Auf der anderen Seite habe ich dann eben mein Bestmöglichstes gegeben ...
Eben. Ich glaube, mehr können wir als Lehrer auch nicht tun.
Ich kann deinen Frust gut nachvollziehen; es ist ja auch nicht nur die Faulheit, es gesellt sich oft auch noch eine unerträgliche Arroganz dazu, mit der behauptet wird, dass man das alles sowieso nicht braucht.
Behaupten Schüler über Mathematik in einem technisch ausgerichteten Ausbildungsgang. Das gehört auch mit zu einer Kultur, in der man ja in Mathe ruhig schlecht sein kann und das alles eh viel zu schwer ist. Und das ist mit ein Grund dafür, dass NRW so schlecht abschneidet bei den Ländervergleichen, ganz aktuell wieder bestätigt. Schülern, die die Bruchrechnung nicht beherrschen, die Kettenregel beizubringen ist einigermaßen sinnfrei. Aber ich kann nicht bis zur 13. Klasse pq-Formel und Satz des Pythagoras machen für Schüler, denen einfach der Biss fehlt. Es gibt genügend frei verfügbare Materialien zum Üben, genügend Filmchen, in denen einem alles zum hundertsten und tausendsten Mal erklärt wird (und meine motivierten, wenn auch schwachen Schüler, finden diese Quellen und schlagen sich so irgendwie durch).
Und ist es wirklich mein Job, völlig motivationsbefreite Schüler zur Arbeit anzutreiben? Das ist doch eh sinnlos. Ich bin schon ziemlich erstaunt zu sehen, wie tiefenentspannt Schüler noch kurz vor den Prüfungen sein können und wie egal ihnen schlechte Noten sein können. Manchmal sind sie es ja im Abiturbereich tatsächlich, man muss ja nicht alle Kurse einbringen.
Ich versuche halt, einen guten Unterricht zu machen für die, die es interessiert. Die haben schließlich ein Anrecht darauf. Und den Schülern, die sich nachher über eine schlechte Note beklagen, sollte man das mit der Studierfähigkeit wohl immer wieder unter die Nase reiben...