Mit solchen Studien ist es so eine Sache. Man weiß ja nicht, ob man zu den 41 Prozent gehören wird oder nicht.
Mit Idealen ist es allerdings auch so eine Sache. Ich glaube, man wird in jedem Beruf desillusioniert, und ganz besonders dann, wenn man viel mit Menschen zu tun hat.
Ich bin auch so eine, die eher hineingeschlittert ist, auch eher spät, und ich möchte durchaus nicht aufhören. Aber wenn ich schon mit Mitte 20 an der Schule angefangen hätte, sähe das vielleicht anders aus. Ich finde es überhaupt schön, Abwechslung zu haben, und die verschiedenen beruflichen Stationen, die ich durchwandert habe, haben mich bereichert. Aber ich sehe auch in meiner jetzigen Tätigkeit an der Schule die Vielseitigkeit und die Möglichkeit, mich kreativ zu betätigen. Und ich habe wirklich viel Spaß und fast immer was zu lachen. Ich habe auch nicht erwartet, dass es mir so viel geben würde, junge Menschen zu begleiten und zu sehen, wie sie wachsen und ihren Weg finden. Eigentlich war es bei mir also umgekehrt: Die Freude hat eher zugenommen als dass die Ideale enttäuscht wurden. Ich bin auch nicht mit der Absicht angetreten, die Welt zu retten.
Die Arbeitsbedingungen sind manchmal schlecht, ja, und manchmal ärgert man sich. Aber man muss mal realistisch sehen, dass sie anderswo eben auch schlecht sind, untragbar zum Teil.