hartz 4, Missbrauch, Frauenrechte, psychische Erkrankungen, Selbstmord, Tod, Flucht...

    Lehrer, die Literatur unterrichten (da kommt alles davon mal irgendwann/wie vor) oder Sprachen, oder PoWi oder Ethik oder... müssn immer mit Themen umgehen, die den einen oder anderen persönlich betreffen/betroffen machen/angehen. Das kriegt man hin, wenn man einigermaßen sensibel mit seinen Schülern umgehen kann.

    Meike, Darla schrieb ausdrücklich, sie ist Anfängerin. "Einigermaßen sensibler Umgang" finde ich jetzt als Handlungsanleitung nicht sehr hilfreich. Das kann alles oder nichts bedeuten. Immerzu sensibel sein kann einen auch kaputt machen. Und dass es bei hundert anderen Themen auch schwierig wird, ist auch nicht so ermutigend.

    Ich habe leider nirgendwo gelernt, wie man mit diesen brenzligen Themen umgeht. Zu meinen Fächern gehört es nicht, solche Diskussionen zu leiten. Ehrlich gesagt gerate ich manchmal schon etwas aus der Fassung, wenn ich den fürchterlich naiven Umgang der Schüler mit facebook & Co erlebe und ihre Gleichgültigkeit gegenüber Überwachung, auch Computerviren etc. (in meinem Unterricht diskutieren wird halt in der Regel nicht über Islamismus, und darüber bin ich froh, denn ich hätte dazu nichts beizusteuern als meine persönliche Meinung, und das finde ich ein bisschen wenig). Auf das Fachbezogene kann ich fachlich reagieren, aber auf all die anderen Themen?

    Ich hatte aber mal einen Schüler, der war offensichtlich homophob. Der wollte echt mit mir diskutieren, aber der ließ sich natürlich von nichts überzeugen. Deshalb, ernstgemeinte Frage, was hätte ich tun sollen - ein paar Bildchen zeigen reicht da wohl kaum?!

    Sehr interessante Links, danke!

    Ich möchte anmerken, dass ich dieses "ich verstehe, was du fühlst, aber ich bin bestimmt kein Rassist" nachvollziehbar blöd finde. Ich bin sicher, dass in mir, wie in anderen Leuten auch, Vorbehalte und Kleingeistigkeit steckt, und es ist ein ständiger Prozess, sich selbst gegenüber kritisch zu sein und daran zu arbeiten, eigene Voreingenommenheit zu erkennen und zu bekämpfen.

    Allerdings weiß ich als Frau, die Fächer studiert hat, die überwiegend von Männern studiert werden, sehr gut, wie sich doofe Sprüche anfühlen.

    "Ihr habt ein Programm geschrieben? Läuft das denn?" (eigentlich sind wir Hausfrauen, die Programme haben unsere Männer geschrieben)
    "Was - Mathe? Interessiert dich doch gar nicht! Nimm doch Literatur. Aber doch bestimmt auf Lehramt?" (nein, auf Diplom, ich wusste nicht, dass das für Frauen verboten ist)

    Die tun vielleicht nicht körperlich weh. Das sind aber immer wieder Spitzen, die das Selbstbewusstsein schmälern, und sie verbrauchen Energie, die man besser verwenden könnte.

    "Findest du WIRKLICH, dass Frauen an der Uni immer noch benachteiligt werden?"

    Gerade die letzte Frage zeigt: Manche Sachen verstehen viele Männer offenbar nicht, und viele Verhaltensweisen stecken sehr tief drin. Der Aufruhr um #Aufschrei hat mir gezeigt, wie wenig sich seitdem geändert hat, im Gegenteil, im Vergleich zu der Zeit vor 25 Jahren scheint es eher schlimmer geworden zu sein.

    Ich will die Diskussion nicht kapern und auch nichts relativieren. Ich will nur sagen: Voreingenommenheit muss man bei sich selbst erst einmal wahrnehmen. Wenn man bei sich feststellt, dass man eine Frau eher mit Eigenschaften wie "schlank, hübsch, lustig" und einen Mann mit "hat echt Ahnung" beschreibt, dann hat man schon eine Brille mit zweierlei Wahrnehmungen auf. Und viele Leute merken das gar nicht.

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